Pikettys Plan gegen das Desaster

Der Global Justice Report

von Minh Schredle

Bessere Daseinsfürsorge, halbierte Arbeitszeiten und ein bewohnbarer Planet: Dem »Global Justice Report« von 45 Autor:innen um den Ökonomen Thomas Piketty zufolge ist das machbar, wenn man sich weltweit ans Vermögen der Milliardäre heranwagt. Als wichtigstes Instrument zur Restrukturierung der Weltwirtschaft sollen zwei riesige Fonds fungieren.

Die Glücksforschung hat Katastrophen zu vermelden. Für eine Studie zur weltweiten emotionalen Gesundheit befragte das Institut Gallup im Jahr 2025 Menschen aus 144 Ländern. Sie ergab, dass Sorgen, Stress und Wut im vergangenen Jahrzehnt deutlich zugenommen und sich nach der Covid-19-Pandemie auf hohem Niveau stabilisiert haben. Das World Inequality Lab (Wil), eine Forschungseinrichtung, die Daten zur globalen Wohlstandsverteilung sammelt und aufbereitet, stellt in Aussicht, dass die nahe Zukunft noch düsterer aussehen könnte – davor warnt der Co-Direktor des Wil, Lucas Chancel, für den Fall, dass sich die reaktionären IT-Milliardäre aus dem Silicon Valley mit ihren Vorstellungen weiterhin durchsetzen. Sie träumten von Kolonien auf dem Mars, während eine extrem verarmte Bevölkerung auf der Erde zurückbleiben solle, sagte Chancel am 4. Juni bei der Präsentation des »Global Justice Report«.

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Klimaanlagen-Existenzkrise: Der Preis ist dreist

von Minh Schredle

Der Mechanismus der Preisbildung entlarvt die Marktwirtschaft als perverses System der Menschenschinderei. Unser Autor schmollt, weil er sich keine Klimaanlage leisten kann.

Mit den Temperaturen steigt auch die Gefahr, dass einem die eigenen Ausdünstungen zu Kopf steigen. Wie ein Schmorbraten in der überhitzten Wohnung herumzuliegen und verdampfenden Schweiß zu inhalieren, kann der Qualität von Gedanken jedenfalls unmöglich zuträglich sein. Aber vielleicht ist gerade das eine Voraussetzung, um einen aktuellen Trend weiterzuführen. Denn mit Blick auf jenen Fiebertraum namens Weltgeschehen scheint es bisweilen, als müsse alles immer dümmer werden.

Heißer wird es allemal und die Gesamtmisere aufzudröseln – das wäre was für kältere Zeiten, es setzt einerseits Konzentration voraus, andererseits haben die meisten ja eh mitbekommen, dass wir uns, allgemein gesprochen, in einer misslichen Lage befinden mit dieser Klimakiste. Darüber nachzudenken, deprimiert: Ist das Schweiß oder eine Träne, die über meine Wange kullert?

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Klassenkampf: Zaubermittel gegen Faschismus?

Nachhaltige Antworten auf die autoritäre Welle müssen anders aussehen

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Sonntag, 13. September 2026, 18.00 Uhr, Leipzig

Eine Veranstaltung im Atari

Klassenkampf muss sein. Aber höherer Lohn macht nicht antirassistisch, bezahlbarer Wohnraum nicht feministisch und ein Kindergartenplatz nicht kritisch gegen Verschwörungsdenken. Arbeiter*innen sind nicht von Autoritären und Faschisten „verführt“, sie haben ihren eigenen Kopf. Können sie ihre Arbeitskraft nicht verkaufen, ist ihr Lebensunterhalt gefährdet. Dieser Zwang ist eine Brutstätte des Autoritarismus. Zumal in Krisenzeiten. „Wer setzt sich durch – ich oder du, wir oder sie?“ Die rechte Welle entspringt der menschenfeindlichen kapitalistischen Ellenbogenkonkurrenz. Nur Kämpfe, die die Fesseln des Interesses von Arbeitskraftverkäufer*innen sprengen, können antikapitalistisch, antipatriarchal und antifaschistisch sein. „Klassenidentität“ hilft da nicht weiter.

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“Nie wieder!” heißt auch: Aus linken Fehlern lernen

Essentials eines erfolgreicheren Antifaschismus

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Freitag, 11. September 2026, 19.00 Uhr, Chemnitz

Chemnitztalstraße 54, 09114 Chemnitz

Eine Veranstaltung von AJZ Chemnitz

Jahrzehntelang hat man sich in Deutschland damit gebrüstet, wie viel man aus der Geschichte gelernt habe. Doch wäre der Nationalsozialismus wirklich aufgearbeitet, gäbe es den Aufstieg der AfD nicht. Das offizielle „Nie wieder!“ vermag weniger denn je den braunen Dreck zu kaschieren, der über Generationen hinweg an Stamm- und Küchentischen weitergegeben wurde und heute wieder in großen Teilen der Gesellschaft kursiert. Menschenfeindliches, rassistisches und antisemitisches Denken und Handeln erfasst zunehmend auch die selbstgefällige „Mitte der Gesellschaft“, die sich „fern von allen Extremen“ wähnt. Nie seit 1945 war die autoritär-faschistische Gefahr so groß wie heute.

Doch auch in der Linken sind Nationalsozialismus und Antisemitismus oft immer noch nicht verstanden. Die Behauptung „das Volk wurde damals von den Nazis verführt“ traut den Menschen nicht zu, handelnde Subjekte zu sein. Das ist kompatibel mit der Überzeugung, man selbst sei zur „Führung der Arbeiterklasse“ berufen. Autoritarismus gibt es auch von Links. Besonders ausgeprägt erscheint er derzeit in dogmatischen „roten Gruppen“, die sich offen auf Führergestalten wie Lenin, Stalin und Mao berufen. Ganz so, als ob deren blutige Rezepte, die Millionen Menschenleben auf dem Gewissen haben, nicht längst desaströs gescheitert seien. Schon die „revolutionären“ Parolen der alten KPD blamierten sich 1933 auf dramatische Weise. Waren die K-Gruppen der 70er Jahre nur noch deren billiger Abklatsch, so sind ihre heutigen Wiedergänger nichts als der Abklatsch vom Abklatsch des Gescheiterten.

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Klassenkampf: Zaubermittel gegen Faschismus?

Nachhaltige Antworten auf die autoritäre Welle müssen anders aussehen

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Samstag, 5. September 2026, 15.00 Uhr, Buchholz in der Nordheide

Antifaschistische Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh

Klassenkampf muss sein. Aber höherer Lohn macht nicht antirassistisch, bezahlbarer Wohnraum nicht feministisch und ein Kindergartenplatz nicht kritisch gegen Verschwörungsdenken. Arbeiter*innen sind nicht von Autoritären und Faschisten „verführt“, sie haben ihren eigenen Kopf. Können sie ihre Arbeitskraft nicht verkaufen, ist ihr Lebensunterhalt gefährdet. Dieser Zwang ist eine Brutstätte des Autoritarismus. Zumal in Krisenzeiten. „Wer setzt sich durch – ich oder du, wir oder sie?“ Die rechte Welle entspringt der menschenfeindlichen kapitalistischen Ellenbogenkonkurrenz. Nur Kämpfe, die die Fesseln des Interesses von Arbeitskraftverkäufer*innen sprengen, können antikapitalistisch, antipatriarchal und antifaschistisch sein. „Klassenidentität“ hilft da nicht weiter.

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Creative Construction?! Aktuelle Perspektiven auf demokratische Planung

Vortrag und Gespräch mit Jan Groos und Christoph Sorg

Donnerstag, 23. Juli 2026, 19.30 Uhr, ONLINE

Die Debatte über demokratische Wirtschaftsplanung erlebt international eine Renaissance. Mit der deutschsprachigen Veröffentlichung des von Jan Groos und Christoph Sorg herausgegebenen Sammelbands Creative Construction – Demokratische Planung im 21. Jahrhundert liegt erstmals ein umfassender Überblick über zentrale Ansätze der Planungsdebatte auf Deutsch vor. Der Vortrag skizziert den Stand der Debatte und diskutiert offene Fragen.

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Eingeschränkte Mitsprache

Die Bundesregierung will weniger Rücksicht auf Kröten und Anwohner, damit schneller gebaut werden kann

von Minh Schredle

Eine Reform des Baurechts soll dafür sorgen, dass mehr Wohnungen ge­baut werden. Das geht zu Lasten von Umweltschutz und Bürgerbeteiligung.

Der Wohnungsmangel in Deutschland hat nach Einschätzung des Pestel-Instituts das größte Ausmaß seit 30 Jahren erreicht. Dem Anfang 2026 veröffentlichten Sozialen Wohn-Monitor zufolge lag das Defizit Ende 2024 bei etwa 1,4 Millionen Wohnungen. Besonders schwer bei der Wohnungssuche haben es demnach Menschen unter 25, zum Beispiel Auszubildende und Berufs­einsteiger:in­nen. Studierende, die nicht mehr bei den Eltern leben, gaben der Untersuchung zufolge durchschnittlich 53 Prozent ihres Monatsbudgets für Mietkosten aus. Aber auch für diejenigen, die nach Abschluss ihres Arbeitslebens eine schmale Rente einfahren, macht sich der Mangel immer stärker bemerkbar.

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Autoritäre Versuchungen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Samstag, 11. Juli 2026, 15.30 bis 17.00 Uhr, Bad Berleburg

Bürgerhaus, Am Marktplatz 1

Eine Veranstaltung der Initiative Demokratie und Menschlichkeit Wittgenstein

Klima, Krieg, Inflation, Sorge um die wirtschaftliche Existenz und sozialen Abstieg… Vieles beunruhigt. Einfache Antworten gibt es nicht. Aber manchen erscheinen sie verlockend. Autoritäre Politikkonzepte werden attraktiver. Freiheit wird mit Ellenbogenegoismus verwechselt. Die Suche nach „den Schuldigen“ vermischt sich mit der Sehnsucht nach dem „starken Mann“. Krisenzeiten waren selten gut für die Demokratie. Wie können wir die Gesellschaft angesichts großer ökologischer und sozialer Herausforderungen krisenresistenter gestalten und auf einen guten Weg kommen?

Audio: Nach dem Scheitern von Realsozialismus und Kapitalismus – Demokratische Wirtschaftsplanung

Für ein Gutes Leben für alle in Planetaren Grenzen

Vortrag von Walther Zeug

gehalten am 15. Januar 2026

Was können wir aus dem historischen Scheitern des Realsozialismus und der sich gegenwärtig zuspitzenden Krisendynamik des Kapitalismus lernen für die Möglichkeiten einer postkapitalistische Ökonomie?
Aufbauend auf klassischen und aktuellen Debatten zur Wirtschaftsplanung sowie auf neuen Erkenntnissen und Methoden aus den Systemwissenschaften, haben Jakob Heyer und Walther Zeug ein ökonomisches Modell entwickelt: Cybernetic Democratic Economic Planning (CDEP) – eine kybernetische, demokratische Form der Wirtschaftsplanung, die ein gutes Leben für alle innerhalb der planetaren Grenzen ermöglichen soll.
CDEP ist dabei ein Werkzeug, mit dem wir demokratisch, gerecht, effizient und effektiv darüber entscheiden könnten, welche und wie viele Ressourcen wir mit welchen Technologien und Produktionssystemen zur Befriedigung welcher gesellschaftlicher Bedürfnisse einsetzen können und wollen.

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Warum kann die Politik die Krise nicht stoppen?

oder: Was ist eigentlich Kapitalismus?

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Freitag, 5. Juni 2026, 14 Uhr, Waldenbuch

Waldjugendzeltplatz Jungviehweide in 71111 Waldenbuch

Eine Veranstaltung der NAJU Baden-Württemberg im Rahmen des Aufstand 2026

Regierungen werden immer schlechter bewertet. Politiker*innen und Parteien genießen immer weniger Ansehen. Sind „die da oben“ alle unfähig, bösartig und korrupt? Das glauben viele. Aber die Krise gibt es nicht etwa, weil sich Politiker*innen „falsch“ verhielten, sondern weil sie „richtig“ handeln. Richtig im Sinne der Logik „unserer Wirtschaft“.

Warum nimmt Armut zu? Warum wird Wohnen unbezahlbar? Warum steigen die Lebenshaltungskosten? Warum sind Soziales, Bildung und Gesundheit „zu teuer“? Warum wird Klimaschutz vernachlässigt? Warum sollen wir „mehr Bock auf Arbeit“ haben? Und das für eine Minirente mit 75? Warum ist es ein offenes Geheimnis, dass es den Jüngeren einmal schlechter gehen wird?

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Radikale Arbeitszeitverkürzung & andere Alternativen

Filmvorführung & Vortrag

mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 22. April 2026, 19.00 Uhr, Berlin

Aquarium Südblock, Skalitzer Str. 6

Eine Veranstaltung der Naturfreundejugend Berlin

Filmscreening & Diskussion: Ohne Chefs

Kaum jemand fragt, ob die Zukunft unserer Arbeit wirklich nachhaltig ist. Oder ob wir mit mehr, härter und länger arbeiten wirklich etwas zum Guten verändern können.

Der Dokumentarfilm „Ohne Chefs – Demokratie bei der Arbeit“ von Filmemacher Mario Burbach zeigt eine Alternative zum „Arbeitswahn“: selbstverwaltete Betriebe, die ihre eigenen Ziele und Arbeitsweisen festlegen – im Einklang mit den eigenen Vorstellungen von guter Arbeit.
Verschiedene, sogenannte Kollektivbetriebe, stellen sich und ihre Arbeitsweisen vor: vom veganen Café in Berlin-Neukölln über den Fahrradkurierdienst in Dresden bis hin zur Premium-Kaffee-Rösterei in Hamburg. Sie alle vereint, dass sie gemeinsam Entscheidungen treffen und ihre Unternehmen nach moralischen, statt rein profitorientierten Vorstellungen leiten. Das kann anstrengend sein, macht aber auch sehr viel Platz für die eigenen Wünsche und Ideen – Chefs braucht’s dazu nicht.

Nach dem Film werden wir von Lothar Galow-Bergemann mehr über Charakter und Funktionsweise des Kapitalismus hören. Kollektivbetriebe, so seine These, vermögen ihn zwar nicht aus den Angeln zu heben, können aber eine wichtige Rolle in der Formierung einer breiten und bunten gesellschaftlichen Bewegung für ein grundsätzlich anderes Wirtschaften spielen.
Es wird um die absurde Wachstumslogik und die Fülle an Bullshitarbeiten gehen, die uns „unsere Wirtschaft“ abnötigt. Aber auch um die Fallstricke von Alternativbewegungen, die Perspektive der Gewerkschaften und die Notwendigkeit radikaler Arbeitszeitverkürzung.

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Radikale Arbeitszeitverkürzung als Zukunftsprojekt

Workshop mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 23. März 2026, Bad Orb

IG Metall Bildungszentrum

im Rahmen des Seminars Arbeitszeitverkürzung: Die 4-Tage-Woche im Betrieb

Immer noch mehr Autos, noch mehr Plastik im Meer, noch höhere Finanzgebirge, noch mehr CO2. Wir arbeiten für eine Megamaschine, die Mensch und Natur ihrem Diktat unterwirft. Die Klimakrise ist der sichtbarste Ausdruck. Doch auch die Kluft zwischen Reich und Arm wächst, Gesundheit, Bildung und Soziales werden vernachlässigt, Wohnen und Rentensystem werden unbezahlbar.

Gleichzeitig leiden immer mehr Menschen unter dem Arbeitsdruck und wollen raus aus der Mühle. Da klingt es wie ein Hohn, wenn Politik und Arbeitgeber noch „mehr Bock auf Arbeit“ verlangen. Arbeiten ohne Ende, womöglich noch mit 75? Viele haben andere Vorstellungen von einem erfüllten Leben. Und warum sollen wir eigentlich immer länger arbeiten, obwohl die Computer und Roboter immer besser werden?

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“Die ganze alte Scheiße ist im Arsch” (Karl Marx)

Krisen und die Dynamik des Kapitalismus

Vortrag und Diskussion mit Julian Bierwirth (Gruppe Krisis)

Freitag, 16. Januar 2026, 18. Uhr Göttingen

Juzi, Bürgerstraße 41

“Erst hat uns der Kapitalismus ganz unglücklich gemacht und dann ist er auch noch ständig schiefgegangen.” (Bini Adamczak ).

Dass der Kapitalismus nicht nur schlecht ist für Mensch und Natur, sondern zudem regelmäßig Krisen produziert, ist derzeit in aller Munde. Oftmals ist sogar von einer multiplen Krise die Rede, weil an ganz vielen Ecken Dinge schieflaufen (z.B. in Bezug auf das Klima oder in wirtschaftlicher Hinsicht etc.). Darum wollen wir uns anschauen, was es mit dieser Krisendynamik im Kapitalismus auf sich hat, wie die aktuelle Krisensituation entstanden ist und vor welche Folge sie emanzipatorische Bewegungen stellt. Ausgehend von einer an Karl Marx orientierten Kapitalismusanalyse wollen wir versuchen, die aktuellen Ausformungen des Kapitalismus besser kritisieren zu können.

Gewerkschaftliche Luftschlösser

Die IG Metall und die Krise der Autoindustrie in Baden-Württemberg

von Lothar Galow-Bergemann

Weltweit haben sich nur wenige Regionen wirtschaftlich so vom Automobilbau abhängig gemacht wie Baden-Württemberg. Das Auto ist für viele Menschen geradezu identitätsstiftend. Weiß man etwa in Mannheim, dass das Auto von Carl Benz erfunden wurde und „schafft beim Benz“, erklärt man in Stuttgart im selben Brustton der Überzeugung, selbstverständlich heiße der Erfinder Gottlieb Daimler und man geht „zum Daimler schaffe’.“

Mit dem „schaffe’ gehe’“ hat es jahrzehntelang für viele nicht schlecht geklappt. Dass Baden-Württemberg eines der reichsten Bundesländer ist, hat viel mit der Automobilindustrie zu tun. Aber so langsam dämmert vielen, dass die guten Zeiten vorbei sein könnten. Die Angst geht um. Es gibt Umsatzeinbrüche und Stellenabbau bei den Vorzeige-Firmen Mercedes-Benz und Porsche. Bei renommierten Zulieferern wie Bosch, Mahle, Eberspächer, Allgaier und ZF werden Zehntausende Stellen abgebaut (Jungle World 35/2024). Menschen, die lange geglaubt hatten, sie stünden mit einer Stelle in der Autoindustrie auf der sicheren Seite, sind erschüttert.

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Video: Mehr arbeiten für weniger Wohlstand

Über die Zumutungen „unserer Wirtschaft“

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 29. November 2025 in Wien

auf der ACT NOW – Konferenz für soziale Kämpfe

Nur Audio:

Wir sollen mehr arbeiten, um unseren Wohlstand zu sichern. Aber trotz Mehrarbeit und Wirtschaftswachstum geht es vielen schlechter. Wohnen wird unbezahlbar. Lebenshaltungskosten steigen. Armut wächst. Soziales, Bildung und Gesundheit sind „zu teuer“. Klimaschutz wird sowieso vernachlässigt. Dass es den Jüngeren einmal schlechter gehen wird, ist ein offenes Geheimnis. Ein merkwürdiger „Wohlstand“ droht uns da.

Wir sollen mehr arbeiten für noch mehr überflüssige und schädliche Autos, Plastik im Meer und Finanzgebirge. Weil Konkurrenz statt Kooperation das Prinzip dieser Wirtschaft ist. Ihrem Ellenbogenegoismus entspringt auch die autoritär/faschistische Welle. An so eine Wirtschaft sollten wir uns nicht anpassen. Die Wirtschaft muss sich uns anpassen.

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Nach dem Scheitern von Realsozialismus und Kapitalismus: Demokratische Wirtschaftsplanung für ein Gutes Leben für alle in Planetaren Grenzen

Vortrag und Diskussion mit Walther Zeug

Donnerstag, 15. Januar 2026, 19.30 Uhr, Stuttgart

Stiftung Geißstraße, Geißstraße 7

  • Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Was können wir aus dem historischen Scheitern des Realsozialismus und der sich gegenwärtig zuspitzenden Krisendynamik des Kapitalismus lernen für die Möglichkeiten einer postkapitalistische Ökonomie?
Aufbauend auf klassischen und aktuellen Debatten zur Wirtschaftsplanung sowie auf neuen Erkenntnissen und Methoden aus den Systemwissenschaften, haben Jakob Heyer und Walther Zeug ein ökonomisches Modell entwickelt: Cybernetic Democratic Economic Planning (CDEP) – eine kybernetische, demokratische Form der Wirtschaftsplanung, die ein gutes Leben für alle innerhalb der planetaren Grenzen ermöglichen soll.
CDEP ist dabei ein Werkzeug, mit dem wir demokratisch, gerecht, effizient und effektiv darüber entscheiden könnten, welche und wie viele Ressourcen wir mit welchen Technologien und Produktionssystemen zur Befriedigung welcher gesellschaftlicher Bedürfnisse einsetzen können und wollen.

Walther Zeug leitet die Arbeitsgruppe Integrierte Nachhaltigkeitsbewertung gesellschaftlicher Systeme und Bioökonomie beim Helmhotz Zentrum für Umweltforschung in Leipzig

Mehr arbeiten für weniger Wohlstand

Über die Zumutungen „unserer Wirtschaft“

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Samstag, 29. November 2025, 10.30 Uhr, Wien

auf der ACT NOW – Konferenz für soziale Kämpfe

Kulturhaus Brotfabrik, Ankerhalle, Absberggasse 27, Stiege 3

  • Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu sehen und zu hören

Wir sollen mehr arbeiten, um unseren Wohlstand zu sichern. Aber trotz Mehrarbeit und Wirtschaftswachstum geht es vielen schlechter. Wohnen wird unbezahlbar. Lebenshaltungskosten steigen. Armut wächst. Soziales, Bildung und Gesundheit sind „zu teuer“. Klimaschutz wird sowieso vernachlässigt. Dass es den Jüngeren einmal schlechter gehen wird, ist ein offenes Geheimnis. Ein merkwürdiger „Wohlstand“ droht uns da.

Wir sollen mehr arbeiten für noch mehr überflüssige und schädliche Autos, Plastik im Meer und Finanzgebirge. Weil Konkurrenz statt Kooperation das Prinzip dieser Wirtschaft ist. Ihrem Ellenbogenegoismus entspringt auch die autoritär/faschistische Welle. An so eine Wirtschaft sollten wir uns nicht anpassen. Die Wirtschaft muss sich uns anpassen.

Lothar Galow-Bergemann lebt in Stuttgart und schreibt u.a. für Jungle World und Emma und Fritz

Eine Veranstaltung der Grünen Bildungswerkstatt Wien

Audio: Paul Lafargues „Recht auf Faulheit“ und der Kampf um radikale Arbeitszeitverkürzung heute

Gespräch mit Lothar Galow-Bergemann

gesendet am 1. November 2025

von Radio LOHRO

Ob die 48-Stunden-Woche oder die Rente mit 70… obwohl Maschinen und Computer immer effizienter werden, sollen wir immer länger arbeiten, damit Deutschland aus der ökonomischen Krise kommt. Dabei scheint uns doch das Arbeiten, wie es zurzeit eingerichtet ist, von einem guten Leben für alle immer weiter zu entfernen: Burnout, Klimawandel und Ressourcenverschwendung für Überflüssiges sind nur einige Auswirkungen. Höchste Zeit die Diskussion einmal vom Kopf auf die Füße zu stellen. In der Sendung spricht theorie.fuer.die.praxis mit Lothar Galow-Bergemann (@hefeweizenopa ) über Paul Lafargues bekanntesten Text „Das Recht auf Faulheit“ und über Arbeitsfetisch und radikale Arbeitszeitverkürzung.

Video: Woraus besteht ein Bitcoin? Und ist das wirklich „Geld”?

Vortrag von Peter Samol

Online gehalten am 17. September 2025

Nur Audio:

Kryptowährungen scheinen immer wichtiger zu werden. Manche Politiker überlegen inzwischen sogar, Bitcoins neben Gold als Reserve in den Bestand von Notenbanken aufzunehmen.

Aber was sind Bitcoin und Co. eigentlich? Stellen sie wirklich so etwas wie Geld dar oder sind sie vielleicht etwas ganz anderes?

In der Veranstaltung wird in allgemeinverständlicher Weise erklärt, wie Kryptowährungen funktionieren und was es mit der Blockchain auf sich hat, durch die sie jeweils existieren. Außerdem wird ein kurzer Vergleich mit der Funktionsweise echten Geldes zeigen, dass es zwischen einer gewöhnlichen Währung, wie zum Beispiel dem Euro, und einer Kryptowährung erhebliche Unterschiede gibt.

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