Mit Texten von Emanzipation und Frieden und einem Interview mit Lothar Galow-Bergemann gesendet im Freien Radio für Stuttgart am 30.April 2010
Mit Dank an NokturnalTimes
Mit Texten von Emanzipation und Frieden und einem Interview mit Lothar Galow-Bergemann gesendet im Freien Radio für Stuttgart am 30.April 2010
Mit Dank an NokturnalTimes
Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 23. März 2012
Jens Benicke untersucht in seinem Buch das erstaunliche Phänomen, dass ein nicht geringer Teil derer, die sich in der 68er Rebellion mit großem Freiheitsdrang erhoben hatten, innerhalb kurzer Zeit in gruseligen Parteien und Organisationen gelandet ist, die jedem Emanzipationsgedanken Hohn sprachen. Benickes Untersuchung zeigt, wohin autoritäre Charakterstruktur, Denkfaulheit, Intellektuellenfeindlichkeit, Verschwörungsphantasien, Kollektivismus und Arbeitskult führen: in einen emanzipationsfeindlichen und reaktionären Sumpf. Hören Sie Ausschnitte mit einer kurzen Einleitung von Lothar Galow-Bergemann.
Radiosendung von Emanzipation und Frieden am 24. Februar 2012
mit einem Vortrag von Tomasz Konicz, gehalten am 8. Februar 2012 bei ver.di Stuttgart
An der Eurokrise sind weder die „faulen Griechen“ noch die „gierigen Bankster“ schuld. Auch ist die Krise schon viel älter, als viele glauben. Denn die gigantischen Schuldenberge sind in den vergangenen Jahrzehnten entstanden, weil sie notwendig waren, um den Kapitalismus überhaupt funktionsfähig zu erhalten. Ohne Schuldenmacherei zerbricht das System an sich selbst. Private und/oder staatliche Verschuldung stellt in zunehmenden Maße eine Systemvoraussetzung dar, ohne die der Kapitalismus nicht mehr reproduktionsfähig ist.
Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 27. Januar 2012
von Johann Jacoby
Als Wutbürger werden Leute bezeichnet, von denen man lange Zeit nicht bemerkte, dass sie unzufrieden seien, sie gehen einem Stereotyp nach üblicherweise nicht auf die Straße, um für oder gegen etwas zu demonstrieren. Siehe Ansatzpunkte zu einer Theorie des Wutbürgertums
von Johann Jacoby, Januar 2012
Als Wutbürger werden Leute bezeichnet, von denen man lange Zeit nicht bemerkte, dass sie unzufrieden seien, sie gehen einem Stereotyp nach üblicherweise nicht auf die Straße, um für oder gegen etwas zu demonstrieren. Sie sind im Großen und Ganzen unauffällig, gehen einem geregelten, eben bürgerlichen Leben nach, es geht ihnen wirtschaftlich nicht schlecht, sie sind oft mit durchschnittlichen bis gehobenen Bildungsnachweisen ausgestattet. Dennoch, und dies fiel besonders im Zusammenhang mit den Protesten gegen den Bahnhofsneubau in Stuttgart 2010/2011auf, regen sich diese Leute anscheinend urplötzlich intensiv über Dinge auf, Weiterlesen
von Lothar Galow-Bergemann und Markus Hofmann, erschienen in konkret 1/2012
Daß die Gegner der geplanten Tieferlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs bei der Volksabstimmung über das Projekt scheitern würden, war bereits unmittelbar nach dem Amtsantritt des neuen grünen Ministerpräsidenten Kretschmann klar, der wesentlich geschickter als sein Vorgänger Mappus (CDU) mit der Protestbewegung umging. Während diese nach der Abstimmungsniederlage nun erwartungsgemäß bröckelt, ist zu befürchten, daß ein neuer Mythos etabliert wird: der vom Aufschwung des demokratischen Bewußtseins im Ländle. An ihm stricken nicht nur die S21-Gegner selbst, sondern auch die rotgrüne Landesregierung, die nicht zuletzt den Protesten ihren Amtsantritt verdankt. Aber wie das mit Mythen so geht: Auch dieser hält einer Prüfung nicht stand. Weiterlesen
Eine Sendung von Emanzipation und Frieden mit einem Beitrag von Markus Mersault und Lothar Galow-Bergemann, 25. November 2011
Am Sonntag findet in Baden-Württemberg die Volksabstimmung über Stuttgart 21 statt. Weiterlesen
von Lothar Galow-Bergemann und Klaus Blees, erschienen in iz3w Nr. 324 Mai/Juni 2011
Globalisierung ist nichts substantiell Neues, seitdem die siamesischen Zwillinge Kapitalverhältnis und Weltmarkt das Licht der Welt erblickt haben, also seit ein paar hundert Jahren. Der Wegfall der Ost-West-Konkurrenz, die mikroelektronische Revolution und die Aufblähung des Finanzsektors haben die dem Kapital eigene Dynamik in den letzten beiden Jahrzehnten allerdings beträchtlich intensiviert und beschleunigt. Doch was seit Ende der 1990er Jahre als “Globalisierungskritik“ durch Diskurs wie soziale Bewegungen geistert, hat bis heute wenig zur Analyse dieser Vorgänge beigetragen. Weiterlesen
Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 22. April 2011
Die globale Krise wird von den meisten Beobachtern auf die „entfesselte Spekulation“ zurückgeführt, die von „gierigen Heuschrecken“ angefacht worden sei. Tatsächlich jedoch ist die Aufblähung des Finanzüberbaus nicht Ursache, sondern Folgewirkung und Verlaufsform einer strukturellen Krise des Kapitalismus, die seit gut dreißig Jahren durch Kredit und Spekulation immer wieder aufgeschoben wurde. Diese Methode des Krisenaufschubs stößt nun an ihre Grenzen – mit dramatischen Folgen für die gesamte Gesellschaft. Nicht die „Spekulanten“ sind das Problem, sondern der Widersinn einer Produktionsweise, die Reichtum nur als Abfallprodukt von Warenproduktion und Kapitalverwertung produziert.
oder: Was man in der Küche über den Kapitalismus lernen kann
von Lothar Galow-Bergemann, gesendet im Freien Radio für Stuttgart, 13. April 2011
Zum Anhören oder Downloaden
Nehmen Sie an, Sie stehen in Ihrer Küche und bereiten ein Essen zu. Seitdem Sie einen Schnellkochtopf haben, schmeckt es mindestens so gut wie vorher und das neue Kochverfahren ist obendrein vitaminschonender. Zudem brauchen Sie nur noch halb so lange wie früher, um das gleiche Resultat zu erzielen. Was würden Sie mit der gewonnenen Zeit anfangen? Vielleicht würden Sie eine CD einlegen oder Sie würden mit ihrem Kind spielen, vielleicht auch eine schmackhafte Nachspeise kreieren. Wer weiß, was Ihnen sonst noch einfiele. Aber Sie kämen wohl kaum auf die Idee, das gleiche Essen zweimal zu kochen, nur weil Ihnen jemand gesagt hat, dass sie ja wohl noch arbeitsfähig sind… Weiterlesen
gesendet im Freien Radio für Stuttgart am 25. Februar 2011
Man kann sich darüber nur freuen: Über die bereits gelungenen Aufstände in Tunesien und Ägypten; über die vielversprechenden Proteste gegen den irren Despoten in Libyen; über den in den Anfängen steckenden aber dennoch sich regenden Widerstand gegen verhasste Diktaturen und Regime in anderen arabischen Staaten wie Bahrain, Sudan, Jemen, Marokko, Algerien, Jordanien oder Syrien! Es bleibt zu hoffen, dass nicht nur diese bis zum Erfolg andauern, sondern auch noch andere dazukommen, wie ein längst überfälliger Umsturz im Iran… Weiterlesen
Ein entlarvendes Transparent
Mit diesem Transparent marschiert das Stuttgarter „Palästinakomitee“ auf Demos gegen Stuttgart 21
(Screenshot Palästinakomitees Stuttgart)
Ohne die Unterscheidung zwischen „gutem Gewinn“ und „schmutzigem Profit“, ohne Blindheit für den strukturellen Profitmaximierungszwang der Marktwirtschaft und ohne die Erklärung kapitalistischen Elends mit dem Handeln böser Menschen hat Antisemitismus noch nie funktioniert. „Gierige Immobilienspekulanten“ sind ihm seit jeher besonders verdächtig. Die Bösewichter müssen bloß noch als Juden ausgemacht werden und schon ist das Weltbild komplett. Das funktioniert auch mit dem jüdischen Staat als Hassobjekt. Wann heißt es: „Gierige Immobilienspekulanten arbeiten für Judenstaat“? Israelhasser sind eben Antisemiten.
Vortrag und Diskussion mit Nadja Rakowitz, Sozialwissenschaftlerin, Frankfurt am Main, Geschäftsführerin des Vereins Demokratischer Ärztinnen und Ärzte und Redakteurin der Zeitung „express“
Mittwoch, 29. September 2010, 19.00 Uhr, Forum 3, Gymnasiumstr. 21, Stuttgart Stadtmitte
eine Veranstaltung von attac Stuttgart und Emanzipation und Frieden
Die Referentin unterzieht die Grundannahmen der „Zinskritik“, wonach alleine der Zins und nicht das Kapitalverhältnis selbst das Problem sei, einer kritischen Prüfung und setzt ihr Eckpunkte einer aus ihrer Sicht treffenderen Kapitalismuskritik entgegen: Weiterlesen
[Warum die Personen an den Schalthebeln der Macht nicht das eigentliche Problem sind, das Konzept „K21“ keine wirkliche Alternative ist, Wachstum nicht zwangsläufig für alle Zeiten nach Wahn, sondern auch einmal nach Lust am Leben klingen könnte, es überlegenswert wäre, auch gegen die Rente mit 67 zu demonstrieren und was das alles miteinander zu tun hat …]
Jeder vernünftige Mensch ist gegen Stuttgart 21. Doch nicht jedes Argument gegen S21 ist vernünftig. Es ist z.B. vernünftig zu sagen, das Geld solle besser für dringende soziale Bedürfnisse ausgegeben werden. Falsch ist es jedoch, S21 „volkswirtschaftlichen Irrsinn“ zu nennen (so z.B. U. Maurer von der Linkspartei). Denn dieses – zweifelsohne irrsinnige – Projekt macht wirtschaftlich durchaus Sinn. Und das ist der Kern des Problems. Weiterlesen
Es gibt durchaus Gründe, gegen das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 zu sein.
Es gibt allerdings auch Gründe, sich in der Bewegung dagegen nicht wohlzufühlen. Sicher verbreiten nicht alle, die sich gegen S21 engagieren, diesen Aufkleber.
Aber er verdeutlicht in zugespitzter Form ein grundlegendes Problem oberflächlicher Kritik: Wo bestimmte Menschen als vermeintliche Verursacher des immanenten Wachstums- und Profitmaximierungszwangs der kapitalistischen Verhältnisse ausgemacht werden, lauert bereits der Vernichtungswunsch – zumindest im Unbewußten. Schließlich liegt, wenn „die geldgeilen Zombies“ an allem schuld sind, die vermeintliche Erlösung nahe: Man muss sie nur unter die Erde bringen. Angebracht wäre hingegen eine Kritik, die sich des fatalen Automatismus des „Immer mehr und immer schneller“ der warenproduzierenden Gesellschaft annimmt. Anregungen dazu finden Sie z.B. hier.
Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 25. Juni 2010
Lesung von Briefen Ernst Tollers (1893-1939) aus dem Gefängnis an Tessa – mit einer kurzen Einleitung. Fortsetzung der Sendung vom 5.3.2010
Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 30. April 2010
mit Anmerkungen zu dieser Flugschrift von Emanzipation und Frieden
Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 30. April 2010
Das deutsche Staatsoberhaupt macht sich Sorgen um den Kapitalismus. Man müsse ihn vor sich selbst schützen, meint Köhler. Interessant, was den ehemaligen Chef von Sparkassenverband und Weltwährungsfonds so umtreibt, doch wirklich wichtig ist eine ganz andere Frage: Wie kann man sich eigentlich selbst vor dem Kapitalismus schützen? Denn dieser – lange als „soziale Marktwirtschaft“ beweihräuchert – reißt weltweit immer mehr Menschen in den Strudel seiner Krise und lässt ihnen wenig Hoffnung, dass sich ihre Lage jemals wieder verbessern könnte. Weiterlesen