Von Moskau bis Mossul

Jihadisten sind Faschisten. Eine Antifa, die ihren Anspruch nicht aufgeben will, muss sich ihnen genauso entgegenstellen wie den Neonazis.

von Lothar Galow-Bergemann

erschienen in Jungle World Nr. 34, 21. August 2014

in französischer Übersetzung erschienen am 8. Oktober 2018 bei Solitudes Intangibles

Als im Sommer 1935 in Moskau der VII. (und letzte) Weltkongress der Kommunistischen Internationale zusammentrat, hatten die Kommunisten eine schwere Niederlage zu verarbeiten. Ausgerechnet in Deutschland, von dem man sich seit Lenin die Fortsetzung der Oktoberrevolution erhofft hatte, war die KP katastrophal gescheitert. Die Nationalsozialisten hatten die letzten Reste der Weimarer Demokratie hinweggefegt und die Arbeiterbewegung zerschlagen. Abgesehen von ein paar mutigen, aber von der Bevölkerung isolierten illegalen Kleingruppen war die »Thälmannsche Kampfpartei«, die noch vor kurzem den Mund nicht voll genug hatte nehmen können, im Lande nicht mehr existent. Am schlimmsten war, dass die Nazis das alles mit viel Zustimmung »der Arbeiterklasse und des Volkes« erreicht hatten und dass ihre Unterstützung durch die beiden Liebesobjekte der Kommunisten unaufhaltsam weiter wuchs. Weiterlesen