Die kulturpolitische Komposition der neuen Türkei

Vortrag und Diskussion mit Sabine Küper-Büsch, Istanbul

Donnerstag, 3. Mai 2018, 19.30 Uhr, Stuttgart                                                         Stiftung Geißstraße 7, Stiftungssaal, Geißstraße 7

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan formt an einem Modell, dass er “die neue Türkei“ nennt. Im Wahljahr 2019 werden im Land sowohl die Vertreter der Kommunen als auch die Zusammensetzung des Parlamentes und ein mit einschneidenden Autoritäten ausgestatteter Präsidenten gewählt. Die Opposition spricht offen von Diktatur und Führerkult, die Anhänger der “Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt” (AKP) sehen neue Glanzzeiten unter dem “Reis”, dem Führer, anbrechen. Begleitet wird die umfassende Transformation des republikanischen Staatsmodells zu einer bislang unbekannten Form der neoliberalen, islamisch-konservativen Autokratie mit parlamentarischen Mustern von einem umfassenden kulturpolitischen Programm. Neben Grossbauprojekten wie dem grössten Flughafen der Welt, der grössten Moschee und der größten Hängebrücke über dem Bosporus, gehört auch eine islamisch-konservative Kulturschmiede zu den Bausteinen der neuen Türkei. Sabine Küper-Büsch erläutert anhand von Beispielen aus der Popkultur und Architektur (Cartoons, Film, Architektur) das Modell der neuen Türkei und die Widersprüche, die sich in der Gesellschaft immer mehr manifestieren.

Sabine Küper-Büsch ist Kuratorin und Filmemacherin der Kunst- und Kulturinitiative Diyalog Derneği in Istanbul. Sie zog als Politikwissenschaftlerin und Journalistin 1992 in die Türkei und spezialisierte sich auf die Region Nahost und Südosteuropa. In den vergangenen zehn Jahren fokussierte sie auf den Bereich Kunst und Kultur-Peripherie im Aufbruch. Sie ist zusammen mit ihrem Mann Thomas Büsch Produzentin der Internet-Plattform inenart.eu und Kuratorin des Mahalla Festivals

Eine Veranstaltung in Kooperation der Stiftung Geißstraße 7 und Emanzipation und Frieden

 

 

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