Audio: Wahnhafte Incels

Sprache und Ideologie eines frauenverachtenden Online-Kults

Vortrag von Veronika Kracher

gehalten am 25. Juli 2019 in Stuttgart

Was ist eine „Stacy“? Und ein „Chad“? Was bedeuten Begriffe wie „Roastie“, „blackpill“, „Wristcel“, „looksmaxing“ und „Femoid“?
Es handelt sich hier um den Code der sogenannten Incel-Subkultur, ein misogyner Online-Todeskult, der seit 2018 in den Blick der Öffentlichkeit geraten ist. „Incel“ ist die Kurzform für „Involuntary Celibate“- unfreiwillig im Zölibat lebende. Denn dieses jedoch nur scheinbar unfreiwillige Zölibat konstituiert die komplette Identität dieser frustrierten jungen Männer.
Im April 2018 fuhr der Kanadier Alek Minassian mit dem Auto in eine Menschenmenge, um Rache dafür zu nehmen, dass er immer noch keinen Sex gehabt hatte. Sein Vorbild war Elliot Rodger, Held der Incels, der 2014 sechs Menschen tötete, 13 weitere verletzte, und ein über hundert Seiten langes Manifest hinterließ, das zum Manifest der Incel-Bewegung wurde.
Weiterlesen

Vereinte Nationen gegen Israel: Wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert

Buchvorstellung und Diskussion mit Alex Feuerherdt

Mittwoch, 2. Oktober 2019, 19.00 Uhr, Stuttgart

Haus der Katholischen Kirche, Königstr.7

Eine Veranstaltung von Junges Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Region Stuttgart e.V, Deutscher Koordinierungsrat GCJZ (Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit) und Emanzipation und Frieden

Kein anderes Land steht bei den Vereinten Nationen derart am Pranger wie Israel. Die Unesco und der UN-Menschenrechtsrat beispielsweise haben den jüdischen Staat in ihren Resolutionen häufiger verurteilt als alle anderen Länder dieser Welt zusammen. Auch die Generalversammlung der Uno beschäftigt sich in ihren Diskussionen und Beschlüssen weitaus öfter mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten als etwa mit Syrien, Nordkorea oder dem Iran. Die UN-Frauenrechtskommission hat Israel als einziges Land für die Verletzung von Frauenrechten kritisiert, für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schädigt weltweit niemand die Gesundheit von Menschen und die Umwelt so stark wie der jüdische Staat. Und das sind nur einige wenige Beispiele von vielen. Ein Beschluss wie der UN-Teilungsplan von 1947, der die Grundlage für die Proklamation des Staates Israel bildete, wäre heute schlicht undenkbar.

Weiterlesen

Audio: Wer vom Kapitalismus nicht reden will, sollte von Nachhaltigkeit schweigen.

Warum wir mit „unserer Wirtschaft“ nie eine nachhaltige
Gesellschaft erreichen werden.

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 9. Juli 2019 in Jena

Alle sind für Klimaschutz, aber die globale Erwärmung nimmt unaufhörlich zu. Alle sind für soziale Gerechtigkeit, aber Kinder- und Altersarmut wachsen. Alle wünschen sich mehr freie Zeit zum Leben, aber müssen immer mehr und länger arbeiten. Niemand will die Krise, aber keiner kriegt sie in den Griff. Wunsch und Wirklichkeit gehen weit auseinander, weil das herrschende Wirtschaftssystem grundsätzliche Konstruktionsfehler hat. Es beruht auf dem Zwang zu ewigem Wachstum und maximalem Profit. Gegen den Kapitalismus sind viele. Aber haben sie auch etwas von dem verstanden, was ihm den Namen gibt – vom Kapital?

Weiterlesen

Audio: Europäischer Antiamerikanismus in der Ära Trump

Vortrag von Andrei S. Markovits

gehalten am 24. Juni 2019 in Stuttgart                               

Während die Aversion in der (west)europäischen Öffentlichkeit gegenüber Donald Trump nicht nur verständlich, sondern auch berechtigt ist, geht es hier um viel mehr: Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Andrei S. Markovits ordnet diese Aversion in eine langjährige Geschichte des europäischen Antiamerikanismus ein und sieht Donald Trump — den prototypischen ungehobelten Amerikaner — als eine willkommene Figur, um den endgültigen und langersehnten Befreiungsschlag der (West)Europäer den USA gegenüber zu bewerkstelligen.

Weiterlesen

Audio: Frauenfußball in den USA und Europa

Vortrag von Andrei S. Markovits

gehalten am 23. Juni 2019 in Stuttgart 

Fußball und Frauen sind irgendwie noch immer inkongruente Begriffe. Sie harmonieren nicht so recht. Warum ist das so? Welche Veränderungen gibt es? Und welche Bedeutung haben diese für die allgemeine Gesellschaft in Ländern wie Deutschland, anderen westeuropäischen Staaten und den USA?
Die Prämie des Deutschen-Fußballbundes (DFB) für den ersten EM-Titel der deutschen Fußballerinnen 1989 war bezeichnenderweise ein Kaffeeservice. Seit es den Frauenfußball gibt, gibt es auch entsprechende Vorurteile: Frauen sollten Kinder kriegen, nicht kicken. Wie Amateurfußball, nur in Zeitlupe. Und ähnliches mehr, die Liste ist lang. Die deutschen Nationalspielerinnen haben sich jüngst in einem eigenen Videospot zur Wehr gesetzt: „Wir brauchen keine Eier – wir haben Pferdeschwänze“, heißt es da. In den USA sieht das etwas anders aus, hier haben die Fußballerinnen in einer etablierten Profiliga längst einen ganz anderen Status. Aus Anlass der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Frankreich in diesem Sommer greift der amerikanische Soziologie-Professor Andrei S. Markovits diese Vorurteilsstrukturen und die kontinentalen Unterschiede des Frauen-Fußballs innerhalb eines Vortrags am 23. Juni in der Stuttgarter Gaststätte Rosis Pinte auf. Gerade ist Markovits aktuelles Buch zum Thema, „Frauen im amerikanischen Soccer und im europäischen Fußball“, erschienen, das er an diesem Abend vorstellen wird. Der deutschsprachige Wissenschaftler zeichnet hier den unterschiedlichen Werdegang des Frauen-Fußballs in den USA und in Westeuropa nach: In Nordamerika hätten die Frauen ein freies Spielfeld vorgefunden, da dort die dominanten Sportarten Baseball, Basketball, (American) Football und Eishockey seien. In Europa haben die Männer das Fußballfeld seit Jahrzehnten vorgeprägt und dominiert, die kickenden Frauen treten hier in der zentralen Hauptsportart an.

Andrei S. Markovits ist Arthur F. Thurnau Professor, Karl W. Deutsch Collegiate Professor of Comparative Politics and German Studies, Professor of Political Science, Professor of Germanic Languages and Literatures, Professor of Sociology, The University of Michigan, Ann Arbor

Weiterlesen

Audio: Beißreflexe

Vortrag von Patsy l’amour laLove

gehalten am 30. Mai 2019 in Esslingen / Neckar                                

Grundlage des Vortrags ist die Tetxtsammlung „Beißreflexe“, die 2017 erschienen ist. In Rahmen dieses Vortrags setzten wir uns kritisch mit Queerem Aktivismus und dem Begriff der Identitätspolitik auseinander. Seit einigen Jahren reist die aus Berlin stammende l’Amour laLove mit Vorträgen und Workshops durch den deutschsprachigen Raum. Ihre Themen sind die Schwulenbewegung der 1970er Jahre, schwule Lust und Sexualität, Pornographie, Männlichkeit und Tunten, kritische
Identitätspolitik sowie ihre beiden Sammelbände Selbsthass & Emanzipation“ (2016) und «Beißreflexe» (2017) mitsamt den öffentlichen Debatten.

Weiterlesen

Hamburger Gitter – Der G20 Gipfel als Schaufenster moderner Polizeiarbeit

Dokumentarfilm mit anschließender Diskussion

Dienstag, 11. Juni 2019, 20 Uhr, Stuttgart
Waggons, 70191 Stuttgart
Eintritt frei – Spende erwünscht

Filmlänge: 80 Minuten
Ein Film von: Marco Heinig, Steffen Maurer, Luise Burchard, Luca Vogel

Der Film fragt: Welche Garantien des Grundgesetzes konnten rund um den G20-Gipfel standhalten? Mit welcher Leichtigkeit konnten die Behörden agieren? Welche Methoden der Ausnahmesituation werden langsam zur Normalität? Und welche Gesellschaft zeichnet sich da am Horizont ab? Antworten geben u.a. Rafael Behr (Prof. für Polizeiwissenschaft, Akademie der Polizei Hamburg), Christiane Schneider (Hamburger Bürgerschaft), Heribert Prantl (Chefredaktion Süddeutsche Zeitung); der Pressesprecher der Polizei Hamburg; der junge Aktivist Fabio V., der vier Monate in Untersuchungshaft saß, seine Anwältin und Vorstand im RAV, Gabriele Heinecke; sowie viele weitere aus Polizei, Medien, Wissenschaft, Justiz und Aktivismus.
Weiterlesen

Europäischer Antiamerikanismus in der Ära Trump

Vortrag und Diskussion mit Andrei S. Markovits

Montag, 24. Juni 2019, 19.30 Uhr, Stuttgart                               

Kulturzentrum Merlin, Augustenstraße 72

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören.

Während die Aversion in der (west)europäischen Öffentlichkeit gegenüber Donald Trump nicht nur verständlich, sondern auch berechtigt ist, geht es hier um viel mehr: Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Andrei S. Markovits ordnet diese Aversion in eine langjährige Geschichte des europäischen Antiamerikanismus ein und sieht Donald Trump — den prototypischen ungehobelten Amerikaner — als eine willkommene Figur, um den endgültigen und langersehnten Befreiungsschlag der (West)Europäer den USA gegenüber zu bewerkstelligen.

Weiterlesen

Patsy l’Amour laLove – Vortrag und Diskussion

Donnerstag, 30. Mai 2019, 19.30 Uhr, Esslingen/ Neckar                                 KOMMA, Maillestraße 5-9

Grundlage des Vortrags ist die Tetxtsammlung „Beißreflexe“, die 2017 erschienen ist. In Rahmen dieses Vortrags setzten wir uns kritisch mit Queerem Aktivismus und dem Begriff der Identitätspolitik auseinander. Seit einigen Jahren reist die aus Berlin stammende l’Amour laLove mit Vorträgen und Workshops durch den deutschsprachigen Raum. Ihre Themen sind die Schwulenbewegung der 1970er Jahre, schwule Lust und Sexualität, Pornographie, Männlichkeit und Tunten, kritische Identitätspolitik sowie ihre beiden Sammelbände „Selbsthass & Emanzipation“ (2016) und «Beißreflexe» (2017) mitsamt den öffentlichen Debatten. Weiterlesen

Audio: Die AfD und die soziale Frage

Vortrag von Stefan Dietl

gehalten am 4. April 2019 in Stuttgart

Um zu klären, welche Rolle die soziale Frage in der AfD spielt, untersucht Stefan Dietl die sozialpolitische Ausrichtung der Partei anhand ihres im Mai 2016 verabschiedeten Grundsatzprogramms und der vorhergehenden Debatten zwischen den verschiedenen Flügeln der Partei. Dabei zeigen sich sowohl die marktradikalen Positionen der AfD als auch ihre im „völkischen Antikapitalismus“ verwurzelten Inhalte. Stefan Dietl stellt die aktuelle sozial- und wirtschaftspolitische Programmatik der AfD vor dem Hintergrund des Kräftezerrens zwischen Marktradikalen und völkischen Nationalisten vor. Er liefert eine Problemanalyse bisheriger Versäumnisse, insbesondere der Gewerkschaften, im Umgang mit der AfD und ihrem Klientel und entwirft Gegenstrategien. Weiterlesen

Audio: Feindbild Klimaschützerin

Der rechte Hass auf Klimaaktivist*innen zwischen Sexismus, Heimatideologie und Gewissenserleichterung

Vortrag von Ricarda Lang

gehalten am 21. März 2019 in Stuttgart

— Aufgrund eines technischen Problems fehlen die ersten 5 Minuten des Vortrags. Wir bitten dies zu entschuldigen. —

In den letzten Monaten hat sich in rechten Kreisen, vom rechtskonservativen Feuilleton bis zu rechtsextremen Gruppen, ein neues Lieblingsfeindbild etabliert: die Klimaschützerin.
Die Referentin Ricarda Lang war im letzten Jahr massiven Angriffen von Rechten  ausgesetzt, nachdem sie gefordert hatte, dass Menschen, die durch den Klimawandel ihre Lebensgrundlage verlieren, die Staatsbürgerschaft in europäischen Staaten bekommen sollen. Und bekannte Gesichter rund um die Bewegung #FridaysForFuture wie Greta Thunberg oder Luisa Neubauer werden für individuelle  Konsumentscheidungen beleidigt und zu den Vorreiterinnen einer kosmopolitischen Elite gemacht, die es sich zum Ziel gesetzt habe, den Bürger*innen unter dem Vorwand des Klimaschutzes die Freiheit zu nehmen. Dabei ist es kein Zufall, dass die Hetze vor allem Frauen trifft. Der Vortrag dreht sich um die Frage, wie sich der Hass auf Klimaschützerinnen im Kontext eines rechten Frauenbilds und einer völkischen Ideologie von Umweltschutz als Heimatschutz entwickelt. Weiterlesen

Audio: Iran – Israel – Deutschland

Antisemitismus, Außenhandel und Atomprogramm

Buchvorstellung und Vortrag von Stephan Grigat

gehalten am 13. März 2019 in Stuttgart auf einer Veranstaltung  der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Region Stuttgart e.V.

– Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Referenten –

Der heutige Iran, Israel und Deutschland sind auf eine merkwürdige Weise miteinander verbunden. Eine entscheidende Rolle spielen dabei Geschichte und Gegenwart des Antisemitismus. Der Band erhebt Einspruch gegen die gängige Darstellung des iranischen Regimes und fragt nach den besonderen Beziehungen, die Deutschland als „Rechtsnachfolger des Dritten Reiches“ zur antisemitischen Diktatur im Iran einerseits und zum jüdischen Staat andererseits unterhält. Das Regime der Ajatollahs wird ebenso vor dem Hintergrund der Erfahrung des Nationalsozialismus analysiert wie die deutsche Iran-Politik und die israelischen Reaktionen auf das iranische Atomprogramm. In dem Vortrag wird zudem auf die aktuelle Situation nach der Aufkündigung des Atomabkommens durch die US-Administration eingegangen. Weiterlesen

Audio: Widersprüche. Was kann Science Fiction heute leisten?

Vortrag und Lesung aus einem unveröffentlichten Romanmanuskript

von Marcus Hammerschmitt

gehalten am 28. Februar 2019 in Stuttgart  

An der Science Fiction zerren derzeit verschiedene ideologische, kulturelle und stilistische Kräfte, und viele Autorinnen und Autoren schwanken zwischen widersprüchlichen Befindlichkeiten. Sie staunen darüber, dass die Realität mit Vorliebe die dümmsten und gefährlichsten SF-Ideen der Vergangenheit zu verwirklichen scheint. Auf diese Weise von der Wirklichkeit überholt zu werden, hat die Science Fiction kalt erwischt. Aber gleichzeitig wird die Utopie wieder attraktiver. All das Schreckliche, was uns umgibt und was man sich noch ausdenken kann, bringt auch Chancen mit, wie sie die Science Fiction lange nicht zu träumen wagte – im medizinischen, technologischen, sogar im gesellschaftlichen Bereich. Die Abschaffung der Lohnarbeit ist diskutabel geworden. Das Ende der Malaria scheint in Griffweite gerückt zu sein. Zusammen mit der Gefahr des ungebremsten Untergangs steht plötzlich wieder die Machbarkeit des Paradieses auf der Tagesordnung – wenn auch die Veteranen der SF über manchen naiven Plan nur den Kopf schütteln können. Weiterlesen

Film: „Zwischen Wänden“

Iran 2017, 95 Minuten | FSK nicht geprüft | OmU | Original (Persisch) mit deutschen Untertiteln

R+B: Shahpour Shahbazi | Reza Behboudi (Reza), Anahita Azarpeyvand (Maryam), Ammar Tafti (Shahin/Saeed)

Sonntag, 17. März 2019, 13.30 Uhr, Stuttgart                                                            Atelier am Bollwerk, Hohe Straße 26

Ticketes 10,- € Online oder an der Kasse

Eine Veranstaltung der Iranischen Bibliothek Stuttgart e.V. mit freundlicher Unterstützung des Fördervereins Emanzipation und Frieden. e.V.

Nach seinen Studienjahren in Deutschland hält sich Reza mehr schlecht als recht als Dozent für Film an der Uni Teheran über Wasser. Er hat – obwohl er weiß, dass nicht viel Hoffnung für die Beziehung besteht – zum ersten Mal die junge Studentin Maryam zu sich eingeladen. Im Laufe des Abends prallen die Hoffnungen und Wünsche der Protagonisten aufeinander. Intellekt trifft auf Pragmatismus, Moral und Philosophie stehen gegenüber Fragen von Erfolg und Karrierewünschen der jungen Frau. Der Abend nimmt einen unerwarteten Verlauf, als Maryams vermeintlicher Bruder auftaucht und Reza bezüglich seiner Heiratsabsichten ins Kreuzverhör nimmt. Weiterlesen

Feindbild Klimaschützerin

Der rechte Hass auf Klimaaktivist*innen zwischen Sexismus, Heimatideologie und Gewissenserleichterung

Vortrag und Diskussion mit Ricarda Lang

Donnerstag, 21. März 2019, 19.30 Uhr, Stuttgart

Rosis Pinte, Schwabstr. 193 (Am Hölderlinplatz, Stuttgart West)

– Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören –

In den letzten Monaten hat sich in rechten Kreisen, vom rechtskonservativen Feuilleton bis zu rechtsextremen Gruppen, ein neues Lieblingsfeindbild etabliert: die Klimaschützerin.
Die Referentin Ricarda Lang war im letzten Jahr massiven Angriffen von Rechten  ausgesetzt, nachdem sie gefordert hatte, dass Menschen, die durch den Klimawandel ihre Lebensgrundlage verlieren, die Staatsbürgerschaft in europäischen Staaten bekommen sollen. Und bekannte Gesichter rund um die Bewegung #FridaysForFuture wie Greta Thunberg oder Luisa Neubauer werden für individuelle  Konsumentscheidungen beleidigt und zu den Vorreiterinnen einer kosmopolitischen Elite gemacht, die es sich zum Ziel gesetzt habe, den Bürger*innen unter dem Vorwand des Klimaschutzes die Freiheit zu nehmen. Dabei ist es kein Zufall, dass die Hetze vor allem Frauen trifft. Der Vortrag dreht sich um die Frage, wie sich der Hass auf Klimaschützerinnen im Kontext eines rechten Frauenbilds und einer völkischen Ideologie von Umweltschutz als Heimatschutz entwickelt. Weiterlesen

Die AfD und die soziale Frage

Buchvorstellung und anschließende Diskussion mit Stefan Dietl

Donnerstag, 4. April 2019, 19.30 Uhr, Stuttgart

Stiftung Geißstraße 7, Stiftungssaal, 1. Stock

– Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören –

Um zu klären, welche Rolle die soziale Frage in der AfD spielt, untersucht Stefan Dietl die sozialpolitische Ausrichtung der Partei anhand ihres im Mai 2016 verabschiedeten Grundsatzprogramms und der vorhergehenden Debatten zwischen den verschiedenen Flügeln der Partei. Dabei zeigen sich sowohl die marktradikalen Positionen der AfD als auch ihre im „völkischen Antikapitalismus“ verwurzelten Inhalte. Stefan Dietl stellt die aktuelle sozial- und wirtschaftspolitische Programmatik der AfD vor dem Hintergrund des Kräftezerrens zwischen Marktradikalen und völkischen Nationalisten vor. Er liefert eine Problemanalyse bisheriger Versäumnisse, insbesondere der Gewerkschaften, im Umgang mit der AfD und ihrem Klientel und entwirft Gegenstrategien. Weiterlesen

Audio: AntiBa – der Barbarei entgegentreten

Antifaschismus in Zeiten von AfD und Djihadismus

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 25. Januar 2019 in Hameln

Seit fünf Jahren explodieren Dumpfbackentum und Gewalt. 2014 skandierten erstmals seit 1945 wieder Massenaufmärsche in Deutschland „Tod den Juden!“ Organisiert wurden sie von Islamisten, Nazis und Linksreaktionären, deren antisemitischer Hass gegen Israel sie zusehends zusammenführt. Weltweit häufen sich djihadistische Terroranschläge auf jüdische Einrichtungen, auf Symbole von Religionskritik, Meinungs- und Redefreiheit und auf Menschen, die einfach nur ihr Leben genießen oder feiern wollen.

Doch damit nicht genug. Schon bald nach dem kurzlebigen „Sommermärchen“ von 2015 offenbarte sich im kollektiven Herbeiphantasieren einer angeblichen „Flüchtlingskrise“ eine tief sitzende Menschenfeindlichkeit großer Teile der deutschen Mehrheitsbevölkerung. Kaschiert wird sie mit der Floskel, „wir“ könnten ja schließlich „nicht alle aufnehmen“. Ein rassistischer und gewalttätiger Mob agiert gegen Geflüchtete und wirkliche oder eingebildete MuslimInnen. Die AfD rückt immer weiter nach rechts und nimmt protofaschistische Züge an. Sie verliert deswegen nicht etwa an Zustimmung, sondern treibt die anderen Parteien vor sich her. Das funktioniert, weil auch deren Basis zu nicht geringen Teilen anfällig für derlei “Gedankengut“ ist. Weiterlesen

Audio: Die gelebten Realitäten von Frauen und Mädchen

Vortrag von Koschka Linkerhand

gehalten am 31. Januar 2019 in Stuttgart 

Mit berechtigtem Schrecken stehen Feministinnen vor dem frauenfeindlichen Rechtsruck, der sich in vielen Ländern und in vielen Teilen der Gesellschaft abzeichnet. Offensichtlich ist es nötiger denn je, globale Perspektiven von Frauenunterdrückung und Frauensolidarität ins Auge zu fassen und das Geschlechterverhältnis in engem Zusammenhang mit den Produktionsverhältnissen zu analysieren. Hier kann auf den materialistischen Feminismus zurückgegriffen werden, den Theoretikerinnen seit Simone de Beauvoir erarbeitet haben. Das Patriarchat als ein Herrschaftsverhältnis zwischen Frauen und Männern dient dabei als zentrale Analysekategorie. Weiterlesen

Audio: Warum kann die Politik die Krise nicht stoppen?

oder: Was ist eigentlich Kapitalismus?

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 24. Januar 2019 in Hameln   

– Ein Interview zum Vortrag ist HIER zu hören –

Die Krise, die 2008 mit dem Zusammenbruch eines renommierten Bankhauses begann, will bis heute nicht enden. Internationale Krisengipfel sind zur Normalität geworden, einen wirklichen Ausweg finden sie nicht. Die Politik vermag hin und wieder ein paar Löcher zu stopfen, doch regelmäßig reißen neue auf. Mit Perspektivlosigkeit und Zukunftsängsten vieler Menschen verbreiten sich einfache und gefährliche Erklärungsmuster. Wahlweise geben sie „unfähigen Politikern“, „gierigen Bankern“, „faulen Griechen“ oder gleich allen zusammen die Schuld an der Krise. Autoritäre, nationalistische und faschistoide Bewegungen werden nach oben gespült.

Doch auch die liberalen Verteidiger der westlichen Demokratie hängen der Illusion an, man müsse eben nur „die richtige Politik“ machen. Genauso wenig wie ihre autoritären Widersacher hinterfragen sie die Grundlagen der herrschenden Wirtschaftsweise. Die Krise gibt es aber nicht etwa deswegen, weil sich Banken, Gewerkschaften, Unternehmerverbände und Politik falsch verhielten, sondern weil sie das tun, was kapitalistisch richtig ist. Es handelt sich um die Systemkrise des Kapitalismus. Weiterlesen