Audio: Zur Kritik der Prostitution: Theorie & Praxis

Vortrag von Naida Pintul

gehalten am 21. März 2018 in Stuttgart

Prostitution kann zu Recht als eines der Goldenen Kälber des Feminismus bezeichnet werden: Kaum ein Thema erzeugt innerhalb feministischer Kreise so viele, teils erbittert geführte Kontroversen. Der liberale und queere Feminismus der Dritten Welle hat sich mittlerweile die Deutungshoheit erobert, Prostitution in »Sexarbeit« umbenannt und ihr empowerndes, gar emanzipatorisches Potential zugeschrieben. So heißt es, dass selbstbestimmte Sexarbeit mit dem Feminismus nicht nur vereinbar, sondern per se auch feministisch sei. Veranstaltungen wie die Ladyfeste lassen regelmäßig Frauen referieren, die das Narrativ der glücklichen Sexarbeiterin bedienen, in aller Regel in individualistisch-liberaler Manier. Weiterlesen

§219a oder: Das gute Gewissen von Abtreibungsgegnern

Ein kurzer Kommentar zu Jens Spahn&Co

von Jonathan C. Brehmer

In letzter Zeit ist viel von Leben die Rede. Genauer gesagt von menschlichem Leben und seinem Wert, den es zu verteidigen gelte: „Selbst wenn ein Mensch noch nicht geboren ist, hat sein zukünftiges Leben bereits einen Wert. Eine Abtreibung zerstört dieses kostbare menschliche Leben.“

Es gibt sowohl gute Argumente für als auch gegen Abtreibungen und eigentlich sollte längst selbstverständlich sein, dass das die Frauen selbst zu entscheiden haben. Es ist aber schon verwunderlich, wie auf einmal wieder manche Leute ihr Herz entdecken und glauben, menschliches Leben schützen zu müssen. Ging es doch gerade noch um Tafeln, Hartz IV und Flüchtlinge. Merkwürdigerweise blieb hier der große Aufschrei aus. Weiterlesen

Kritische Heimatkunde

von Lucius Teidelbaum

Heimat ist ein viel gebrauchter Begriff, im normalen Leben, in der Politik oder in Liedtexten. Doch was bedeutet eigentlich Heimat und sollten sich Linke positiv auf diesen Begriff beziehen?

Foto: Kreuzschnabel/Wikimedia Commons, Lizenz: artlibre

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Zur Kritik der Prostitution: Theorie & Praxis

Vortrag und Diskussion mit Naida Pintul

Mittwoch, 21. März 2018, 19.30 Uhr, Stuttgart                                                             Laboratorium, Wagenburgstr.147

Der Vortrag kann mittlerweile HIER nachgehört werden.

Prostitution kann zu Recht als eines der Goldenen Kälber des Feminismus bezeichnet werden: Kaum ein Thema erzeugt innerhalb feministischer Kreise so viele, teils erbittert geführte Kontroversen. Der liberale und queere Feminismus der Dritten Welle hat sich mittlerweile die Deutungshoheit erobert, Prostitution in »Sexarbeit« umbenannt und ihr empowerndes, gar emanzipatorisches Potential zugeschrieben. So heißt es, dass selbstbestimmte Sexarbeit mit dem Feminismus nicht nur vereinbar, sondern per se auch feministisch sei. Veranstaltungen wie die Ladyfeste lassen regelmäßig Frauen referieren, die das Narrativ der glücklichen Sexarbeiterin bedienen, in aller Regel in individualistisch-liberaler Manier. Weiterlesen

Audio: Billig produzierte Kritik

von Bastian Witte

Die Eröffnung einer zweiten Primark-Filiale hat in Stuttgart für lebhafte Diskussionen gesorgt. Für seinen Umgang mit Mitarbeitern und Produzenten stand der Textil-Discounter zuletzt immer wieder in der Kritik. Häufig jedoch greift diese zu kurz und ist von ideologischen Projektionen durchzogen. [gelesen von Lothar Galow-Bergemann]

Der Text erschien am 9. Dezember 2017 auf emafrie.de

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Destruktive Charaktere – Hipster und andere Krisenphänomene

Vortrag und Diskussion mit Chris Wilpert und Robert Zwarg

Donnerstag, 25. Januar 2018, 19.30 Uhr, Stuttgart
Korridor, Weberstr. 11d, 70182 Stuttgart

Als das deutsche Feuilleton vor einigen Jahren den »Hipster« entdeckte, schien es, als hätten sich alle Entwicklungstendenzen und Charakteristika der Gegenwart in einem einzigen Sozialtypus verdichtet. Niemand wollte Hipster sein, doch alle wussten ihn zu erkennen: Ausstaffiert mit den typischen modischen Accessoires, omnipräsent in der virtuellen Welt von tumblr und facebook, gefürchtet und gehasst in Szeneklubs und -vierteln, wurde der Hipster zum bevorzugten Objekt von Analyse und Spott. Er galt als der destruktive Charakter par excellence. Inzwischen haben sich Phänomen und Diskurs weitgehend entkoppelt. Das Erscheinungsbild des Hipsters ist ins Allgemeinwissen übergegangen, und der Spott über ihn ist so unmittelbar abrufbar wie zugleich leidenschaftslos geworden. Bloß für sich genommen wäre der Hipster keine Vorträge mehr wert. Als überraschend beharrliches Symptom eignet er sich jedoch als Ausgangspunkt einer kritischen Analyse jener Ideologien und kulturellen Verwerfungen, die ihn beständig hervorbringen und die weit über ihn hinaus wirksam sind. Weiterlesen

Demokratie oder Volksherrschaft?

Warum die Verhältnisse nicht besser werden, wenn das Ressentiment mehrheitsfähig ist

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 29. Januar 2018, 18.00 Uhr, Stuttgart
Gewerkschaftshaus, Raum 3, Willi-Bleicher-Str. 20

Eine Veranstaltung von ver.di Bezitk Stuttgart

Versteht man „Demokratie“ lediglich im Wortsinne, nämlich als „die Herrschaft des Volkes“, so muss einem davor grausen. Schließlich hätte dann der Nationalsozialismus, der das Fühlen, Denken und Wollen einer großen Mehrheit der Deutschen repräsentierte, das Prädikat demokratisch verdient. Der leidlich funktionierende demokratische Staat aber zeichnet sich gerade dadurch aus, dass er unveräußerliche Rechte von Einzelnen und Minderheiten garantiert.
Gegen die Krise der Demokratie wird mehr „direkte Demokratie“ gefordert. Doch ob „Ausländer“ rausgeworfen, Minarettbauten verboten oder Schulreformen verhindert werden sollen – bessere Verhältnisse schafft die „Stimme des Volkes“ kaum. Solange die selbstgerechte Gemeinschaft der „ehrlich Arbeitenden und Betrogenen“ ihr Mütchen an vermeintlich „Faulen“ oder „Gierigen“ kühlen mag und Ressentiment landauf landab mit Kritik verwechselt wird, ist „dem Volk“ grundsätzlich zu misstrauen. Ist es ein Zufall, dass einem die Forderung nach Volksabstimmungen umso häufiger begegnet, je weiter man sich im politischen Spektrum nach rechts bewegt? Weiterlesen

Audio: Höhere Mächte, Unterwerfung und Emanzipation

Zur Aktualität von Religionskritik in Zeiten der Krise

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 16. November 2017 in Gießen

Der Glaube an das Walten höherer Mächte will auch nach drei Jahrhunderten Aufklärung nicht vergehen. In Krisenzeiten, wo Unsicherheit und Zukunftsängste um sich greifen, hat er erst recht Konjunktur. Religion und Religiosität erlangen ungeahntes gesellschaftliches Gewicht. Das gilt nicht nur, aber vor allem für den Islam und die Kontroverse um ihn. Doch ob sich Menschen den eingebildeten Mächtigen angst- und lustvoll unterwerfen, wie es vorzugsweise dem lieben Gott und seinen diversen Spielarten widerfährt oder ob sie sich ihnen als den imaginierten „Herrschern des Geldes“ in rebellischem Gestus entgegenstellen – die wirkliche „höhere Macht“, die ihr Leben beherrscht, durchschauen sie solange nicht, wie ihnen die Zwänge der Kapitalverwertung „natürlich“ und unhinterfragbar scheinen. Weiterlesen

Höhere Mächte, Unterwerfung und Emanzipation

Zur Aktualität von Religionskritik in Zeiten der Krise

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Donnerstag, 16. November 2017, 19.00 Uhr, Gießen                            AK44/Infoladen, Alter Wetzlarer Weg 44

Freitag, 17. November 2017, 19.30 Uhr, Augsburg                                                      Die Ganze Bäckerei, Frauentorstrasse 34

Der Glaube an das Walten höherer Mächte will auch nach drei Jahrhunderten Aufklärung nicht vergehen. In Krisenzeiten, wo Unsicherheit und Zukunftsängste um sich greifen, hat er erst recht Konjunktur. Religion und Religiosität erlangen ungeahntes gesellschaftliches Gewicht. Das gilt nicht nur, aber vor allem für den Islam und die Kontroverse um ihn. Doch ob sich Menschen den eingebildeten Mächtigen angst- und lustvoll unterwerfen, wie es vorzugsweise dem lieben Gott und seinen diversen Spielarten widerfährt oder ob sie sich ihnen als den imaginierten „Herrschern des Geldes“ in rebellischem Gestus entgegenstellen – die wirkliche „höhere Macht“, die ihr Leben beherrscht, durchschauen sie solange nicht, wie ihnen die Zwänge der Kapitalverwertung „natürlich“ und unhinterfragbar scheinen. Weiterlesen

Weiblich, jung, rechtsextrem: Frauen in der rechten Szene

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Esther Lehnert

Donnerstag, 23. November 2017, 19.00 Uhr, Stuttgart                      Württembergischer Kunstverein, Schlossplatz 2

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören.

Eine Veranstaltung in Kooperation der Friedrich-Ebert-Stiftung Baden-Württemberg und des Fördervereins Emanzipation und Frieden e.V.

Ungeachtet der Tatsache, dass durch die Anklage von Beate Zschäpe im Rahmen des
NSU-Prozess in München das Thema rechtsextreme Frauen wieder mehr in den medialen und gesellschaftlichen Fokus gerückt ist, bleibt das Antlitz des modernen Rechtsextremismus männlich. Rechtsextremen Frauen gelingt es nach wie vor besser „unsichtbar“ zu bleiben und ihre menschenverachtende Ideologie auf eine „nettere“ Art in die Gesellschaft zu tragen. Der Vortrag von Prof. Dr. Esther Lehnert setzt sich mit modernen und/oder traditionellen Inszenierungen von Frauen in unterschiedlichen Bereichen von Rechtsextremismus und Rechtspopulismus auseinander und fragt nach weiblichen Strategien und thematisiert die besondere Gefahr, die von rechtsextremen Frauen ausgeht. Wir laden Sie herzlich zu Vortrag und Diskussion von und mit Prof. Dr. Esther Lehnert ein!

Prof. Dr. Esther Lehnert ist Erziehungswissenschaftlerin und setzte sich bereits in ihrer Promotion mit der Beteiligung von Sozialarbeiterinnen im Nationalsozialismus
auseinander. Sie war in verschiedenen Präventions- und Interventionsprojekten (u.a. in der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin) beschäftigt. Seit 2015 hat sie eine Professur an der Alice Salomon Hochschule zur Geschichte, Theorie und Praxis
der Sozialen Arbeit mit dem Schwerpunkt Rechtsextremismus. In der Fachstelle Gender und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung ist sie seit Beginn an als freie Mitarbeiterin tätig. Weiterlesen