Klarstellung zu diversen Falschmeldungen über die Solidaritätsversammlung „Wir unterstützen Israel!“ am 15.07. 2014 in Stuttgart

Klarstellung zu diversen Falschmeldungen über die Solidaritätsversammlung „Wir unterstützen Israel!“ am 15.07. 2014 in Stuttgart

Alle Verlinkungen in diesem Text geschehen alleine aus Gründen der Dokumentation.

1.

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft AG Stuttgart&Mittlerer Neckar , die Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs, der Denkendorfer Kreis für christlich-jüdische Begegnung e.V. und WIZO Stuttgart (Womens International Zionist Organisation) haben für den 15.07.14 zu einer Solidaritätsversammlung „Wir unterstützen Israel!“ auf dem Stuttgarter Schlossplatz aufgerufen. Mit über 300 Teilnehmer_innen war dies die größte israelsolidarische Kundgebung seit Jahren in Stuttgart 🙂

Wie nicht anders zu erwarten, hat diese Veranstaltung bereits im Vorfeld den Hass des gesamten antisemitischen Lagers und seiner verschiedenen Fraktionen auf sich gezogen. Ganz im Stile psychologischer Kriegsführung wurden und werden im Netz unwahre und verleumderische Behauptungen über sie verbreitet 🙁

2.

Auf einer ekelhaften rassistischen Seite erschien vor einigen Tagen der Eintrag: „Die Deutsch-Israelische Gesellschaft und ihr Not, Leute für ihre Pro-Israel-Kundgebung zu finden“ Darin wird wahrheitswidrig behauptet, die DIG habe diese Rassisten und Rechtspopulisten gebeten, zur Israel-Kundgebung zu kommen. Darüber hinaus wird in übelster und ehrabschneidender Weise gegen Menschen gehetzt, insbesondere gegen die Stuttgarter DIG-Vorsitzende. Es ist nicht zum ersten Mal, dass diese Seite und ihre nicht minder eklige „große Schwester“ auf diese Art gegen die DIG Stuttgart hetzen. Betroffene haben bereits rechtliche Schritte gegen sie unternommen, die jedoch leider im Sande verliefen, weil sich für beide Seiten kein Verantwortlicher juristisch dingfest machen ließ. Scrollt man hier herunter bis zur Überschrift: „Pro Israel-Demo geplant“ liest man zu der Stuttgarter Kundgebung u.a.: „Zu den Veranstaltern ist anzumerken, dass diese sich in der Vergangenheit stets darum bemüht sahen, im Islam generell keine Gefahr zu sehen. Der Denkendorfer Kreis und die übrigen Veranstalter ernten durch ihre toleranzbesoffene Haltung gegenüber dem Islam die Früchte, in Form der jetzt deutschlandweit abgehaltenen Hass-Demos gegen Israel. In zahlreichen “Dialogveranstaltungen” glänzten eben diese Veranstalter der angekündigten “Pro-Israel-Demo” durch Blindheit gegenüber den Gefahren, die sie jetzt zu überrollen drohen.““

Unter den hasserfüllten Einträgen und Kommentaren ist über die DIG Stuttgart auch zu lesen: „Die sind uns schon oft in den Rücken gefallen!“ Hintergrund ist die jahrelange klare Distanzierung der DIG Stuttgart&Mittlerer Neckar von Rechtspopulisten und Rassisten, die mit ihren Bemühungen, im Vorstand der DIG Fuß zu fassen, kläglich gescheitert sind. Siehe dazu z.B. „Stuttgart: Deutsch-Israelische Gesellschaft distanziert sich von rechtspopulistischer Demonstration“ Pressemitteilung vom 31.05.11 : „Rechtspopulistische Kräfte wollen in Stuttgart ein so genanntes “islamkritisches Wochenende” veranstalten und planen in diesem Rahmen … eine so genannte “Salute Israel Day Parade“… Wir weisen vorsorglich darauf hin, dass die Deutsch-Israelische Gesellschaft nichts mit dieser Veranstaltung zu tun hat und auch ausdrücklich nicht dazu aufruft. Israel tut sehr viel für Religionsfreiheit und Gleichberechtigung der Muslime im eigenen Land. Die Stuttgarter DIG-Vorsitzende Bärbel Illi: “Wir sind für interreligiösen Dialog und das friedliche Zusammenleben aller Menschen unterschiedlicher Herkunft. Hass auf Muslime verträgt sich ebenso wenig mit Freundschaft zu Israel wie mit der Aufgabe, Christenverfolgung in arabischen Staaten zu stoppen.”“ Siehe auch den Eintrag vom 4. Januar 2012 auf der FB-Seite der DIG Stuttgart  „Gegen die von uns nie geduldete Seite „Politically Incorrect“ wird wegen Volksverhetzung ermittelt. Wir sehen uns in unserer Kritik bestätigt.“ Seither wurde erfolgreich verhindert, dass sich Rassisten und Rechtspopulisten in Stuttgart öffentlich als „Israelfreunde“ aufspielen können.

Über die vermeintliche „Israelsolidarität“ von „PI News“ und Konsorten herrscht immer wieder Verwirrung. Aber nur ein sehr oberflächlicher Blick kann zu diesem Schluss kommen. In Wahrheit sind sie antisemitisch. Ihre Position läuft in der Konsequenz auf die Zerstörung des jüdischen Staates hinaus. Denn Israel ist ihnen nichts anderes als billiges Kanonenfutter, das sie in ihrem fanatischen Kampf gegen „die Muslime“ und „den Islam“ verheizt sehen wollen.

Wie ein Blick auf deren Kommentarspalten zeigt, gab es unter ihnen auch Leute, die trotz allem Hass gegen die Veranstalter auf die Kundgebung kommen wollten. Bei einer breit gestreuten Einladung zu einer öffentlichen Kundgebung lässt es sich freilich nie ganz vermeiden, dass auch ungebetene Gäste erscheinen. So ist ein Fall bekannt geworden, wo ein Vorstandsmitglied der DIG während der Veranstaltung „gebeten“ wurde, einen Bericht über die Versammlung für „PI News“ zu schreiben. Dem „Bittsteller“ wurde daraufhin in der notwendigen und angemessenen Schärfe geantwortet, woraufhin er sich aus dem Staub machte. Dass sich einige dieser Typen trotzdem auf der Kundgebung herumdrückten und voller Frust waren, zeigt der Eintrag „Gestern bei der link-linken Pro-Israel u. Pro-Palästina Kundgebung“. Wiederum, wie nicht anders zu erwarten, voller Hass und Hetze. Die Frustration dieser Leute über den Verlauf der Kundgebung ist deutlich herauszulesen.

3.

Wenig verwunderlich haben auch linksreaktionäre Kreise ihre Problem mit dieser Kundgebung und verbreiten ebenso hasserfüllte Lügen. Wir geben hier einen mittlerweile gelöschten Eintrag auf linksunten.indymedia wieder:

„Pro-Israelische Querfront-Kundgebung in Stuttgart

Created by: international. Created on: 16.07.2014 – 14:23. Happened on: Wednesday, 16. July 2014. (unmoderated) Comments: 7

VertreterInnen der zionistischen Gruppe Emanzipation und Frieden, Reutlinger und Tübinger Antideutsche Antifas, rechte Linkspartei-Mitglieder, linke StudentInnen und VertreterInnen der deutsch-israelischen Gemeinschaft Stuttgarts versammelten sich gestern gemeinsam mit einem Pulk von PI-News-AktivistInnen am Stuttgarter Schlossplatz, um ihre Sympathien für das israelischen Apardheidsregime und sein menschenverachtenden Bombenkrieg gegen die palästinensische Zivilbevölkerung zum Ausdruck zu bringen.

Hand in Hand wurde die Hymne des israelischen Staates gesungen und es wurden keinerlei Anstalten gemacht, die VertreterInnen der rechtspopulistischen, islamophoben und antikommunistischen PI-News von der Veranstaltung zu entfernen. Auch das Schwenken von israelischen und US-amerikanischen Fahnen wurde von den sich als antifaschistisch verstehenden TeilnehmerInnen geduldet. Einige Stuttgarter AntifaschistInnen versuchten am Rande der Veranstaltung diese Manifestation des Militarismus und Nationalismus zu stören und wurden von TeilnehmerInnen der zionistischen Kundgebung verbal angegriffen. PI-News warb auf ihrer Website für die Veranstaltung.

Aufruf auf Website der DIG Stuttgart: http://www.dig-stuttgart.net/

Werbung für die Kundgebung auf Website von PI-News: http://www.pi-news.net/2014/07/stuttgart-unbeteiligte-fliehen-vor-muslimen-bei-anti-israel-demo-in-umliegende-haeuser/“

4.

Angesichts des oben Gesagten erweisen sich diese Anwürfe als ebenso lächerlich wie durchsichtig. Wir lassen sie deswegen unkommentiert. Sie geschehen nach der Methode „Haltet den Dieb!“ Denn tatsächlich haben auf der vermeintlich palästinenserfreundlichen Gegendemo am 15.7. Stalinisten, Linksreaktionäre und Islamisten gemeinsame Sache gemacht und ihrem antisemitischen Hass auf den jüdischen Staat und seine Unterstützer_innen freien Lauf gelassen. Von „Viva Palästina“, über „Israel Kindermörder“ und „Juden Hurensöhne“ bis hin zum Schlachtruf „Jetzt werden die Juden gefickt“ reichten die Parolen dieser ach so fortschrittlichen Friedensfreunde. Während und insbesondere nach der Kundgebung drohten sie vielen Teilnehmer_innen offen mit Gewalt. Die antisemitische Querfront formiert sich auch in Stuttgart.

Schlussfolgerung:

Israelsolidarität hat sich mit dem ganzen antisemitischen Spektrum, seinen verschiedenen Fraktionen und deren Zusammenspiel auseinanderzusetzen: Islamisten, Nazis, Stalinisten, Linksreaktionäre, Rassisten, Rechtspopulisten. Es gilt, sich nicht irre machen zu lassen, einen klaren Kopf zu bewahren und sich nicht provozieren zu lassen.

Solidarität mit Israel – Jetzt erst recht!

 

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