Eine theoretische Hinführung zu einer praktischen Perspektive
von Markus Textor
Zuerst veröffentlicht auf queerfem.de
Ein Gespenst geht um in progressiven Politkreisen – das Gespenst der kritischen Männlichkeit(1). Doch was ist überhaupt kritische Männlichkeit und warum ist sie so wichtig für den Kampf gegen Ungleichheitsverhältnisse? Bisweilen sind keine mir bekannten wissenschaftlichen Texte zum Thema kritische Männlichkeit erschienenen. Darüber hinaus gibt es auch wenige sonstige Materialien zum Thema. Gibt mensch den Begriff in eine Suchmaschine ein, werden Ergebnisse angezeigt, die auf Workshops, Vorträge oder sonstige Formate schließen lassen, bei denen die Thematik besprochen wird. Grundsätzlich, und vor allem in (queer-)feministischen, gendersensiblen, diskriminierungskritischen und anderen gesellschaftspolitischen und -kritischen Kontexten, erscheint allerdings der Eindruck, dass das Schlagwort kritische Männlichkeit bei einigen Menschen ein großes Interesse hervorruft(2). In diesem kleinen Aufsatz möchte ich vor allem die Theorie der „hegemonialen Männlichkeit“ (Connell 2015) vorstellen und anhand dieser versuchen zu verdeutlichen, wie kritische Männlichkeit sich gegen hegemoniale Männlichkeit positionieren kann. Der hier vorliegende Text ist also in seinem Aufbau ähnlich wie die Workshops, die ich(3) bisher zum Thema gehalten habe. Dieses Vorgehen ist mein persönlicher Vorschlag, um eine theoretisch fundierte Perspektive der kritischen Männlichkeit anzubieten. Weiterlesen

