Audio: Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres und Regressives in der Linken gestern und heute

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 30. November 2021

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

Das kann sich in Männlichkeitskult und sexistischem Verhalten äußern, in der Vorliebe fürs Agitieren statt fürs Argumentieren oder in der Vorstellung, antifaschistische Akteur*innen seien stets im Recht, was auch immer sie tun. Aber auch im Glauben, man sei zur „Führung der Arbeiterklasse“ berufen. Der Griff in die Mottenkiste staatssozialistischer Parteidiktaturen und Sympathie für autoritäre Führergestalten wie Lenin liegen da oft nahe. Der Glaube, „die Klasse und das Volk“ brauche eigentlich nur die richtigen Führer, korreliert zudem mit zwei ebenso absurden wie folgenreichen Fehleinschätzungen: Nationalsozialismus und Antisemitismus seien die Folge rechter Verführungskünste und bürgerlich-rechtsstaatliche Verhältnisse seien letztlich ebenfalls „faschistisch“.

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Audio: Warum die BDS-Kampagne gegen Israel antisemitisch ist

Vortrag von Florian Markl

gehalten am 4. Dezember 2021

Wenn Radiohead oder Nick Cave Stress von Thurston Moore (Sonic Youth) und Roger Waters (Pink Floyd) bekommen, weil sie ein Konzert in Tel Aviv spielen, dann ist die BDS-Kampagne im Spiel. Ebenso sollen Israelische Wissenschaftler:innen nicht an Universitäten in den USA oder Europa auftreten dürfen. Wenn vor Deinem Supermarkt Menschen stehen, die Dir verbieten möchten, Israelische Weine oder Datteln zu kaufen, dann erinnert das an eine ganz dunkle Zeit, in der man dazu aufgefordert wurde: „Kauft nicht bei Juden!“

Die BDS-Kampagne (Boycott, Divestment and Sanctions) ist antisemitisch. Die Zusammenhänge erklärt der Wiener Politikwissenschaftler Florian Markl.

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Audio: Der Antiziganismus der „sauberen Deutschen“

Zur Aktualität einer sozialpsychologischen Betrachtung des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen 1992

Vortrag von Merle Stöver

gehalten am 25. November 2021

Unter Parolen wie „Deutschland den Deutschen! Ausländer raus!“ belagerte im August 1992 ein Bündnis aus Rostocker Anwohner*innen und eigens zu diesem Anlass angereisten Nazis die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber*innen (ZASt) und das Wohnheim vietnamesischer Vertragsarbeiter*innen. Mehr als hundert Vietnames*innen und antifaschistische Unterstützer*innen entgingen dem Tod in dem brennenden Haus nur knapp.

Über die immense Bedeutung des Pogroms von Lichtenhagen für den Rassismus des wiedervereinten Deutschlands ist man sich – zumindest in der gesellschaftlichen Linken – im Grunde genommen einig. Dass jene Ausschreitungen jedoch vor allem das Ergebnis der antiziganistischen Gerüchte und Ressentiments waren, mit denen Politik und Medien bereits seit 1990 gegen asylsuchende Rumän*innen hetzten und die Debatte über den „Asylkompromiss“ befeuerten, ist weitestgehend unbekannt.

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Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres und Regressives in der Linken gestern und heute

Online-Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Dienstag, 30. November 2021, 18.00 Uhr

Eine Veranstaltung der DGB Hochschulgruppe Leipzig

  • Der Vortrag ist mittlerweile HIER nachzuhören

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

Das kann sich in Männlichkeitskult und sexistischem Verhalten äußern, in der Vorliebe fürs Agitieren statt fürs Argumentieren oder in der Vorstellung, antifaschistische Akteur*innen seien stets im Recht, was auch immer sie tun. Aber auch im Glauben, man sei zur „Führung der Arbeiterklasse“ berufen. Der Griff in die Mottenkiste staatssozialistischer Parteidiktaturen und Sympathie für autoritäre Führergestalten wie Lenin liegen da oft nahe. Der Glaube, „die Klasse und das Volk“ brauche eigentlich nur die richtigen Führer, korreliert zudem mit zwei ebenso absurden wie folgenreichen Fehleinschätzungen: Nationalsozialismus und Antisemitismus seien die Folge rechter Verführungskünste und bürgerlich-rechtsstaatliche Verhältnisse seien letztlich ebenfalls „faschistisch“.

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Youth Against Antisemitism

Samstag, 4. Dezember 2021, 19 Uhr, Online

Ein Abend mit einem Vortrag von Florian Markl zur antisemitischen BDS-Kampagne und einem Livekonzert des Berliner Duo Ghost bag & Tine Fetz

Livestreams auf www.komma.info

Bei „Youth Against Antisemitism“ verbinden wir politische Bildung und Subkultur miteinander. In Zentrum stehen aktuelle Erscheinungsformen von Antisemitismus, die ein gesamtgesellschaftliches Problem darstellen, unabhängig von politischen Orientierungen wie links, konservativ oder rechts.

Dieses Jahr ist Florian Markl mit einem Vortrag zur BDS-Bewegung zu Gast. Markl ist Politikwissenschaftler und wissenschaftlicher Leiter des unabhängigen Nahost-Thinktanks „Mena-Watch“ in Wien. Zusammen mit dem Journalisten und Autoren Alex Feuerherdt hat er zur BDS-Bewegung recherchiert. Als Ergebnis entstand das Buch „Die Israel-Boykottbewegung: Alter Hass in neuem Gewand“. Darum wird es auch im Vortrag gehen.

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Audio: „Nie wieder!“ Die Bedeutung eines Leitsatzes aus israelischer Sicht

Vortrag von Oliver Vrankovic, Israel

gehalten am 5. Oktober 2021

Eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Geißstraße 7 und des Fördervereins Emanzipation und Frieden e.V.

Im Rahmen seines Vortrags „Nie wieder!“ berichtet Oliver Vrankovic von seinen Erfahrungen mit Zeitzeugen der Reichspogromnacht und Überlebenden des Holocaust. Er erzählt die Geschichte der Überlebenden, die (vor und nach dem Holocaust) nach Palästina geflohen sind und zu Mitbegründern und Verteidigern des Staates Israel wurden, weiter. Der Vortrag ist unterlegt mit Filmausschnitten, in denen die letzten Zeugen zu sehen und zu hören sind.

Thematisch setzt sich der Vortrag mit der israelischen Staatsräson „Nie wieder“ auseinander. Dabei behandelt er insbesondere den eliminatorisch gesinnten Antisemitismus, dem der jüdische Staat seit seiner Gründung ausgesetzt ist und wie diese Gefahr vor dem Hintergrund der Erfahrung des Holocaust verstanden und bekämpft wird.

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Audio: Die ausrastenden Insassen des Krisenkapitalismus

Zur Einordnung der „Querdenkerproteste“

von Lothar Galow-Bergemann

gelesen von Eva Welsch

Langfassung: Audio: Ausrastende Insassen – Coronakrise, Kapitalismus und Konformistische Rebellion

Warum gibt es fast keine vernünftigen, aber so viele absurde Proteste gegen die staatliche Coronapolitik? Warum glauben immer mehr Menschen haarsträubenden Unfug? Warum schützen auch Bildung und Intelligenz nicht davor? Und warum finden da Leute zusammen, denen man doch eigentlich nicht viel Gemeinsamkeit zutraut? Alternative Esoterik- und wirtschaftsliberale Kapitalismus-Fans, Nazis und Hippies, Linke und Reichsbürger, Gutbürgerliche und Antiautoritäre…

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Aus der (Alb)Traum? Was passiert mit Querdenken und Anhänger*innen von Verschwörungstheorien nach der Pandemie?

Vortrag und Diskussion mit Laura Hammel

Donnerstag, 7. Oktober 2021, 18.00 Uhr, Jena

JG Stadtmitte, Johannisstraße 14

Eine Veranstaltung von Solidarität statt Querdenken. Bündnis gegen Verschwörungsideologien und Antisemitismus

Verschwörungstheorien in gegenwärtigen Protestbewegungen am Beispiel der Proteste in der COVID-19-Pandemie, Analyse neuartiger Protestphänomene am Beispiel von Querdenken

Seit über einem Jahr werden die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie von Protesten sogenannter „Querdenker“ begleitet. Die Demonstrierenden protestieren gegen Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht und Impfungen und fordern eine Wiederherstellung des gesellschaftlichen Zustandes der Vorpandemiezeit. Die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung verstehen die Querdenker als versteckte Mittel, um die Demokratie in Deutschland abzuschaffen. Kritiker*innen werfen ihnen deshalb vor, offen für Verschwörungstheorien zu sein und rechtsextremen Positionen und Personen auf ihren Demonstrationen Raum zu geben. Seit April 2021 werden die Proteste aufgrund ihrer staatsdelegitimierenden Positionen bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet. Auch wenn sich nach eineinhalb Jahren für viele Menschen in Deutschland ein pandemischer Alltag eingestellt hat, erfreut sich Querdenken eines relativ konstanten Zulaufs. Weiterlesen

Der Antiziganismus der „sauberen Deutschen“

Zur Aktualität einer sozialpsychologischen Betrachtung des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen 1992

Online-Vortrag und Diskussion mit Merle Stöver

Donnerstag, 25. November 2021, 19.30 Uhr

Eine Kooperation von Laboratorium und Emanzipation und Frieden

  • Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Unter Parolen wie „Deutschland den Deutschen! Ausländer raus!“ belagerte im August 1992 ein Bündnis aus Rostocker Anwohner*innen und eigens zu diesem Anlass angereisten Nazis die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber*innen (ZASt) und das Wohnheim vietnamesischer Vertragsarbeiter*innen. Mehr als hundert Vietnames*innen und antifaschistische Unterstützer*innen entgingen dem Tod in dem brennenden Haus nur knapp.

Über die immense Bedeutung des Pogroms von Lichtenhagen für den Rassismus des wiedervereinten Deutschlands ist man sich – zumindest in der gesellschaftlichen Linken – im Grunde genommen einig. Dass jene Ausschreitungen jedoch vor allem das Ergebnis der antiziganistischen Gerüchte und Ressentiments waren, mit denen Politik und Medien bereits seit 1990 gegen asylsuchende Rumän*innen hetzten und die Debatte über den „Asylkompromiss“ befeuerten, ist weitestgehend unbekannt.

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Audio: Afghanistan – Niederlage und Verrat

Afghanistan und der Westen 20 Jahre nach 9/11

Vortrag von Thomas von der Osten Sacken

gehalten am 26. August 2021

Eine gemeinsame Veranstaltung der Seebrücke Stuttgart und des Fördervereins Emanzipation und Frieden e.V.

Genau 20 Jahre nach 9/11 haben die Taliban die Kontrolle über Afghanistan zurückgewonnen. Der Westen macht sich überhastet davon und hinterlässt Chaos, blankes Entsetzen und Todesangst. – Welche Bilanz bleibt aus zwei Jahrzehnten „War on Terror“ zu ziehen? Wie konnten die Taliban so schnell zurückkehren, warum gab es kaum Gegenwehr und was steht den Menschen in Afghanistan sowie die Geflüchteten nun bevor?

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Niederlage und Verrat

Afghanistan und der Westen 20 Jahre nach 9/11

Vortrag und Diskussion mit Thomas von der Osten Sacken

Donnerstag, 26. August 2021, 19.30 Uhr, online

Eine gemeinsame Veranstaltung der Seebrücke Stuttgart und des Fördervereins Emanzipation und Frieden e.V.

  • Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Genau 20 Jahre nach 9/11 haben die Taliban die Kontrolle über Afghanistan zurückgewonnen. Der Westen macht sich überhastet davon und hinterlässt Chaos, blankes Entsetzen und Todesangst. – Welche Bilanz bleibt aus zwei Jahrzehnten „War on Terror“ zu ziehen? Wie konnten die Taliban so schnell zurückkehren, warum gab es kaum Gegenwehr und was steht den Menschen in Afghanistan sowie die Geflüchteten nun bevor?

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“Nie wieder!”

Online-Vortrag und Diskussion mit Oliver Vrankovic, Israel

Dienstag, 5. Oktober 2021, 19.30 Uhr

Eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Geißstraße 7 und des Fördervereins Emanzipation und Frieden e.V.

  • Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Im Rahmen seines Vortrags „Nie wieder!“ berichtet Oliver Vrankovic von seinen Erfahrungen mit Zeitzeugen der Reichspogromnacht und Überlebenden des Holocaust. Er erzählt die Geschichte der Überlebenden, die (vor und nach dem Holocaust) nach Palästina geflohen sind und zu Mitbegründern und Verteidigern des Staates Israel wurden, weiter. Der Vortrag ist unterlegt mit Filmausschnitten, in denen die letzten Zeugen zu sehen und zu hören sind.

Thematisch setzt sich der Vortrag mit der israelischen Staatsräson „Nie wieder“ auseinander. Dabei behandelt er insbesondere den eliminatorisch gesinnten Antisemitismus, dem der jüdische Staat seit seiner Gründung ausgesetzt ist und wie diese Gefahr vor dem Hintergrund der Erfahrung des Holocaust verstanden und bekämpft wird.

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Sommer 1941: Die Wehrmacht beim Judenmord

Vortrag von Hannes Heer

anlässlich des Gedenkens an den deutschen Überfall auf die Sowjetunion vor 80 Jahren

Montag, 25. Oktober 2021, 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr, Stuttgart

Hospitalhof, Paul-Lechler-Saal | Büchsenstr. 33, 70174 Stuttgart

  • Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

„Der Jude“, hatte Hitler 1925 in Mein Kampf erklärt, „ist und bleibt der ewige Parasit, ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet. Wo er auftritt, stirbt das Gastvolk nach kürzerer oder längerer Zeit ab.“ Im Frühjahr 1939 verkündeten die „Schulungshefte“ der Wehrmacht: „Wir Deutsche kämpfen heute einen doppelten Kampf. Den nichtjüdischen Völkern gegenüber wollen wir nur unsere Lebensinteressen durchsetzen. Das Weltjudentum aber bekämpfen wir wie einen giftigen Parasiten. Dieser Kampf ist ein sittlicher Kampf für die Reinheit und Gesundheit des gottgeschaffenen Volkstums und für eine neue gerechtere Ordnung in der Welt.“ Im März 1941, drei Monate vor dem Überfall auf die Sowjetunion, nannte Hitler den „jüdischen Bolschewismus“ als zukünftigen Gegner. Und die Kommandeure erhielten die Instruktion: „Die Truppe muß sich darüber klar sein, daß der Kampf von Rasse zu Rasse geführt wird.“ Beim Einmarsch der Wehrmacht am 22. Juni 1941 verfügten die Truppen über „Volkstumskarten“, in denen die Einwohnerzahlen der Dörfer und Städte am Marschweg, aber auch der Anteil der Juden und die Zahl der Synagogen angegeben waren. Dieses Wissen erlaubte es den Panzer- und Infanteriedivisionen, in den Städten die männlichen Juden auf die zentralen Plätze zu treiben, ihnen ihr Schicksal zu verkünden und dann 20 bis 70 Juden stellvertretend zu erschießen. Ab Juli/August 1941 übernahmen dann die SS-Einsatzgruppen die Aufgabe der Vernichtung aller Juden, auch der Frauen und Kinder.

Hannes Heer, Jg. 1941, hat nach dem Studium der Geschichte und Literatur in Freiburg und Bonn als Theaterdramaturg, Filmregisseur und Ausstellungsmacher gearbeitet. Er leitete u. a. die Ausstellungen „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ und „Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der ‚Juden’ aus der Oper 1933 bis 1945.“ Heer hat zahlreiche Publikationen zur Geschichte von Antisemitismus, Nationalsozialismus, Krieg und Nachkriegserinnerung verfasst. Er ist Träger der Carl-von-Ossietzky-Medaille und lebt in Hamburg.

Die Islamdebatte – Diskriminierung oder Emanzipation?

Online-Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 9. Juni 2021, 19.30 Uhr

Eine Veranstaltung des AStA der Universität Vechta

Zugang zur BigBlueButton-Konferenz HIER

Migrant*innen sind nicht nur dem Rassismus der Mehrheitsgesellschaft ausgesetzt. Nicht wenige leiden auch unter patriarchalen und emanzipationsfeindlichen Ideologien innerhalb ihrer Communities. Dies gilt insbesondere für „den Islamismus“. Denn trotz ihres äußerlichen Gegensatzes verbindet Islamist*innen im Kern eine enge Seelenverwandtschaft mit Anhänger*innen rechtspopulistischer und faschistischer Parteien. Sie alle teilen die Sehnsucht nach homogener, patriarchal-autoritärer Gemeinschaft und verschiedene Formen von Antisemitismus. Kann man islamistische Unterdrückung und Gewalt kritisieren, ohne Vorurteile und Ressentiments weiter zu befördern? Welche Fallstricke hat die Islamdebatte? Wie hilfreich sind Begriffe wie „Islamophobie“ oder „Islamkritik“? Was macht sie problematisch?

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Menschenhass mit Grundgesetzfetisch

Warum die selbst ernannten „Querdenker“ in Wahrheit autoritäre Konformist*innen sind

als Flyer (pdf)

Rückkehr zum Gewohnten um jeden Preis
Das mitleidlose und emotional ausgetrocknete Subjekt des „Querdenkers“s ist ein Produkt unserer Konkurrenzgesellschaft. Es sieht sich selbst als Einzelkämpfer*in in einer feindseligen Welt und legt die innerlich empfundene Furcht vor Krankheit oder ausbleibender Versorgung als unzulässige Schwäche des eigenen Charakters aus. Der Gedanke, von einem unkontrollierbaren Infektionsgeschehen abzuhängen oder von der Fürsorge durch andere Personen ist „Querdenkern“ unerträglich. Ihnen fehlt schlicht das Vertrauen in das Wohlwollen ihrer Mitmenschen, weswegen sie eine gemeinsame Überwindung der Seuche für ebenso unmöglich halten, wie eine Impfforschung ohne Hintergedanken oder eine Gesundheitsversorgung, die auf Fairness basiert. Als einzige erreichbare Zuflucht erscheint ihnen der bisherige Status Quo, dessen Wiederherstellung sie folglich mit aller Macht erzwingen wollen – selbst wenn andere dafür sterben. Ihre angebliche „Rebellion“ ist nichts anderes, als der egoistische und rücksichtslose Versuch, verlorene Privilegien zurück zu erobern.

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„Querdenkern“ in die Quere kommen – Schluss mit antisemitischem Verschwörungsgeraune!

Mahnwache am Kronprinzplatz Ecke Büchsen / Kronprinzstraße, Stuttgart City

Samstag, 17. April 2021, 11.30 Uhr bis 16.00 Uhr

  • Videos und Texte der Reden sind mittlerweile hier zu finden:

Als ich noch nicht so müde und erschöpft war, habe ich manchmal mit „Querdenkern“ diskutiert

Schluss mit antisemitischen Verschwörungsmythen – Für eine radikale Gesellschaftskritik

Warum gibt es so wenig vernünftige und so viel absurde Corona-Proteste?

Kurzfassung

——-

Am kommenden Samstag, 17.04., haben sich in Stuttgart erneut Proteste aus dem Umfeld der verschwörungstheoretischen Bewegung angekündigt.
Während die Infektionszahlen erneut massiv steigen und die Plätze auf Intensivstationen knapp werden, machen sich die selbsternannten „Querdenker“ auf den Straßen mit ihren Forderungen nach einem Ende jeglicher Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie breit. Neben Realitätsverweigerung und Rücksichtslosigkeit haben sie antisemitische Verschwörungstheorien im Demo-Gepäck, die es so zu einer lange nicht gekannten Präsenz in der Öffentlichkeit schaffen. Eine enthemmte Bürgerlichkeit Hand in Hand mit offen Rechtsextremen, Reichsbürgern und Esoterikern – auch uns langt´s.

Wir schließen uns dem Aufruf von „Stuttgart gegen Rechts“ an und beteiligen uns an den Protesten gegen die „Querdenken“ Demo. Von 11.30 – 16.00 werden wir am Kronprinzplatz mit einer Mahnwache und Infomaterialien zu finden sei. Kommt vorbei und beteiligt euch an den Protesten. Mit Abstand, Maske und Verstand.

Für einen solidarischen Shutdown und eine vernünftige ZeroCovid Strategie! Gegen Antisemitismus und Verschwörungsdenken!

emanzipation & frieden / emma & fritz

Audio: Angst um die Vormachtstellung

Über den gesellschaftlichen Einfluss und die Anschlussfähigkeit des Antifeminismus

Online-Vortrag von Rebekka Blum

gehalten am 4. März 2021

Eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Geißstraße 7 und des Fördervereins Emanzipation und Frieden e.V.

Seit Mitte der 2000er Jahre sind die Beschwörungen von “Gender-Ideologie”, “Erziehung zum Einheitsmenschen” und “feministische Weltverschwörung” mindestens unter AntifeministInnen in aller Munde. Im Vortrag zeigt Rebekka Blum die Gefahr des Antifeminismus als mobilisierende Bindeglied-Ideologie von konservativen, religiös-fundamentalistischen, maskulinistischen bis hin zu (extrem) rechten Bewegungen nach. Davon ausgehend zeigt sie die Verschränkung von Antifeminismus zu weiteren Ideologien wie Rassismus, völkischer Ideologie und insbesondere Antisemitismus auf. Der Vortrag verdeutlicht, dass es notwendig ist, Antifeminismus als Bestandteil rechter Ideologie und gefährliches Phänomen ernst zu nehmen und zu bekämpfen. Weiterlesen

Audio: Gegenwartsbewältigung – Ein Gespräch mit Max Czollek

Fabienne Fecht im Gespräch mit Max Czollek

während einer Online – Lesung und Diskussion am 11. Februar 2021

Eine Gemeinsame Veranstaltung des Fritz-Erler-Forums Baden-Württemberg (Friedrich-Ebert-Stiftung) und des Fördervereins Emanzipation und Frieden e.V.

Halle, Thüringen, Hanau, Corona: Antworten für die politische Gegenwart. In Zeiten der Krise leiden Gesellschaft und Vielfalt. Für Max Czollek bieten staatstragende Konzepte wie „Leitkultur“ oder „Integration“ darauf keinerlei Antwort. Als Kontrastfolie zu solchen völkischen Vorstellungen einer Mehrheitsgesellschaft entwirft er mit Gegenwartsbewältigung ein Modell für eine veränderte Gegenwart: Desintegration, radikale Vielfalt, komplexe Intersektionalität und ein postmigrantischer Antifaschismus sind für ihn die Pfeiler einer Gesellschaft, die „alle schützt und nicht nur manche oder, um mit Adorno zu sprechen, eine Gesellschaft, in der man ‚ohne Angst verschieden sein kann‘.“ Max Czollek trifft ins Herz des Jahres 2020 – diese Polemik ist sein Schrittmacher: „Gegenwartsbewältigung heißt, dass man uns mit den Füßen zuerst aus den Shishabars und Synagogen, Spätis und Darkrooms wird tragen müssen. Wir räumen nicht das Feld, auch wenn nichts wieder gut wird. Nicht mit der Heimat, nicht mit der Leitkultur, nicht im Kapitalismus. Aber wenn wir verlieren, dann verlieren wir zusammen.“ (Max Czollek, Gegenwartsbewältigung)

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Antiziganismus, Sprachpolitik und deutscher Geist

von Benjamin Horvath

Mit „Die Beste Instanz“ rief Enissa Amani in kürzester Zeit ein Panel zusammen, um auf die unerträgliche WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ zu reagieren. Diese Reaktion war absolut notwendig, wies aber gewisse Schwächen auf.

Dass allzu viele Sendungen im deutschen Fernsehen nicht anzuschauen sind, sollte kritische Geister wenig verwundern. Die WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ vom 29. Januar 2021 konnte daraus sogar noch hervorstechen. Mit einer Talkrunde aus Personen, die weder in ihren jeweiligen Feldern noch zu gesellschaftlichen Fragen Qualität oder Expertise zeigen.

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