Homogene „Huh!“-Herde

Die hiesige Begeisterung für die isländische Fußballnationalmannschaft und ihre Fans hat wenig mit Island zu tun. Sie offenbart vor allem die Ideologie der Begeisterten.

von Bastian Witte

Wer erinnert sich nicht an diese unglaubliche Geschichte der EM 2016? Spätestens nachdem Sighthórson das 2:1 gegen England geschossen hatte, war die Begeisterung der Massen nicht mehr zu halten. Binnen kurzer Zeit waren die Fan-Trikots ausverkauft und der Island-Tourismus vermeldete Buchungsrekorde. Die isländische Fußballnationalmannschaft der Herren hatte die Three Lions aus dem Turnier geworfen und so vollkommen unerwartet das Viertelfinale der Europameisterschaft erreicht. Der sympathische Underdog von der entlegenen Insel war im Rausch des Wir-Gefühls über sich hinaus gewachsen und hatte das Unerreichbare erreicht.

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Audio: Antisemitismus und Fußball

 Am Anfang war die Fußlümmelei und dann kam Rasenballsport Leipzig 

Vortrag von Chucky Goldstein

gehalten am 30. Oktober 2015 in Stuttgart

Eine Geschichte von Antisemitismus und Fußball muss eigentlich mit dem Beginn des Fußballs in Deutschland beginnen, denn während deutsche Männer in Turn und Sportvereinen turnten waren Juden bei dieser – sich auf den antisemitischen Turnvater Jahn berufenden – Sportart nicht gern gesehen.

Diese Geschichte von Antisemitismus und Fußball muss dann – logischerweise – mit dem Nationalsozialismus weitergehen in dem zum Beispiel die professionelle
Spielkultur des deutschen Meisters von 1932 und seines jüdischen
Präsident Landauers bekämpft wurde, um dem in diesem Falle zu tiefst
antisemitischen und antimodernistischen Amateuersport zu huldigen. Weiterlesen

Fußball: Zu schade für eine Weltmeisterschaft

Eine Verteidigung des Fußballs gegen seine (nationalen) Liebhaber. Anmerkungen zur kritischen Theorie des Fußballsports.

„Kurz: Ich bin gegen alle Bemühungen, den Sport zu einem Kulturgut zu machen, schon darum, weil ich weiß, was diese Gesellschaft mit Kulturgütern alles treibt, und der Sport dazu wirklich zu schade ist. Ich bin für den Sport, weil und solange er riskant (ungesund), unkultiviert (also nicht gesellschaftsfähig) und Selbstzweck ist.“ (Bertolt Brecht)

Als fußballbegeistertes und zugleich reflektierendes Individuum, das um die Gefahren volksgemeinschaftlicher Scheußlichkeiten weiß und eine Ahnung davon hat, dass Fußball mehr ist als Spiel, steht man angesichts der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien – mal wieder – vor einem individuell nicht zu lösenden Dilemma: Weiterlesen

Zu schade für eine Weltmeisterschaft

Eine Verteidigung des Fußballs gegen seine (nationalen) Liebhaber. Anmerkungen zur kritischen Theorie des Fußballsports.

„Kurz: Ich bin gegen alle Bemühungen, den Sport zu einem Kulturgut zu machen, schon darum, weil ich weiß, was diese Gesellschaft mit Kulturgütern alles treibt, und der Sport dazu wirklich zu schade ist. Ich bin für den Sport, weil und solange er riskant (ungesund), unkultiviert (also nicht gesellschaftsfähig) und Selbstzweck ist.“ (Bertolt Brecht) Weiterlesen

Fußball als Ideologie

Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 28, Mai 2010

von Markus Mersault

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Zu schade für eine Weltmeisterschaft. Einwürfe zur gegenwärtigen Fußballkultur. Zusammengestellt von bekennenden Fußballfreunden. Eine kritische Bestandsaufnahme.

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