Was ist israelbezogener Antisemitismus?

Betrachtungen nach den judenfeindlichen Hasskundgebungen des letzten Sommers

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann
Mittwoch, 12. November 2014, 20 Uhr, Freiburg                                               Universität Freiburg Raum 1221

Eine Veranstaltung der Anarchistischen Gruppe Freiburg im Rahmen der Bundesweiten Aktionswochen gegen Antisemitismus

Wie wenig Antizionismus von Antisemitismus trennt, wurde selten so deutlich wie während der antiisraelischen Massenaufmärsche dieses Sommers, die in Sprechchören „Tod den Juden!“ forderten. Die selbstgerechte deutsche Mehrheitsgesellschaft wusste sofort, dass der Antisemitismus lediglich durch „die Türken“ bzw. „den Islam“ importiert ist. Schließlich, davon bleibt sie felsenfest überzeugt, hat sie aus der Shoah mehr gelernt als die Juden, weshalb ihre mit Hingabe gepflegte „Israelkritik“ nie und nimmer irgend etwas mit Antisemitismus zu tun haben kann. Diese Gewissheit gehört auch zu den Basics einer pseudokritischen Linken, die viel mehr Mainstream ist, als sie glaubt. Weiterlesen

Islamismus? Islamophobie? Islamkritik?

Schwierigkeiten einer emotionsgeladenen Debatte zwischen Kritik und Vorurteil

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann,                                             langjähriger freigestellter Personalrat im Klinikum Stuttgart

Dienstag, 23. September 2014, 19.00 Uhr, Stuttgart

ver.di-Bezirk Stuttgart, Raum 324, Lautenschlagerstr. 20, 70173 Stuttgart

Das Vorurteil, „die Ausländer“ würden „uns Deutschen“ die Arbeitsplätze wegnehmen und die Sozialkassen plündern, ist weit verbreitet. Gegenüber Kolleginnen und Kollegen mit muslimischem Hintergrund tritt diese Fremdenfeindlichkeit oft besonders unverblümt auf. Häufig verbindet sie sich mit der Herabwürdigung einer angeblich „ganz anderen“ Kultur, die „nicht zu uns passt“. Auch am Arbeitsplatz müssen wir uns immer wieder mit diesem Ressentiment auseinandersetzen. Doch Musliminnen und Muslime sehen sich nicht nur vielen Vorurteilen und Anfeindungen der Mehrheitsgesellschaft ausgesetzt. Nicht wenige von ihnen leiden auch unter einer besonders patriarchalen und emanzipationsfeindlichen Ideologie, die „aus den eigenen Reihen“ kommt – insbesondere Musliminnen. Weiterlesen

Von Moskau bis Mossul

Jihadisten sind Faschisten. Eine Antifa, die ihren Anspruch nicht aufgeben will, muss sich ihnen genauso entgegenstellen wie den Neonazis.

von Lothar Galow-Bergemann

erschienen in Jungle World Nr. 34, 21. August 2014

in französischer Übersetzung erschienen am 8. Oktober 2018 bei Solitudes Intangibles

Als im Sommer 1935 in Moskau der VII. (und letzte) Weltkongress der Kommunistischen Internationale zusammentrat, hatten die Kommunisten eine schwere Niederlage zu verarbeiten. Ausgerechnet in Deutschland, von dem man sich seit Lenin die Fortsetzung der Oktoberrevolution erhofft hatte, war die KP katastrophal gescheitert. Die Nationalsozialisten hatten die letzten Reste der Weimarer Demokratie hinweggefegt und die Arbeiterbewegung zerschlagen. Abgesehen von ein paar mutigen, aber von der Bevölkerung isolierten illegalen Kleingruppen war die »Thälmannsche Kampfpartei«, die noch vor kurzem den Mund nicht voll genug hatte nehmen können, im Lande nicht mehr existent. Am schlimmsten war, dass die Nazis das alles mit viel Zustimmung »der Arbeiterklasse und des Volkes« erreicht hatten und dass ihre Unterstützung durch die beiden Liebesobjekte der Kommunisten unaufhaltsam weiter wuchs. Weiterlesen

Wer die Hamas nicht entwaffnen will, verrät die Menschen in Gaza

Rede von Lothar Galow-Bergemann                                                       Vorstandsmitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Arbeitsgemeinschaft Stuttgart und Mittlerer Neckar                                                                                                        Solidaritätsversammlung „Wir unterstützen Israel – Hamas entwaffnen!“                      31. Juli 2014 in Stuttgart

– mit linksreaktionär-islamistischem Anschauungsunterricht im Hintergrund –

In Deutschland tobt ein schockierender Judenhass, den viele nicht mehr für möglich gehalten hätten. Menschen jüdischen Glaubens und FreundInnen Israels sind Gewalttaten und Drohungen ausgesetzt, Synagogen werden angegriffen. Auch hier in Stuttgart hallen widerliche antisemitische Parolen durch die Straßen. Es werden Plakate gezeigt, die direkt dem Nazi-Hetzblatt „Stürmer“ entstammen könnten. In den Augen fanatisierter und gewaltbereiter Menschen funkelt Mordlust. Zum ersten Mal seit 1945 gibt es wieder Massenaufmärsche, auf denen „Tod den Juden“ gebrüllt wird.

Wer Augen hat zu sehen, der konnte in den letzten Tagen und Wochen ein wenig über Antisemitismus lernen. Weiterlesen

Das Ende der Zurückhaltung

Auf den Demonstrationen gegen den Gaza-Krieg hat sich ein antisemitisches Querfrontbündnis in bislang ungewohnter Offenheit gezeigt. Zum Zusammenspiel von Linksreaktionären, Islamisten und anderen Feinden Israels.

von Lothar Galow-Bergemann

erschienen in Jungle World Nr. 31, 31. Juli 2014

Israel-Solidarität hat es nicht leicht. Wer dieser Tage auf proisraelische Kundgebungen geht, weiß das nur zu gut. Auf Straßen und Plätzen toben sich blanker Hass und Gewalt diverser Hilfstruppen von Hamas und Islamischem Jihad aus. Die Beteiligten scheinen umso aggressiver vorzugehen, je deutlicher ihre terroristischen Freunde im Gaza-Streifen selbst in Bedrängnis geraten.

Dass sich nicht wenige vermeintliche Freunde der palästinensischen Bevölkerung als links bezeichnen, ist nichts Neues. Neu ist die Nonchalance, mit der sie mittlerweile faktische Querfrontbündnisse mit Islamisten eingehen. Weiterlesen

„Antizionism is not Antisemitism“ — Und die Erde ist eine Scheibe.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Aufgenommen auf einer angeblichen Friedensdemonstration von Linksreaktionären und Islamisten am 25. Juli 2014 in Stuttgart   [Foto zur Vergrößerung bitte anklicken]

14-07-25 Stuttgart - Antizionism ist not Antisemitism - Und die Erde ist eine Scheibe

Weitere Bilder von dem Event, für das auch der Kreisverband Stuttgart der Partei Die Linke geworben hatte, finden Sie HIER

 

Die Rolle der Islamisten und das Überleben Israels

von Un amigo de pensar

Versuchen wir einen Überblick über die Situation im Mittleren bis Fernem Osten sowie in Nord- und Zentralafrika.

1. Im Irak herrscht ein mörderischer Zugriff der Gruppe „Islamischer Staat im Irak und in der Levante (Isil)“, hoch finanziert von arabischen Fürsten und Ölmilliardären.

2. Im Jemen will die „Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel“ (AQAP) die Macht an sich reißen. Weiterlesen

Audio: Wiederkehr des Verdrängten. Zur Kritik der “Kritischen Weißseinsforschung”

Vortrag von Magnus Klaue

gehalten am 30. April 2014 im Buchtreff:Büchergilde in Stuttgart

Was seit einigen Jahren unter dem Label „kritische Weißseinsforschung“ bzw. „Critical Whiteness“ an den Universitäten als theoretisch besonders avancierte Form der Rassismuskritik figuriert, ist in Wahrheit ein Rückfall hinter die Kritik des Rassismus, wie sie in der Tradition der Kritik der politischen Ökonomie, der kritischen Theorie und der Psychoanalyse formuliert wurde. Weiterlesen

Wiederkehr des Verdrängten. Zur Kritik der „Kritischen Weißseinsforschung“

14-04-30 Klaue

Vortrag und Diskussion mit Magnus Klaue

Mittwoch, 30. April, 19.30 Uhr

Buchtreff: Büchergilde, Charlottenstraße. 1, 70182 Stuttgart

Eine Veranstaltung von For Your Interest, Contain’t und Emanzipation und Frieden

Siehe auch auf Facebook  

„Was seit einigen Jahren unter dem Label ‚kritische Weißseinsforschung‘ bzw. ‚Critical Whiteness‘ an den Universitäten als theoretisch besonders avancierte Form der Rassismuskritik figuriert, ist in Wahrheit ein Rückfall hinter die Kritik des Rassismus, wie sie in der Tradition der Kritik der politischen Ökonomie, der kritischen Theorie und der Psychoanalyse formuliert wurde. Weiterlesen

Syrien – Katastrophe ohne Ende?

14-03-06 Syrien

Drei Jahre nach Ausbruch des „arabischen Frühlings“

Vortrag und Diskussion mit Thomas von der Osten-Sacken

Donnerstag, 6. März 2014, 20 Uhr

Buchtreff: Büchergilde, Charlottenstraße 1, 70182 Stuttgart ‎

Vor drei Jahren war die Hoffnung groß: Plötzlich fand sich die „arabische Straße“ nicht mehr mit den autoritären Regimen im Nahen Osten zusammen, um Israel- und USA-Fahnen zu verbrennen, sondern richtete ihren Zorn gegen die eigenen Herrscher. Es roch nach Aufbruch. Langjährige Diktatoren wurden gestürzt, so in Tunesien, Ägypten und Libyen. Auch in Syrien schien es einem blutrünstigen Henker endlich an den Kragen zu gehen. Weiterlesen

Antisemitismus unter MigrantInnen

Wie verbreitet ist er, wie äußert er sich und was kann dagegen getan werden?

Vortrag von Giyasettin Sayan

gehalten am 9. Dezember 2013 auf Einladung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Stuttgart – gesendet von Emanzipation und Frieden im Freien Radio für Stuttgart am 27. Dezember 2013

Antisemitismus ist entgegen landläufiger Meinung in der ganzen Gesellschaft verbreitet. Dies betrifft nicht nur die alteingesessenen Deutschen. Gerade in migrantischen Communities ist er häufig besonders virulent. Weiterlesen

Zur seltsamen Abwesenheit von Religionskritik in der sogenannten Islamdebatte

von Lothar Galow-Bergemann

erschienen in konkret 7/2013 unter dem Titel: Fehlanzeige. Zur seltsamen Abwesenheit von Religionskritik in der sogenannten Islamdebatte.

– auch als Audiodatei verfügbar –

„Ist es aber Wahrheit, daß die Dirne nicht ist Jungfrau funden, so soll man sie hinaus vor die Tür ihres Vaters Hauses führen, und die Leute der Stadt sollen sie zu Tode steinigen.“ – „Und jene [Frauen], deren Widerständigkeit ihr befürchtet: ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie!“ – „Sag [den Juden]: Kann ich euch etwas Schlimmeres verkünden als die Vergeltung Gottes? Welche Gott verflucht hat und über welche er zürnte, hat er in Affen und Schweine verwandelt.“ – „Ihr [Juden] seid von dem Vater, dem Teufel, und nach eures Vaters Lust wollt ihr tun.“ – Die interessierte Leserin möge bitte selber herausfinden, welche dieser Weisheiten unter Sure 4, Johannes 8, Sure 5 oder 5. Mose nachzulesen ist. Weiterlesen

Jüdische Präsenz im Westjordanland – ein Friedenshindernis?

Vortrag von Prof. Yehuda Z. Blum

Gesendet von emanzipation&frieden im Freien Radio für Stuttgart am 28. Juni 2013

Das Wort „Siedlungspolitik“ hat Zauberkräfte. Man spricht es aus und versteht sich. Es steht für den verbreiteten Glauben, man kenne sich im so genannten „Nahostkonflikt“ aus. Geht es um die Frage, warum es dort keinen Frieden gibt, so hört man umgehend, „die israelische Siedlungspolitik“ sei daran schuld. Wäre dem so, müsste es mit dem Gazastreifen bereits seit 2005 Frieden geben, als Israel dort alle Siedlungen auflöste. Doch von Sachkenntnis weitgehend ungetrübt, weiß man hierzulande Bescheid. Die gängige „Israelkritik“ hält es für völlig selbstverständlich, dass in Israel über eine Million Araber leben, während ihr die Vorstellung, in einem zukünftigen Palästinenserstaat könnten auch Juden leben, ein „Friedenshindernis“ ist.

Warum das Millionen Israelis anders sehen und welche Beweggründe und Argumente sie dafür haben, darüber sprach Prof. Yehuda Z. Blum auf Einladung der Deutsch-Israelische Gesellschaft und der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs am 4. Juni 2013 in Esslingen. Weiterlesen

Rass-Islam-ismus?

Podiumsdiskussion mit Lothar Galow-Bergemann, Emanzipation und Frieden Stuttgart  und Albert Scherr, PH Freiburg

(im Rahmen der Reihe „Respect!“)

Montag, 17. Juni 2013, 20 bis 22 Uhr

Freiburg

Weingut Dilger, Urachstr. 3

In der so genannten Islamdebatte scheinen die Fronten verhärtet: Während auf der einen Seite die Kritik an partriarchalen und anti-aufklärerischen Inhalten des politisierten Islamismus steht, warnt die andere Seite vor einem pauschalisierenden anti-muslimischen Rassismus. Kann es einen gemeinsamen Nenner geben?

Veranstalterin  iz3w informationszentrum 3.welt

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Kritikphobie. Islamdebatte auf Holzwegen

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann (Publizist, Stuttgart)

Donnerstag, 16. Januar 2013, 20 Uhr, react!OR, Frühlingstr. 17, Kempten

Die einen glauben, der neue Antisemitismus heiße Islamophobie, die anderen, dass sich im Moslemhass nur der althergebrachte Rassismus verberge. Einige empfinden Kritik an islamischen oder islamistischen Zuständen als Verletzung der Menschenwürde, andere betreiben nicht Religionskritik, sondern einzig Islamkritik. Die „Islam-Debatte“ ist geprägt von Essentialisierungen, die oft mehr über die Debattierenden selbst als über ihren vermeintlichen Gegenstand aussagen. Wo es um Menschen gehen sollte, wird eine Religion abwechselnd unter faktisches Kritikverbot gestellt oder zur Inkarnation des Bösen phantasiert. Weiterlesen

Entsorgte Religionskritik, unverstandener Antisemitismus

… und weitere linke Schwierigkeiten im Umgang mit dem antimuslimischen Ressentiment

Vortrag und Diskussion mit Markus Mersault und Lothar Galow-Bergemann

15. Dezember 2011, 19.00 Uhr, Regensburg, LEDERER e.V., Lederergasse 25

Die einen glauben, der neue Antisemitismus heiße Islamophobie, die anderen, dass sich im Moslemhass nur der althergebrachte Rassismus verberge. Einige empfinden Kritik an islamischen oder islamistischen Zuständen als Verletzung der Menschenwürde, andere betreiben nicht Religionskritik, sondern einzig Islamkritik. Wie hat eine emanzipatorische Kritik an rassistischen und antimuslimischen Ressentiments ebenso wie an Begriffslosigkeit, unverstandenem Antisemitismus und Kulturrelativismus auszusehen, ohne die Kritik der Religion und die Kritik an fundamental-religiösen Zuständen gleich mit zu entsorgen? Diesen scheinbar schwierigen Fragen wollen wir uns annehmen, erscheint dies aufgrund überwiegend ideologisch motivierter Positionierungen zum Thema notwendig.                                                                                                                          Eine Veranstaltung der Jugendinitiative gegen Rassismus und Antisemitismus Regensburg

 

Das antimuslimische Ressentiment

Zum Begriff und Begreifen einer modernen Befindlichkeit

Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 27. Mai 2011

mit einem Beitrag von Markus Mersault und Lothar Galow-Bergemann

Anhören oder Download

Die Autoren untersuchen das menschenfeindliche Weltbild rechtspopulistischer Muslimhasser und begründen, warum dieses nicht mithilfe des alten Deutungsmusters von „Nazis und Rassisten“ charakterisiert werden kann. Wer dieser ressentimentgeladenen Befindlichkeit, die drauf und dran ist, zu einer Massenbewegung zu werden, erfolgreich entgegentreten will, muss sie zuerst einmal begrifflich scharf fassen. Dabei geht es nicht zuletzt darum, spezifisch deutsche Bedürfnisse aufzudecken, die sich in einem unerträglichen Philosemitismus äußern, der nur scheinbar etwas mit Israelsolidarität zu tun hat.

Siehe auch: Das antimuslimische Ressentiment. Zum Begriff und Begreifen einer modernen Befindlichkeit

Das antimuslimische Ressentiment

Zum Begriff und Begreifen einer modernen Befindlichkeit

Von Markus Mersault und Lothar Galow-Bergemann

erschienen in phase 2, Nr. 39 / 2011

Wenn Sarrazin von Menschen spricht, die „ökonomisch nicht gebraucht werden“, sagt er die Wahrheit über die kapitalistische Krise: sie macht in der Tat immer mehr Menschen „überflüssig“. Selbst Marktwirtschaftsinsassen, denen es noch relativ gut geht, ängstigen sich zusehends vor dem Fall ins Bodenlose und grenzen sich panisch gegen die Loser ab, von denen sie wähnen, sie hätten sie zu alimentieren. Wer a priori als „nicht von uns“ stigmatisiert ist und zudem vermeintlich kaum anderes tut, als „ständig neue kleine Kopftuchmädchen (zu) produzieren“, bietet da eine ideale Angriffsfläche. Weiterlesen

Kritikphobie. Eine Debatte auf Holzwegen

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann, Publizist/Stuttgart

4. Mai 2011, 18 Uhr, Alte UB, Raum 2, Bismarckstraße 37, Gießen

Eine Veranstaltung des Arbeitskreis Kritische Theorie Gießen

Die „Islam-Debatte“ ist geprägt von Essentialisierungen, die oft mehr über die Debattierenden selbst als über ihren vermeintlichen Gegenstand aussagen. Wo es um Menschen gehen sollte, wird eine Religion abwechselnd unter faktisches Kritikverbot gestellt oder zur Inkarnation des Bösen phantasiert. Anstatt Licht ins Dickicht von Religion, religiösem Fundamentalismus und Ressentiment zu bringen, werden kulturrelativistische wie kulturalistische Bedürfnislagen bedient. Antimuslimische Ressentiments grassieren zeitgleich mit Blindheit gegenüber islamistischem Wahn. Welche Holzwege sind zu verlassen, um beidem überzeugend entgegentreten zu können?