Audio: Wohin steuert der Nahe Osten?

Vortrag von Thomas von der Osten-Sacken

gehalten am 19. Juli 2018 in Esslingen am Neckar     

“Schon seit sieben Jahren herrscht Krieg in Syrien. Die Baathisten, die während dieses Krieges als die mit Abstand größten Massenmörder aufgetreten sind, werden diesen anscheinend gewinnen. Möglich wurde dies durch die massive Hilfe durch das Putin-Regime, die Hisbollah und die Islamische Republik Iran. Letztere hadert zwar mit massiven Aufständen im Inneren, verfolgt aber weiter eine expansionistische Strategie, um ihre Rolle als Regionalmacht auszubauen. Dabei macht sie keinen Hehl aus ihrem Ziel, der Vernichtung Israels. Gleichzeitig liefert sich der Iran im Jemen einen Stellvertreterkrieg mit der anderen Regionalmacht Saudi-Arabien. Erdogans Türkei, die im Inneren praktisch nichts mehr mit einer Demokratie zu tun hat, hat unterdessen mit russischem Segen die kurdische Selbstverwaltung angegriffen. Und auch für die Unabhängigkeitsbestrebungen in Irakisch-Kurdistan sieht es schlecht aus. Völlig unklar ist indes, welche Rolle die Vereinigten Staaten in Zukunft im Nahen Osten gedenken zu nehmen.” Weiterlesen

Audio: Rassismus und Islamkritik

Interview mit Lothar Galow-Bergemann

Gruppe la:iz , Berlin, 9. Mai 2018

Zum Zusammenhang von kapitalistischer Krise und Sehnsucht nach bösen Schuldigen und guten Erlösern. Protofaschistischer Rechtspopulismus und Islamismus als verschiedene Facetten der selben weltweiten reaktionären Welle. Über die Notwendigkeit von Islamkritik und die Versäumnisse einer Linken, die sich in dem Maße selbst aufgibt, wie sie Religionskritik aufgibt. Über das verbreitete Ressentiment gegen Menschen, die als muslimisch wahrgenommen werden und warum dieses Ressentiment mehr ist als nur „normale“ Fremdenfeindlichkeit. Weshalb Islamismus und Djihadismus nicht verharmlost werden dürfen, aber die Gefahr eines neuen Faschismus in erster Linie aus der Mehrheitsgesellschaft erwächst. Weiterlesen

Wohin steuert der Nahe Osten?

Vortrag und Diskussion mit Thomas von der Osten-Sacken

Donnerstag, 19. Juli 2018, 19.30 Uhr, Esslingen am Neckar                                       KOMMA Jugend und Kultur, Maille 5-9

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

“Schon seit sieben Jahren herrscht Krieg in Syrien. Die Baathisten, die während dieses Krieges als die mit Abstand größten Massenmörder aufgetreten sind, werden diesen anscheinend gewinnen. Möglich wurde dies durch die massive Hilfe durch das Putin-Regime, die Hisbollah und die Islamische Republik Iran. Letztere hadert zwar mit massiven Aufständen im Inneren, verfolgt aber weiter eine expansionistische Strategie, um ihre Rolle als Regionalmacht auszubauen. Dabei macht sie keinen Hehl aus ihrem Ziel, der Vernichtung Israels. Gleichzeitig liefert sich der Iran im Jemen einen Stellvertreterkrieg mit der anderen Regionalmacht Saudi-Arabien. Erdogans Türkei, die im Inneren praktisch nichts mehr mit einer Demokratie zu tun hat, hat unterdessen mit russischem Segen die kurdische Selbstverwaltung angegriffen. Und auch für die Unabhängigkeitsbestrebungen in Irakisch-Kurdistan sieht es schlecht aus. Völlig unklar ist indes, welche Rolle die Vereinigten Staaten in Zukunft im Nahen Osten gedenken zu nehmen.” Weiterlesen

Audio: Die kulturpolitische Komposition der neuen Türkei

Vortrag von Sabine Küper-Büsch, Istanbul

gehalten am 3. Mai 2018 in Stuttgart  

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan formt an einem Modell, dass er “die neue Türkei“ nennt. Im Wahljahr 2019 werden im Land sowohl die Vertreter der Kommunen als auch die Zusammensetzung des Parlamentes und ein mit einschneidenden Autoritäten ausgestatteter Präsidenten gewählt. Die Opposition spricht offen von Diktatur und Führerkult, die Anhänger der “Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt” (AKP) sehen neue Glanzzeiten unter dem “Reis”, dem Führer, anbrechen. Begleitet wird die umfassende Transformation des republikanischen Staatsmodells zu einer bislang unbekannten Form der neoliberalen, islamisch-konservativen Autokratie mit parlamentarischen Mustern von einem umfassenden kulturpolitischen Programm. Neben Grossbauprojekten wie dem grössten Flughafen der Welt, der grössten Moschee und der größten Hängebrücke über dem Bosporus, gehört auch eine islamisch-konservative Kulturschmiede zu den Bausteinen der neuen Türkei. Weiterlesen

AntiBa – der Barbarei entgegentreten!

Antifaschismus in Zeiten von AfD und Djihadismus.

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 4. Juni 2018, 19 Uhr, Berlin                                                                         Remise der „Magda19“, Magdalenenstraße 19

Eine Veranstaltung von Emanzipative Antifaschistische Gruppe Berlin

Seit vier Jahren explodieren Dumpfbackentum und Gewalt. 2014 skandierten erstmals seit 1945 wieder Massenaufmärsche in Deutschland „Tod den Juden!“ Organisiert wurden sie von Islamisten, Nazis und Linksreaktionären, deren antisemitischer Hass gegen Israel sie zusehends zusammenführt. Weltweit häufen sich djihadistische Terroranschläge auf jüdische Einrichtungen, auf Symbole von Religionskritik, Meinungs- und Redefreiheit und auf Menschen, die einfach nur ihr Leben genießen oder feiern wollen.

Doch damit nicht genug. Schon bald nach dem kurzlebigen „Sommermärchen“ von 2015 offenbarte sich im kollektiven Herbeiphantasieren einer angeblichen „Flüchtlingskrise“ eine tief sitzende Menschenfeindlichkeit großer Teile der deutschen Mehrheitsbevölkerung. Kaschiert wird sie mit der Floskel, „wir“ könnten ja schließlich „nicht alle aufnehmen“. Weiterlesen

„Existenzrecht Israels nicht verhandelbar“

Interview mit Jörg Freitag

erschienen am 22. April 2018 in der Esslinger Zeitung

Das Jugendkulturzentrum Komma in Esslingen/Neckar veranstaltet zusammen mit dem Jungen Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Region Stuttgart e.V. und dem Förderverein Emanzipation und Frieden e.V. seit 2014 ein Festival gegen Antisemitismus: „Youth Against Antisemitism“. Jetzt wurde es dafür ausgezeichnet.
Die Esslinger Zeitung spräch mit Jörg Freitag über Israelfeindlichkeit, die Anfälligkeit der Linken und legitime Kritik. Weiterlesen

Die kulturpolitische Komposition der neuen Türkei

Vortrag und Diskussion mit Sabine Küper-Büsch, Istanbul

Donnerstag, 3. Mai 2018, 19.30 Uhr, Stuttgart                                                         Stiftung Geißstraße 7, Stiftungssaal, Geißstraße 7

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan formt an einem Modell, dass er “die neue Türkei“ nennt. Im Wahljahr 2019 werden im Land sowohl die Vertreter der Kommunen als auch die Zusammensetzung des Parlamentes und ein mit einschneidenden Autoritäten ausgestatteter Präsidenten gewählt. Die Opposition spricht offen von Diktatur und Führerkult, die Anhänger der “Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt” (AKP) sehen neue Glanzzeiten unter dem “Reis”, dem Führer, anbrechen. Begleitet wird die umfassende Transformation des republikanischen Staatsmodells zu einer bislang unbekannten Form der neoliberalen, islamisch-konservativen Autokratie mit parlamentarischen Mustern von einem umfassenden kulturpolitischen Programm. Neben Grossbauprojekten wie dem grössten Flughafen der Welt, der grössten Moschee und der größten Hängebrücke über dem Bosporus, gehört auch eine islamisch-konservative Kulturschmiede zu den Bausteinen der neuen Türkei. Weiterlesen

Audio: Lässt sich Irans Atombewaffnung noch verhindern?

Vortrag von Matthias Küntzel

gehalten am 17. Januar 2018 in Stuttgart

auf Einladung der Universitätsbibliothek der Universität Stuttgart, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Region Stuttgart e.V. und der Konrad-Adenauer-Stiftung Baden-Württemberg

Die Zukunft des Atomdeals, den die UN-Vetomächte und Deutschland im Juli 2015 mit Iran vereinbarten, ist offen. Für Berlin und die EU handelt es sich um einen „historischen Erfolg der Diplomatie“, der um jeden Preis zu verteidigen sei. Die Trump-Administration bezeichnet den Deal hingegen als „eines der schlechtesten Abkommen“, dem die USA je beigetreten seien. Sie wird hierbei von Israel und mehreren arabischen Staaten unterstützt.
Einig ist man sich jedoch in der Einschätzung, dass die Hoffnung, der Iran werde infolge des Atomabkommens seine radikal antiwestliche Haltung abmildern, getrogen hat. Stattdessen hat das Regime seinen außen- wie innenpolitischen Kurs verschärft: Weiterlesen

Audio: Höhere Mächte, Unterwerfung und Emanzipation

Zur Aktualität von Religionskritik in Zeiten der Krise

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 16. November 2017 in Gießen

Der Glaube an das Walten höherer Mächte will auch nach drei Jahrhunderten Aufklärung nicht vergehen. In Krisenzeiten, wo Unsicherheit und Zukunftsängste um sich greifen, hat er erst recht Konjunktur. Religion und Religiosität erlangen ungeahntes gesellschaftliches Gewicht. Das gilt nicht nur, aber vor allem für den Islam und die Kontroverse um ihn. Doch ob sich Menschen den eingebildeten Mächtigen angst- und lustvoll unterwerfen, wie es vorzugsweise dem lieben Gott und seinen diversen Spielarten widerfährt oder ob sie sich ihnen als den imaginierten „Herrschern des Geldes“ in rebellischem Gestus entgegenstellen – die wirkliche „höhere Macht“, die ihr Leben beherrscht, durchschauen sie solange nicht, wie ihnen die Zwänge der Kapitalverwertung „natürlich“ und unhinterfragbar scheinen. Weiterlesen

Es gibt keine anti-antisemitische Rechte

Ein Tagungsband zu Antisemitismus, völkischem Nationalismus und Geschlechterbildern bei AfD und FPÖ

Buchbesprechung von Lothar Galow-Bergemann

erschienen im DIG-Magazin, Zeitschrift der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Nr. 2 2017/5778, S. 50

Das ganze Heft als pdf herunterladen

Paradoxerweise nehmen viele Menschen die antisemitische Motivation des djihadistischen Terrors kaum wahr, obwohl sie doch so offen zutage liegt. Das hat sowohl mit dem unverstandenen Antisemitismus breiter Bevölkerungskreise zu tun als auch mit der falschen Vorstellung, Kritik des Islam(ismus) sei rassistisch. Manchmal scheint es, als würden ausgerechnet Rechtspopulisten da eine Ausnahme machen. Manche Israelfreundin wähnt deswegen sogar Verbündete in ihnen. Doch wie verhält es sich wirklich? Was ist von proisraelischen Bekenntnissen einiger AfDler zu halten und gibt es womöglich heute im Unterschied zu früher so etwas wie eine anti-antisemitische Rechte? Gemeinsam untersuchten das Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien und das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands diese und andere Fragen mit Blick auf die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) und die Alternative für Deutschland (AfD). Der Tagungsband ist nun erschienen und sei hiermit wärmstens empfohlen. Weiterlesen