Angst um die Vormachtstellung

Über den gesellschaftlichen Einfluss und die Anschlussfähigkeit des Antifeminismus

Online-Vortrag und Diskussion mit Rebekka Blum

Donnerstag, 4. März 2021, 19.30 Uhr

Eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Geißstraße 7 und des Fördervereins Emanzipation und Frieden e.V.

Seit Mitte der 2000er Jahre sind die Beschwörungen von “Gender-Ideologie”, “Erziehung zum Einheitsmenschen” und “feministische Weltverschwörung” mindestens unter AntifeministInnen in aller Munde. Im Vortrag zeigt Rebekka Blum die Gefahr des Antifeminismus als mobilisierende Bindeglied-Ideologie von konservativen, religiös-fundamentalistischen, maskulinistischen bis hin zu (extrem) rechten Bewegungen nach. Davon ausgehend zeigt sie die Verschränkung von Antifeminismus zu weiteren Ideologien wie Rassismus, völkischer Ideologie und insbesondere Antisemitismus auf. Der Vortrag verdeutlicht, dass es notwendig ist, Antifeminismus als Bestandteil rechter Ideologie und gefährliches Phänomen ernst zu nehmen und zu bekämpfen. Weiterlesen

Max Czollek: Gegenwartsbewältigung

Ein Manifest für radikale Vielfalt

Online – Lesung und Diskussion mit Max Czollek

Donnerstag, 11. Februar 2021, 19:30 Uhr

Eine Gemeinsame Veranstaltung des Fritz-Erler-Forums Baden-Württemberg (Friedrich-Ebert-Stiftung) und des Fördervereins Emanzipation und Frieden e.V.

© www.guntergluecklich.com / Graffiti: wandgestalten.de

Halle, Thüringen, Hanau, Corona: Antworten für die politische Gegenwart. In Zeiten der Krise leiden Gesellschaft und Vielfalt. Für Max Czollek bieten staatstragende Konzepte wie „Leitkultur“ oder „Integration“ darauf keinerlei Antwort. Als Kontrastfolie zu solchen völkischen Vorstellungen einer Mehrheitsgesellschaft entwirft er mit Gegenwartsbewältigung ein Modell für eine veränderte Gegenwart: Desintegration, radikale Vielfalt, komplexe Intersektionalität und ein postmigrantischer Antifaschismus sind für ihn die Pfeiler einer Gesellschaft, die „alle schützt und nicht nur manche oder, um mit Adorno zu sprechen, eine Gesellschaft, in der man ‚ohne Angst verschieden sein kann‘.“ Max Czollek trifft ins Herz des Jahres 2021 – diese Polemik ist sein Schrittmacher: „Gegenwartsbewältigung heißt, dass man uns mit den Füßen zuerst aus den Shishabars und Synagogen, Spätis und Darkrooms wird tragen müssen. Wir räumen nicht das Feld, auch wenn nichts wieder gut wird. Nicht mit der Heimat, nicht mit der Leitkultur, nicht im Kapitalismus. Aber wenn wir verlieren, dann verlieren wir zusammen.“ (Max Czollek, Gegenwartsbewältigung)

PROGRAMM:

19:30 Begrüßung: Oliver Schael, Fritz-Erler-Forum

19:40 Lesung und Gespräch: Max Czollek: Gegenwartsbewältigung. Moderation: Fabienne Fecht, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin

20:40 Publikumsdiskussion

21:00 Schlusswort: Franziska Sander, Emanzipation & Frieden e.V.

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Audio: Anthroposophie – Eine kurze Kritik

Vortrag von André Sebastiani

gehalten am 10. Dezember 2020

Eine gemeinsame Veranstaltung von Grüne Jugend Stuttgart und Emanzipation und Frieden

Was haben die beliebten Demeter-Produkte aus dem Bio-Regal und die Waldorfschulen gemeinsam? Die zugrunde liegende esoterische Weltanschauung, die Anthroposophie. Sie wurde Anfang des vergangenen Jahrhunderts durch Rudolf Steiner (1861-1925) begründet und ist heute die wohl einflussreichste esoterische Strömung in Europa. Bemerkenswerterweise ist die Anthroposophie dabei heute viel weniger bekannt als ihre sogenannten Praxisfelder, wie z.B. die Waldorfpädagogik, die biologisch-dynamische Landwirtschaft (Demeter) oder die anthroposophische Medizin. Die Praxisfelder sind jedoch mit der Anthroposophie untrennbar verwoben und so lohnt sich ein Blick, welche Weltanschauung sich dahinter verbirgt. Weiterlesen

Audio: National Knockdown – Die „Querdenken“-Bewegung steht auf.

Interview des FSK – Freies Sender Kombinat  u.a. mit Laura-Luise Hammel

aufgezeichnet am 7. Dezember 2020

Sie sind immer noch da: Verbindungen von Nazis und „ganz normalen“
Bürger_innen durch geteilte Verschwörungstheorien und alle möglichen
weiteren regressiven Ideologien. Wer von diesen Bürger_innen noch nicht
bei Pegida mitgemacht hat, hat mit den Anti-Corona-Protesten nun eine
weitere Möglichkeit erhalten, gemeinsam mit Nazis Politik zu machen. Die
gemeinsame Politik funktioniert in traditionell deutscher, gemeinsamer
Arbeitsteilung: Die Nazis prügeln und die Bürger_innen geben den
zivilgesellschaftlichen Support. In dieser Sendung wollen wir darüber
sprechen und diskutieren, warum und wie die „Querdenken“-Bewegung
entstanden ist, wie sie sich organisiert, auf welcher ideologischen
Grundlage sie funktionieren und warum es diese in dieser Form nur in
Deutschland gibt. Weiterlesen

Audio: Nicht Klassenkampf wird den Kapitalismus sprengen, sondern der Kampf um eine neue Form des Reichtums

Interview mit Ernst Lohoff und Lothar Galow-Bergemann

aus Anlass ihres Vortrags „Die Hoffnung auf das „revolutionäre Subjekt Arbeiterklasse“ als Ausdruck linksidentitärer Sehnsucht“

gesendet von Radio Corax am 23. November 2020

Als Verkäufer*innen der Ware Arbeitskraft hängen wir davon ab, dass die Megamaschine aus ewigem Wachstum und Maximalprofit auf Hochtouren läuft. Doch die zerstört unsere Lebensgrundlagen. Aus dieser Falle können wir nur entkommen, wenn wir die abstrakte Reichtumsform der kapitalistischen Produktionsweise sprengen, deren Zweck die unendliche Anhäufung von Geld ist. Denn vom Gelderwerb leben hat keine Perspektive mehr. Die Antwort heißt gesellschaftliche Selbstorganisation des stofflichen Reichtums, den wir zum Leben brauchen.
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Audio: 1945 – 2020. Antisemitismus und kein Ende?

Online-Panel mit Katharina König-Preuss und Volker Weiß

Moderation Carl Melchers

gehalten am 28. November 2020

Eine gemeinsame Veranstaltung der Wochenzeitung Jungle World, des Komma Kultur Esslingen, des Jungen Forum der DIG Stuttgart und des und des Fördervereins Emanzipation und Frieden im Rahmen von Youth Against Antisemitism

Lange Zeit glaubte man in Deutschland, Antisemitismus sei im wesentlichen ein Phänomen von gestern und heutzutage unter Deutschen nur noch eine Randerscheinung. Höchstens unter Zugewanderten wollte man ihn hie und da noch wahrnehmen. Diese Illusion ist wie eine Seifenblase zerplatzt. 75 Jahre nach dem Sieg der Alliierten über Nazideutschland versteckt sich der Antisemitismus immer weniger in Hinterzimmern und traut sich wieder offen auf die Straßen. Mittlerweile warnt selbst der Verfassungsschutz vor „steil ansteigendem Antisemitismus“. Warum das so ist, versteht er allerdings genauso wenig wie eine Gesellschaft, die zwar irgendwie „gegen Antisemitismus“ ist, aber ihn bis heute kaum begriffen hat. Deutsche Selbstgewissheit entlarvt sich als das, was sie schon immer war: als Schuldabwehr und Selbstbetrug.

Gemeinsam mit ausgewiesenen Expert*nnen wollen wir die Entwicklungen beleuchten und uns auf die Suche nach Gegenstrategien begeben.

Unsere Gäste:

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Wohin steuern die USA?

Über Komplexitäten und Perspektiven einer Nation am Abgrund

Online Vortrag und Diskussion mit Emanuel Bergmann (live aus Los Angeles)

Donnerstag, 21. Januar 2021, 19.30 Uhr

Die Ära Trump ist vorbei, der neue Präsident Joe Biden will eine Rückkehr zur Normalität. Aber ist das überhaupt noch möglich? Innerhalb der demokratischen Partei wächst der Konflikt zwischen der Mitte und dem linken Flügel; gleichzeitig sind die Republikaner unter Trump zu einer „post-demokratischen“ Partei geworden, in der bedingungslose Loyalität mehr zählt als Rechtsstaatlichkeit. Sind die USA überhaupt noch regierbar? Weiterlesen

National Knockdown – Die „Querdenken“-Bewegung steht auf.

Laura-Luise Hammel im Gespräch mit dem FSK – Freies Sender Kombinat

Montag, 7. Dezember 2020, 20 Uhr

Livestream und auf UKW 93,0 im Hamburger Stadtgebiet

Die Sendung ist mittlerweile HIER nachzuhören

Sie sind immer noch da: Verbindungen von Nazis und „ganz normalen“
Bürger_innen durch geteilte Verschwörungstheorien und alle möglichen
weiteren regressiven Ideologien. Wer von diesen Bürger_innen noch nicht
bei Pegida mitgemacht hat, hat mit den Anti-Corona-Protesten nun eine
weitere Möglichkeit erhalten, gemeinsam mit Nazis Politik zu machen. Die
gemeinsame Politik funktioniert in traditionell deutscher, gemeinsamer
Arbeitsteilung: Die Nazis prügeln und die Bürger_innen geben den
zivilgesellschaftlichen Support. Weiterlesen

Audio: Kollektive Unschuld. Die Abwehr der Shoah im deutschen Erinnern

Buchvorstellung mit Samuel Salzborn

Online gehalten am 18. November 2020

Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Shoah galt lange als bundesdeutsche Erfolgsgeschichte. Dieses Image beginnt mit der zunehmenden Rechtsradikalisierung in Politik und Gesellschaft mehr und mehr zu bröckeln. Im bundesdeutschen Selbstbild wurde hingegen schon immer die Geschichte der Schuld- und Erinnerungsabwehr, der Täter-Opfer-Umkehr, der Selbststilisierung als Opfer und der antisemitischen Projektion ausgeblendet. Eine (selbst-)kritische Aufarbeitung der Vergangenheit hat auch 75 Jahre nach der Niederschlagung des Nationalsozialismus auf gesellschaftlicher Ebene kaum stattgefunden: Durch die Abwehr der Shoah im deutschen Erinnern manifestiert sich vielmehr ein Selbstbild, das um den Mythos kollektiver Unschuld kreist.
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Youth Against Antisemitism 2020: Online-Panel und Konzert aus Tel Aviv

Samstag, 28. November 2020, Online

19.30 Uhr Online-Panel 1945 – 2020. Antisemitismus und kein Ende?

21.00 Uhr Konzert Live aus Tel Aviv

Eine gemeinsame Veranstaltung der Wochenzeitung Jungle World, des Komma Kultur Esslingen, des Jungen Forum der DIG Stuttgart und des und des Fördervereins Emanzipation und Frieden

Lange Zeit glaubte man in Deutschland, Antisemitismus sei im wesentlichen ein Phänomen von gestern und heutzutage unter Deutschen nur noch eine Randerscheinung. Höchstens unter Zugewanderten wollte man ihn hie und da noch wahrnehmen. Diese Illusion ist wie eine Seifenblase zerplatzt. 75 Jahre nach dem Sieg der Alliierten über Nazideutschland versteckt sich der Antisemitismus immer weniger in Hinterzimmern und traut sich wieder offen auf die Straßen. Mittlerweile warnt selbst der Verfassungsschutz vor „steil ansteigendem Antisemitismus“. Warum das so ist, versteht er allerdings genauso wenig wie eine Gesellschaft, die zwar irgendwie „gegen Antisemitismus“ ist, aber ihn bis heute kaum begriffen hat. Deutsche Selbstgewissheit entlarvt sich als das, was sie schon immer war: als Schuldabwehr und Selbstbetrug.

Gemeinsam mit ausgewiesenen Expert*nnen wollen wir die Entwicklungen beleuchten und uns auf die Suche nach Gegenstrategien begeben.

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Anthroposophie – Eine kurze Kritik

Online-Vortrag und Diskussion mit André Sebastiani

Donnerstag, 10. Dezember 2020, 19.30 Uhr

Eine gemeinsame Veranstaltung von Grüne Jugend Stuttgart und Emanzipation und Frieden

der Vortrag ist mittlerweile HIER nachzuhören

Was haben die beliebten Demeter-Produkte aus dem Bio-Regal und die Waldorfschulen gemeinsam? Die zugrunde liegende esoterische Weltanschauung, die Anthroposophie. Sie wurde Anfang des vergangenen Jahrhunderts durch Rudolf Steiner (1861-1925) begründet und ist heute die wohl einflussreichste esoterische Strömung in Europa. Bemerkenswerterweise ist die Anthroposophie dabei heute viel weniger bekannt als ihre sogenannten Praxisfelder, wie z.B. die Waldorfpädagogik, die biologisch-dynamische Landwirtschaft (Demeter) oder die anthroposophische Medizin. Die Praxisfelder sind jedoch mit der Anthroposophie untrennbar verwoben und so lohnt sich ein Blick, welche Weltanschauung sich dahinter verbirgt. Weiterlesen

Audio: Nichts als Nawalny?

Über Zustand, Bedingungen und Konsequenzen russischer Oppositionspolitik

Online-Vortrag von Ute Weinmann

gehalten am 5. November 2020, live aus Moskau

Ist im Ausland von der russischen Opposition die Rede, steht in der Regel Aleksej Nawalny im Fokus. Die Affäre um seine Vergiftung mit einem Nervenkampfstoff belastet die Beziehungen Russlands zum Westen. Es stellt sich aber auch die Frage nach den innenpolitischen Konsequenzen und den grundsätzlichen Bedingungen für oppositionelle Politik in Russland, auf denen der Schwerpunkt dieser Veranstaltung liegt. Weiterlesen

Audio: Die israelfeindliche Politik der DDR – Antisemitismus trotz Antifaschismus?

Online-Vortrag von Martin Jander

gehalten am 4. November 2020

auf einer Veranstaltung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Region Stuttgart e.V.

– Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Referenten –

Trotz vielfältiger Recherchen zu Geschichte und Struktur der DDR – allein der Bundestag setzte zwei Enquetekommissionen dazu ein – haben Forschung und Publizistik einen weiten Bogen um die Zusammenhänge von DDR, Antisemitismus und Israel-Feindschaft gemacht. Nur wenige Forscher wie Jeffrey Herf, Thomas Haury, Rainer M. Lepsius so wie die Amadeu Antonio Stiftung aus Berlin haben sich bislang mit den Themen intensiv beschäftigt und dazu publiziert. Dr. Martin Jander zeigt in seinem Vortrag die Entstehung und Entwicklung der nachnationalsozialistischen DDR-Gesellschaft, deren Selbstverständnis antifaschistisch, deren Politik nach innen und außen jedoch antisemitisch und israelfeindlich ausgerichtet war. Der größte Teil der DDR-Juden wurde im Winter 1952/53 vertrieben. Ab 1967 unterstützte die DDR Kriege gegen Israel militärisch. Antisemitismus und Israel-Feindschaft waren jedoch nicht nur der Politik der DDR-Führung geschuldet. Sie waren auch in der DDR-Gesellschaft präsent, die seit 1945 zwar in eine nicht-kapitalistische Gesellschaft transformiert wurde, Antisemitismus und Rassismus jedoch nicht aufarbeitete. Weiterlesen

Audio: Georg Elser in Deutschland

Vortrag von Matheus Hagedorny

gehalten am 29. Oktober 2020

auf einer gemeinsamen Online-Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg  und des Fördervereins Emanzipation und Frieden. e.V.

Vom Feind der Volksgemeinschaft zum deutschen Helden in 80 Jahren: Georg Elser (1903-1945) wollte Adolf Hitler 1939 mit einer Bombe töten und scheiterte nur knapp. Bis zum Ende der Bonner Republik stand der proletarische Widerstandskämpfer aus dem schwäbischen Königsbronn im Schatten der Putschisten des 20. Juli 1944 um Oberst Stauffenberg. Inzwischen scheint sich das Verhältnis umzukehren. Im Land erinnern mehr Denkmäler an Elser als an Stauffenberg. In der Rezeptionsgeschichte des Bürgerbräu-Attentats zeigen sich die Leerstellen und Abgründe der deutschen „Aufarbeitung der Vergangenheit“.

Der Vortrag konzentriert sich auf den ideologischen Zusammenhang, in dem die Motive zur Tötung Hitlers reiften, und die daraus resultierenden Nachwirkungen auf die Wahrnehmung des Attentats während und nach der Zeit des Nationalsozialismus. Er wird der Frage nachgehen, was das Andenken an den christlich und kommunistisch geprägten Attentäter in Deutschland über Jahrzehnte blockierte. Dies führt zu der Frage, ob der einsame Widerstandskämpfer heute einen Platz in der Traditionsbildung der Bundesrepublik finden kann.

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1945 – 2020. Antisemitismus und kein Ende? Ein Online-Abend mit Katharina König-Preuss und Volker Weiß

Moderation Carl Melchers, Mitherausgeber der Wochenzeitung „Jungle World“

Samstag, 28. November 2020, 19.30 Uhr

Die Beiträge sind mittlerweile HIER nachzuhören

Eine gemeinsame Veranstaltung der Wochenzeitung Jungle World, des Komma Kultur Esslingen, des Jungen Forum der DIG Stuttgart und des und des Fördervereins Emanzipation und Frieden im Rahmen von Youth Against Antisemitism

Lange Zeit glaubte man in Deutschland, Antisemitismus sei im wesentlichen ein Phänomen von gestern und heutzutage unter Deutschen nur noch eine Randerscheinung. Höchstens unter Zugewanderten wollte man ihn hie und da noch wahrnehmen. Diese Illusion ist wie eine Seifenblase zerplatzt. 75 Jahre nach dem Sieg der Alliierten über Nazideutschland versteckt sich der Antisemitismus immer weniger in Hinterzimmern und traut sich wieder offen auf die Straßen. Mittlerweile warnt selbst der Verfassungsschutz vor „steil ansteigendem Antisemitismus“. Warum das so ist, versteht er allerdings genauso wenig wie eine Gesellschaft, die zwar irgendwie „gegen Antisemitismus“ ist, aber ihn bis heute kaum begriffen hat. Deutsche Selbstgewissheit entlarvt sich als das, was sie schon immer war: als Schuldabwehr und Selbstbetrug.

Gemeinsam mit ausgewiesenen Expert*nnen wollen wir die Entwicklungen beleuchten und uns auf die Suche nach Gegenstrategien begeben.

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Nichts als Nawalny?

Über Zustand, Bedingungen und Konsequenzen russischer Oppositionspolitik

Online-Vortrag und Diskussion mit Ute Weinmann – live aus Moskau –

Donnerstag, 5. November 2020, 19.30 Uhr

der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Ist im Ausland von der russischen Opposition die Rede, steht in der Regel Aleksej Nawalny im Fokus. Die Affäre um seine Vergiftung mit einem Nervenkampfstoff belastet die Beziehungen Russlands zum Westen. Es stellt sich aber auch die Frage nach den innenpolitischen Konsequenzen und den grundsätzlichen Bedingungen für oppositionelle Politik in Russland, auf denen der Schwerpunkt dieser Veranstaltung liegt.

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Audio: Psychoanalyse des Antisemitismus

Online-Vortrag von Sebastian Winter

gehalten am 23. September 2020

Antisemitismus ist nicht nur „Vorurteil“. Er ist eine affektive Haltung,
die es erlaubt, gegen „die da oben“ scheinbar zu rebellieren und sich
dabei einzufügen in eine als konfliktfrei imaginierte (völkische)
Gemeinschaft. Den unbewussten Dynamiken hinter der antisemitischen
Haltung soll auf dieser Veranstaltung mit
psychoanalytisch-sozialpsychologischen Theorien nachgegangen werden.

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Audio: Normalität – eine trostlose Hoffnung

Vortrag von Thomas Ebermann

gehalten am 18. September 2020 in München

– Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Referenten –

Teil 1:

Teil 2:


Reflexionen zur Pandemie und dem größten Glücksversprechen unserer Zeit, dass, wenn wir alle geduldig, fleißig und die Betreffenden auch opferbereit sind, Deutschland gestärkt aus dem Ungemach hervorgehe.
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Georg Elser in Deutschland

Online-Vortrag und Diskussion mit Matheus Hagedorny

Donnerstag, 29. Oktober 2020, 19.30 Uhr

Zugangslink

Eine Gemeinsame Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg  und des Fördervereins Emanzipation und Frieden. e.V.

Der Vortrag ist mittlerweile HIER nachzuhören

Vom Feind der Volksgemeinschaft zum deutschen Helden in 80 Jahren: Georg Elser (1903-1945) wollte Adolf Hitler 1939 mit einer Bombe töten und scheiterte nur knapp. Bis zum Ende der Bonner Republik stand der proletarische Widerstandskämpfer aus dem schwäbischen Königsbronn im Schatten der Putschisten des 20. Juli 1944 um Oberst Stauffenberg. Inzwischen scheint sich das Verhältnis umzukehren. Im Land erinnern mehr Denkmäler an Elser als an Stauffenberg. In der Rezeptionsgeschichte des Bürgerbräu-Attentats zeigen sich die Leerstellen und Abgründe der deutschen „Aufarbeitung der Vergangenheit“.

Der Vortrag konzentriert sich auf den ideologischen Zusammenhang, in dem die Motive zur Tötung Hitlers reiften, und die daraus resultierenden Nachwirkungen auf die Wahrnehmung des Attentats während und nach der Zeit des Nationalsozialismus. Er wird der Frage nachgehen, was das Andenken an den christlich und kommunistisch geprägten Attentäter in Deutschland über Jahrzehnte blockierte. Dies führt zu der Frage, ob der einsame Widerstandskämpfer heute einen Platz in der Traditionsbildung der Bundesrepublik finden kann.

Matheus Hagedorny studierte Philosophie, Neuere Geschichte und Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Bonn. Er war Lehrbeauftragter an der Freien Universität Berlin. Derzeit forscht er an der Universität Potsdam zu Islambildern der Neuen Rechten. Im Ça ira Verlag erschienen ist sein Buch Georg Elser in Deutschland, das inzwischen in zweiter Auflage vorliegt.