Dandysozialismus: Oscar Wildes Ästhetik der befreiten Gesellschaft

Online Vortrag und Diskussion mit der Ideologiekritischen Gruppe »Flying Fortress« Heidelberg

Donnerstag, 2. Juli 2020, 19.30 Uhr

Eine gemeinsame Veranstaltung von Laboratorium Stuttgart und Emanzipation und Frieden

[Zugangsdaten folgen in Kürze]

Unter hässlichen gesellschaftlichen Verhältnissen nimmt die linke Gegnerschaft dazu häufig genug ähnlich hässliche Formen an und bleibt damit wesentlich mehr schlicht Produkt dieser Verhältnisse, als ihr lieb sein sollte. Zwischen Vergötterung produktiver Arbeit, autoritärer Safe-Space Vereinigungen und anderer Zumutungen verliert sich eine Perspektive auf die befreite Gesellschaft, die ihre zentrale Bestimmung sein könnte: Die Schönheit freier Menschen. Diese Möglichkeit beschrieb Oscar Wilde, vom Feuilleton geliebter Dramatiker, 1891 in einem utopischen Essay mit dem Titel “The Soul of Man under Socialism”. Abgesehen von wenigen Ausnahmen erfuhr und erfährt diese Schrift wenig Aufmerksamkeit in linken Kreisen.

Der Vortrag wird Wildes Text vorstellen (eine vorherige Lektüre ist also nicht unbedingt erforderlich) und will die Diskussion eröffnen, inwiefern eine Rezeption des Texts im Besonderen und utopische Vorstellungen im Allgemeinen für eine emanzipatorische Linke, die ihren Namen verdient, wünschenswert und unter welchen Bedingungen jene
Vorstellungen nach Auschwitz überhaupt haltbar sind.

Falls sich jemand vorher den Text schon anschauen möchte, ist das in der englischen Originalfassung oder in der deutschen Übersetzung von 1904 möglich:

Den Abend gestaltet die Ideologiekritische Gruppe »Flying Fortress«, die sich als Versuch der Intervention gegen die herrschenden postnazistischen Zustände in Heidelberg und dem Rest der Republik versteht.