Ausgrenzung als Mittel gegen die AfD?! Ein Beispiel aus dem Fußball-Kosmos…

… und was der VfB Stuttgart daraus macht…

Vortrag und Diskussion mit Bernd Seib

Donnerstag, 17. Mai 2018, 19.30 Uhr, Stuttgart                                              Württembergischer Kunstverein, Schlossplatz 2

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Wie bekämpft man die AfD? Medien haben sich dazu entschieden, führende Vertreter der gewählten Partei in jedes Fernsehstudio einzuladen und mit dem garantierten Spektakel der Rechten Quote zu machen, flankiert von scheinbar-kritischen Alibifragen. Parteien aller Schattierungen buhlen um AfD-Wähler mit AfD-Light-Politiken. Mit den Protestwählern reden, sie überzeugen, mit Verständnis auf sie zugehen, heißt ihr Credo.

Jüngst sorgte ausgerechnet ein Fall aus dem Fußballmilieu für Aufsehen. Peter Fischer, Präsident des Bundesliga-Vereins Eintracht Frankfurt, erklärte öffentlich, „dass niemand Mitglied bei Eintracht Frankfurt sein kann, der diese Partei wählt.“ Der Verein sei laut Satzung Werten wie Toleranz und Weltoffenheit verpflichtet, die Rassismus und Homophobie vertretende AfD hätte hier keinen Platz. „Wir erwarten, dass sich jeder dieser kritischen Selbstprüfung unterzieht“, so Fischer zum Hessischen Rundfunk. Weiterlesen

Volksherrschaft versus Rechtsstaat

Die bürgerliche Gesellschaft kann sich nicht am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen. Die Gesellschaft der freien und gleichen Warenbesitzer bedarf des Staates und des Rechts. Doch ihre Krise untergräbt den Rechtsstaat. Ein neuer Faschismus droht.

von Lothar Galow-Bergemann

erschienen in Jungle World 13/2018, 29. März 2018

Der frei gewählte philippinische Präsident brüstet sich öffentlich mit Mordtaten. Die Regierungen Ungarns und Polens gehen gegen unabhängige Justiz und kritische Medien vor. Was das für die Meinungsfreiheit, für Juden und Israel heißt, demonstriert Polen mit dem Verbot, über »eigene« Mittäter am Holocaust zu reden. Die AfD will einen Journalisten, der ihr nicht passt, durch das Parlament verdammt sehen– gängige Praxis in Diktaturen. Weiterlesen

Protofaschistisch, mindestens

Nachrichten aus der Welt des „Rechtspopulismus“, notiert in nur wenigen Tagen des Februar 2018

von Bärbel Illi und Lothar Galow-Bergemann

Andre Poggenburg, AfD-Vorsitzender in Sachsen-Anhalt, bezeichnet die in Deutschland lebenden Türken als „Kümmelhändler“ und „Kameltreiber“, die hier „nichts zu suchen und nichts zu melden“ haben und „sich zu ihren Lehmhütten und Vielweibern scheren sollen“.

– Die AFD-Vorsitzenden Jörg Meuthen und Alexander Gauland sprechen sich für die Zusammenarbeit mit dem völkischen und rassistischen Verein Pegida aus.

– Der Bundestag hebt die Immunität des AfD-Abgeordneten Jens Maier auf. Grund: die Staatsanwaltschaft Dresden leitet ein Ermittlungsverfahren gegen ihn ein, auf seinem Twitter-Account wurde der Maler Noah Becker rassistisch geschmäht. Weiterlesen

Kritische Heimatkunde

von Lucius Teidelbaum

Heimat ist ein viel gebrauchter Begriff, im normalen Leben, in der Politik oder in Liedtexten. Doch was bedeutet eigentlich Heimat und sollten sich Linke positiv auf diesen Begriff beziehen?

Foto: Kreuzschnabel/Wikimedia Commons, Lizenz: artlibre

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Audio: Donald Trump und die Selbstzerlegung der herrschenden Klasse

Vortrag von Lars Quadfasel

gehalten am 22. Februar 2018 in Stuttgart

Als Donald Trump, einschwebend auf einer Rolltreppe, seine Kandidatur für das Präsidentschaftsamt erklärte, konnten die US-amerikanischen Satiriker ihre Begeisterung kaum verhehlen: Wie viel Spaß man doch mit dem Milliardärsdarsteller und wandelndem Fettnapf haben werde! Inzwischen ist Donald Trump seit gut über einem Jahr das, was viele wohl noch kaum für möglich hielten, als sie bei Spiegel Online lasen, dass Donald Trump zum Präsidenten der USA gewählt worden war. Doch nach wie vor fällt es der Kritik schwer, die Ereignisse, welche mit dem scheinbar unaufhaltsamen Aufstieg des Celebrity-Demagogen zusammenhängen, zu verstehen. Trump versprach doom and gloom für alle. Und dies setzt er auch in der Tat um: den anderen jene Hölle zu bereiten, als die man selbst die Welt empfindet. Ob in der Klima- und Migrationspolitik oder dem staatsoffiziösen Umgang mit Abtreibungen: Trumps Politik bedeutete eine Verschlechterung des Lebens für viele, auch für viele von Trumps eigenen Wählern. Weiterlesen

Audio: Weiblich, jung, rechtsextrem: Frauen in der rechten Szene

Vortrag von Prof. Dr. Esther Lehnert

gehalten am 23. November 2017 in Stuttgart

Ungeachtet der Tatsache, dass durch die Anklage von Beate Zschäpe im Rahmen des
NSU-Prozess in München das Thema rechtsextreme Frauen wieder mehr in den medialen und gesellschaftlichen Fokus gerückt ist, bleibt das Antlitz des modernen Rechtsextremismus männlich. Rechtsextremen Frauen gelingt es nach wie vor besser „unsichtbar“ zu bleiben und ihre menschenverachtende Ideologie auf eine „nettere“ Art in die Gesellschaft zu tragen. Der Vortrag von Prof. Dr. Esther Lehnert setzt sich mit modernen und/oder traditionellen Inszenierungen von Frauen in unterschiedlichen Bereichen von Rechtsextremismus und Rechtspopulismus auseinander und fragt nach weiblichen Strategien und thematisiert die besondere Gefahr, die von rechtsextremen Frauen ausgeht. Weiterlesen

Audio: Nicht „mit Rechten reden“ sondern gegen Protofaschismus polarisieren

Zur menschenfeindlichen Massenbasis von AfD und FPÖ und den Möglichkeiten menschenfreundlicher Gegenmobilisierung

Gespräch mit Lothar Galow-Bergemann

Die Redaktion 3 im Radio Freies Sender Kombinat Hamburg führte ein Interview mit Lothar Galow-Bergemann zum Thema Protofaschismus in Deutschland und Österreich, diskutiert anhand der aktuellen Wahlergebnisse aus beiden Ländern. Teilweise gesendet unter dem Titel „Österlaich – nach keiner wahl ist weiterhin keine wahl“ am 13. November 2017 im Radio Freies Sender Kombinat Hamburg (FSK) Weiterlesen

Die „AfD“ im Bundestag. Und nun?

Podiumsveranstaltung zu antifaschistischen Strategien gegen den Rechtsruck

mit:
Lothar Galow-Bergemann (Emma und Fritz)
Kritik&Praxis – radikale Linke Frankfurt (…ums Ganze!-Bündnis)
Antifaschistische Linke Münster

Freitag, 24. November 2017, 19.30 Uhr Mülheim an der Ruhr                                       AZ Mülheim, Auerstr. 51

Im September ist die „Alternative für Deutschland“(AfD), wie von vielen erwartet, mit 12% und 92 Abgeordneten in den Bundestag eingezogen. Der Einzug der Partei stellt damit den vorläufigen Höhepunkt des gesellschaftlichen Rechtsrucks der Bundesrepublik dar. Dieser Rechtsruck, der sich vorher schon durch den Anstieg rassistischer Mobilisierungen und Anschläge, zahlreicher Asylrechtsverschärfungen der Bundesregierung und einer verschärften Debatte und Gesetzeslage um die sog. „innere Sicherheit“ äußerte, ist nun um ein Element stärker geworden.
Bei der Podiumsveranstaltung wollen wir mit euch und unseren Gästen darüber sprechen, welche Ursachen den Erfolg der AfD in den letzten Jahren begünstigt und möglich gemacht haben. Wir wollen darüber sprechen, warum dieser Erfolg nicht verhindert werden konnte. Weiterlesen

Es gibt keine anti-antisemitische Rechte

Ein Tagungsband zu Antisemitismus, völkischem Nationalismus und Geschlechterbildern bei AfD und FPÖ

Buchbesprechung von Lothar Galow-Bergemann

erschienen im DIG-Magazin, Zeitschrift der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Nr. 2 2017/5778, S. 50

Das ganze Heft als pdf herunterladen

Paradoxerweise nehmen viele Menschen die antisemitische Motivation des djihadistischen Terrors kaum wahr, obwohl sie doch so offen zutage liegt. Das hat sowohl mit dem unverstandenen Antisemitismus breiter Bevölkerungskreise zu tun als auch mit der falschen Vorstellung, Kritik des Islam(ismus) sei rassistisch. Manchmal scheint es, als würden ausgerechnet Rechtspopulisten da eine Ausnahme machen. Manche Israelfreundin wähnt deswegen sogar Verbündete in ihnen. Doch wie verhält es sich wirklich? Was ist von proisraelischen Bekenntnissen einiger AfDler zu halten und gibt es womöglich heute im Unterschied zu früher so etwas wie eine anti-antisemitische Rechte? Gemeinsam untersuchten das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien und das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands diese und andere Fragen mit Blick auf die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) und die Alternative für Deutschland (AfD). Der Tagungsband ist nun erschienen und sei hiermit wärmstens empfohlen. Weiterlesen

Gegen Freiheit, Demokratie und „die da oben“: Der Kampf der Wutbürger

Wie passen (Rechts-)Populismus, politischer Protest und der Glaube an Verschwörungstheorien zusammen?

Vortrag und Diskussion mit Laura Luise Hammel

Dienstag, 10. Oktober 2017, 18:00 Uhr, Stuttgart
Gewerkschaftshaus, Raum 3, Willi-Bleicher-Str. 20

Eine Veranstaltung von ver.di-Bezirk Stuttgart

Seit Oktober 2014 gehen bei Pegida in Dresden wöchentlich Menschen gegen eine vermeintliche Medienverschwörung, die sogenannte „Lügenpresse“, auf die Straße. In Stuttgart demonstrieren bei der „Demo für alle“ in regelmäßigen Abständen besorgte Eltern gegen „Genderwahn“ und „Frühsexualisierung“. Selbsternannte „Reichsbürger“ gründen Fantasie(könig)reiche und legen durch absurde Rechtsstreits mancherorts ganze Gemeindeverwaltungen lahm, weil sie die Bundesrepublik für einen nicht rechtmäßigen Staat halten, der in Wahrheit gar nicht existiere.
Aber auch innergesellschaftlich und medial wächst die Aufmerksamkeit für Verschwörungstheorien. Im Social Media-Zeitalter scheinen sich Verschwörungstheorien heute schneller zu verbreiten als je zuvor und hierdurch immer mehr Anhängerinnen und Anhänger zu finden.
Der Vortrag gibt einen Überblick über die aktuellen populistischen Parteien und Bewegungen in der Bundesrepublik und geht der Frage nach, warum gerade in diesen Bewegungen der Glaube an Verschwörungstheorien eine zentrale Stellung einnimmt, wie Verschwörungstheorien aber auch von etablierten politischen Akteuren genutzt werden um Anhängerinnen anzusprechen und Agenda Setting zu betreiben. Weiterlesen

Video: Podiumsdiskussion „Bye-bye Westen?“

Auf der Suche nach emanzipatorischen Konzepten gegen Rassismus, Nationalismus, Islamismus und Antisemitismus.

mit Ivo Bozic (Jungle World), Stefanie Kron (Rosa-Luxenburg-Stiftung), Jörn Schulz, (Jungle World). Moderation: Lothar Galow-Bergemann (Emanzipation und Frieden)

Samstag, 22. Juli 2017 im KOMMA Kultur Esslingen

Es ist beunruhigend, wenn es schon als beruhigend gilt, dass kaum mehr als ein Drittel der Wählerinnen und Wähler eines europäischen Landes für eine rechtsextreme Präsidentschaftskandidatin stimmten. Sind bürgerliche Demokratie und kapitalistische Globalisierung Auslaufmodelle? Die Linke ist in der politischen Defensive. Wie können Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Islamismus bekämpft werden? Wir wollen über emanzipatorische Konzepte gegen Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus diskutieren, die über die Verteidigung demokratischer Standards hinausgehen. Weiterlesen

Verschwörungsglaube, Populismus und Protest

von Laura Luise Hammel

erschienen in Politikum Heft 3-2017

Sie warnen vor den Gefahren durch Chemtrails und gehen gegen die Strippenzieher der Neuen Weltordnung auf die Straße. In den letzten Jahren beobachten Experten die Entstehung einer Vielzahl von Protestbewegungen, in denen eine starke politische Entfremdung mit dem Potential für populistische Vereinnahmung und dem Glauben an Verschwörungstheorien einherzugehen scheint. Haben wir es mit einem neuen Typ von Protestbewegung in der Bundesrepublik zu tun?

Berlin an einem Sonntag im März 2017: Auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor versammeln sich einige Dutzend Menschen zur „158. Mahnwache für den ersten Weltfrieden“. Sie begehen an diesem Tag das dreijährige Jubiläum ihrer Protestbewegung, der Mahnwachen für den Frieden. Weiterlesen

Audio: Religionskritik, Diskriminierung und Emanzipation. Anmerkungen zur Islamdebatte.

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 12. Mai 2017 in Bremen

– Eine überarbeitete Version des Vortrags ist HIER zu lesen –

Wie der weltweit anschwellende Autoritarismus und das wachsende Gewicht von Religionen miteinander korrespondieren. Warum Menschen vor Diskriminierung zu schützen sind, aber die Kritik einer Religion keine Diskriminierung von Menschen ist. Wie Gläubige ihre Heiligen Schriften nach Gusto auslegen, aber warum das kein Sprechverbot über den Islam rechtfertigt. Warum viele Linke über „Köln“ nicht reden konnten und wie das mit ihrer entsorgten Religionskritik zusammenhängt. Wie eng verwandt der präfaschistische Rechtspopulismus und der Islamismus miteinander sind und warum es reaktionär ist, wahlweise den einen oder den anderen zu verharmlosen. Warum djihadistischer Terror mit dem Islam zu tun hat – und mit der kapitalistischen Moderne. Und warum Religionskritik und Kritik der politischen Ökonomie zusammenkommen müssen, um jeder Barbarei entgegentreten zu können. Weiterlesen

Demokratie oder Volksherrschaft?

Warum die Verhältnisse nicht besser werden, wenn das Ressentiment mehrheitsfähig ist.

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Dienstag, 11. Juli 2017, 20.30 Uhr, Mannheim                                                               JUZ, Käthe-Kollwitz-Str. 2-4

Eine Veranstaltung  des AK Antifa Mannheim

Versteht man „Demokratie“ lediglich im Wortsinne, nämlich als „die Herrschaft des Volkes“, so muss einem davor grausen. Schließlich hätte dann der Nationalsozialismus, der das Fühlen, Denken und Wollen einer großen Mehrheit der Deutschen repräsentierte, das Prädikat demokratisch verdient. Der leidlich funktionierende demokratische Staat aber zeichnet sich gerade dadurch aus, dass er unveräußerliche Rechte von Einzelnen und Minderheiten garantiert.
Gegen die Krise der Demokratie wird mehr „direkte Demokratie“ gefordert. Doch ob „Ausländer“ rausgeworfen, Minarettbauten verboten oder Schulreformen verhindert werden sollen – bessere Verhältnisse schafft die „Stimme des Volkes“ kaum. Solange die selbstgerechte Gemeinschaft der „ehrlich Arbeitenden und Betrogenen“ ihr Mütchen an vermeintlich „Faulen“ oder „Gierigen“ kühlen mag und Ressentiment landauf landab mit Kritik verwechselt wird, ist „dem Volk“ grundsätzlich zu misstrauen. Weiterlesen

25 Jahre Rostock-Lichtenhagen: Kontext, Dimensionen und Folgen rassistischer Gewalt

Vortrag und Diskussion mit Thomas Prenzel

Donnerstag, 6. Juli, 19.30 Uhr, Stuttgart                                                                       Geißstr. 7

In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Würtemberg und der Stiftung Geißstr.7

Die Ereignisse von Rostock-Lichtenhagen im August 1992 gelten als die massivsten rassistischen Ausschreitungen oder gar das größte Pogrom der deutschen Nachkriegsgeschichte: Tagelang wurden die Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft und eines Wohnheims für vietnamesische Vertragsarbeiter mit Steinen und Brandsätzen angegriffen, während Tausende ihrer Nachbarn Beifall klatschten. Nachdem die Polizei sich auf dem Höhepunkt der Gewalt zurückgezogen hatte, entgingen mehr als 100 Menschen in dem brennenden Haus nur knapp dem Tod in den Flammen. Der Eskalation vorausgegangen war ein anwachsender Rassismus in den Medien und der Politik. Ihr folgte nicht nur eine Welle rechter Gewalt, sondern auch die weitgehende Einschränkung des Grundrechts auf Asyl. Weiterlesen

Audio: Die Renaissance des Nationalen – reaktionär, menschenfeindlich und kriegstreiberisch

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 8. Mai 2017 in Stuttgart

 

Innerhalb weniger Jahre traten weltweit menschenfeindliche Denk- und Verhaltensweisen zutage – in einem Ausmaß, das man lange nicht für möglich gehalten hätte. Millionen lassen sich von autoritären, rassistischen, antisemitischen, sexistischen und homophoben Gefühlen leiten. Sie folgen autoritären FührerInnen und finden diese nicht zuletzt wegen ihres offenen und aggressiven Nationalismus attraktiv. Spätestens die so genannte „Flüchtlingskrise“ offenbarte, dass sich auch in Deutschland erschreckend viele nach nationaler Abschottung und geschlossenen Grenzen sehnen.

Nicht zufällig geschieht das alles vor dem Hintergrund einer globalen Krise der Kapitalverwertung, die seit 2008 nicht endet. Weltweit greifen Perspektivlosigkeit für viele Menschen und Abstiegsängste um sich. Doch die Vorstellung, man könne die Krise mit Nationalismus überwinden, gleicht dem Glauben, ein Feuer ließe sich mit Öl löschen. Der weltweit anschwellende Nationalismus löst kein einziges Problem, ganz im Gegenteil. Er verstärkt die ökonomische Krise, befördert Hass und niedere Instinkte und untergräbt Humanität und Menschenrecht. Und er erhöht die Kriegsgefahr. Weiterlesen

Kritik des Islamismus – Schwierigkeiten linker Auseinandersetzungen

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Freitag, 12. Mai 2017, 19.30 Uhr, Bremen                                                              Infoladen, St. Pauli-Str. 10-12

im Rahmen der Reihe intros. Einführungen in kritische Gesellschaftstheorie

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören. Eine überarbeitete Version ist HIER zu lesen.

Migrant_innen sind in Deutschland nicht nur dem Rassismus der Mehrheitsgesellschaft ausgesetzt. Nicht wenige von ihnen leiden auch unter weiteren patriarchalen und emanzipationsfeindlichen Ideologien und Praktiken innerhalb ihrer Communities. Dies gilt insbesondere für „den Islamismus“. Trotz ihres äußerlichen Gegensatzes verbindet Islamist_innen im Kern eine enge Seelenverwandtschaft mit Anhänger_innen rechtspopulistischer bis offen faschistischer Parteien. Sie alle teilen ein antimodernes Ressentiment, die Sehnsucht nach homogener, patriarchal- autoritärer Gemeinschaft und verschiedene Formen von Antisemitismus.
Antifaschismus steht damit vor neuen Fragen. Wie können Begriffe wie „Islamismus“, „Islamophobie“, „Islamkritik“ verstanden werden? Was macht sie jeweils problematisch? Wie sollen Antifaschist_innen islamistische Unterdrückung und Gewalt kritisieren, ohne Vorurteile und Ressentiments weiter zu befördern? Wie könnte eine humanistischen und emanzipatorischen Ansprüchen gerecht werdende Auseinandersetzung aussehen? Weiterlesen

Die Renaissance des Nationalen – reaktionär, menschenfeindlich und kriegstreiberisch

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 8. Mai 2017, 19:00 Uhr, Stuttgart
Gewerkschaftshaus, Raum 3, Willi-Bleicher-Str. 20

Eine Veranstaltung von ver.di Bezirk Stuttgart

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören.

Innerhalb weniger Jahre traten weltweit menschenfeindliche Denk- und Verhaltensweisen zutage – in einem Ausmaß, das man lange nicht für möglich gehalten hätte. Millionen lassen sich von autoritären, rassistischen, antisemitischen, sexistischen und homophoben Gefühlen leiten. Sie folgen autoritären FührerInnen und finden diese nicht zuletzt wegen ihres offenen und aggressiven Nationalismus attraktiv. Spätestens die so genannte „Flüchtlingskrise“ offenbarte, dass sich auch in Deutschland erschreckend viele nach nationaler Abschottung und geschlossenen Grenzen sehnen.

Nicht zufällig geschieht das alles vor dem Hintergrund einer globalen Krise der Kapitalverwertung, die seit 2008 nicht endet. Weltweit greifen Perspektivlosigkeit für viele Menschen und Abstiegsängste um sich. Doch die Vorstellung, man könne die Krise mit Nationalismus überwinden, gleicht dem Glauben, ein Feuer ließe sich mit Öl löschen. Der weltweit anschwellende Nationalismus löst kein einziges Problem, ganz im Gegenteil. Er verstärkt die ökonomische Krise, befördert Hass und niedere Instinkte und untergräbt Humanität und Menschenrecht. Und er erhöht die Kriegsgefahr. Weiterlesen

Audio: Die AfD und der Antisemitismus – eine neue Herausforderung?

Vortrag von Bodo Kahmann

gehalten am 23. Februar 2017 in Stuttgart  

 

Der politische Aufstieg der „Alternative für Deutschland“ (AfD) könnte den Sonderstatus des bundesdeutschen Parteiensystems in Europa, in dem es bisher keine erfolgreiche rechte Partei gegeben hat, beenden. Große Aufmerksamkeit erregten in den letzten Jahren die Annäherungs- und Vereinnahmungsversuche anderer Rechtsparteien Europas gegenüber Israel und jüdischen Organisationen; zugleich ließ sich an ihren Mobilisierungskampagnen und Wahlkämpfen beobachten, dass der Antisemitismus hinter den Themen Islam, Einwanderung und nationale Identität zurückgetreten ist. Weiterlesen