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Du bist nicht allein
Du hast das Gefühl, dass du viel zu viel arbeitest und viel zu wenig Zeit zum Leben übrig bleibt? Du bist wütend, wenn du jeden Tag lesen und hören musst, dass du „zu viel krankmachst“? Und dass du noch mehr arbeiten sollst?
Du fragst dich, wofür du eigentlich arbeitest. Vielleicht für immer noch mehr Autos, immer noch mehr Plastik im Meer? Immer noch mehr Zeugs, damit immer noch mehr gekauft wird? Du zweifelst am Sinn deiner Arbeit?
Du arbeitest im Gesundheitswesen, im Bildungswesen oder im sozialen Bereich? Du kommst kaum noch hinterher, weil der Arbeitsdruck immer größer wird, weil du viel zu wenig Kolleg*innen hast?
Du wirst das Gefühl nicht los, dass du mit 80 noch keine Rente bekommen wirst, von der du leben kannst?
Du bist nicht allein. Millionen Menschen geht es wie dir.
Seit Jahrzehnten wird die Automatisierung immer besser. Sie könnte uns viel Arbeit abnehmen. Warum sollen wir dann nicht weniger, sondern mehr arbeiten?
Seit Jahrzehnten wächst die Wirtschaft. Mal mehr, mal weniger, aber der Kuchen wurde unterm Strich immer größer. Warum geht es dann nicht allen besser, sondern vielen schlechter?
Warum müssen „wir alle“ sparen? Warum heißt „Reform“, dass schon wieder etwas schlechter wird? Warum sind Kindergärten, Altenpflege, Krankenhäuser, Schulen und soziale Einrichtungen „zu teuer“? Warum wird Klimaschutz vernachlässigt? Warum rutschen immer mehr Menschen in die Armutsfalle? Warum können immer mehr kaum noch ihre Wohnung bezahlen?
Du sollst mehr arbeiten für weniger Wohlstand. Du fragst dich, wie verrückt das alles ist?
Du bist nicht allein. Millionen Menschen geht es wie dir.
Weniger arbeiten: Trau dich
Du bist kein Millionär und kannst nicht einfach aufhören zu arbeiten. Aber viele arbeiten trotzdem schon weniger. Machen z.B. nur noch „Dienst nach Vorschrift“. Haben sich innerlich von ihrem Job verabschiedet. Machen öfter mal blau. Haben keinen Bock auf Karriere.
Überstunden ohne Ende, unbedingt Chef werden und dann Herzinfarkt mit 50? Viele finden das nicht attraktiv und reduzieren ihre Arbeitszeit soweit es geht. Kaum jemand, der die 4-Tagewoche schon erlebt hat, will wieder zurück. Wenn Gewerkschaften Tarifverträge mit Wahlmöglichkeit abschließen, entscheiden sich die meisten für mehr Zeit statt für mehr Geld. Nicht alle können das. Aber immer mehr probieren es.
Jede Stunde, die du weniger arbeiten musst, verschafft dir mehr Freiheit. Mehr Spielräume. Für dich, deine Familie, dein Leben.
Aber viele verdienen so wenig, dass sie sich das nicht leisten können. Manche brauchen zwei und drei Jobs, um sich und ihre Familie über Wasser zu halten. Und auch für die anderen werden Mieten und Lebensunterhalt nicht billiger. Im Gegenteil.
Kleine Schritte sind gut. Und größere Schritte sind nötig.
Die Megamaschine steht dir im Weg
Unsere Wirtschaft kann nicht aufhören zu wachsen. Sonst brechen Gewinne, Arbeitsplätze und Steuereinnahmen ein. Die ganze Gesellschaft gerät in die Krise. Und du mittendrin. Wirtschaftswachstum ist eine Art Gott, dem wir alle dienen müssen.
Aber wir können ja gar nicht darüber entscheiden, was wirklich wachsen soll und was nicht wachsen soll. Ausschlaggebend für unsere Wirtschaft ist, dass aus Geld immer mehr Geld wird. Aktienkurse sind wichtiger als das Leben künftiger Generationen. Wir hängen von einer Wirtschaft ab, die ihrerseits von aufgeblähten Finanzblasen abhängt. Und die können jederzeit platzen.
Das Prinzip dieser Wirtschaft heißt Konkurrenz statt Kooperation. Wer setzt sich durch? Ich oder du? Wir oder sie? Ellenbogenegoismus. „Die Verlierer haben halt Pech.“ Aber es gibt immer mehr Verlierer. Und du gehörst vielleicht auch schon dazu. Sicheres Leben = Sicherer Arbeitsplatz? Für viele stimmt die Gleichung nicht mehr.
Überall ist Krise: Die Erde erwärmt sich unaufhörlich, die Ozeane werden vermüllt. Hunger und Armut wachsen, selbst in den reicheren Weltregionen. Pandemien häufen sich. Kriege und Kriegsgefahr rücken bedrohlich näher. Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht.
Viele spüren es: Wir werden an die Wand fahren, wenn wir so weiter machen. Die Megamaschine, die aus Geld immer mehr Geld macht und dabei so viel Unheil anrichtet, muss aus unserem Leben verschwinden.
Selbstorganisation: Wir können auch anders
Wir haben keine Zeit mehr für all das Schädliche und Unnütze, mit dem wir in Fabriken und Büros unsere Zeit vergeuden. Wir brauchen radikale Arbeitszeitverkürzung, damit wir uns Sinnvollem und Nützlichem widmen können. Wenn z.B. weniger Autos gebaut werden, dann ist es nur logisch, dass wir auch weniger arbeiten.
Aber wenn wir weniger Geld haben, wovon sollen wir dann leben? Viele fangen an, ihr Leben anders zu organisieren. Interessieren sich dafür, was andere können, lernen voneinander, helfen sich untereinander, vernetzen sich. Organisieren den gemeinsamen Gebrauch von Dingen, tauschen statt kaufen. Bilden Fahrgemeinschaften und Nachbarschaftshilfen, gründen Wohnprojekte und selbstverwaltete Betriebe ohne Chefs. Entwickeln nicht nur freie Software, sondern auch freie Hardware, stellen einander kostenlos Hightech zur Verfügung und entwickeln sie gemeinsam weiter.
Sie machen die Erfahrung, wie viel Kraft, wie viel Ideen in der Bevölkerung stecken. Sie spüren, dass wir auch ganz anders wirtschaften können.
Nicht Konkurrenz statt Kooperation, sondern Kooperation statt Konkurrenz.
Würden z.B. Wohnungsbau- und Energiekonzerne vergesellschaftet und demokratisch kontrolliert, bräuchten wir viel weniger Geld fürs Wohnen. Und wer soll die Gebäude und Kraftwerke betreiben? Millionen Menschen wissen genau, wie man sinnvoll und nachhaltig produziert, vernünftig verwaltet, gut pflegt, menschen- und umweltverträglich wirtschaftet. In unseren Köpfen steckt ein riesiger Reichtum. Wir können viel mehr als wir uns zutrauen.
Und nein – Vergesellschaftung ist nicht Verstaatlichung. Schaut man sich z.B. das Konzept der Berliner Initiative „Deutsche Wohnen&Co enteignen“ an, springt der Unterschied ins Auge.
Wir sind die Fachleute für den Umbau
Praxishandbuch Selbstverwaltung
Zeitung für Selbstorganisation
Verbund Kooperatives Wirtschaften
Radikale Arbeitszeitverkürzung
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Eine Flugschrift von Emanzipation und Frieden. Antikapitalismus 2.0 — Oktober 2026
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Lesen Sie die Flugschrift hier im Lay out: Weniger arbeiten – Besser leben
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