Wohnbauministerin Nicole Razavi
von Minh Schredle
Wäre Scheitern in Zahlen messbar, müsste die Einheit Razavi heißen: Benannt nach Baden-Württembergs Wohnbauministerin. Die Fehlbesetzung dieser wichtigen Position mit einer unbelehrbaren Parteisoldatin verschlechtert eine ohnehin katastrophale Lage.
Gerade wo die Wetterdienste vor Glätte und Eisregen warnen, erscheint der Rückzug ins Kuschelige besonders verlockend. Doch in Baden-Württemberg, einer der reichsten Gegenden Europas, können es sich über 600.000 Menschen nicht leisten, ihre Wohnung angemessen zu beheizen – das entspricht sechs Prozent der baden-württembergischen Bevölkerung. Diese Zahl hat das Statistische Landesamt für das Jahr 2022 ermittelt, neuere Erhebungen liegen dazu nicht vor. Doch die anhaltende Krisenentwicklung liefert wenig Futter für die Vermutung, dass sich in der Zwischenzeit viel zum Besseren gewendet haben könnte.
„Galten zur Jahrtausendwende die wesentlichen Aspekte der Wohnungsfrage noch als gelöst, so stehen nun längst überwunden geglaubte Themen wie Wohnungsnot, Überbelegung oder Wohnen in vernachlässigten Beständen wieder auf der politischen Agenda“, schreibt das Statistische Landesamt als Teil seiner Armutsberichterstattung. Schätzungen zufolge fehlen in Baden-Württemberg um die 200.000 Wohnungen, der Mangel trifft die ganze Gesellschaft – aber die Armen am härtesten.
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