Was ist Antizionismus?

Anmerkungen zum Hass auf den Juden unter den Staaten

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts verbreitete sich unter Jüdinnen [1] , die in Europa lebten, die Idee, einen jüdischen Nationalstaat zu gründen und das Leben in der Diaspora zu beenden. Das Leben in Europa erwies sich als zunehmend unsicher und die modernen Nationalstaaten versprachen Jüdinnen alles andere als dauerhafte Sicherheit und Freiheit für Individuen ohne Ansehen ihrer Religion. In einzelnen Fällen gab es sehr wohl emanzipative Gesetzgebung und damit Hoffnung, dass im Rahmen der Durchsetzung einer Moderne, die Religion zunehmend als Privatsache ansah, die Jahrhunderte dauernde Diskriminierung und Drangsalierung von Juden zu Ende gehen würde.
Allein, es gab immer wieder fundamentale Rückschläge. Dazu kam die Gründung von Parteien  und Vereinen, deren einziges Ziel war, Jüdinnen zu bekämpfen. Es entstand eine  Pseudowissenschaft, die auch für Leute, die sich ansonsten als Liberale verstanden, „bewies“, dass „die Juden unser Unglück“ seien. In der nicht-jüdischen Bevölkerung herrschte virulente Abneigung, die jederzeit ausbrechen konnte und deren Eindämmung durch die Staatsmacht keineswegs garantiert war. Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass diese Befürchtungen begründetwaren, so muss Auschwitz als solcher gelten – die systematische Vernichtung der Jüdinnen und Juden unter den Augen der Staaten, Kirchen, Gewerkschaften und Parteien mit Hilfe der vereinten Antisemit*innen Europas und unter Führung der Deutschen.
Jüdinnen konnten sich keineswegs darauf  verlassen, dass sie die Staaten schützen würden. Deshalb entstand die Idee, im zum Osmanischen Reich gehörenden Landstrich Palästina, in dem das Judentum auch historisch präsent war, einen Staat zu gründen. Dieser sollte explizit jüdisch sein, so dass es ihm und seiner Bevölkerung unmöglich sein würde, sich in antisemitischer Raserei gegen die Jüdinnen zu richten. Eine Notlösung, aber eine notwendige: als Versicherung und Heimstatt aller Juden auf der Welt, die ihnen staatlichen und damit auch militärischen und gewaltsamen Schutz gewähren würde, sollten sie (wieder) Ziele eines Vernichtungswunsches werden.
Innerhalb des orthodoxen Judentums gibt es eine religiös begründete Ablehnung der Idee eines israelischen Staates (de.wikipedia.org/wiki/Agudat_Israel) und man kann diese Ablehnung als  „antizionistische Haltung“ bezeichnen. In dieser Flugschrift jedoch steht bösartige Feindschaft gegen den Staat Israel und seine Bewohnerinnen zur Debatte und mit dem Begriff des  „Antizionismus“ sind Ablehnung und Ressentiment gegen den Staat Israel „als Jude unter den Staaten“ gemeint.
Dass Nazis und Islamist*innen, also bekennende Judenfeinde gegen einen Staat sind, in dem Jüdinnen und Juden das Sagen haben, und der ihnen im Zweifel in den Arm fallen wird, wollten sie sich an seinen  Bürger_innen vergehen, verwundert natürlich nicht. Allerdings heften sich auch Linke oder sich als links verstehende Kreise, sogenannte Liberale und anderweitig als zur bürgerlichen Mitte Gezählte gerne den Orden des Antizionismus ans Revers und halten sich deshalb für besonders fortschrittlich und menschenfreundlich. Gegen ihre Wahrnehmung und ihr Ressentiment wendet sich diese Schrift.

“Israel ist doch ein Nationalstaat und
Nationalstaaten sind abzulehnen.”

Beliebt ist vor allem unter Linken die Behauptung, man sei ja nur gegen Israel, weil man gegen Nationalstaaten an sich sei. Auffällig selten üben diejenigen, die sich dieses Argumentes bedienen, fundamentale Kritik am Staat Uruguay oder am Staat Tuvalu, oft noch nicht einmal am Staat Deutschland. Selten suchen sie permanent das Schlechte und Böse an diesen Staaten, empören sich und ziehen anklagend deren Existenzberechtigung in Zweifel. Ihre „Kritik“ an Israel entspringt also oft gar nicht einer fundamentalen Opposition gegenüber Nationalstaaten, sondern muss verstanden werden als spezifische Feindschaft gegenüber dem Staat Israel und dem, wofür dieser Staat steht. Diese Feindschaft teilen aber letztendlich auch diejenigen, die tatsächlich Staat und Nation grundsätzlich ablehnen, aber den spezifischen Charakter Israels nicht verstehen oder nicht verstehen wollen. Denn Israel ist eben kein Staat wie jeder andere (und erfreulicherweise hängt das Land auch nicht davon ab, ob Antizionist*innen sein „Existenzrecht“ in Frage stellen bzw. es großzügig „gewähren“ möchten).
Israel ist ein jüdischer Staat – der einzige -, der allen Jüdinnen Zuflucht und Schutz bietet und als  solcher natürlich auch einen Staatsapparat hat mit Militär, Geheimdienst und allem, was  dazugehört. [2] Das ist einerseits genau der Aspekt an Israel, der Antizionist_innen zur Weißglut bringt und sie motiviert, sich immer wieder auf diesen Staat zu stürzen und ihn mit ressentimentgeladenen Anwürfen und Dämonisierungen zu bedenken. Andererseits ist es auch genau diese Eigenschaft, die Israel zu einem Staat macht, der nicht wie alle anderen ist. Israel ist die Konsequenz, die man aus der jahrtausendelangen Geschichte des Antisemitismus mit dem entsetzlichen Höhepunkt der Shoa ziehen muss, wenn man nicht entweder a) darauf hofft, dass plötzlich alle Staaten der Welt sich auflösen und alle Antisemitinnen wundersam „bekehrt“ werden, oder b) eigentlich ganz einverstanden wäre, wenn alle Jüdinnen vernichtet würden.
Der Antizionismus wendet sich gegen Israel, nicht weil es ein Staat wie jeder andere ist, sondern weil er das hasst, wofür Israel steht: eine Lebensversicherung für Jüdinnen , ein Ort, an dem sie leben können, ohne permanent befürchten zu müssen, hilflos der Gnade irgendeines Herrschers ausgeliefert zu sein. Oder einem wütenden Mob, der sich für den Retter der Menschheit hält,  weil er die Juden – die er mit allem Unglück identifiziert -, gerne zum Wohle der Menschheit vernichtet sähe. In einer Welt der Staaten und Nationen ist Zionismus der jüdische Nationalismus. Seinem Inhalt nach ist er wesentlich Notwehr gegen antisemitischen Vernichtungswahn. Wenn es je einen Staat gab, der legitim war, dann Israel. Und ausgerechnet diesen Staat wollen Antizionist*innen abschaffen.

„Ich kritisiere doch nur die Politik Israels“

Gerne schreiben sich – vor allem sich als „irgend irgendwie links“ dünkende – Antizionistinnen auf die Fahnen, sie seien doch nicht gegen die Juden oder den Staat Israel an sich, sie kritisierten doch nur die Politik und die Regierung Israels. Man muss allerdings selten warten, bis sich zu „Israels Regierung hat da eine falsche Entscheidung getroffen“ oder „Die Partei XY in Israel hätte doch besser soundso abgestimmt“ allerhand dämonisierender Quatsch gesellt: „Die Ultrarechten herrschen in Israel.“, „In Israel und den besetzten Gebieten herrscht Apartheid.“ oder „Die  Israelis müssten doch aus dem Dritten Reich gelernt haben, anstatt die Palästinenser_innen so zu behandeln, wie sie selber früher behandelt wurden.“ Behauptungen wie die ersten beiden sind faktischer Unsinn, letztere ist vor allem pathologische Projektion. Diese erlaubt es, sich allzu offenkundig den Deutschen und Deutschland zugehörig und positiv zugeneigt zu fühlen, obwohl es den Sprechenden wohl dämmert, dass das wegen der furchtbaren Taten der Großeltern- oder Urgroßelterngeneration nicht ohne Probleme ist.
Das zwanghafte Bedürfnis nach „Israelkritik“ ist schon deshalb lächerlich, weil kein Mensch ernsthaft sich etwa der Dänemarkkritik widmet. „Aber in Israel passiert doch auch was ganz Schlimmes!“ hört man es bereits daraufhin raunen. Das meinen die gleichen  Leute, denen es nicht im Traum einfallen würde, ihr Recht auf Nordkoreakritik, Ugandakritik, Iran- oder sonstiger islamistischer Terrorregimekritik einzufordern, obwohl doch, was dort „passiert“, von gänzlich anderer Qualität ist. Der Eifer beim Empören gegen Israel ist umgekehrt proportional zum Eifer, der dann an den Tag gelegt wird, wenn es um anderes geht als den Staat der Jüdinnen (Ausnahme: die USA). Die Behauptung von Antizionistinnen, doch nur die Regierung Israels “kritisieren” zu wollen, ist absurd. Sie sind Feindinnen des Staates Israel und daher Feindinnen derer, die er schützt.
Eine besonders perfide Variante der eingebildeten Verpflichtung, „Israelkritik“ pflegen zu sollen, ist diejenige, die beginnt mit „Gerade wir als Deutsche…“. Sie zieht noch aus der Täterschaft der Deutschen in der Shoa die Legitimation, den Juden Lektionen darin zu erteilen, wie sie sich zu betragen hätten. Ganz so, als sei Auschwitz eine Erziehungsanstalt gewesen, in der Jüdinnen doch bitte etwas hätten lernen sollen. Und dann auch noch ausgerechnet das, was die Kinder der Täter von damals als Lehre gezogen haben: dass Jüdinnen sich Vernichtungsversuchen nicht widersetzen dürften. Hätten Antizionistinnen ihren Willen, sollten sich die Jüdinnen gefälligst denjenigen Antisemitinnen ergeben, die das deutsche Vernichtungswerk zu Ende bringen wollen. Deshalb kritisieren Antizionistinnen Israel dort besonders vehement, wo dieser Staat das Leben seiner Bewohner schützt. Das hat mit Kritik nichts zu tun, sondern ist Ausdruck der Wut  darüber, dass es überhaupt einen jüdischen Staat gibt, der noch dazu nicht gewillt ist, sich selbst aufzulösen und seine Staatsangehörigen denjenigen anheimzugeben, die sie ins Meer treiben wollen.

„Zionazis“…

Diese infame Lüge hört man immer wieder von sich besonders schlau wähnenden  Antizionist*innen: Der Zionismus sei eine nationalistische Bewegung, als solche reaktionär und „irgendwie auch so was Ähnliches wie die Nazis“. Diesem Geraune zufolge sei der Kampf gegen Israel eine antifaschistische Heldentat.

Als „Argument“ für diesen Unsinn wird kolportiert, die Jüdinnen hätten mit den Nazis gemeinsame Sache gemacht , um möglichst viele Jüdinnendazu zu bringen, einen Staat Israel zu befürworten und ins britische Mandatsgebiet Palästina auszuwandern. Dieses Narrativ liest sich wie eine Fortsetzungsgeschichte der „Protokolle der Weisen von Zion“, deren Inhalt sich bei Antizionist*innen und anderen Antisemit*innen weiterhin großer Beliebtheit erfreut: Die Wahnvorstellung, dass Jüdinnen und Juden ohne Skrupel alles und jeden auf der Welt für ihre Zwecke benutzen und sogar am Judenmord selbst teilnähmen, um illegitime Ziele zu erreichen. Einen spezifischen Vorteil bringt diese Mär für vor allem deutsche Antizionist*innen: Wenn „die Juden“ irgendwie selbst die Fäden in der Hand gehabt hätten, wären Oma und Opa fein raus.

… und „Apartheid“

Die Behauptung, in Israel herrsche Apartheid, ist nicht minder abstrus, aber verbreiteter und bedient auf ähnliche Weise ein antizionistisches Bedürfnis, die Israelis mit „irgendetwas Bösem“ anzuwerfen. Alleine: die Tatsache, dass säkuläre und liberale Jüdinnen maßgeblich am Aufbau  Israels beteiligt waren, sollte Leute, die Israel zwanghaft in den dunkelsten Farben malen müssen, eigentlich stutzig machen. Wenn doch angeblich der Zionismus so reaktionär sei, wieso tragen ihn dann zu großen Teilen moderne, aufgeklärte Menschen, die ja auch  herrschaftsmindernde und progressive Lebensformen praktizierten (s. z. B. Kibbuzim)? Wieso ist Israel auch heute noch eines der liberalsten und freiesten Länder der Region und vielleicht sogar der Welt, wo Menschen jüdischer und nicht-jüdischer Herkunft ohne Angst leben können (abgesehen natürlich von der Bedrohung durch antisemitische Mordbanden wie Hamas oder Hisbollah) und vom Staat beschützt werden vor jenen, die ihnen an Leib und Leben schaden wollen?
Die Tatsache, dass es in der israelischen Gesellschaft reaktionäre Kräfte gab und gibt, ist ungefähr so interessant wie die, dass es das in jeder pluralistischen Gesellschaft gibt. Die Rede von der Übermacht oder sogar „Diktatur“ religiöser Fanatiker in Israel ist keine akkurate Beschreibung, sondern Ausdruck des fantastischen Wunsches, etwas in Israel projektiv abzuladen, was dort zwar nicht ist, aber der Feindschaft gegen Israel den Anstrich der Legitimität geben soll.

Wer im übrigen Apartheid im Nahen Osten beobachten will, sollte sich tunlichst im von der Hamas beherrschten Gaza-Streifen, im Westjordanland, in den von der Hisbollah kontrollierten Teilen des Libanon, in Syrien, Saudiarabien und anderswo umsehen. Dort genießen selbst diejenigen Palästinenser*innen, denen ein vermeintliches „Rückkehrrecht“ nach Israel nachgesagt wird (obwohl fast alle von ihnen dort, wohin sie „zurückkehren“ sollen, nie gewesen sind), die die „richtige“ Religion haben und die sich ergeben den herrschenden Unterdrückungsstrukturen unterordnen, wesentlich weniger Rechte und Freiheit als in Israel. Nirgendwo leben sie freier und besser als in Israel, wo sie sämtliche Bürgerrechte haben.

Antizionismus gibt vor, eine moralisch integre, menschenfreundliche Opposition gegen einen Staat zu sein, der böse sei. Ausgerechnet gegen den jüdischen Staat, der am ehesten in der Lage ist, einen weiteren Versuch der Vernichtung der Juden abzuwehren. Denn das ist geschehen und kann wieder geschehen. Ein einziger verlorener Krieg für Israel bedeutet, dass es das Land und seine Bewohner*innen nicht mehr geben wird. Nur wer blind ist gegenüber dem weltweit grassierenden Antisemitismus oder ihn selbst teilt, vermag das nicht zu sehen. Der antisemitische Gehalt des Antizionismus wird immer offensichtlicher. Im Sommer 2014 gab es zum ersten mal nach 1945 Massendemonstrationen in Deutschland, auf denen „Tod den Juden!“ gebrüllt wurde. Organisiert von Islamisten, Nazis und – Linken.

Was Antizionisten nicht wahrhaben wollen: Tatsachen zu Israel

Antizionismus ist – auch darin dem Antisemitismus ganz ähnlich – eine wahnhafte Wahrnehmung der Wirklichkeit, die mit traumwandlerischer Sicherheit Fakten ausblendet. Aus Platzgründen seien hier nur einige wenige davon genannt.
Es gab noch nie einen Staat Palästina, Israel hat kein „fremdes Staatsgebiet“ besetzt. In dem Gebiet leben seit 4000 Jahren Jüdinnen. Die arabische Ansiedlung begann im 7. Jhdt. Bis zum Ersten Weltkrieg stand der Landstrich unter osmanischer Herrschaft. Er war auch in der Neuzeit nie ausschließlich arabisch besiedelt. Bereits 1847 war die Bevölkerungsmehrheit in Jerusalem jüdisch. Während der ersten größeren jüdischen Einwanderung 1882 lebten weniger als 250000 Araber_innen in Palästina, die sich großteils ebenfalls erst vor wenigen Jahrzehnten angesiedelt hatten. Wer vor hundert Jahren von „Palästinensern“ sprach, meinte damit die jüdischen Einwohner des Landstrichs Palästina. Ein Selbstverständnis der arabischen Bevölkerung in Westbank und Gazastreifen als „Palästinenser“ hat sich erst in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts herausgebildet. Nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches wurde der Landstrich 1917 vom Völkerbund als „Mandatsgebiet Palästina“ an Großbritannien übertragen. Es umfasste das heutige Jordanien, Israel und die Palästinensergebiete. Großbritannien verspracher jüdischen und der arabischen Bevölkerung jeweils einen eigenen Staat.. 1923 machte es das Versprechen an die Araber wahr: das arabische Emirat Transjordanien (heute Jordanien) wurde vom Mandatsgebiet abgetrennt. Seit über 90 Jahren sind also 78% Palästinas in arabischer Hand. Der Streit seit 1948 dreht sich folglich nur noch um die restlichen 22%.
Zusätzlich könnte es schon seit 1948 einen weiteren Staat geben und es ist nicht die Schuld Israels, dass es diesen palästinensischen Staat nicht gibt. 1947 beschloss die UNO, die verbliebenen 22% des ehemaligen Mandatsgebiets in einen jüdischen und einen arabischen Staat aufzuteilen. Statt die Gelegenheit zu nutzen, fielen 1948 die Armeen von fünf arabischen Staaten über Israel her, mit dem Ziel, es auszulöschen. Bis 1967 standen Westbank und Gazastreifen unter jordanischer bzw. ägyptischer Herrschaft. Die Gelegenheit zur Gründung eines palästinensischen Staates wurde erneut nicht genutzt. 2000 bot Israel an, einen palästinensischen Staat mit Gaza, 96% der Westbank und Ostjerusalem als Hauptstadt zu gründen. PLO-Chef Arafat verweigerte dies und erhob stattdessen die unerfüllbare Forderung nach einem „Rückkehrrecht aller Flüchtlinge“, wohl wissend, dass dies Israel als jüdischen Staat abschaffen würde.
Das Flüchtlingsproblem wird von arabischer Seite künstlich am Leben gehalten. Infolge des Krieges von 1948 gab es ca. 700 000 palästinensische Flüchtlinge. Diese Menschen hatten ein schweres Schicksal. Doch ihre arabischen „Bruderstaaten“ (außer Jordanien) verweigern ihnen und ihren Nachkommen bis heute jede Integration und reden von 4,5 Millionen Flüchtlingen. Dieses mathematische Wunder funktioniert nach der Methode Sudetendeutsche  Landsmannschaft: sämtliche Kinder und Kindeskinder der 1948 Geflohenen werden einfach dazu gezählt. Übrigens gab es auch ungefähr 700000 jüdische Flüchtlinge, die Ende der 40er/Anfang der 50er Jahre aufgrund antisemitischer Pogrome und Regierungsdrucks aus den arabischen Ländern fliehen mussten. Warum hört man heute nichts mehr von ihnen? Weil sie in Israel integriert wurden.
Der mörderische Antisemitismus ist aktuell und bedroht Israel in seiner Existenz. Die Herrscher des Iran verkünden öffentlich, dass sie Israel vernichten wollen und wollen sich zu diesem Zweck Atomwaffen verschaffen. In den Israel (7 Mio. Ew.) umgebenden islamisch geprägten Gesellschaften (über 1 Mrd. Ew.) ist der Antisemitismus stark verbreitet. Leugnung des Holocaust, Hitler in den Bestsellerlisten, übelste antisemitische Fernsehprogramme (á la „Juden schlachten Kinder“) gehören zum Alltag. Hamas, Hisbollah, Islamischer Djihad und andere Terrorbanden wollen nicht etwa einen palästinensischen Staat neben Israel errichten, sondern Israel zerstören.

[1] Wir verwenden bewusst mehrere geschlechtliche Formen. Gemeint sind immer alle Geschlechter. Siehe dazu auch Gendern? 

[2] … und deren Verhalten mitunter auch kritikwürdig ist und im bürgerlich-demokratischen Rechtsstaat Israel auch ohne Gefahr für Freiheit, Leib und Leben kritisiert werden darf.

Literatur und Links

  • Initiative Sozialistisches Forum. Furchtbare Antisemiten, ehrbare Antizionisten. Über Israel und die linksdeutsche Ideologie . Ça ira Verlag, Freiburg, 2002, ISBN 3-924627-08-8.
  • Tilman Tarach, Der ewige Sündenbock. Heiliger Krieg, die „Protokolle der Weisen von Zion“ und die Verlogenheit der sogenannten Linken im Nahostkonflikt, 2009, ISBN 978-3-9813486-0-6     .
  • Yaacov Lozowick, Israels Existenzkampf. Eine moralische Rechtfertigung seiner Kriege, 2006, ISBN 3-89458-237-5     .
  • Alan M. Dershowitz, Plädoyer für Israel. Warum die Anklagen gegen Israel aus Vorurteilen bestehen, 2005, ISBN 3-203-76026-6.
  • Jean Améry, Der ehrbare Antisemitismus. Die Barrikade vereint mit dem Spießer-Stammtisch gegen den Staat der Juden, Die Zeit, 25.7.1969
  • Matthias Küntzel, Djihad und Judenhass. Über den neuen antisemitischen Krieg. Ça ira Verlag, Freiburg, 2002, ISBN: 3-924627-06-1

 

Siehe zum Thema auch die Flugschriften:

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Eine Flugschrift von Emanzipation und Frieden. Antikapitalismus 2.0
2. überarbeitete Auflage Dezember 2015

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Lesen Sie die Flugschrift hier im Lay out: Was ist Antizionismus?

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