„Wer seit hundert Jahren die Fäden zieht“

Antisemitische Verschwörungstheorien in Protestbewegungen am Beispiel der Mahnwachen für den Frieden

Vortrag und Diskussion mit Laura Luise Hammel

Mittwoch, 18. Januar 2017, 20.00 Uhr, Kassel                                                               Uni Kassel Holländischer Platz, Nora Platiel Straße 5, Raum 1108, Beginn 20.00 Uhr

im Rahmen der Öffentlichen Ringvorlesung des AK Antisemitismus der Universität Kassel „Antisemitismus hat viele Gesichter. Aspekte eines gesellschaftlichen Wahns.“

Anfang 2014 sorgte auf deutschen Marktplätzen und Online-Plattformen eine neue Protestbewegung für Aufsehen. Mit ihrem Leitthema der Forderung nach „Frieden“ befasste sie sich etwa mit politischen und wirtschaftlichen Krisen oder der Rolle der Medien, aber auch eine Vielzahl esoterischer Einflüsse prägten die wöchentlichen Treffen der neuen Bewegung. Kritiker werfen den Mahnwachen eine Offenheit für Verschwörungsmythologie und Antisemitismus sowie die Bildung einer neurechten Querfront vor. Wie entstand die Bewegung? Wer waren ihre Protagonisten und was trieb die Anhänger an? Weiterlesen

Youth Against Antisemitism – Vortrag, Bands, DJs

yaa-2016

Samstag, 3. Dezember 19:30 Uhr bis Sonntag, 4. Dezember 01:30 Uhr

KOMMA Kultur Esslingen
Maillestraße 5-9, 73728 Esslingen

Mit dabei: Tilman Tarach, Krime, Amen 81, Goldstar גולדסטאר, Sputnik Booster & The Future Posers, DJs Summerisle Lord + Marc Erhardt

Im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus 2016 der Amadeu Antonio Stiftung gibt es israelisches Essen und Bier, einen Vortrag mit Lesung zum Thema Antisemitismus, untermalt von Bands und DJs.

Bisher bestätigte Programmpunkte: Weiterlesen

Comeback des Antisemitismus

Wie personalisierender Antikapitalismus und „Israelkritik“ den traditionellen Judenhass befeuern

von Lothar Galow-Bergemann

[erschienen im DIG Magazin, Zeitschrift der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Nr.4 2016/5777, S.53ff]

 
„Jawohl, sie halten uns in unserem eigenen Land gefangen, sie lassen uns arbeiten in Nasenschweiß, Geld und Gut gewinnen, sitzen dieweil hinter dem Ofen, faulenzen, pompen und braten Birnen, fressen, sauffen, leben sanft und wohl von unserm erarbeiteten Gut, haben uns und unsere Güter gefangen durch ihren verfluchten Wucher, spotten dazu und speien uns an, das wir arbeiten und sie faule Juncker lassen sein … sind also unsere Herren, wir ihre Knechte.“ Bereinigen wir das Zitat um die etwas altertümliche Sprache, lassen wir die dermaßen Beschimpften etwa nicht „faule Junker“ sondern „unnütze Schmarotzer“ sein, die nicht „Birnen braten“, sondern im Privatjet um den Globus jetten und „uns und unser erarbeitetes Gut“ nicht durch ihren „verfluchten Wucher“, sondern mithilfe ihrer „gierigen Finanzspekulationen“ bedrängen – im Handumdrehen sehen wir ein ziemlich aktuelles und weit verbreitetes Weltbild vor uns. Dass „die Gierigen da oben“ an „unserem Unglück“ schuld seien, gilt nämlich vielen ZeitgenossInnen als überzeugende Ursachenbeschreibung der seit Jahren anhaltenden weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise. Weiterlesen

Audio: Rechte, linke und andere Verschwörungsphantasien und ihre antisemitischen Implikationen

Was macht sie für viele Menschen so attraktiv?

Leicht gekürzter Vortrag von Samuel Salzborn

gehalten am 24. Oktober 2016 in Stuttgart

 

Es gehört mittlerweile fast zur Normalität politischer Ereignisse, dass Verschwörungsmythen fast so schnell produziert werden, wie die Ereignisse stattfinden – was mit der Logik der Verschwörung zu tun hat: Sie bedarf keiner Fakten, keiner Realität, keiner Wirklichkeit außer ihrer selbst, um zu funktionieren. Es bedarf
stets nur eines Anlasses, nicht einer Ursache, damit Verschwörungsphantasien formuliert werden –- denn ihre jeweils eigene hermetische Wahnwelt funktioniert in
ihrer Struktur ganz unabhängig von der Wirklichkeit, da sie in keiner Weise an empirische oder historische Fakten gebunden ist, sondern lediglich mit einem Phantasieweltbild korrespondiert, das jederzeit reformulierbar, jederzeit reproduzierbar und damit auch jederzeit in Variationen abrufbar ist. Weiterlesen

Israel und die deutsche Linke – Warum es kein Rufmord ist, über (linken) Antisemitismus zu sprechen

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 2. November 2016, 18 Uhr, Bielefeld
H2 der Universität Bielefeld

Eine Veranstaltung des Jungen Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Bielefeld  im Rahmen der Linken Ersti-Wochen an der Uni Bielefeld

In Deutschland hat man gelernt, dass Antisemitismus schlecht ist. Verstanden hat man ihn trotzdem nicht. Dieser Zustand ermöglicht es, dass man gleichzeitig antisemitischen Denkmustern anhängen und davon überzeugt sein kann, nichts damit zu tun zu haben. Das gefährliche Potential dieser Mixtur wird in Krisenzeiten besonders deutlich. Die verbreitete Gewissheit, dass „die da oben an allem schuld sind“ entspringt einem unreflektierten Bauch-Antikapitalismus, der Gesellschaftskritik mit Wut auf „gierige Bankster“, „Lügenpack“ und „Lügenpresse“ verwechselt. Doch verbreitete Sehnsucht nach einfachen Antworten und Anfälligkeit für allerlei Demagogisches und Autoritäres stehen in auffälligem Kontrast zum Credo, man habe aus der Geschichte gelernt. Letzteres mutiert zu obszöner Selbstgerechtigkeit, wenn es um den jüdischen Staat geht. Weiterlesen

Unverstandener Nationalsozialismus – Unverstandener Antisemitismus

Was Deutschland zusammenhält
Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 26. September 2016, 20.30 Uhr, Stuttgart                                                Theater Rampe, Filderstraße 47

Eine Veranstaltung der Montage-Gruppe

In Deutschland pflegt man ein merkwürdiges Selbstbewusstsein, dem die von ihm verursachten Katastrophen erstaunlich wenig anhaben können. War es in der Nachkriegszeit die Überzeugung, das „Wirtschaftswunder“ sei „unserem Fleiß“ geschuldet, der „uns“ wohltuend von anderen abhebe, so nährt sich deutsche Selbstgewissheit in jüngster Zeit vor allem aus dem Stolz auf „unser Lernen aus der Geschichte“. Stolpersteine werden verlegt, „Nie wieder“-Schwüre sind zum festen Ritual geworden, ein Holocaust-Mahnmal wurde errichtet. Doch im Gewande der Demut kommt alte Überheblichkeit daher. Andere Völker würden uns um dieses Mahnmal beneiden, sprach ein führender Historiker und konnte sich des rauschenden Beifalls der wohlanständigen Mitte dieser Gesellschaft sicher sein.
Wie wenig der Nationalsozialismus entgegen allen Beteuerungen aufgearbeitet ist, zeigt sich jedoch nirgends deutlicher als im völligen Unverständnis des Antisemitismus, von dem man eigentlich nur weiß, dass er irgendwie schlecht ist. Weiterlesen

Audio: Verquere Welt – Die Querfront als weltpolitisches Phänomen

Vortrag von Ivo Bozic

gehalten am 14. Juli 2016 in Stuttgart

 

gesendet am 22. Juli 2016 im Freien Radio für Stuttgart

War das Statement jetzt eigentlich von Sahra Wagenknecht oder doch von Alexander Gauland? Wurde das Transparent beim Ostermarsch oder bei Pegida gesehen? Hat das jemand von den Reichsbürgern gesagt oder stand das in der „Jungen Welt“? Antiwestlich, national und sozial: Ist das eigentlich rechts oder links – oder beides? In Deutschland ist seit den Erfolgen der neuen völkischen Bewegungen wie den Montagsmahnwachen, Pegida und der AfD oft von einer neuen Querfront die Rede. Doch die ist nicht nur ein deutsches Phänomen. Weiterlesen

Israel und die deutsche Linke

Warum es kein Rufmord ist über (linken) Antisemitismus zu sprechen

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 11. Juli 2016, 20 Uhr, Heidelberg
Hörsaal 1 der Neuen Uni Heidelberg

Eine Veranstaltung von Junges Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Heidelberg in Kooperation mit dem Studierendenrat der Universität Heidelberg

In Deutschland hat man gelernt, dass Antisemitismus schlecht ist. Verstanden hat man ihn trotzdem nicht. Dieser Zustand ermöglicht es, dass man gleichzeitig antisemitischen Denkmustern anhängen und davon überzeugt sein kann, nichts damit zu tun zu haben. Das gefährliche Potential dieser Mixtur wird in Krisenzeiten besonders deutlich. Die verbreitete Gewissheit, dass „die da oben an allem schuld sind“ entspringt einem unreflektierten Bauch-Antikapitalismus, der Gesellschaftskritik mit Wut auf „gierige Bankster“, „Lügenpack“ und „Lügenpresse“ verwechselt. Doch verbreitete Sehnsucht nach einfachen Antworten und Anfälligkeit für allerlei Demagogisches und Autoritäres stehen in auffälligem Kontrast zum Credo, man habe aus der Geschichte gelernt. Letzteres mutiert zu obszöner Selbstgerechtigkeit, wenn es um den jüdischen Staat geht. Weiterlesen

Projektionen für Dummies

Warum Psychoanalyse für eine Kritik des Antisemitismus unabdingbar ist

von Markus Textor

Bei einem kürzlich stattgefundenen Vortrag über modernen Antisemitismus konnte mal wieder beobachtet werden, dass es immer noch Widerstände dagegen gibt, Antisemitismus mit Hilfe der Psychoanalyse zu verstehen. Nach dem Vortrag häuften sich einerseits die erwartbaren Fragen, was denn Israel in diesem Vortrag über Antikapitalismus zu suchen habe. Die anderen Fragen bezogen sich gezielt auf die psychoanalytische Terminologie des Referenten, der Antisemitismus gelegentlich als wahnhaft und als Paranoia bezeichnete. Einige der Zuhörenden zeigten sich irritiert und bezweifelten, dass Antisemitismus etwas mit Wahn oder Paranoia zu tun haben könnte. Sie baten den Referenten mehrmals um eine genaue Beschreibung des Wahns und vermochten nicht zu glauben, dass Antisemitismus auch psychoanalytisch und nicht nur soziologisch gedacht werden kann. Weiterlesen

Verquere Welt – Die Querfront als weltpolitisches Phänomen

Vortrag und Diskussion mit Ivo Bozic

Donnerstag, 14. Juli 2016, 19.30 Uhr, Stuttgart
Stiftung Geißstr.7, Geißstr.7, 70173 Stuttgart

In Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg

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Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören.

War das Statement jetzt eigentlich von Sahra Wagenknecht oder doch von Alexander Gauland? Wurde das Transparent beim Ostermarsch oder bei Pegida gesehen? Hat das jemand von den Reichsbürgern gesagt oder stand das in der „Jungen Welt“? Antiwestlich, national und sozial: Ist das eigentlich rechts oder links – oder beides? In Deutschland ist seit den Erfolgen der neuen völkischen Bewegungen wie den Montagsmahnwachen, Pegida und der AfD oft von einer neuen Querfront die Rede. Doch die ist nicht nur ein deutsches Phänomen. Weiterlesen

Audio: Sieben antifaschistische Essentials in Zeiten von AfD und Djihadismus

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann
gehalten am 1. Juni 2016 in Nürnberg 

Stiefel- und Nadelstreifennazis wie auch den Rest der AfD-Wählerschaft verbindet trotz des äußerlichen Gegensatzes im Kern eine enge Seelenverwandtschaft mit Islamisten und Djihadisten. Alle miteinander teilen sie antimodernes Ressentiment und Sehnsucht nach homogener, patriarchal-autoritär verfasster Gemeinschaft. Die konformistische Rebellion marschiert. Wer um Mindestvoraussetzungen für Menschenwürde und gelingende Emanzipation kämpfen will, muss sich der anschwellenden Front der Barbarei in all ihren Facetten entgegenstellen. Antifaschismus steht vor neuen Fragen. Wie hilfreich und wie problematisch ist die so genannte „Islamdebatte“? Welchen Charakter und welches Entwicklungspotential hat die AfD? Was verbirgt sich hinter dem Ruf nach direkter Demokratie? Welche Chancen hat eine antiwestlich-national-sozial aufgeladene Massenbewegung? Weiterlesen

Audio: Alles Verschwörung oder was?

Über die grundlegende Dynamik von Verschwörungstheorien

Finn Blumberg im Gespräch mit Campusradio Jena

Die immer komplexer werdende Welt wird durch Verschwörungstheorien in einfachen Erklärungen dargestellt. Hinter den Geschehnissen auf der Welt werden Institutionen, Personen oder vereinzelt Staaten vermutet, die sie im Geheimen lenken.

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Heuschrecken, Gier und Weltverschwörung

Regressiver Antikapitalismus und das antisemitische Ressentiment

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 20. April 2016, 20 Uhr, Freiburg
Hörsaal 1016, Kollegiengebäude 1, Uni Freiburg

Eine Veranstaltung des Referats gegen Antisemitismus der Studierendenvertretung an der Uni Freiburg

Geht es gegen Banken und „die Finanzmärkte“, sind sich fast alle einig: Parteipolitiker, Gewerkschaften, Linke, Rechte, diverse Verschwörungsphantasten und wer sonst alles in Krisenzeiten das Wort ergreift. Alle miteinander halten sie “die Gierigen, die den Hals nicht voll genug kriegen” für die Verursacher der Krise. Auch manch vermeintlich radikaleR KapitalismuskritikerIn findet sich da in trauter Eintracht mit Finanzminister, Fernseher und Frau Meier wieder. Wenn es gegen die „Zirkulationssphäre“ geht, entstehen sonderbar anmutende Schulterschlüsse. Weiterlesen

Pathos mit Pimmelgesicht – Warum es kein gutes Anonymous gibt

von Bastian Witte

Ziemlich genau 1,8 Millionen Fans hat die deutschsprachige Facebook-Seite mit dem Titel Anonymous (Seitenname: Anonymous.Kollektiv) aktuell. Seit mehr als zwei Jahren betreibt sie eine Kampagne gegen Flüchtlinge, Medien und Vertreter aller etablierten politischen Parteien. Sie hetzt gegen die angeblich „kriminelle Kanzlerin“, die eine „Merkel-Diktatur“ errichtet habe und nun für die „eingeschleppte Migranten-Rotte“ und „illegale Asylforderer“ verantwortlich sei. Mitschuldig seien natürlich die „linksgrünen Zensurterroristen“ von der „Mutti-Multikulti-Presse“. Demonstrierende, die sich gegen die AfD oder PEGIDA wenden, werden als „staatlich bezahlte Linksterroristen“ beschimpft und Bundesjustizminister Heiko Maas für seinen Einsatz gegen Hass-Kommentare im Netz als „Reichsjustizminister“ verunglimpft. Auch Hetzbeiträge gegen die USA und Israel als angebliche Drahtzieher hinter allem Bösen, sowie gegen die typischen personifizierten Projektionsflächen des Antisemitismus (Rockefeller, Rothschild usw.) sind nicht selten. In mindestens jedem zweiten Beitrag wird seit einiger Zeit auch für das Querfront-Magazin Compact geworben oder Artikel aus dessen Online-Auftritt verlinkt.

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Audio: Höhere Mächte sind auch keine Erlösung

Zur Konjunktur des Glaubens an „höhere Mächte“ in Zeiten der Krise

Vortrag von  Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 29. Februar 2016 in Hamburg

Was verbindet so unterschiedliche Leute wie die reinkarnationsgläubige Waldorflehrerin, den selbstbewussten Kämpfer gegen gierige Bankster, die esoterisch angehauchte Bioladendauerkundin, den missionarischen Salafisten, die treue Kirchgängerin, den sonnwendfeiernden Neonazi, die eifrige Streiterin wider die Weltverschwörung der Bilderberg-Konferenz, den homophoben Rastafarian, die aus ihrem Krafttier Energie schöpfende Schamanin, den spirituelle Erlösung suchenden Insassen einer Yoga-Lebensgemeinschaft, den Hirtenworte verkündenden Bischof und die einer Verdünnung von 1:1 000 000 000 000 000 000 000 000 vertrauende grüne Stadtverordnete, die sich für eine kritische Verbraucherin hält?

Es ist der Glaube, ihr Wohl und Wehe hinge vom Walten höherer Mächte ab. Weiterlesen

Zur Psychologie des Islamischen Staates

Vortrag und Diskussion mit Felix Riedel

Donnerstag, 17. März 2016, 19.30 Uhr, Stuttgart                                                          Stiftung Geißstr.7, Geißstr.7, 70173 Stuttgart

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Der Islamische Staat hat die Barbarei weder erfunden noch auf neue Gipfel getrieben – das Köpfen, die Massenerschießungen, die ethnische Säuberung, das sind altbekannte Gespenster der bürgerlichen Revolutionen, der faschistischen Regimes, der demokratischen Peripherien in Übersee, ohnehin der anderen islamischen Staaten. Auch die Sklaverei ist eine globale und insbesondere in der islamischen Welt bereits vorher häufige Erscheinung.
Das Neue an der Praxis des Islamischen Staates, und damit seiner Psychologie, lässt sich in der historischen, dialektischen Situation bestimmen, in der er gedeiht. Weiterlesen

„Das Volk will Frieden!“ Zur Kritik der Mahnwachen-Bewegung

Vortrag und Diskussion mit Laura-Luise Hammel

Montag, 7. März 2016, 20.30 Uhr, Freiburg                                                              Antifa Kneipe                                                                                                                       – im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus

Freitag, 18. März 2016, 18.00 Uhr, Halle (Saale)
Veranstalter: NoHalgida
BildungsLokal, Waisenhausring 1b, 06108 Halle (Saale)                                                    – im Rahmen der Bildungswochen gegen Rassismus

Anfang 2014 sorgte auf deutschen Marktplätzen und Online-Plattformen eine neue Soziale Bewegung für Aufsehen. Mit dem Leitthema der Forderung nach „Frieden“ befasste sie sich mit politischen und wirtschaftlichen Krisen, der Rolle der Medien aber auch mit allerlei esoterischen Themen. Kritiker werfen der Mahnwachen-Bewegung Verschwörungsmythologie, Antisemitismus und die Bildung einer neurechten Querfront vor. Weiterlesen

Israel und die deutsche Linke

Warum es kein Rufmord ist über (linken) Antisemitismus zu sprechen

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 28. Januar 2016, 20.00 Uhr, Gießen
Alter Wetzlarer Weg 44, 35392 Gießen
Gastgeber: Archiv im Infoladen Giessen

In Deutschland hat man gelernt, dass Antisemitismus schlecht ist. Verstanden hat man ihn trotzdem nicht. Dieser Zustand ermöglicht es, dass man gleichzeitig antisemitischen Denkmustern anhängen und davon überzeugt sein kann, nichts damit zu tun zu haben. Das gefährliche Potential dieser Mixtur wird in Krisenzeiten besonders deutlich. Die verbreitete Gewissheit, dass „die da oben an allem schuld sind“ entspringt einem unreflektierten Bauch-Antikapitalismus, der Gesellschaftskritik mit Wut auf „gierige Bankster“, „Lügenpack“ und „Lügenpresse“ verwechselt. Doch verbreitete Sehnsucht nach einfachen Antworten und Anfälligkeit für allerlei Demagogisches und Autoritäres stehen in auffälligem Kontrast zum Credo, man habe aus der Geschichte gelernt. Letzteres mutiert zu obszöner Selbstgerechtigkeit, wenn es um den jüdischen Staat geht. Weiterlesen

AntiBa – Der Barbarei entgegentreten!

Über Antifaschismus in Zeiten von Djihadismus und Pegida

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 27. Januar 2016, 18.30 Uhr, Celle
Neustadt 52, 29225 Celle

Eine Veranstaltung der Linksjugend ’solid Celle

Seit zwei Jahren explodieren Dumpfbackentum, Ressentiment und Barbarei. Im Sommer 14 skandierten Massenaufmärsche „Tod den Juden!“. Organisiert wurden sie von Islamisten, Nazis und Linksreaktionären, deren antisemitischer Hass gegen Israel sie zusehends zusammenführt. Weltweit und in Europa häufen sich djihadistische Terroranschläge auf Juden und jüdische Einrichtungen, auf Symbole von Religionskritik, Meinungs- und Redefreiheit und auf Menschen, die einfach nur ihr Leben genießen oder feiern wollen. Die Reaktion darauf ist oft grotesk und macht wechselweise entweder „den Islam“ oder „den Westen“ für den Djihadimus verantwortlich. Viele verweigern sich ideologiekritischer Analyse, weil sie andernfalls ihr eigenes Ressentiment hinterfragen müssten. Auch in Deutschland erzielen Rechtsreaktionäre erschreckende Wahlerfolge. Ein rassistischer und gewalttätiger Mob agiert gegen MuslimInnen und Flüchtlinge und erfreut sich klammheimlicher bis offener Zustimmung der „Mitte der Gesellschaft“. Der Wahnsinn marschiert. Weiterlesen

Triumph des guten Willens

Dokumentarfilm, 97 Minuten, HD-Video, Farbe (Gegenfeuer Produktionen, 2016)
Süddeutschland-Filmpremiere und Filmgespräch. Der Filmemacher ist zu Gast.

Dienstag, 26. Januar 2016, 20 Uhr, Esslingen
KOMMA Kultur Esslingen, Maillestraße 5-9, 73728 Esslingen am Neckar

Die Dokumentation setzt sich filmisch mit den Texten des Publizisten Eike Geisel auseinander. Im Zentrum stehen Geisels Kritiken an der deutschen Erinnerungspolitik und seine These über die “Wiedergutwerdung der Deutschen”. Drei Texte Geisels aus den 1990er Jahren über die Neue Wache und das Holocaust-Mahnmal kontrastieren die heutigen Bilder der beschriebenen Gedenkstätten. Sie zeigen eine Normalität, die es eigentlich nicht geben dürfte. Weiterlesen