Wie der Westen lernte, die Sprache des arabischen Nationalismus zu sprechen

von Dastan Jasim

Antikurdische Gewalt durch Regime, Ideologien und politische Bewegungen in arabischen Ländern ist für Dastan Jasim Ausdruck eines geteilten rassifizierenden Verständnisses der kurdischen Präsenz als unvereinbar mit politischer Ordnung. Zugrunde liegt ihr eine pseudoantiimperialistische Lesart der Geschichte des Nahen Ostens, in der Araber:innen als das einzig wahre indigene politische Subjekt gelten. Westliche Länder haben diese Lesart übernommen.

„Es gibt kein Syrien“, sagte Nesrîn Abdullah, ranghohe Kommandantin und Sprecherin der Yekîneyên Parastina Jin, der kurdischen Frauenverteidigungseinheiten YPJ, kürzlich auf einer Pressekonferenz. Mit diesem Satz erfasste sie, in Arendt’schen Begriffen, die Banalität der wiederholten ethnisch und religiös motivierten Tötungen, die es seit der Machtübernahme des ehemaligen Al-Qaida-Terroristen Ahmed al-Sharaa im Dezember 2024 in Syrien gegeben hat. Für Abdullah, die in der YPJ gedient und den Islamischen Staat in Irak und Syrien mit besiegt hat, ist Syrien weniger ein Staat als das Produkt einer Anhäufung von Massakern. In ihren Worten lag die Erkenntnis, dass die Lage in Syrien gerade für Kurd:innen nie eine andere gewesen ist.

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