„Tell China’s Story Well“

Ziele und Strategien von Pekings medialer Einflussnahme

Vortrag und Diskussion mit Vivien Chang

Donnerstag, 12. November 2026, 19.30 Uhr, Stuttgart

Laboratorium, Wagenburgstraße 147

Eine Veranstaltung von Laboratorium e.V. und Emanzipation & Frieden e.V.

Unter dem Leitmotiv „Tell China’s Story Well“ verfolgt Peking seit Jahren das Ziel, weltweit ein positives Bild der Volksrepublik unter Führung der Kommunistischen Partei zu etablieren. Menschenrechtsverletzungen und andere kritische Themen sollen aus der öffentlichen Wahrnehmung gedrängt oder umgedeutet werden.

Seit Xi Jinpings Machtantritt im Jahr 2012 haben die Behörden Zensur und Repression gegenüber Medienschaffenden in China massiv verschärft. Wie nie zuvor steuert der Parteistaat, welche Geschichten und Bilder aus dem Land nach außen gelangen.

Gleichzeitig versucht Peking auch jenseits seiner Grenzen, zu beeinflussen, wie über die Volksrepublik gesprochen wird. Dabei setzen der Parteistaat und sein Propagandaapparat auf unterschiedliche Formen der direkten und indirekten medialen Einflussnahme.

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Weniger Arbeiten – Besser Leben

Hervorgehoben

Sticker bestellen: Mail an bestellungen[at]emanzipationundfrieden[dot]de

Du bist nicht allein

Du hast das Gefühl, dass du viel zu viel arbeitest und viel zu wenig Zeit zum Leben übrig bleibt? Du bist wütend, wenn du jeden Tag lesen und hören musst, dass du „zu viel krankmachst“? Und dass du noch mehr arbeiten sollst?

Du fragst dich, wofür du eigentlich arbeitest. Vielleicht für immer noch mehr Autos, immer noch mehr Plastik im Meer? Immer noch mehr Zeugs, damit immer noch mehr gekauft wird? Du zweifelst am Sinn deiner Arbeit?

Du arbeitest im Gesundheitswesen, im Bildungswesen oder im sozialen Bereich? Du kommst kaum noch hinterher, weil der Arbeitsdruck immer größer wird, weil du viel zu wenig Kolleg*innen hast?

Du wirst das Gefühl nicht los, dass du mit 80 noch keine Rente bekommen wirst, von der du leben kannst?

Du bist nicht allein. Millionen Menschen geht es wie dir.

Seit Jahrzehnten wird die Automatisierung immer besser. Sie könnte uns viel Arbeit abnehmen. Warum sollen wir dann nicht weniger, sondern mehr arbeiten?

Seit Jahrzehnten wächst die Wirtschaft. Mal mehr, mal weniger, aber der Kuchen wurde unterm Strich immer größer. Warum geht es dann nicht allen besser, sondern vielen schlechter?

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„Raum für die Freiheit“

Hannah Arendts Plädoyer für Rätesysteme

von Thomas Tews


Die am 14. Oktober vor 120 Jahren geborene jüdische Philosophin und Publizistin Hannah Arendt stand rein repräsentativen Demokratien kritisch gegenüber und plädierte stattdessen für Formen direkter Demokratie wie Rätesysteme.

In ihrem Buch »Über die Revolution« beschreibt die politische Theoretikerin Hannah Arendt, wie in den Revolutionen des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts Räte bzw. Sowjets auftauchten, die aber nicht die ihres Erachtens verdiente Beachtung fanden:

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Bildschirmzeit als Symptom

Die Gefährdung durch Social-Media-Nutzung hat gesellschaftliche Ursachen

von Tom Thümmler

Das Unbehagen an exzessiver Social-Media-Nutzung von Jugendlichen und den sich dabei zeigenden destruktiven Verhaltensweisen ist berechtigt. Aber ein Social-Media-Verbot für Jugendliche würde nur Symptome bekämpfen, nicht die gesellschaftlichen Ursachen dieser Phänomene.

Heranwachsende sollten vor den Auswirkungen sozialer Medien geschützt werden – dieser Ansicht sind nicht nur viele Eltern, sondern auch immer mehr Regierungen und Parlamente. Einer EU-weiten Umfrage im Auftrag der EU-Kommission zufolge nutzen 13- bis 18jährige an Wochentagen durchschnittlich 4,5 Stunden ihr Smartphone, am Wochenende sogar 6,1 Stunden täglich. Allerdings sind nur 29 Prozent von ihnen der Meinung, dass sich das negativ auf ihr Leben auswirke. Bei ihren Eltern sind es 51 Prozent. Es ist dennoch die erwachsene Generation, die die Diskussion hauptsächlich führt.

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Die Alarmierten

Was Verschwörungstheorien anrichten

Buchvorstellung und Diskussion mit Michael Butter

Dienstag, 27. Oktober 2026, 19.00 bis 20.30 Uhr, Stuttgart

Hospitalhof, Büchsenstr. 33

Je komplexer unsere Welt wird, desto mehr scheinen Menschen für Verschwörungstheorien empfänglich. Michael Butter, einer der renommiertesten Experten zu diesem Thema, präsentiert die Ergebnisse seiner jahrelangen Forschung. Inklusion und Teilhabe, so Butter, stellen den wirksamsten Schutz gegen Hetze und Unwahrheiten dar. Und so groß die Gefahr auch ist: Eine freie und demokratische Gesellschaft darf sich nicht von der Angst vor Verschwörungstheorien beherrschen lassen und in Alarmismus verfallen.

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Offene Türen

30 Jahre Freies Radio für Stuttgart

von Minh Schredle

Was anderswo keinen Platz hat, mag beim Freien Radio für Stuttgart einen Weg ins Programm finden: Seit 30 Jahren bereichert der Sender mit unkonventionellen Formaten die demokratische Stimmenvielfalt.

Jetzt mal unter Kolleg:innen: Kontext ist fast neidisch. Das Ziel der Redaktion, einmal in der „Tagesschau“ zitiert zu werden, ist bislang unerfüllt. (Die Website zählt nicht, es muss die Sendung sein.) Das Freie Radio für Stuttgart (FRS) konnte diesen Punkt schon vor weit über einem Jahrzehnt abhaken: als am 22. Oktober 2012 der „Stotterfunk“ vorgestellt wurde. Laut Selbstverständnis will das Format zeigen, dass man Stottern nicht verstecken muss, sondern damit sogar live im Radio moderieren kann: „Mit unseren Informationen wollen wir die Angst vor dem Stottern nehmen, bei allen Betroffenen wie auch bei den nicht stotternden Gesprächspartnern. Dazu gibt es Musik von Panflöte über Pop bis Punk.“

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Vernachlässigte Religionskritik, uneingestandene Religiosität

Beobachtungen zum Thema Linke und Religion

Interview mit Lothar Galow-Bergemann

von TKA Theorie, Kritik & Aktion | Berlin

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Was sind deine eigenen Berührungspunkte mit Religionskritik unter Linken?

Ich „genoß“ in meiner Kindheit eine streng christliche und autoritäre Erziehung. Mein eigenes „Linkswerden“ war stark von der Marx’schen Religionskritik geprägt. Links sein ohne Religionskritik geht für mich bis heute nicht. Zur Kenntnis nehmen muss ich allerdings, dass es Menschen gibt, die das anders sehen. Sie verstehen sich als links und als religiös. Ich hatte in verschiedenen praktisch-politischen Zusammenhängen auch immer wieder mal mit solchen Menschen zu tun und mich sehr gut mit ihnen verstanden. Doch bei aller persönlichen Wertschätzung bleibt für mich eine gewisse Schwierigkeit: Ich kann nicht wirklich begreifen, wie das für sie zusammengeht. Irgendetwas, das nicht-emanzipatorisch, autoritär, auf Selbstunterwerfung ausgerichtet ist, muss es doch auch in Linken geben, solange sie noch an „Gott“ glauben. Diese Spannung zwischen persönlicher Wertschätzung und intellektueller Kritik habe ich auszuhalten gelernt. Ich glaube, das ist auch ganz zentral für jedes emanzipatorische Konzept. Religionskritik muss sein. Aber die Freiheit der Religionsausübung für ihre Anhänger*innen auch. Vermeintlich „Linke“ haben in dieser Hinsicht bekanntlich schon viel Übles angerichtet, auch schlimme Verbrechen begangen, das zeigt die Geschichte des „Realsozialismus“. Emanzipation ist nicht zu verordnen. Da kommt das Gegenteil bei raus.

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Klassenkampf: Zaubermittel gegen Faschismus?

Nachhaltige Antworten auf die autoritäre Welle müssen anders aussehen

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Sonntag, 13. September 2026, 18.00 Uhr, Leipzig

Eine Veranstaltung im Atari

Klassenkampf muss sein. Aber höherer Lohn macht nicht antirassistisch, bezahlbarer Wohnraum nicht feministisch und ein Kindergartenplatz nicht kritisch gegen Verschwörungsdenken. Arbeiter*innen sind nicht von Autoritären und Faschisten „verführt“, sie haben ihren eigenen Kopf. Können sie ihre Arbeitskraft nicht verkaufen, ist ihr Lebensunterhalt gefährdet. Dieser Zwang ist eine Brutstätte des Autoritarismus. Zumal in Krisenzeiten. „Wer setzt sich durch – ich oder du, wir oder sie?“ Die rechte Welle entspringt der menschenfeindlichen kapitalistischen Ellenbogenkonkurrenz. Nur Kämpfe, die die Fesseln des Interesses von Arbeitskraftverkäufer*innen sprengen, können antikapitalistisch, antipatriarchal und antifaschistisch sein. „Klassenidentität“ hilft da nicht weiter.

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“Nie wieder!” heißt auch: Aus linken Fehlern lernen

Essentials eines erfolgreicheren Antifaschismus

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Freitag, 11. September 2026, 19.00 Uhr, Chemnitz

Chemnitztalstraße 54, 09114 Chemnitz

Eine Veranstaltung von AJZ Chemnitz

Jahrzehntelang hat man sich in Deutschland damit gebrüstet, wie viel man aus der Geschichte gelernt habe. Doch wäre der Nationalsozialismus wirklich aufgearbeitet, gäbe es den Aufstieg der AfD nicht. Das offizielle „Nie wieder!“ vermag weniger denn je den braunen Dreck zu kaschieren, der über Generationen hinweg an Stamm- und Küchentischen weitergegeben wurde und heute wieder in großen Teilen der Gesellschaft kursiert. Menschenfeindliches, rassistisches und antisemitisches Denken und Handeln erfasst zunehmend auch die selbstgefällige „Mitte der Gesellschaft“, die sich „fern von allen Extremen“ wähnt. Nie seit 1945 war die autoritär-faschistische Gefahr so groß wie heute.

Doch auch in der Linken sind Nationalsozialismus und Antisemitismus oft immer noch nicht verstanden. Die Behauptung „das Volk wurde damals von den Nazis verführt“ traut den Menschen nicht zu, handelnde Subjekte zu sein. Das ist kompatibel mit der Überzeugung, man selbst sei zur „Führung der Arbeiterklasse“ berufen. Autoritarismus gibt es auch von Links. Besonders ausgeprägt erscheint er derzeit in dogmatischen „roten Gruppen“, die sich offen auf Führergestalten wie Lenin, Stalin und Mao berufen. Ganz so, als ob deren blutige Rezepte, die Millionen Menschenleben auf dem Gewissen haben, nicht längst desaströs gescheitert seien. Schon die „revolutionären“ Parolen der alten KPD blamierten sich 1933 auf dramatische Weise. Waren die K-Gruppen der 70er Jahre nur noch deren billiger Abklatsch, so sind ihre heutigen Wiedergänger nichts als der Abklatsch vom Abklatsch des Gescheiterten.

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Klassenkampf: Zaubermittel gegen Faschismus?

Nachhaltige Antworten auf die autoritäre Welle müssen anders aussehen

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Samstag, 5. September 2026, 15.00 Uhr, Buchholz in der Nordheide

Antifaschistische Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh

Klassenkampf muss sein. Aber höherer Lohn macht nicht antirassistisch, bezahlbarer Wohnraum nicht feministisch und ein Kindergartenplatz nicht kritisch gegen Verschwörungsdenken. Arbeiter*innen sind nicht von Autoritären und Faschisten „verführt“, sie haben ihren eigenen Kopf. Können sie ihre Arbeitskraft nicht verkaufen, ist ihr Lebensunterhalt gefährdet. Dieser Zwang ist eine Brutstätte des Autoritarismus. Zumal in Krisenzeiten. „Wer setzt sich durch – ich oder du, wir oder sie?“ Die rechte Welle entspringt der menschenfeindlichen kapitalistischen Ellenbogenkonkurrenz. Nur Kämpfe, die die Fesseln des Interesses von Arbeitskraftverkäufer*innen sprengen, können antikapitalistisch, antipatriarchal und antifaschistisch sein. „Klassenidentität“ hilft da nicht weiter.

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Palantir bei EnBW und Polizei: Demokratie ausgebootet

von Minh Schredle

Die Schweiz wollte die Palantir-Software Foundry nicht mal für umsonst, die EnBW nutzt sie seit Jahren. Aufsichtsrat und Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) übt Kritik – dabei hat die Landesregierung selbst ohne Rücksprache mit dem Parlament Palantir-Software für die Polizei eingekauft.

Zu viele Köche verderben den Brei – frei nach diesem Motto scheint manch ein Vertragsabschluss mit dem US-amerikanischen Software- und Überwachungsunternehmen Palantir abzulaufen. So hat Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz (Grüne) offenbar erst kürzlich durch einen Bericht in der „Stuttgarter Zeitung“ (StZ) erfahren, dass das Energieunternehmen EnBW schon seit 2019 zum Kundenkreis des hochumstrittenen Konzerns gehört. Die EnBW-Aktien befinden sich zu 98 Prozent in öffentlicher Hand, Minister Bayaz sitzt im Aufsichtsrat. Doch dieses Kontrollgremium war nach Darstellung der StZ gar nicht in die Entscheidungsfindung einbezogen: Laut einem EnBW-Sprecher sei lediglich der „vom Aufsichtsrat etablierte Digitalisierungsausschuss“ unterrichtet worden. Dabei handelt es sich um ein beratendes Gremium, das nichts entscheiden darf.

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Leise Verschiebungen

Eine Fotoausstellung über „Unordnung“

von Minh Schredle

Wenn Ordnung das halbe Leben ist, ist Unordnung die andere Hälfte. Im Württembergischen Kunstverein in Stuttgart nähert sich eine Fotoausstellung den vielen Facetten des Chaos: von wankenden Ökosystemen über verfälschte Erinnerungen bis zu unaufgeräumten Schreibtischen.

Auch in der Kontext-Redaktion prahlten zwei Mitarbeiter mit dem Chaos auf ihren Schreibtischen. Doch Joachim E. Röttgers zeigte sich unbeeindruckt. Der Fotografenmeister lichtet gerne Menschen in ihrer natürlichen Umgebung ab, also an ihrem Arbeitsplatz. In vielen Großraumbüros ist das Nomadentum eingezogen, niemand hat mehr einen festen Platz, die Wirkungsstätte des Tages muss zum Feierabend so hinterlassen werden, dass keine Rückschlüsse möglich sind, wer hier am Werkeln war – keine Pflanzen, keine Bilder, nichts Persönliches, englischer Rasen als Unternehmenskultur, weil hier die Gärtner das Unkraut einhegen.

Aber es gibt sie noch, die Orte, wo das Leben sprießen darf. Wo einsturzgefährdete Papiertürme tollkühn der Schwerkraft trotzen und überlebenswichtige Dokumente mit unsinnig vollgekritzeltem Schmierpapier zu einer Art Bürolasagne verschmelzen.

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Zwischen Davidstern und Regenbogen

Über queer-jüdische Lebensrealitäten in Deutschland

Vortrag und Diskussion mit Rosa Jellinek

Montag, 12. Oktober 2026, 19.30 Uhr, Stuttgart

Sunny High, Bahnhofstraße 14-18, 70372 Stuttgart

Eine Veranstaltung von Queer*Feminismus Stuttgart und Emanzipation und Frieden

Wie lassen sich jüdische Tradition und Queerness miteinander vereinbaren? Und wie /safe/ sind queere Räume für Jüdinnen*Juden? In diesem Vortrag bietet Rosa Jellinek einen Blick hinter die Kulissen queer-jüdischen Alltags. Im ersten Teil sprechen wir über jüdische Texte und Gemeinschaften, die Queerness nicht als Widerspruch zu jüdischer Tradition verstehen. Danach schauen wir uns Ausschlüsse und Zugehörigkeiten von Jüdinnen*Juden in queer-politischen Bewegungen an und fragen uns abschließend, was es braucht, damit queere Räume wirklich für /alle/ da sind.

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Die klerikale Rechte im Krisenprozess

Workshop mit Minh Schredle

Freitag, 31. Juli 2026, 15.30 Uhr, Mühlhausen/Thüringen

Jugendherberge AntoniQ, Holzstr. 13, 99974 Mühlhausen

im Rahmen des Sommerseminars der Gruppe krisis vom 29. Juli bis 2. August 2026

Aus dem Ankündigungstext des krisis-Sommerseminars: Alle reden von der „Multiplen Krise“. Wir auch. Aber worum handelt es dabei überhaupt? Und was liegt ihr zugrunde? Wir sehen darin eine fundamentale Krise der warenproduzierenden Gesellschaft, die verschiedene Dimensionen hat. Auf unserem Sommerseminar wollen wir uns mit einigen dieser Dimensionen auseinandersetzen. Wir fragen, wie ökologische, wirtschaftliche, subjektive und politische Prozesse ineinandergreifen und welche gesellschaftlichen Dynamiken sich daraus ergeben. Welche Verbindungen bestehen zwischen Klimakrise und autoritärem Backlash? Warum geht die Sehnsucht nach starken Führungsfiguren häufig mit Technikbegeisterung und dem Hoffen auf technische Lösungen einher? Und wie wirken sich all diese Entwicklungen auf die Einzelnen aus: sozialpsychologisch, emotional und politisch?

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Audio: Sozialdarwinistische Zustände

Tödliche Gewalt gegen wohnungslose Menschen

Vortrag und Diskussion mit Merle Stöver

Gehalten am 2. Juni 2026

Jedes Jahr werden wohnungs- und insbsondere obdachlose Menschen Opfer tödlicher Gewalt. Doch obwohl in zahlreichen Fällen die rechten Tatmotivationen auf der Hand liegen, bleiben eine politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Taten und ein Erinnern an die Opfer meist aus. Die Marginalisierung, die wohnungslose Menschen in allen Lebensbereichen erfahren, setzt sich auch nach ihrem Tod fort.

Der Vortrag wirft einen Blick auf die langen Kontinuitäten sozialdarwinistischer Verfolgung und Gewalt, beleuchtet einerseits Gewalterfahrungen von wohnungslosen Menschen und dikutiert andererseits Motive und Motivationen sozialdarwinistischer Gewalt.

Merle Stöver ist Sozialarbeiterin, Antisemitismusforscherin und promoviert am Institut für Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld zu Tötungsdelikten an wohnungs- uund obdachlosen Menschen zwischen 1989 und 2022.

Beat des Kaddischs – zu Allen Ginsbergs 100. Geburtstag

von Thomas Tews

Vor 100 Jahren wurde der jüdische Dichter Allen Ginsberg, ein Protagonist der US-amerikanischen ‚Beat Generation‘, geboren. Seine lyrischen Werke, wie das seiner verstorbenen Mutter gewidmete Gedicht „Kaddisch“, berühren noch heute.

Allen Ginsberg wurde am 3. Juni 1926 im Beth-Israel-Krankenhaus in Newark im US-Bundesstaat New York geboren. Seine Mutter Naomi Ginsberg stammte aus einer jüdischen Familie: Ihr Vater Mendel Livergang war nach einem 1905 in der seinerzeit russischen (heute belarusischen) Stadt Witebsk (Wizebsk) erfolgten Pogrom gegen die damals ein Drittel der Stadtbevölkerung ausmachenden Jüdinnen*Juden in die USA ausgewandert (wobei sein Name in Morris Levy abgeändert worden war) und hatte sich dort in einem alten jüdischen Viertel Manhattans niedergelassen. Ginsbergs Vater Louis Ginsberg war der Sohn jüdischer Immigrant*innen aus Lwow (Lviv) in der heutigen Westukraine, die 1880 nach Newark, wo sie Verwandte hatten, gekommen waren.

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Rojava

Geschichte, Gegenwart und Zukunft einer kurdischen Autonomie

Vortrag und Diskussion mit Dastan Jasim

Donnerstag, 25. Juni 2026, 19.30 Uhr, Stuttgart

Laboratorium, Wagenburgstraße 147

14 Jahre ist es her, dass Rojava (kurdisch für Westen) sich entwickelte und schliesslich zur Autonomie erklärte – und dieser Weg war lang. Einerseits ist es keineswegs einfach gewesen, basisdemokratische und feministische Ideen in einem Land durchzusetzen, das in seiner Geschichte nur Diktatur und Unterdrückung kannte. Andererseits sah sich Rojava direkt zu Beginn eines existenziellen Kampfes gegen den Islamismus gegenüber, sowohl in Form des IS als auch in Form der Türkei und ihrer islamistischen Schergen bis hin zur aktuellen jihadistischen Technokratie, die von der internationalen Gemeinschaft toleriert und oft unterstützt Fakten schafft, in denen Kurden seit Jahren für Gleichberechtigung, Frauenbefreiung und ein neues BIld von einer Gesellschaft kämpfen. In diesem Vortrag beleuchtet Dastan Jasim die Geschichte dieser Region, die Chronologie der Autonomie Rojava sowie die aktuelle Lage.

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Sozialdarwinistische Zustände

Tödliche Gewalt gegen wohnungslose Menschen

Vortrag und Diskussion mit Merle Stöver

Dienstag, 2. Juni 2026, 19.30 Uhr, Stuttgart

Altes Feuerwehrhaus Süd, Möhringer Str.56

Jedes Jahr werden wohnungs- und insbsondere obdachlose Menschen Opfer tödlicher Gewalt. Doch obwohl in zahlreichen Fällen die rechten Tatmotivationen auf der Hand liegen, bleiben eine politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Taten und ein Erinnern an die Opfer meist aus. Die Marginalisierung, die wohnungslose Menschen in allen Lebensbereichen erfahren, setzt sich auch nach ihrem Tod fort.

Der Vortrag wirft einen Blick auf die langen Kontinuitäten sozialdarwinistischer Verfolgung und Gewalt, beleuchtet einerseits Gewalterfahrungen von wohnungslosen Menschen und dikutiert andererseits Motive und Motivationen sozialdarwinistischer Gewalt.

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Bitch Hunt

Warum wir es lieben, Frauen zu hassen

Lesung und Gespräch mit Veronika Kracher

Montag, 4. Mai 2026, 20.30 Uhr, Stuttgart

Theater Rampe, Filderstraße 47, Stuttgart-Süd

Eintritt frei

In Bitch Hunt analysiert die Autorin, Publizistin und Bildungsreferentin Veronika Kracher alltäglichen Frauenhass, der in unserer Gesellschaft allgegenwärtig ist. Was früher in reißerischen Printmedien stattfand, geschieht heute online und in Echtzeit. Ein breites Publikum beteiligt sich begeistert an Hass und Hetze gegen Frauen. Maskulinistische Influencer, deren Content ausschließlich aus Angriffen gegen Frauen und queere Menschen besteht, erreichen auf Sozialen Medien ein Millionenpublikum. Das „Geschäftsmodell Hass“ generiert gewinnbringende Klicks, das globale digitale Plattformen finanziert.

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