Klassenkampf: Zaubermittel gegen Faschismus?

Nachhaltige Antworten auf die autoritäre Welle müssen anders aussehen

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Sonntag, 13. September 2026, 18.00 Uhr, Leipzig

Eine Veranstaltung im Atari

Klassenkampf muss sein. Aber höherer Lohn macht nicht antirassistisch, bezahlbarer Wohnraum nicht feministisch und ein Kindergartenplatz nicht kritisch gegen Verschwörungsdenken. Arbeiter*innen sind nicht von Autoritären und Faschisten „verführt“, sie haben ihren eigenen Kopf. Können sie ihre Arbeitskraft nicht verkaufen, ist ihr Lebensunterhalt gefährdet. Dieser Zwang ist eine Brutstätte des Autoritarismus. Zumal in Krisenzeiten. „Wer setzt sich durch – ich oder du, wir oder sie?“ Die rechte Welle entspringt der menschenfeindlichen kapitalistischen Ellenbogenkonkurrenz. Nur Kämpfe, die die Fesseln des Interesses von Arbeitskraftverkäufer*innen sprengen, können antikapitalistisch, antipatriarchal und antifaschistisch sein. „Klassenidentität“ hilft da nicht weiter.

Weiterlesen

Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres in der Linken und antifaschistische Essentials heute

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Samstag, 12. September 2026, 18.30 Uhr, Roßwein

Jugendhaus Roßwein

Eine Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe Die Verhältnisse zum Tanzen bringen

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Autoritarismus, Mackertum und die Herrschaft von Menschen über andere Menschen.

Weiterlesen

“Nie wieder!” heißt auch: Aus linken Fehlern lernen

Essentials eines erfolgreicheren Antifaschismus

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Freitag, 11. September 2026, 19.00 Uhr, Chemnitz

Chemnitztalstraße 54, 09114 Chemnitz

Eine Veranstaltung von AJZ Chemnitz

Jahrzehntelang hat man sich in Deutschland damit gebrüstet, wie viel man aus der Geschichte gelernt habe. Doch wäre der Nationalsozialismus wirklich aufgearbeitet, gäbe es den Aufstieg der AfD nicht. Das offizielle „Nie wieder!“ vermag weniger denn je den braunen Dreck zu kaschieren, der über Generationen hinweg an Stamm- und Küchentischen weitergegeben wurde und heute wieder in großen Teilen der Gesellschaft kursiert. Menschenfeindliches, rassistisches und antisemitisches Denken und Handeln erfasst zunehmend auch die selbstgefällige „Mitte der Gesellschaft“, die sich „fern von allen Extremen“ wähnt. Nie seit 1945 war die autoritär-faschistische Gefahr so groß wie heute.

Doch auch in der Linken sind Nationalsozialismus und Antisemitismus oft immer noch nicht verstanden. Die Behauptung „das Volk wurde damals von den Nazis verführt“ traut den Menschen nicht zu, handelnde Subjekte zu sein. Das ist kompatibel mit der Überzeugung, man selbst sei zur „Führung der Arbeiterklasse“ berufen. Autoritarismus gibt es auch von Links. Besonders ausgeprägt erscheint er derzeit in dogmatischen „roten Gruppen“, die sich offen auf Führergestalten wie Lenin, Stalin und Mao berufen. Ganz so, als ob deren blutige Rezepte, die Millionen Menschenleben auf dem Gewissen haben, nicht längst desaströs gescheitert seien. Schon die „revolutionären“ Parolen der alten KPD blamierten sich 1933 auf dramatische Weise. Waren die K-Gruppen der 70er Jahre nur noch deren billiger Abklatsch, so sind ihre heutigen Wiedergänger nichts als der Abklatsch vom Abklatsch des Gescheiterten.

Weiterlesen

Klassenkampf: Zaubermittel gegen Faschismus?

Nachhaltige Antworten auf die autoritäre Welle müssen anders aussehen

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Samstag, 5. September 2026, 15.00 Uhr, Buchholz in der Nordheide

Antifaschistische Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh

Klassenkampf muss sein. Aber höherer Lohn macht nicht antirassistisch, bezahlbarer Wohnraum nicht feministisch und ein Kindergartenplatz nicht kritisch gegen Verschwörungsdenken. Arbeiter*innen sind nicht von Autoritären und Faschisten „verführt“, sie haben ihren eigenen Kopf. Können sie ihre Arbeitskraft nicht verkaufen, ist ihr Lebensunterhalt gefährdet. Dieser Zwang ist eine Brutstätte des Autoritarismus. Zumal in Krisenzeiten. „Wer setzt sich durch – ich oder du, wir oder sie?“ Die rechte Welle entspringt der menschenfeindlichen kapitalistischen Ellenbogenkonkurrenz. Nur Kämpfe, die die Fesseln des Interesses von Arbeitskraftverkäufer*innen sprengen, können antikapitalistisch, antipatriarchal und antifaschistisch sein. „Klassenidentität“ hilft da nicht weiter.

Weiterlesen

Mehr arbeiten für weniger Wohlstand

Über die Zumutungen „unserer Wirtschaft“

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 30. Juli 2026, 19.00 Uhr, Brühl (Rheinland)

Mensa der Clemens-August-Schule, Clemens-August-Straße 33, 50321 Brühl

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gesellschaft für Kritische Bildung, Emanzipation und Frieden und Krisis-Kritik der Warengesellschaft

Kein Tag, an dem wir nicht aufgefordert werden, mehr zu arbeiten: „Habt mehr Bock auf Arbeit, Leistung, Wachstum, Wettbewerb“. Aber schon jetzt leiden immer mehr Menschen unter dem Arbeitsdruck und wünschen sich dringend, weniger zu arbeiten. Stattdessen müssen sie sich anhören, sie würden „zu viel krankmachen“.

Angeblich sollen wir mit mehr Arbeit „unseren Wohlstand sichern.“ Aber trotz jahrzehntelangen Wirtschaftswachstums wird Wohnen unbezahlbar, steigen Lebenshaltungskosten, wächst Armut. Soziales, Bildung und Gesundheit sind „zu teuer“. Klimaschutz wird sowieso vernachlässigt.

Dass es den Jüngeren einmal schlechter gehen wird, ist ein offenes Geheimnis. Viele fragen sich: Soll das mein Leben sein? Ständig im Stress, Minirente mit 75 und das war’s dann? Ein merkwürdiger „Wohlstand“. Wer hat darauf schon Bock?

Weiterlesen

Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres in der Linken und antifaschistische Essentials heute

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 29. Juli 2026, 19.00 Uhr, Wiesbaden

Kreativfabrik, Murnaustr.2

Eine Veranstaltung von Ki:Wi Kritische Intervention Wiesbaden

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

Weiterlesen

Die Leiden des Branchenprimus

Deutschlands größter Immobilien­konzern Vonovia hat sich hoch verschuldet

von Minh Schredle

Die Investoren sind missvergnügt. »Der Kurs der Aktie ist alles andere als erfreulich«, sagte Marc Tüngler, der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, bei der Hauptversammlung des Immobilienunternehmens Vonovia am 21. Mai. Im Vergleich zum Höchststand von 2020 ist der Kurs der Aktie um beinahe 60 Prozent eingebrochen, der Verlust gegenüber dem Vorjahr liegt bei rund 18 Prozent. Zugleich hat das größte deutsche Wohnungsunternehmen dem Manager-Magazin zufolge knapp 39 Milliarden Euro an Schulden angehäuft.

Vor diesem Hintergrund bezeichnete Hendrik Schmidt von der Fondsgesellschaft DWS die Abschiedsvergütung für den früheren Vorstandsvorsitzenden von Vonovia als »übermäßig großzügig«. Nach zwölf Jahren schied Rolf Buch zum Jahresende 2025 vorzeitig aus. Außer einer Abfindung in Höhe von 5,8 Millionen Euro bewilligte ihm der Aufsichtsrat ein Aktienpaket und eine sogenannte Karenzzahlung, für deren Erhalt sich Buch verpflichtete, in den folgenden zwölf Monaten nicht bei der Konkurrenz anzuheuern. Das Handelsblatt schätzte, dass insgesamt mehr als 15 Millionen Euro für Buch zusammenkommen könnten.

Weiterlesen

Autoritäre Versuchungen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Samstag, 11. Juli 2026, 15.30 bis 17.00 Uhr, Bad Berleburg

Bürgerhaus, Am Marktplatz 1

Eine Veranstaltung der Initiative Demokratie und Menschlichkeit Wittgenstein

Klima, Krieg, Inflation, Sorge um die wirtschaftliche Existenz und sozialen Abstieg… Vieles beunruhigt. Einfache Antworten gibt es nicht. Aber manchen erscheinen sie verlockend. Autoritäre Politikkonzepte werden attraktiver. Freiheit wird mit Ellenbogenegoismus verwechselt. Die Suche nach „den Schuldigen“ vermischt sich mit der Sehnsucht nach dem „starken Mann“. Krisenzeiten waren selten gut für die Demokratie. Wie können wir die Gesellschaft angesichts großer ökologischer und sozialer Herausforderungen krisenresistenter gestalten und auf einen guten Weg kommen?

Rechtswidrige Mieterhöhungen – Kreativ à la Vonovia

von Minh Schredle

Irgendjemand wird schon drauf reinfallen: Vonovia erfindet Gründe für Mietaufschläge, die vor Gericht zwar nicht standhalten. Aber man muss sich wehren: Wer sich im Unwissen darauf einlässt, mehr zu zahlen, zieht die Arschkarte.

Die Vonovia hält sich für eine großartige Vermieterin – zumindest wenn sie tatsächlich glaubt, was sie schreibt. Das Wohnungsunternehmen verstehe sich als „Teil der Gesellschaft“, heißt es über das eigene Geschäftsverständnis. „Deshalb pflegen wir unsere Gebäude“, man übernehme „Verantwortung für sicheres, gutes und bezahlbares Wohnen“, rücke „Mieterinnen und Mieter und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt“. Mit denen „kommunizieren wir auf Augenhöhe“, man behandle sie „fair und gleichberechtigt“, kümmere sich „um ihre Sorgen, Nöte und Wünsche“ und, das steht da wirklich, „wir fördern das Miteinander“.

Vielleicht hat sich jemand in der Marketingabteilung einen subversiven Scherz erlaubt und dem Auftraggeber eine Satire untergejubelt? Oder ist auf einer grundsätzlichen Ebene etwas durcheinander geraten? Eigentlich müsste da so etwas stehen wie: „Wir lassen unsere Gebäude verkommen, bis wir überteuert modernisieren können, wollen Wohnen immer teurer machen und rücken die Bedürfnisse unserer Aktionäre in den Mittelpunkt.“ Kaum ein deutsches Unternehmen tut so viel für die Spaltung der Gesellschaft und verwandelt dabei Wünsche in Sorgen und Nöte.

Weiterlesen

Rojava

Geschichte, Gegenwart und Zukunft einer kurdischen Autonomie

Vortrag und Diskussion mit Dastan Jasim

Donnerstag, 25. Juni 2026, 19.30 Uhr, Stuttgart

Laboratorium, Wagenburgstraße 147

14 Jahre ist es her, dass Rojava (kurdisch für Westen) sich entwickelte und schliesslich zur Autonomie erklärte – und dieser Weg war lang. Einerseits ist es keineswegs einfach gewesen, basisdemokratische und feministische Ideen in einem Land durchzusetzen, das in seiner Geschichte nur Diktatur und Unterdrückung kannte. Andererseits sah sich Rojava direkt zu Beginn eines existenziellen Kampfes gegen den Islamismus gegenüber, sowohl in Form des IS als auch in Form der Türkei und ihrer islamistischen Schergen bis hin zur aktuellen jihadistischen Technokratie, die von der internationalen Gemeinschaft toleriert und oft unterstützt Fakten schafft, in denen Kurden seit Jahren für Gleichberechtigung, Frauenbefreiung und ein neues BIld von einer Gesellschaft kämpfen. In diesem Vortrag beleuchtet Dastan Jasim die Geschichte dieser Region, die Chronologie der Autonomie Rojava sowie die aktuelle Lage.

Weiterlesen

Radikale Arbeitszeitverkürzung gegen Rechts

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 8. Juni 2026, 20.30 Uhr, Stuttgart

Theater Rampe, Filderstrasse 47, Stuttgart

Eine Veranstaltung der Montage-Gruppe

Wir sollen „mehr Bock“ haben auf „Arbeit, Leistung, Wachstum und Wettbewerb“, um „unseren Wohlstand zu sichern“. Doch was für ein „Wohlstand“ soll das sein? Schuften ohne Ende? Für noch mehr Autos? Noch mehr Plastik im Meer? Noch mehr CO2? Noch höhere Finanzgebirge? Ständiger Stress, kaum Zeit für’s Leben? Sich dann auch noch anhören müssen, wir würden „zu viel krankmachen“? Und am Ende Minirente mit 75? Wer hat darauf schon Bock?

„Wirtschaftswachstum“ ist der moderne Gott, dem wir alle dienen müssen. Wir arbeiten für eine Megamaschine, die unendlich Geld anhäuft und Mensch und Natur ihrem Diktat unterwirft. Die Klimakrise ist ihr ebenso geschuldet wie die wachsende Kluft zwischen Reich und Arm, Vernachlässigung von Gesundheit, Bildung und Sozialem, unbezahlbare Wohnungen und Renten.

Computer und Roboter könnten uns viel Arbeit abnehmen. Aber wir sollen immer mehr arbeiten, weil die Megamaschine Konkurrenz statt Kooperation von uns verlangt. Niemand vertritt dieses Prinzip brutaler als Autoritäre und Faschisten. Die Rechtsentwicklung fällt nicht vom Himmel, sie erwächst aus der Ellenbogenlogik „unserer Wirtschaft“.

Kampf gegen Rechts kann erfolgreich sein, wenn er sich mit dem Wunsch von immer mehr Menschen nach wesentlich mehr Zeit für ein erfülltes und sinnvolles Leben verbündet. Kämpfe um radikale Arbeitszeitverkürzung und gesellschaftliche Selbstorganisation sind der Schlüssel für humanes und naturverträgliches Wirtschaften. Gewerkschaften können eine zentrale Rolle dabei spielen, wenn sie ihr großes Potential als Massenorganisationen der Fachkräfte für den stofflichen Umbau erkennen und mobilisieren.

Weiterlesen

Sozialdarwinistische Zustände

Tödliche Gewalt gegen wohnungslose Menschen

Vortrag und Diskussion mit Merle Stöver

Dienstag, 2. Juni 2026, 19.30 Uhr, Stuttgart

Altes Feuerwehrhaus Süd, Möhringer Str.56

Jedes Jahr werden wohnungs- und insbsondere obdachlose Menschen Opfer tödlicher Gewalt. Doch obwohl in zahlreichen Fällen die rechten Tatmotivationen auf der Hand liegen, bleiben eine politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Taten und ein Erinnern an die Opfer meist aus. Die Marginalisierung, die wohnungslose Menschen in allen Lebensbereichen erfahren, setzt sich auch nach ihrem Tod fort.

Der Vortrag wirft einen Blick auf die langen Kontinuitäten sozialdarwinistischer Verfolgung und Gewalt, beleuchtet einerseits Gewalterfahrungen von wohnungslosen Menschen und dikutiert andererseits Motive und Motivationen sozialdarwinistischer Gewalt.

Weiterlesen

Radikale Arbeitszeitverkürzung: Für ein besseres Leben – Gegen Rechts

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Samstag, 16. Mai 2026, 14.00 Uhr, Gorleben

Beluga-Dreieck

Eine Veranstaltung im Rahmen des MSNT – Das solidarische Festival im Wendland während der Kulturellen Landpartie

Wir sollen „mehr Bock“ haben auf „Arbeit, Leistung, Wachstum und Wettbewerb“, um „unseren Wohlstand zu sichern“. Doch was für ein „Wohlstand“ soll das sein? Schuften ohne Ende? Für noch mehr Autos? Noch mehr Plastik im Meer? Noch mehr CO2? Noch höhere Finanzgebirge? Ständiger Stress, kaum Zeit für’s Leben? Sich dann auch noch anhören müssen, wir würden „zu viel krankmachen“? Und am Ende Minirente mit 75? Wer hat darauf schon Bock?

„Wirtschaftswachstum“ ist der moderne Gott, dem wir alle dienen müssen. Wir arbeiten für eine Megamaschine, die unendlich Geld anhäuft und Mensch und Natur ihrem Diktat unterwirft. Die Klimakrise ist ihr ebenso geschuldet wie die wachsende Kluft zwischen Reich und Arm, Vernachlässigung von Gesundheit, Bildung und Sozialem, unbezahlbare Wohnungen und Renten.

Computer und Roboter könnten uns viel Arbeit abnehmen. Aber wir sollen immer mehr arbeiten, weil die Megamaschine Konkurrenz statt Kooperation von uns verlangt. Niemand vertritt dieses Prinzip brutaler als Autoritäre und Faschisten. Die Rechtsentwicklung fällt nicht vom Himmel, sie erwächst aus der Ellenbogenlogik „unserer Wirtschaft“.

Kampf gegen Rechts kann erfolgreich sein, wenn er sich mit dem Wunsch von immer mehr Menschen nach wesentlich mehr Zeit für ein erfülltes und sinnvolles Leben verbündet. Kämpfe um radikale Arbeitszeitverkürzung und gesellschaftliche Selbstorganisation sind der Schlüssel für humanes und naturverträgliches Wirtschaften. Gewerkschaften können eine zentrale Rolle dabei spielen, wenn sie ihr großes Potential als Massenorganisationen der Fachkräfte für den stofflichen Umbau erkennen und mobilisieren.

Weiterlesen

Audio: Nach dem Scheitern von Realsozialismus und Kapitalismus – Demokratische Wirtschaftsplanung

Für ein Gutes Leben für alle in Planetaren Grenzen

Vortrag von Walther Zeug

gehalten am 15. Januar 2026

Was können wir aus dem historischen Scheitern des Realsozialismus und der sich gegenwärtig zuspitzenden Krisendynamik des Kapitalismus lernen für die Möglichkeiten einer postkapitalistische Ökonomie?
Aufbauend auf klassischen und aktuellen Debatten zur Wirtschaftsplanung sowie auf neuen Erkenntnissen und Methoden aus den Systemwissenschaften, haben Jakob Heyer und Walther Zeug ein ökonomisches Modell entwickelt: Cybernetic Democratic Economic Planning (CDEP) – eine kybernetische, demokratische Form der Wirtschaftsplanung, die ein gutes Leben für alle innerhalb der planetaren Grenzen ermöglichen soll.
CDEP ist dabei ein Werkzeug, mit dem wir demokratisch, gerecht, effizient und effektiv darüber entscheiden könnten, welche und wie viele Ressourcen wir mit welchen Technologien und Produktionssystemen zur Befriedigung welcher gesellschaftlicher Bedürfnisse einsetzen können und wollen.

Weiterlesen

Sympathie für einen jungen autoritären Linken

von Lothar Galow-Bergemann

Ein junger Linker betritt ein großes Zelt. Die SDAJ hat eingeladen. Proppenvoll. Sicher fünfhundert Leute. Kurze Reden. Laute Musik. Transparente gegen Vietnamkrieg, Lehrlingsausbeutung, alte Nazis, Berufsverbote. Und dann der Sänger. Setzt sich auf den Stuhl ziemlich vorne auf der Bühne, Gitarre überm Knie. Es kämen jetzt ein paar notwendige Takte zu den so genannten undogmatischen Linken. Also ihr, mit eurem So- oder So- oder Sozialismus – was macht ihr denn eigentlich wirklich? Ich meine, was kommt denn dabei raus? Ihr produziert Papier. Aber schaut, da drüben steht die DDR. Ja, sie hat ein paar Kratzer. Aber da steht sie. Und sie wird gehasst. Wer hasst die DDR? Die alten Nazis hassen die DDR, die Bildzeitung hasst die DDR, die Vietnamkriegsbefürworter hassen die DDR, die, die euch als Faulenzer und langhaarige Gammler beschimpfen, hassen die DDR. So schlecht kann die DDR nicht sein.

Bald ist der junge Linke in der DKP. Halbe Sachen sind sein Ding nicht. Täglich sieht und erlebt er so viel Unmenschliches, Ungerechtes, Empörendes. Im Kampf für eine bessere Welt wird er zum Leninisten. Bald auch zum Parteisoldaten, der sich selbst so versteht. Keine halben Sachen. Voller Einsatz. Rund um die Uhr. Der Klassenkampf ist hart, da muss man besser organisiert sein als der Gegner. Und eine Revolution ist gewiß das autoritärste Ding, das es gibt. Sagt er nicht immer laut. Aber weiß er. Von Engels. Und ist ja irgendwie auch logisch. Und dass die Arbeiterklasse die richtige Führung braucht, damit sie ihre Interessen auch wirklich erkennt, weiß er auch. Von Lenin.

Weiterlesen

Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres in der Linken und antifaschistische Essentials heute

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Dienstag, 21. April 2026, 19.30 Uhr, Berlin

Bajszel, Emser Str. 8/9, Kirsten-Heisig-Platz, Berlin-NK

Eine Veranstaltung von TKA – Theorie, Kritik & Aktion und Bajszel

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

Weiterlesen

Audio: Wie lässt sich ein neuer Faschismus verhindern?

Aliki Schäfer und Andreas Vogel im Gespräch mit Lothar Galow-Bergemann

Ein radikaler Rechtsruck hat Europa und Deutschland erfasst: Rassistische und antisemitische Hetze im Internet und anderswo scheinen mittlerweile schon zu unserem Alltag zu gehören. Deportationspläne für Flüchtlinge und Migranten sind vorbereitet. Umfragewerte und Wahlergebnisse rechtspopulistischer Parteien gehen durch die Decke. Was heißt Antifaschismus 2026, wie können wir uns gegen eine Politik der Unmenschlichkeit wehren und der autoritären Welle mit Aussicht auf Erfolg entgegentreten?

Auszug aus der „Cosmic Radio Show – Thema: Antifaschismus“, eine Rundfunksendung des BSV im Freien Radio für Stuttgart vor Publikum am 17. Januar 2026 im Theater Rampe, Stuttgart

Weiterlesen

Warum kann die Politik die Krise nicht stoppen?

oder: Was ist eigentlich Kapitalismus?

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Freitag, 5. Juni 2026, 14 Uhr, Waldenbuch

Waldjugendzeltplatz Jungviehweide in 71111 Waldenbuch

Eine Veranstaltung der NAJU Baden-Württemberg im Rahmen des Aufstand 2026

Regierungen werden immer schlechter bewertet. Politiker*innen und Parteien genießen immer weniger Ansehen. Sind „die da oben“ alle unfähig, bösartig und korrupt? Das glauben viele. Aber die Krise gibt es nicht etwa, weil sich Politiker*innen „falsch“ verhielten, sondern weil sie „richtig“ handeln. Richtig im Sinne der Logik „unserer Wirtschaft“.

Warum nimmt Armut zu? Warum wird Wohnen unbezahlbar? Warum steigen die Lebenshaltungskosten? Warum sind Soziales, Bildung und Gesundheit „zu teuer“? Warum wird Klimaschutz vernachlässigt? Warum sollen wir „mehr Bock auf Arbeit“ haben? Und das für eine Minirente mit 75? Warum ist es ein offenes Geheimnis, dass es den Jüngeren einmal schlechter gehen wird?

Weiterlesen

Audio: Die dreizehnte Fee. Für Kinder sorgen in der befreiten Gesellschaft

Vortrag von Heide Lutosch

gehalten am 19. März 2026

Selbst Menschen, die sich für eine demokratische Planwirtschaft als Alternative zum Kapitalismus einsetzen, werden etwas zögerlich, wenn sie mit der Forderung konfrontiert werden, Sorgearbeit, auch die Betreuung von Kindern, konsequent zu entprivatisieren. Das hat einerseits etwas mit einer weit verbreiteten unkritischen Haltung gegenüber der Kernfamilie zu tun, sowie mit einer Verharmlosung des Leids, das durch sie verursacht wird. Andererseits haben historische Versuche, Kindheit zu kollektivieren, die Grundbedürfnisse von Kindern tatsächlich oft sträflich ignoriert, vor allem die Tatsache, dass sie sowohl körperlich als auch emotional enge sowie dauerhafte und verlässliche Bindungen zu ihren unmittelbaren Bezugspersonen aufbauen können müssen. Der Vortrag schlägt ein Modell alternativer Elternschaft für die befreite Gesellschaft vor und plädiert dafür, den Bereich der sozialen Reproduktion in den Mittelpunkt der Planungsdebatte zu stellen.

Weiterlesen