Mehr arbeiten für weniger Wohlstand

Über die Zumutungen „unserer Wirtschaft“

Workshop mit Lothar Galow-Bergemann

Samstag, 3. Oktober 2026, 16.30 bis 18.00 Uhr, Düsseldorf

Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus, Bismarckstr. 90

im Rahmen des Zukunftsforum Demokratie Düsseldorf 2026

Wir sollen mehr arbeiten, um unseren Wohlstand zu sichern. Aber trotz Mehrarbeit und Wirtschaftswachstum geht es vielen schlechter. Wohnen wird unbezahlbar. Lebenshaltungskosten steigen. Armut wächst. Soziales, Bildung und Gesundheit sind „zu teuer“. Klimaschutz wird sowieso vernachlässigt. Dass es den Jüngeren einmal schlechter gehen wird, ist ein offenes Geheimnis. Ein merkwürdiger „Wohlstand“ droht uns da. Wir sollen mehr arbeiten, weil Konkurrenz statt Kooperation das Prinzip dieser Wirtschaft ist. Ihrem Ellenbogenegoismus entspringt auch die autoritär/faschistische Welle. Nicht wir sollten uns der Wirtschaft anpassen – die Wirtschaft muss sich uns anpassen.

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Offene Türen

30 Jahre Freies Radio für Stuttgart

von Minh Schredle

Was anderswo keinen Platz hat, mag beim Freien Radio für Stuttgart einen Weg ins Programm finden: Seit 30 Jahren bereichert der Sender mit unkonventionellen Formaten die demokratische Stimmenvielfalt.

Jetzt mal unter Kolleg:innen: Kontext ist fast neidisch. Das Ziel der Redaktion, einmal in der „Tagesschau“ zitiert zu werden, ist bislang unerfüllt. (Die Website zählt nicht, es muss die Sendung sein.) Das Freie Radio für Stuttgart (FRS) konnte diesen Punkt schon vor weit über einem Jahrzehnt abhaken: als am 22. Oktober 2012 der „Stotterfunk“ vorgestellt wurde. Laut Selbstverständnis will das Format zeigen, dass man Stottern nicht verstecken muss, sondern damit sogar live im Radio moderieren kann: „Mit unseren Informationen wollen wir die Angst vor dem Stottern nehmen, bei allen Betroffenen wie auch bei den nicht stotternden Gesprächspartnern. Dazu gibt es Musik von Panflöte über Pop bis Punk.“

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Was ist Kapitalismus? Was ist er nicht? Und wie werden wir ihn los?

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Dienstag, 20. Oktober, 19 Uhr, Kempten

react!OR, Frühlingstr.17

Wir sollen mehr arbeiten, um unseren Wohlstand zu sichern. Aber trotz Mehrarbeit und Wirtschaftswachstum geht es vielen schlechter. Wohnen wird unbezahlbar. Lebenshaltungskosten steigen. Armut wächst. Soziales, Bildung und Gesundheit sind „zu teuer“. Klimaschutz wird sowieso vernachlässigt. Wir sollen mehr arbeiten für noch mehr überflüssige und schädliche Autos, Plastik im Meer und Finanzgebirge. Dass es den Jüngeren einmal schlechter gehen wird, ist ein offenes Geheimnis. Ein merkwürdiger „Wohlstand“ droht uns da.
Wir leben in Krisenzeiten. JedeR spürt es. Die Krise hat viel mit dem herrschenden Wirtschaftssystem zu tun. Sein Prinzip lautet Konkurrenz statt Kooperation. Seinem Ellenbogenegoismus entspringt auch die autoritär/faschistische Welle.
Was ist das eigentlich, dieser Kapitalismus? Wie funktioniert er? Warum muss er ewig wachsen? Oder sollte man nicht doch besser von Marktwirtschaft reden? Haben uns „die Herrschenden“ und „die Gierigen“ die Krise eingebrockt? Was tun wir eigentlich, wenn wir arbeiten? Wie sollte man den Kapitalismus vernünftigerweise kritisieren? Und wie könnten Alternativen aussehen?
Schon längst wäre ein besseres Leben für alle mit viel mehr Raum zur persönlichen Entfaltung möglich. Ohne Kapitalismus.

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Wissensbasiert wäre wunderschön

Beliebte Phrasen deutscher Politiker

von Minh Schredle

Gäbe es für jede abgedroschene Sprechblase aus den Reihen der Bundesregierung einen Euro ins Phrasenschwein, wäre die Staatskasse nicht ganz so klamm. Eine kleine Sammlung großer Täuschungen.

Wo es gilt, die Bevölkerung auf Opfer einzustimmen, wird gerne das große »Wir« beschworen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) appelliert an jeden Einzelnen von »uns«: »Jetzt ist die Zeit, wo wir die Ärmel hochkrempeln müssen und wo wir uns gemeinsam anstrengen müssen. Und wenn ich sage ›wir‹ und ›gemeinsam‹, dann ist das nicht allein die Politik, sondern dann sind das auch Sie.« Vorgetragen hat der Kanzler das im Dezember beim Arbeitgeberverband Gesamtmetall, wo er betonte, dass »weltpolitische Gestaltungsfähigkeit« in einem »untrennbaren Zusammenhang« mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit stehe. »Wann denn, wenn nicht jetzt, und wer denn, wenn nicht wir, die Deutschen und die Europäer, sollte diese Chance nutzen – und sie wirklich beherzt ergreifen –, aus dieser Europäischen Union das zu machen, was wir einmal werden wollten, nämlich ebendiese wissensbasierte und wettbewerbsfähigste Region der Welt? Damit die Deutschen die Weltpolitik besser gestalten können, braucht es der Merz’schen Rechnung zufolge mehr Anstrengung.

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Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres und Regressives in der Linken gestern und heute

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 15. Oktober 2026, 18.00 Uhr, Jena

Falkenraum, Dornburgerstr.17

Eine Veranstaltung der Falken Jena im Rahmen der Alternativen Orientierungstage ALOTA

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

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Der Raushalt-Haushalt

„Bürgerbeteiligung“

von Minh Schredle

Der Stuttgarter Bürgerhaushalt simulierte Mitsprache: Die Bevölkerung konnte Ideen einbringen, die Verwaltung und Gemeinderat regelmäßig ignoriert haben. Umgesetzt wurde so wenig, dass man’s auch gleich lassen kann – und das tut die Stadt jetzt auch.

Für die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) war der Stuttgarter Bürgerhaushalt ein Vorzeigeprojekt, nämlich Pionierarbeit, die „neue Maßstäbe gesetzt“ habe. Ein Infotext aus dem Dezember 2024 geizt nicht mit Lob, die Geschichte des Bürgerhaushalts erzähle „von beeindruckenden Erfolgen“, eine „der wichtigsten Innovationen war die Digitalisierung des Prozesses“, heißt es hier. Weiterlesen →

Vernachlässigte Religionskritik, uneingestandene Religiosität

Beobachtungen zum Thema Linke und Religion

Interview mit Lothar Galow-Bergemann

von TKA Theorie, Kritik & Aktion | Berlin

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Was sind deine eigenen Berührungspunkte mit Religionskritik unter Linken?

Ich „genoß“ in meiner Kindheit eine streng christliche und autoritäre Erziehung. Mein eigenes „Linkswerden“ war stark von der Marx’schen Religionskritik geprägt. Links sein ohne Religionskritik geht für mich bis heute nicht. Zur Kenntnis nehmen muss ich allerdings, dass es Menschen gibt, die das anders sehen. Sie verstehen sich als links und als religiös. Ich hatte in verschiedenen praktisch-politischen Zusammenhängen auch immer wieder mal mit solchen Menschen zu tun und mich sehr gut mit ihnen verstanden. Doch bei aller persönlichen Wertschätzung bleibt für mich eine gewisse Schwierigkeit: Ich kann nicht wirklich begreifen, wie das für sie zusammengeht. Irgendetwas, das nicht-emanzipatorisch, autoritär, auf Selbstunterwerfung ausgerichtet ist, muss es doch auch in Linken geben, solange sie noch an „Gott“ glauben. Diese Spannung zwischen persönlicher Wertschätzung und intellektueller Kritik habe ich auszuhalten gelernt. Ich glaube, das ist auch ganz zentral für jedes emanzipatorische Konzept. Religionskritik muss sein. Aber die Freiheit der Religionsausübung für ihre Anhänger*innen auch. Vermeintlich „Linke“ haben in dieser Hinsicht bekanntlich schon viel Übles angerichtet, auch schlimme Verbrechen begangen, das zeigt die Geschichte des „Realsozialismus“. Emanzipation ist nicht zu verordnen. Da kommt das Gegenteil bei raus.

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Klassenkampf: Zaubermittel gegen Faschismus?

Nachhaltige Antworten auf die autoritäre Welle müssen anders aussehen

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Sonntag, 13. September 2026, 18.00 Uhr, Leipzig

Eine Veranstaltung im Atari

Klassenkampf muss sein. Aber höherer Lohn macht nicht antirassistisch, bezahlbarer Wohnraum nicht feministisch und ein Kindergartenplatz nicht kritisch gegen Verschwörungsdenken. Arbeiter*innen sind nicht von Autoritären und Faschisten „verführt“, sie haben ihren eigenen Kopf. Können sie ihre Arbeitskraft nicht verkaufen, ist ihr Lebensunterhalt gefährdet. Dieser Zwang ist eine Brutstätte des Autoritarismus. Zumal in Krisenzeiten. „Wer setzt sich durch – ich oder du, wir oder sie?“ Die rechte Welle entspringt der menschenfeindlichen kapitalistischen Ellenbogenkonkurrenz. Nur Kämpfe, die die Fesseln des Interesses von Arbeitskraftverkäufer*innen sprengen, können antikapitalistisch, antipatriarchal und antifaschistisch sein. „Klassenidentität“ hilft da nicht weiter.

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Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres in der Linken und antifaschistische Essentials heute

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Samstag, 12. September 2026, 18.30 Uhr, Roßwein

Jugendhaus Roßwein

Eine Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe Die Verhältnisse zum Tanzen bringen

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Autoritarismus, Mackertum und die Herrschaft von Menschen über andere Menschen.

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“Nie wieder!” heißt auch: Aus linken Fehlern lernen

Essentials eines erfolgreicheren Antifaschismus

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Freitag, 11. September 2026, 19.00 Uhr, Chemnitz

Chemnitztalstraße 54, 09114 Chemnitz

Eine Veranstaltung von AJZ Chemnitz

Jahrzehntelang hat man sich in Deutschland damit gebrüstet, wie viel man aus der Geschichte gelernt habe. Doch wäre der Nationalsozialismus wirklich aufgearbeitet, gäbe es den Aufstieg der AfD nicht. Das offizielle „Nie wieder!“ vermag weniger denn je den braunen Dreck zu kaschieren, der über Generationen hinweg an Stamm- und Küchentischen weitergegeben wurde und heute wieder in großen Teilen der Gesellschaft kursiert. Menschenfeindliches, rassistisches und antisemitisches Denken und Handeln erfasst zunehmend auch die selbstgefällige „Mitte der Gesellschaft“, die sich „fern von allen Extremen“ wähnt. Nie seit 1945 war die autoritär-faschistische Gefahr so groß wie heute.

Doch auch in der Linken sind Nationalsozialismus und Antisemitismus oft immer noch nicht verstanden. Die Behauptung „das Volk wurde damals von den Nazis verführt“ traut den Menschen nicht zu, handelnde Subjekte zu sein. Das ist kompatibel mit der Überzeugung, man selbst sei zur „Führung der Arbeiterklasse“ berufen. Autoritarismus gibt es auch von Links. Besonders ausgeprägt erscheint er derzeit in dogmatischen „roten Gruppen“, die sich offen auf Führergestalten wie Lenin, Stalin und Mao berufen. Ganz so, als ob deren blutige Rezepte, die Millionen Menschenleben auf dem Gewissen haben, nicht längst desaströs gescheitert seien. Schon die „revolutionären“ Parolen der alten KPD blamierten sich 1933 auf dramatische Weise. Waren die K-Gruppen der 70er Jahre nur noch deren billiger Abklatsch, so sind ihre heutigen Wiedergänger nichts als der Abklatsch vom Abklatsch des Gescheiterten.

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Klassenkampf: Zaubermittel gegen Faschismus?

Nachhaltige Antworten auf die autoritäre Welle müssen anders aussehen

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Samstag, 5. September 2026, 15.00 Uhr, Buchholz in der Nordheide

Antifaschistische Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh

Klassenkampf muss sein. Aber höherer Lohn macht nicht antirassistisch, bezahlbarer Wohnraum nicht feministisch und ein Kindergartenplatz nicht kritisch gegen Verschwörungsdenken. Arbeiter*innen sind nicht von Autoritären und Faschisten „verführt“, sie haben ihren eigenen Kopf. Können sie ihre Arbeitskraft nicht verkaufen, ist ihr Lebensunterhalt gefährdet. Dieser Zwang ist eine Brutstätte des Autoritarismus. Zumal in Krisenzeiten. „Wer setzt sich durch – ich oder du, wir oder sie?“ Die rechte Welle entspringt der menschenfeindlichen kapitalistischen Ellenbogenkonkurrenz. Nur Kämpfe, die die Fesseln des Interesses von Arbeitskraftverkäufer*innen sprengen, können antikapitalistisch, antipatriarchal und antifaschistisch sein. „Klassenidentität“ hilft da nicht weiter.

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Warum macht die Arbeiterklasse keine Revolution?

Über falsche Kapitalismuskritik und antifaschistische Essentials

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Sonntag, 2. August 2026, 9.30 Uhr, Mühlhausen/Thüringen

Jugendherberge AntoniQ, Holzstr. 13, 99974 Mühlhausen

im Rahmen des Sommerseminars der Gruppe krisis vom 29. Juli bis 2. August 2026

Wer davon überzeugt ist, dass die Arbeiterklasse zur Revolution berufen ist, muss die Frage beantworten, warum sie sie nicht macht. Letztlich kann er sich das nur damit erklären, dass die Arbeiter*innen ihre Interessen nicht erkennen, weil sie manipuliert und gespalten werden. Als logische Konsequenz drängt sich der Gedanke auf, dass diejenigen, die das durchschauen, die Klasse auch führen müssen.

Dieser „marxistisch-leninistische“ Ansatz prägt dogmatische „rote Gruppen“, die sich auf Führergestalten wie Lenin, Stalin und Mao berufen. Als ob deren blutige Rezepte und die desaströsen Folgen ihrer Politik nicht bekannt wären. Als ob die „revolutionären“ Parolen der KPD der Weimarer Zeit nicht auf dramatische Weise an der Massenbasis der Nazis verpufft wären. Als ob die K-Gruppen der 70er Jahre nicht zehntausende Idealist*innen in Frust, Desillusionierung und politischer Abstinenz zurückgelassen hätten… als ob das alles nicht geschehen wäre, erleben wir heute eine völlig geschichtsvergessene Neuauflage des längst Gescheiterten.

Warum erhalten solche Konzepte trotz ihrer katastrophalen Misserfolge wieder Zulauf? Das hat nicht nur mit der Sehnsucht nach einfachen Antworten und schnellen Handlungsanleitungen zu tun. Es liegt auch am mangelnden Verständnis des Kapitalismus.

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Mehr arbeiten für weniger Wohlstand

Über die Zumutungen „unserer Wirtschaft“

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 30. Juli 2026, 19.00 Uhr, Brühl (Rheinland)

Mensa der Clemens-August-Schule, Clemens-August-Straße 33, 50321 Brühl

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Gesellschaft für Kritische Bildung, Emanzipation und Frieden und Krisis-Kritik der Warengesellschaft

Kein Tag, an dem wir nicht aufgefordert werden, mehr zu arbeiten: „Habt mehr Bock auf Arbeit, Leistung, Wachstum, Wettbewerb“. Aber schon jetzt leiden immer mehr Menschen unter dem Arbeitsdruck und wünschen sich dringend, weniger zu arbeiten. Stattdessen müssen sie sich anhören, sie würden „zu viel krankmachen“.

Angeblich sollen wir mit mehr Arbeit „unseren Wohlstand sichern.“ Aber trotz jahrzehntelangen Wirtschaftswachstums wird Wohnen unbezahlbar, steigen Lebenshaltungskosten, wächst Armut. Soziales, Bildung und Gesundheit sind „zu teuer“. Klimaschutz wird sowieso vernachlässigt.

Dass es den Jüngeren einmal schlechter gehen wird, ist ein offenes Geheimnis. Viele fragen sich: Soll das mein Leben sein? Ständig im Stress, Minirente mit 75 und das war’s dann? Ein merkwürdiger „Wohlstand“. Wer hat darauf schon Bock?

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Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres in der Linken und antifaschistische Essentials heute

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 29. Juli 2026, 19.00 Uhr, Wiesbaden

Kreativfabrik, Murnaustr.2

Eine Veranstaltung von Ki:Wi Kritische Intervention Wiesbaden

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

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Creative Construction?! Aktuelle Perspektiven auf demokratische Planung

Vortrag und Gespräch mit Jan Groos und Christoph Sorg

Donnerstag, 23. Juli 2026, 19.30 Uhr, ONLINE

Die Debatte über demokratische Wirtschaftsplanung erlebt international eine Renaissance. Mit der deutschsprachigen Veröffentlichung des von Jan Groos und Christoph Sorg herausgegebenen Sammelbands Creative Construction – Demokratische Planung im 21. Jahrhundert liegt erstmals ein umfassender Überblick über zentrale Ansätze der Planungsdebatte auf Deutsch vor. Der Vortrag skizziert den Stand der Debatte und diskutiert offene Fragen.

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Rechtswidrige Mieterhöhungen – Kreativ à la Vonovia

von Minh Schredle

Irgendjemand wird schon drauf reinfallen: Vonovia erfindet Gründe für Mietaufschläge, die vor Gericht zwar nicht standhalten. Aber man muss sich wehren: Wer sich im Unwissen darauf einlässt, mehr zu zahlen, zieht die Arschkarte.

Die Vonovia hält sich für eine großartige Vermieterin – zumindest wenn sie tatsächlich glaubt, was sie schreibt. Das Wohnungsunternehmen verstehe sich als „Teil der Gesellschaft“, heißt es über das eigene Geschäftsverständnis. „Deshalb pflegen wir unsere Gebäude“, man übernehme „Verantwortung für sicheres, gutes und bezahlbares Wohnen“, rücke „Mieterinnen und Mieter und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt“. Mit denen „kommunizieren wir auf Augenhöhe“, man behandle sie „fair und gleichberechtigt“, kümmere sich „um ihre Sorgen, Nöte und Wünsche“ und, das steht da wirklich, „wir fördern das Miteinander“.

Vielleicht hat sich jemand in der Marketingabteilung einen subversiven Scherz erlaubt und dem Auftraggeber eine Satire untergejubelt? Oder ist auf einer grundsätzlichen Ebene etwas durcheinander geraten? Eigentlich müsste da so etwas stehen wie: „Wir lassen unsere Gebäude verkommen, bis wir überteuert modernisieren können, wollen Wohnen immer teurer machen und rücken die Bedürfnisse unserer Aktionäre in den Mittelpunkt.“ Kaum ein deutsches Unternehmen tut so viel für die Spaltung der Gesellschaft und verwandelt dabei Wünsche in Sorgen und Nöte.

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Rojava

Geschichte, Gegenwart und Zukunft einer kurdischen Autonomie

Vortrag und Diskussion mit Dastan Jasim

Donnerstag, 25. Juni 2026, 19.30 Uhr, Stuttgart

Laboratorium, Wagenburgstraße 147

14 Jahre ist es her, dass Rojava (kurdisch für Westen) sich entwickelte und schliesslich zur Autonomie erklärte – und dieser Weg war lang. Einerseits ist es keineswegs einfach gewesen, basisdemokratische und feministische Ideen in einem Land durchzusetzen, das in seiner Geschichte nur Diktatur und Unterdrückung kannte. Andererseits sah sich Rojava direkt zu Beginn eines existenziellen Kampfes gegen den Islamismus gegenüber, sowohl in Form des IS als auch in Form der Türkei und ihrer islamistischen Schergen bis hin zur aktuellen jihadistischen Technokratie, die von der internationalen Gemeinschaft toleriert und oft unterstützt Fakten schafft, in denen Kurden seit Jahren für Gleichberechtigung, Frauenbefreiung und ein neues BIld von einer Gesellschaft kämpfen. In diesem Vortrag beleuchtet Dastan Jasim die Geschichte dieser Region, die Chronologie der Autonomie Rojava sowie die aktuelle Lage.

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Radikale Arbeitszeitverkürzung gegen Rechts

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 8. Juni 2026, 20.30 Uhr, Stuttgart

Theater Rampe, Filderstrasse 47, Stuttgart

Eine Veranstaltung der Montage-Gruppe

Wir sollen „mehr Bock“ haben auf „Arbeit, Leistung, Wachstum und Wettbewerb“, um „unseren Wohlstand zu sichern“. Doch was für ein „Wohlstand“ soll das sein? Schuften ohne Ende? Für noch mehr Autos? Noch mehr Plastik im Meer? Noch mehr CO2? Noch höhere Finanzgebirge? Ständiger Stress, kaum Zeit für’s Leben? Sich dann auch noch anhören müssen, wir würden „zu viel krankmachen“? Und am Ende Minirente mit 75? Wer hat darauf schon Bock?

„Wirtschaftswachstum“ ist der moderne Gott, dem wir alle dienen müssen. Wir arbeiten für eine Megamaschine, die unendlich Geld anhäuft und Mensch und Natur ihrem Diktat unterwirft. Die Klimakrise ist ihr ebenso geschuldet wie die wachsende Kluft zwischen Reich und Arm, Vernachlässigung von Gesundheit, Bildung und Sozialem, unbezahlbare Wohnungen und Renten.

Computer und Roboter könnten uns viel Arbeit abnehmen. Aber wir sollen immer mehr arbeiten, weil die Megamaschine Konkurrenz statt Kooperation von uns verlangt. Niemand vertritt dieses Prinzip brutaler als Autoritäre und Faschisten. Die Rechtsentwicklung fällt nicht vom Himmel, sie erwächst aus der Ellenbogenlogik „unserer Wirtschaft“.

Kampf gegen Rechts kann erfolgreich sein, wenn er sich mit dem Wunsch von immer mehr Menschen nach wesentlich mehr Zeit für ein erfülltes und sinnvolles Leben verbündet. Kämpfe um radikale Arbeitszeitverkürzung und gesellschaftliche Selbstorganisation sind der Schlüssel für humanes und naturverträgliches Wirtschaften. Gewerkschaften können eine zentrale Rolle dabei spielen, wenn sie ihr großes Potential als Massenorganisationen der Fachkräfte für den stofflichen Umbau erkennen und mobilisieren.

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Sozialdarwinistische Zustände

Tödliche Gewalt gegen wohnungslose Menschen

Vortrag und Diskussion mit Merle Stöver

Dienstag, 2. Juni 2026, 19.30 Uhr, Stuttgart

Altes Feuerwehrhaus Süd, Möhringer Str.56

Jedes Jahr werden wohnungs- und insbsondere obdachlose Menschen Opfer tödlicher Gewalt. Doch obwohl in zahlreichen Fällen die rechten Tatmotivationen auf der Hand liegen, bleiben eine politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Taten und ein Erinnern an die Opfer meist aus. Die Marginalisierung, die wohnungslose Menschen in allen Lebensbereichen erfahren, setzt sich auch nach ihrem Tod fort.

Der Vortrag wirft einen Blick auf die langen Kontinuitäten sozialdarwinistischer Verfolgung und Gewalt, beleuchtet einerseits Gewalterfahrungen von wohnungslosen Menschen und dikutiert andererseits Motive und Motivationen sozialdarwinistischer Gewalt.

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