Unnützer Kapital-ismus

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Dienstag, 14. Januar 2014, 19:30 Uhr, Esslingen

HendlHouse, Marktplatz 5
Eine Veranstaltung der Esslinger Initiative gegen Stuttgart 21

Großprojekte wie Stuttgart 21 sind in der Logik der Kapitalverwertung keineswegs „unnütz“, „unsinnig“ und „zu teuer“. Es gibt sie nicht, weil Politiker unfähig, Ingenieure stümperhaft oder Spekulanten gierig wären, sondern weil alle das tun, was kapitalistisch vernünftig ist. Doch was ist das eigentlich: Kapital-Ismus? Und was heißt das für Bewegungen wie die gegen Stuttgart 21? Dem geht dieser Vortrag nach.

Viele glauben, dass „wir von gierigen Spekulanten und Politikern betrogen werden“. Doch diese Sicht geht am Kern der Dinge vorbei. Denn Krise und Zumutungen des Kapitalismus gibt es nicht, weil Politiker, Banken, Griechen oder Spekulanten „daran schuld sind“. Sie entspringen vielmehr der Logik der Kapitalverwertung. Der Glaube, man könne den „bösen Banken“ einfach das „gute Geld“ wegnehmen und es in Bildung, Soziales, Gesundheit und Umwelt investieren, übersieht die systemrelevante Funktion des fiktiven Kapitals. Ohne dieses wäre auch die „Realwirtschaft“ schon längst am Ende. Es gibt keinen Grund, sich mit den Verhältnissen abzufinden. Doch wollen Protestbewegungen nicht in Ressentiment gegen „gierige Bösewichter“ abgleiten, brauchen sie einen Begriff vom Kapital. Zudem müssen sie sich von der Vorstellung verabschieden, ein gutes Leben für alle Menschen sei nur dann machbar, wenn es auch finanzierbar ist.

Siehe dazu auch Oben bleiben. Weiter gehen.

 

 

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2 Gedanken zu „Unnützer Kapital-ismus

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