Wissen, wer dahinter steht: Verschwörungsmythen im Rechtspopulismus

Wissen, wer dahinter steht: Verschwörungsmythen im Rechtspopulismus

Vortrag und Diskussion mit Laura-Luise Hammel

Samstag, 8. Dezember 2018, 15.30 Uhr, Bad Boll                                                Evangelische Akademie Bad Boll, Akademieweg 11, 73087 Bad Boll

im Rahmen der Tagung Antisemitismus ohne Antisemiten? Antisemitismus in den rechtspopulistischen Parteien Europas der Evangelischen Akademie Bad Boll, 7. und 8. Dezember 2018

Laura-Luise Hammel, MA, Doktorandin, Institut für Politikwissenschaft, Eberhard Karls Universität Tübingen

Ankündigungstext der Tagung:                                                                                      Offiziell grenzen sich rechtspopulistische Parteien vom Antisemitismus ab. Wortreich warnen AfD und FPÖ vor dem angeblichen Import des Antisemitismus durch muslimische Geflüchtete. Auf der anderen Seite verbreitet man in rechtspopulistischen Kreisen nur allzu zu gerne Verschwörungsmythen mit antisemitischen Motiven und befeuert damit eine Fundamentalkritik am „System“, an der „Presse“ und an der „Elite“, die an altbekannte antijüdische Klischees andocken kann. Weiterlesen

Youth Against Antisemitism 2018: Vortrag, Konzert, DJs

Samstag/Sonntag, 1./2. Dezember 2018, Esslingen/Neckar                                       Beginn Samstag 20.00 Uhr, Ende Sonntag, 3.00 Uhr
KOMMA Kultur, Maille 5-9

Im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus 2018 der Amadeu Antonio Stiftung laden wir am Samstag, dem 01.12. zu Youth Against  Antisemitism: Ein Abend mit Vortrag, Bands und DJs.

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Reichsbürger – Die unterschätzte Gefahr

Buchvorstellung und Diskussion mit Andreas Speit

Mittwoch, 5. Dezember 2018, 19.30 Uhr, Stuttgart
Stiftung Geißstraße Sieben, Geißstraße 7

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg, der Stiftung Geißstraße Sieben und dem Förderverein Emanzipation und Frieden e.V.

Sie rufen Regierungen aus, gründen Staaten und Königreiche. In der Bundesrepublik sind seit Jahrzehnten Reichsbürger aktiv, lehnen Staat und Grundgesetz ab. Bei Behörden wehren sie sich gegen Gebühren, mit Verwaltungen führen sie Verfahrensstreite. Lange galten sie als „Spinner“ oder „Papierterroristen“. Ihre extrem-rechten Ressentiments und ihr militanter Habitus wurde relativiert bis ignoriert. Die verharmlosende Einschätzung in der Politik, den Sicherheitsbehörden und den Medien änderte erst ein tragischer Vorfall. Am 19. Oktober 2016 erschoss eine Reichsbewegter aus Bayern einen Polizeibeamten und verletzte weitere Beamte. Sie sollten ihm seine legalen Waffen entziehen. Seit dem Tag betrachten die Innenminister sowie Polizei und Behörden diese über 18.000 Reichsideebewegten anders. Weiterlesen

Arbeit macht unfrei

Zum Zusammenhang von Arbeitsfetisch und Antisemitismus

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 29. November 2018, 18 Uhr, Plauen                                                     Eckladen der sozialen Kunst, Pestalozzistraße 57

Eine Veranstaltung der FAU Plauen

Wer streikt, macht zwei Erfahrungen: Dass es gut ist, sich zu wehren. Und dass, selbst wenn man erfolgreich war, danach doch alles irgendwie beim Alten bleibt. Dass wir lebenslänglich arbeiten-müssen-um-Geld-zu-verdienen-damit-wir-leben-können ist das ungeschriebene, aber höchste Gesetz der bürgerlichen Gesellschaft. Arbeit sei so etwas wie Natur, lautet der allgemeine Konsens. Wer etwas gegen sie hat, gilt als verrückt oder faul, meistens als beides.

Nicht immer wurde die Arbeit so überhöht wie heute. In der Antike hatte sie sogar einen ausgesprochen schlechten Ruf. Mit Beginn der Neuzeit jedoch erfuhr sie religiöse Weihen. Das protestantische Arbeitsethos stand an der Wiege des Kapitalismus. Das Bürgertum, die Arbeiterbewegung und der Nationalsozialismus haben die Arbeit förmlich verherrlicht.

Doch auch wenn es dem herrschenden Bewusstsein noch so uneinsichtig ist: Arbeit und nützliches/ sinnvolles/lustvolles Tätigsein sind zwei Paar Stiefel. Weiterlesen

80 Jahre Reichspogromnacht – Antisemitismus früher und heute

Vortrag von Gideon Botsch
Leiter der Emil Julius Gumbel Forschungsstelle Antisemitismus und Rechtsextremismus (EJGF), Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien – Universität Potsdam
Anschließend Gespräch zwischen Gideon Botsch, Michael Blume, Beauftragter des Landes Baden-Württemberg gegen Antisemitismus und dem Publikum.

Mittwoch, 21. November 2018, 18.30 Uhr, Stuttgart                                        Hospitalhof, Büchsenstr.33, 70174 Stuttgart

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Fritz-Erler-Forum/Friedrich-Ebert-Stiftung Baden-Württemberg, dem Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof und Emanzipation und Frieden e.V.

Am 9. November 2018 jährt sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden Tausende von Juden geschlagen, verhaftet oder sogar ermordet, jüdische Geschäfte wurden zerstört und fast in jeder Stadt die Synagogen in Brand gesetzt. Die Judenverfolgung während der NS-Zeit erreichte mit der Reichspogromnacht eine neue Dimension und der grausame Weg zum Holocaust war hiermit vorgezeichnet.

Heute werden Jüdinnen und Juden wieder auf offener Straße angegriffen, auf Schulhöfen und in Fußballstadien gilt „Jude“ als Schimpfwort. Judenfeindliche Parolen auf Demonstrationen gegen Israel und antisemitisch motivierte Attentate werfen Fragen auf: Hat der Antisemitismus in Deutschland und Europa zugenommen? Woher kommt er und wer ist Antisemit_in? Sind dies vor allem Rechtsextreme oder Migrant_innen muslimischer Herkunft? Oder kommt der Antisemitismus aus der „Mitte der Gesellschaft“?

Wir wollen den Antisemitismus von früher und heute genauer in den Blick nehmen und der Frage nachgehen, inwiefern sich der Antisemitismus mit der Zeit gewandelt hat. Was sind darüber hinaus die gegenwärtigen Herausforderungen durch antisemitische Einstellungen, Propaganda und Aktionen?

Sie sind herzlich eingeladen, mit uns darüber zu diskutieren!

Programm: Weiterlesen

Von Kraken, Marionetten und Heuschrecken

Eine Kritik des regressiven Antikapitalismus und seiner Nähe zum Antisemitismus

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 5. November 2018, 19 Uhr, Tübingen
Epplehaus, Karlstr. 13, 72072 Tübingen

Je länger die weltweite ökonomische Krise dauert, desto beliebter sind einfache Erklärungen. Geht es gegen Banken und „die Finanzmärkte“, sind sich fast alle einig: Parteipolitiker, Gewerkschaften, Linke, Rechte, diverse Verschwörungsphantasten und wer sonst alles in Krisenzeiten das Wort ergreift. Alle miteinander halten sie “die Gierigen, die den Hals nicht voll genug kriegen” für die Verursacher der Krise. Auch manch vermeintlich radikaleR KapitalismuskritikerIn findet sich da in trauter Eintracht mit Finanzminister, Fernseher und Frau Meier wieder. Wenn es gegen die „Zirkulationssphäre“ geht, entstehen sonderbar anmutende Schulterschlüsse. Ein ebenso verbreiteter wie unreflektierter Bauch-Antikapitalismus verwechselt Gesellschaftskritik mit Wut auf „die da oben“, „Lügenpack“ und „Lügenpresse“.
Die Nationalsozialisten setzten „die Gierigen“ mit „den Juden“ gleich. Doch auch wer das nicht tut, kann sich in einer gefährlichen Nähe zum Antisemitismus befinden, ohne sich darüber im Klaren zu sein. Weiterlesen

L’antifascisme face au djihadisme

Lothar Galow-Bergemann

en allemand

Traduit de l’allemand par SOLITUDES INTANGIBLES

[Preface du traducteur:]
Les mouvements et mobilisations antifascistes accordent en France peu d’intérêt aux phénomènes djihadistes. Au sein des discussion antifascistes, la focalisation sur l’instrumentalisation de la question du djihadisme par les discours et dispositifs racistes, l’attention portée à la nécessaire déconstruction de la figure de l’ennemi intérieur musulman et à la place de celle-ci dans la gouvernementalité anti-terroriste laissent peu de place à la réflexion sur la réalité du djihadisme comme fait social et politique. Par ailleurs, la tendance à vouloir identifier dans les groupes sociaux subalternes des sujets révolutionnaires potentiels, combinée à une compréhension instrumentale du fascisme qui appréhende uniquement les mouvements fascistes du point de vue de leur utilité pour la mise en œuvre des projets hégémoniques des classes dominantes, amène l’antifascisme à ignorer le rapport entre fascisme et les tendances autoritaires du sujet du capitalisme en crise ainsi qu’à sous-estimer la propension au fascisme dans l’ensemble de la population, y compris au sein des classes populaires. Le texte de Lothar Galow-Bergemann propose de revenir sur ces angles morts de l’antifascisme en insistant sur la nécessité d’une compréhension et d’une lutte contre le djihadisme sur la base d’une théorisation adéquate du rapport entre fascisme et capitalisme. Weiterlesen

Audio: Debord & der Zionismus – Warum die SI zwar Marx, nicht aber Israel verstanden hat

Vortrag von Stephan Grigat

gehalten am 6. Juli 2018 in Stuttgart

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Guy Debord und die Situationistische Internationale haben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts neben der Kritischen Theorie eine der avanciertesten, an Marx orientierten Gesellschaftskritiken formuliert. Sowohl in ihrem expliziten Bezug auf die Marxsche Kritik des Fetischismus und Mystizismus kapitalistischer Gesellschaften als auch in ihren politischen Interventionen, die sich zu einem sehr frühen Zeitpunkt ganz explizit gegen die islamische Konterrevolution richteten, unterschieden sie sich sehr sympathisch vom Mainstream sowohl der reformistischen als auch der sich revolutionär dünkenden Linken. Ihre weitgehende Ignoranz gegenüber dem Antisemitismus verunmöglichte ihnen jedoch ein adäquates Verständnis des Zionismus und Israels, Weiterlesen

Nicht immer leicht zu checken: Was ist Antisemitismus?

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Samstag, 11. August 2018, 13 Uhr, Mittelhessen

im Rahmen des BASH Antifa Sommercamp 2018

Antisemitismus tritt in vielen Gewändern auf – in rechten, linken, muslimischen und solchen der vermeintlich „guten Mitte der Gesellschaft“. Als offener Judenhass ist er am leichtesten zu erkennen. Seine subtilen Formen sind hingegen viel weiter verbreitet. Die selbstgerechte deutsche Mehrheitsgesellschaft spricht schamlos von ihrer angeblichen „christlich-jüdischen Tradition“ und redet sich auf „importierten“ Antisemitismus heraus. Vom eigenen will sie nichts wissen. In Deutschland hat man schließlich gelernt, dass Antisemitismus schlecht ist. Verstanden hat man ihn trotzdem nicht. Dieser Zustand ermöglicht es, dass man gleichzeitig antisemitischen Denkmustern anhängen und davon überzeugt sein kann, nichts damit zu tun zu haben. Weiterlesen

Die AfD – eine Alternative für AntisemitInnen?

von Lucius Teidelbaum

„Antisemitismus ist das Gerücht über die Juden“. So fasste es Theodor W. Adorno einmal prägnant zusammen. Leider ist Antisemitismus immer noch nicht tot, er riecht nur schlecht. Antisemitismus als Vorurteil und Welterklärungsmodell hat sich immer wieder modernisiert, angepasst und in die herrschenden Verhältnisse integriert. Er scheint unzerstörbar zu sein.

Er findet sich in allen Bevölkerungsgruppen und – leider – auch in allen politischen Richtungen. Ihn auf den rechten Rand beschränken zu wollen, wird dem Wesen dieses Phänomens nicht gerecht.

Doch natürlich gibt es Antisemitismus auch und gerade in der politischen Rechten. Hier gibt es seit einigen Jahren ein interessantes Phänomen. Im Zuge einer Modernisierung trennte sich scheinbar ein Teil der extremen Rechten vom Antisemitismus und dessen nahen Verwandten Antizionismus und wurde vordergründig anti-antisemitisch und pro-israelisch. Tatsächlich wurde der Antisemitismus als Punkt im offiziellen Programm bei einigen rechten Parteien raus gestrichen. Weiterlesen

Audio: Arbeit macht frei? Von Luther bis Hitler: Deutscher Arbeitswahn und Judenhass

Vortrag von Klaus Thörner

gehalten am 14. Juni 2018 in Stuttgart

Warum prangte die zynische Parole „Arbeit macht frei“ auf den Eingangstoren der Konzentrations-, Arbeits- und Vernichtungslager Auschwitz, Dachau, Sachsenhausen und Flossenürg? Warum wurden Jüdinnen und Juden vor ihrer Ermordung im Nationalsozialismus oftmals zu sinnlosen Arbeiten gezwungen? Aus welchen Motiven initiierten die Deutschen das Programm „Vernichtung durch Arbeit“? Weiterlesen

Von Jud Süß bis George Soros – der „Finanzjude“ als Konstante rechten Denkens

von Lothar Galow-Bergemann

erschienen in transmitter 07/18 Juli 2018, Programmzeitschrift des FSK – Freies Sender Kombinat Hamburg, S.9f

Dass Antisemitismus auch unter Linken, MuslimInnen und in der vermeintlich guten Mitte der Gesellschaft verbreitet ist, beginnt sich herumzusprechen, wenn auch noch viel zu langsam. Doch es gibt keinen Grund, deswegen den rechten Antisemitismus aus den Augen zu verlieren. Zumal in Krisenzeiten, in denen sich die Stimmungslage großer Bevölkerungskreise rasant nach rechts verschiebt und so genannte „Rechtspopulisten“ im Aufwind sind, von denen manche so tun, als hätten sie mit Antisemitismus nichts am Hut.

Ein zentraler Topos rechten Denkens ist der identitäre Bezug auf „Volk und Vaterland“. Diese ihre Liebesobjekte würden, so die rechte Phantasie, von dunklen Kräften bedroht, die sie zerstören wollten. Glücklicherweise durchschauten die Rechten jedoch die finsteren Pläne der mächtigen Strippenzieher und seien deswegen angetreten, die drohende Gefahr für Volk und Vaterland abzuwenden.

Anknüpfend an die fast 2000jährige Geschichte des christlichen Antijudaismus konnten die Vaterlandsverteidiger die Frage, wer genau denn diese eingebildeten Bösewichte sind, mit traumwandlerischer Sicherheit beantworten: „Die Juden!“ Keine Bevölkerungsgruppe wurde jemals so sehr mit all dem identifiziert, was Rechten verhasst ist: Modernität, Liberalität, Individualismus, Emanzipation, Intellektualität und Kosmopolitismus. Weiterlesen

Audio: Arbeit macht unfrei

Zum Zusammenhang von Arbeitsfetisch und Antisemitismus

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 9. Mai 2018 in Berlin 

Wer streikt, macht zwei Erfahrungen: Dass es gut ist, sich zu wehren. Und dass, selbst wenn man erfolgreich war, danach doch alles irgendwie beim Alten bleibt. Dass wir lebenslänglich arbeiten-müssen-um-Geld-zu-verdienen-damit-wir-leben-können ist das ungeschriebene, aber höchste Gesetz der bürgerlichen Gesellschaft. Arbeit sei so etwas wie Natur, lautet der allgemeine Konsens. Wer etwas gegen sie hat, gilt als verrückt oder faul, meistens als beides.

Nicht immer wurde die Arbeit so überhöht wie heute. In der Antike hatte sie sogar einen ausgesprochen schlechten Ruf. Mit Beginn der Neuzeit jedoch erfuhr sie religiöse Weihen. Das protestantische Arbeitsethos stand an der Wiege des Kapitalismus. Das Bürgertum, die Arbeiterbewegung und der Nationalsozialismus haben die Arbeit förmlich verherrlicht.

Doch auch wenn es dem herrschenden Bewusstsein noch so uneinsichtig ist: Arbeit und nützliches/ sinnvolles/lustvolles Tätigsein sind zwei Paar Stiefel. Weiterlesen

Arbeit macht frei? Von Luther bis Hitler: Deutscher Arbeitswahn und Judenhass

Vortrag und Diskussion mit Klaus Thörner

Donnerstag, 14, Juni 2018, 19.30 Uhr, Stuttgart
Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Am Weißenhof 1,
AKTIONSRAUM Neubau 1

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Warum prangte die zynische Parole „Arbeit macht frei“ auf den Eingangstoren der Konzentrations-, Arbeits- und Vernichtungslager Auschwitz, Dachau, Sachsenhausen und Flossenürg? Warum wurden Jüdinnen und Juden vor ihrer Ermordung im Nationalsozialismus oftmals zu sinnlosen Arbeiten gezwungen? Aus welchen Motiven initiierten die Deutschen das Programm „Vernichtung durch Arbeit“? Weiterlesen

Ausgrenzung als Mittel gegen die AfD?! Ein Beispiel aus dem Fußball-Kosmos…

… und was der VfB Stuttgart daraus macht…

Vortrag und Diskussion mit Bernd Seib

Donnerstag, 17. Mai 2018, 19.30 Uhr, Stuttgart                                              Württembergischer Kunstverein, Schlossplatz 2

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Wie bekämpft man die AfD? Medien haben sich dazu entschieden, führende Vertreter der gewählten Partei in jedes Fernsehstudio einzuladen und mit dem garantierten Spektakel der Rechten Quote zu machen, flankiert von scheinbar-kritischen Alibifragen. Parteien aller Schattierungen buhlen um AfD-Wähler mit AfD-Light-Politiken. Mit den Protestwählern reden, sie überzeugen, mit Verständnis auf sie zugehen, heißt ihr Credo.

Jüngst sorgte ausgerechnet ein Fall aus dem Fußballmilieu für Aufsehen. Peter Fischer, Präsident des Bundesliga-Vereins Eintracht Frankfurt, erklärte öffentlich, „dass niemand Mitglied bei Eintracht Frankfurt sein kann, der diese Partei wählt.“ Der Verein sei laut Satzung Werten wie Toleranz und Weltoffenheit verpflichtet, die Rassismus und Homophobie vertretende AfD hätte hier keinen Platz. „Wir erwarten, dass sich jeder dieser kritischen Selbstprüfung unterzieht“, so Fischer zum Hessischen Rundfunk. Weiterlesen

Heuschrecken, Gier und Weltverschwörung

Regressiver Antikapitalismus und das antisemitische Ressentiment

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 16. Mai 2018, 19.00 Uhr, Aachen                                                               Autonomes Zentrum, Hackländerstraße 5

Eine Veranstaltung von Diskursiv Aachen 

Je länger die weltweite ökonomische Krise dauert, desto beliebter sind einfache Erklärungen. Geht es gegen Banken und „die Finanzmärkte“, sind sich fast alle einig: Parteipolitiker, Gewerkschaften, Linke, Rechte, diverse Verschwörungsphantasten und wer sonst alles in Krisenzeiten das Wort ergreift. Alle miteinander halten sie “die Gierigen, die den Hals nicht voll genug kriegen” für die Verursacher der Krise. Auch manch vermeintlich radikaleR KapitalismuskritikerIn findet sich da in trauter Eintracht mit Finanzminister, Fernseher und Frau Meier wieder. Wenn es gegen die „Zirkulationssphäre“ geht, entstehen sonderbar anmutende Schulterschlüsse. Ein ebenso verbreiteter wie unreflektierter Bauch-Antikapitalismus verwechselt Gesellschaftskritik mit Wut auf „die da oben“, „Lügenpack“ und „Lügenpresse“.

Die Nationalsozialisten setzten „die Gierigen“ mit „den Juden“ gleich. Doch auch wer das nicht tut, kann sich in einer gefährlichen Nähe zum Antisemitismus befinden, ohne sich darüber im Klaren zu sein. Weiterlesen

Arbeit macht unfrei

Zum Zusammenhang von Arbeitsfetisch und Antisemitismus

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 9. Mai 2018, 19 Uhr, Berlin                                                                    Humboldt-Universität, Unter den Linden 6, Hauptgebäude, Hörsaal 1072

Eine Veranstaltung von la:iz und RIA

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Wer streikt, macht zwei Erfahrungen: Dass es gut ist, sich zu wehren. Und dass, selbst wenn man erfolgreich war, danach doch alles irgendwie beim Alten bleibt. Dass wir lebenslänglich arbeiten-müssen-um-Geld-zu-verdienen-damit-wir-leben-können ist das ungeschriebene, aber höchste Gesetz der bürgerlichen Gesellschaft. Arbeit sei so etwas wie Natur, lautet der allgemeine Konsens. Wer etwas gegen sie hat, gilt als verrückt oder faul, meistens als beides.

Nicht immer wurde die Arbeit so überhöht wie heute. In der Antike hatte sie sogar einen ausgesprochen schlechten Ruf. Mit Beginn der Neuzeit jedoch erfuhr sie religiöse Weihen. Das protestantische Arbeitsethos stand an der Wiege des Kapitalismus. Das Bürgertum, die Arbeiterbewegung und der Nationalsozialismus haben die Arbeit förmlich verherrlicht.

Doch auch wenn es dem herrschenden Bewusstsein noch so uneinsichtig ist: Arbeit und nützliches/ sinnvolles/lustvolles Tätigsein sind zwei Paar Stiefel. Weiterlesen

Nicht immer leicht zu checken: Was ist Antisemitismus?

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 7. Mai 2018, 20.15 Uhr, Freiburg                                                                     Albert-Ludwigs-Universität, KGIII, HS 3043

Eine Veranstaltung des Referats gegen Antisemitismus im StuRa der Uni Freiburg

Antisemitismus tritt in vielen Gewändern auf – in rechten, linken, muslimischen und solchen der vermeintlich „guten Mitte der Gesellschaft“. Als offener Judenhass ist er am leichtesten zu erkennen. Seine subtilen Formen sind hingegen viel weiter verbreitet. Die selbstgerechte deutsche Mehrheitsgesellschaft spricht schamlos von ihrer angeblichen „christlich-jüdischen Tradition“ und redet sich auf „importierten“ Antisemitismus heraus. Vom eigenen will sie nichts wissen. In Deutschland hat man schließlich gelernt, dass Antisemitismus schlecht ist. Verstanden hat man ihn trotzdem nicht. Dieser Zustand ermöglicht es, dass man gleichzeitig antisemitischen Denkmustern anhängen und davon überzeugt sein kann, nichts damit zu tun zu haben. Weiterlesen

Protofaschistisch, mindestens

Nachrichten aus der Welt des „Rechtspopulismus“, notiert in nur wenigen Tagen des Februar 2018

von Bärbel Illi und Lothar Galow-Bergemann

Andre Poggenburg, AfD-Vorsitzender in Sachsen-Anhalt, bezeichnet die in Deutschland lebenden Türken als „Kümmelhändler“ und „Kameltreiber“, die hier „nichts zu suchen und nichts zu melden“ haben und „sich zu ihren Lehmhütten und Vielweibern scheren sollen“.

– Die AFD-Vorsitzenden Jörg Meuthen und Alexander Gauland sprechen sich für die Zusammenarbeit mit dem völkischen und rassistischen Verein Pegida aus.

– Der Bundestag hebt die Immunität des AfD-Abgeordneten Jens Maier auf. Grund: die Staatsanwaltschaft Dresden leitet ein Ermittlungsverfahren gegen ihn ein, auf seinem Twitter-Account wurde der Maler Noah Becker rassistisch geschmäht. Weiterlesen