Audio: Antisemitismus im Rechtsrock

Vortrag von Timo Büchner

gehalten am 1. Dezember 2018 in Esslingen/Neckar

im Rahmen von YOUTH AGAINST ANTISEMITISM

Musik nimmt eine bedeutende Stellung im Leben junger Menschen ein, transportiert Emotionen und unterschiedlichste Inhalte. Im Rechts Rock finden sich antisemitische Texte. Timo Büchner zeigt anhand erschreckender  Beispiele, wie antisemitische Bilder und Stereotype in den Texten verschlüsselt werden. Zudem beschäftigt er sich mit der Frage, inwiefern der Antisemitismus im RechtsRock mit antisemitischen Erscheinungen in der deutschen Musikszene in Verbindung steht. Weiterlesen

Die gelebten Realitäten von Frauen und Mädchen

Vortrag und Diskussion mit Koschka Linkerhand

Donnerstag, 31. Januar 2019, 19.30 Uhr, Stuttgart                                              Laboratorium, Wagenburgstraße 147

Mit berechtigtem Schrecken stehen Feministinnen vor dem frauenfeindlichen Rechtsruck, der sich in vielen Ländern und in vielen Teilen der Gesellschaft abzeichnet. Offensichtlich ist es nötiger denn je, globale Perspektiven von Frauenunterdrückung und Frauensolidarität ins Auge zu fassen und das Geschlechterverhältnis in engem Zusammenhang mit den Produktionsverhältnissen zu analysieren. Hier kann auf den materialistischen Feminismus zurückgegriffen werden, den Theoretikerinnen seit Simone de Beauvoir erarbeitet haben. Das Patriarchat als ein Herrschaftsverhältnis zwischen Frauen und Männern dient dabei als zentrale Analysekategorie. Weiterlesen

Audio: Feierabend! Warum die Arbeitsgesellschaft an ihre Grenzen stößt.

Vortrag von Norbert Trenkle

gehalten am 28.November 2018 bei ver.di Stuttgart

Obwohl die Produktivität im Produktionssektor geradezu sprunghaft angewachsen ist, arbeiten wir heute nicht kürzer, sondern länger und härter als vor dreißig Jahren. Die Leistung wurde extrem verdichtet und die Arbeit ergreift zunehmend die gesamte Lebenszeit, während gleichzeitig in großen Teilen der Welt immer mehr Menschen „überflüssig“ gemacht werden. Das ist der absurde Effekt einer Produktionsweise, in der die Arbeit ein bloßes Mittel ist, um den Kreislauf der Kapitalverwertung in Gang zu halten. Gleichzeitig hat aber das breitflächige Überflüssigmachen von Arbeitskraft eben diese kapitalistische Produktionsweise in eine tiefe Krise gestürzt, die nur durch die permanente Aufblähung der Finanzmärkte aufgeschoben werden kann. Doch das ist keine gute Nachricht. Denn da die meisten Menschen darauf angewiesen sind, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, um zu überleben, wird die Konkurrenz um die verbliebenen Arbeitsplätze und „Wirtschaftsstandorte“ immer erbitterter geführt. Weiterlesen

Schön, dass uns die Arbeit ausgeht

Ein Plädoyer für massive Arbeitszeitverkürzung

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 16. Januar 2019, 19.30 Uhr, Sulzbach-Rosenberg                                       Buchhandlung Volkert, Neustadt 6, 92237 Sulzbach-Rosenberg

Eine Veranstaltung von Punk e.V., Verein für Politik und Kunst mit Unterstützung der ver.di-Jugend Oberpfalz

Wenn ältere Leute davon erzählen, dass es einmal so etwas wie Vollbeschäftigung gab und die Aussicht, sich durch Arbeit lebenslang seinen Unterhalt zu sichern, so klingt das wie aus einer fernen, längst vergangenen Zeit. Opas Welt kehrt in der Tat nicht wieder. Seit langem schmelzen sichere Arbeitsplätze wie Schnee an der Sonne und in den kommenden 20 Jahren wird jeder zweite Job in Europa und den USA  verschwinden, weil künstliche Intelligenz und Roboter das viel besser und billiger können. Aber warum macht uns das eigentlich Angst? Es wäre doch Freude angesagt. Schließlich träumen Menschen seit Jahrtausenden davon, ihr Leben mit Angenehmerem verbringen zu können als ausgerechnet mit Arbeit. Doch nur den wenigsten war es vergönnt, dem Zwang zu lebenslanger Schufterei zu entfliehen. Das Schöne ist, dass das heute alle könnten. Denn Technologie und Wissenschaft ermöglichen uns, mit immer weniger Arbeit immer mehr Reichtum zu schaffen. Doch ausgerechnet jetzt sollen wir immer länger arbeiten. Weiterlesen

Gemeinwohlökonomie: Revolutionäre Idee oder zahnloser Tiger?

Samstag, 8. Dezember 2018, 20.00 Uhr, Freiburg im Breisgau
Jugendherberge Freiburg, Kartäuserstraße 151

Podiumsdiskussion mit

Heike Müller, Geschäftsführerin Vinzenz GmbH (gemeinwohlbilanziertes Cateringunternehmen aus Sigmaringen)
Johannes Dolderer, GWÖ Bewegung, AK Bildung
Lothar Galow-Bergemann, Autor, Emanzipation & Frieden

Moderation: Anika Kienle, frauen- und genderpolitische Sprecherin der GRÜNEN JUGEND BW
Einführung: Marcel Roth, Landessprecher GRÜNE JUGEND BW

Die Gemeinwohlökonomie (GWÖ) ist in Baden-Württembergs Politik und Unternehmertum angekommen. Ihr Anspruch ist nicht weniger als die Etablierung eines ethischen Wirtschaftsmodells. Das Wohl von Mensch und Umwelt soll zum obersten Ziel des Wirtschaftens werden. Ist die GWÖ damit der Start einer großen Bewegung, die unsere heutige Wirtschaftsweise auf den Kopf stellt? Was machen Unternehmen anders, die nicht nur auf Umsatz und Gewinn schauen? Und: Reicht das? Oder bedient die GWÖ am Ende doch nur eine Nische, die dem Kapitalismus nichts anhaben kann? Weiterlesen

Kapitalismus aufheben – Vertiefender Workshop

Eine Einladung, über Utopie und Transformation neu nachzudenken

Vertiefender Workshop mit Simon Sutterlütti zum Vortrag vom Vortag

Samstag, 12. Januar 2019, 10.00 bis 17.00 Uhr, Stuttgart
Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg, Ludwigstr. 73a

Der Weg zu einer herrschaftsfreien Gesellschaft scheint verstellt. Vorstellungen von Reform und Revolution und die hoffnungsvollen Utopien,Sozialismus und Kommunismus, sind für viele verloren. Ist der Raum der Hoffnung also verschlossen? Reform oder Revolution sind die bekannten Antworten auf die Befreiungsfrage, jedoch haben beide Überwindungstheorien die gleiche Schwachstelle: Woher kommen die neuen, (be)freien(den) Formen gesellschaftlicher Organisation? Diese werden nicht nach der Revolution plötzlich vom Himmel fallen und können nicht innerhalb des Reformprozesses geschaffen werden, da dieser sich des Staats bedient und es kaum möglich ist eine staatslose Organisationsform mittels des Staates herzustellen. Die Frage nach dem Aufbau freier Formen der Vergesellschaftung steht im Mittelpunkt der Aufhebungstheorie. Weiterlesen

Kapitalismus aufheben

Eine Einladung, über Utopie und Transformation neu nachzudenken

Vortrag und Diskussion mit Simon Sutterlütti

Freitag, 11. Januar 2019, 19.00 Uhr, Stuttgart
Bürgerräume Stuttgart West, Sophie Knosp-Raum, Bebelstr. 22

Am Folgetag wird es zusätzlich einen vertiefenden Workshop mit dem Referenten geben.

Der Weg zu einer herrschaftsfreien Gesellschaft scheint verstellt. Vorstellungen von Reform und Revolution und die hoffnungsvollen Utopien,Sozialismus und Kommunismus, sind für viele verloren. Ist der Raum der Hoffnung also verschlossen? Mithilfe zweier neuer Theorieansätze möchte Simon Sutterlütti, gemeinsam mit Stefan Meretz Autor des Buches «Kapitalismus aufheben. Eine Einladung, über Utopie und Transformation neu nachzudenken», diesen Raum wieder öffnen: Während die kategoriale Utopietheorie versucht, Utopie als Raum menschlich-gesellschaftlicher Möglichkeiten zu begreifen, rückt die Aufhebungstheorie den Aufbau neuer gesellschaftlicher Formen in das Zentrum der Transformation. Weiterlesen

AntiBa – Der Barbarei entgegentreten. Antifaschismus in Zeiten von AfD und Djihadismus.

von Lothar Galow-Bergemann

Aktualisierte Textfassung eines Folienvortrags, gehalten 4. Juni 2018 in Berlin

Erstmals veröffentlicht von Emanzipative und Antifaschistische Gruppe Berlin , Auszüge sind auch in in der Broschüre Zwischen den Stühlen. Emanzipatorische Gesellschaftskritik im Spannungsfeld linker Diskurse der EAG Berlin enthalten.

————

Inhalt

1. Djihadismus und Islamdebatte

2. AfD und Konformistische Rebellion

3. Was tun?
Weiterlesen

Audio: 80 Jahre Reichspogromnacht – Antisemitismus früher und heute

Vortrag von Gideon Botsch

Leiter der Emil Julius Gumbel Forschungsstelle Antisemitismus und Rechtsextremismus (EJGF), Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien – Universität Potsdam

gehalten am 21. November 2018 in Stuttgart  

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Fritz-Erler-Forum/Friedrich-Ebert-Stiftung Baden-Württemberg, dem Evangelischen Bildungszentrum Hospitalhof und Emanzipation und Frieden e.V.

Ankündigungstext der Veranstaltung:

Am 9. November 2018 jährt sich die Reichspogromnacht zum 80. Mal. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurden Tausende von Juden geschlagen, verhaftet oder sogar ermordet, jüdische Geschäfte wurden zerstört und fast in jeder Stadt die Synagogen in Brand gesetzt. Die Judenverfolgung während der NS-Zeit erreichte mit der Reichspogromnacht eine neue Dimension und der grausame Weg zum Holocaust war hiermit vorgezeichnet.

Heute werden Jüdinnen und Juden wieder auf offener Straße angegriffen, auf Schulhöfen und in Fußballstadien gilt „Jude“ als Schimpfwort. Judenfeindliche Parolen auf Demonstrationen gegen Israel und antisemitisch motivierte Attentate werfen Fragen auf: Hat der Antisemitismus in Deutschland und Europa zugenommen? Woher kommt er und wer ist Antisemit_in? Weiterlesen

Gut gemeint reicht nicht. Zur Kritik der „Gemeinwohlökonomie“.

Warum man anders wirtschaften muss, das aber mit der Marktwirtschaft nicht geht.

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 18 Uhr, Trier                                                                Universität Trier, B16

Eine Veranstaltung des Referats für Antirassismus und Antifaschismus im AStA der Universität Trier und des AStA der Universität Trier

Dass unsere gegenwärtige Art zu wirtschaften perspektivlos und letztlich selbstzerstörerisch ist, ist fast schon eine Binsenweisheit. Es mangelt nicht an Vorschlägen, wie dem zu entkommen sei. In aller Regel münden sie in Rezepten für eine „andere Politik“ und geben damit zu erkennen, dass sie keine Vorstellung von der Dominanz der Ökonomie haben. Nur die wenigsten machen sich auf die Suche nach einer anderen Wirtschaft. Christian Felbers Konzept einer „Gemeinwohlökonomie“ hebt sich insofern wohltuend von vielem ab. Allerdings verbleibt auch dieser Vorschlag im Gedankengefängnis der herrschenden Produktionsweise und wird seinem eigenen Anspruch nicht gerecht. Wer glaubt, aus dem schlechten Kapitalismus mithilfe von „Lobby-Registern“, „demokratischen Banken“ und „Gemeinwohlpunkten“ eine gute Marktwirtschaft machen zu können, muss scheitern. Weiterlesen

Audio: Antirassismus – Notwendigkeit, Misere, Feindbild

Warum gegenwärtiger Antirassismus Kritik verdient und warum diese Kritik immer wieder den eigenen Anspruch unterbietet.

Vortrag von Felix Riedel

gehalten am 8. November 2018 in Stuttgart

Der bürokratische Antirassismus versucht durch eindeutige Zeichen das äußerliche Bild einer offenen Gesellschaft herzustellen. Weil neben der Hautfarbe das Kopftuch als Signal für „gelungene Integration“ gilt, gehen sozialdemokratische und wertkonservative Politik für marktgerechte Bilder Bündnisse mit Islamisten ein. Die Widersprüche innerhalb der Minderheiten – Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus und Homophobie – werden ausgeblendet. Das gleiche gilt für den identitätspolitischen Antirassismus von Critical Whiteness-AktivistInnen. Auch hier zählen bürokratische Kategorien wie Bekenntnis, Hautfarbe, Privileg. Die universalen Menschenrechte werden aufgegeben, an ihre Stelle tritt ein kulturalistischer Wertepluralismus. Statt Reflexion und Analyse werden Betroffenheit und „Positionierung“ relevant. Dabei sind Schnittstellen von Antisemitismus und Antirassismus entstanden, die bei genauerem Hinsehen eine ältere Tradition fortsetzen. Die Kritik dieses bürokratisierten und seiner Gesellschaftskritik beraubten Antirassismus scheitert allerdings dort, wo sie im Umfeld der Neurechten die prinzipielle Notwendigkeit des Antirassismus leugnet. Weiterlesen

Audio: Israelbezogener Antisemitismus heute

Was Islamismus, Rechtspopulismus und linken Antizionismus verbindet

Vortrag von Lars Rensmann

gehalten am 7. November 2018 in Stuttgart auf Einladung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Region Stuttgart

[Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Autors]

Antisemitismus ist, in seinen klassischen wie modernisierten Varianten, auf dem Vormarsch in den europäischen Gesellschaften und Öffentlichkeiten. Er manifestiert sich in politischen Bewegungen des Rechtsextremismus, des autoritären Populismus und des Islamismus genauso wie in grassierenden verschwörungsmythischen sozialen Medien-Diskursen und zunehmend in Debatten im Mainstream von Politik und Kultur. Dazu zählt, als wesentliche Ausdrucksform, die israelbezogene Judenfeindschaft, die projektiv antijüdische Stereotypen und Fantasien auf Israel als „Feind der Menschheit“, „Feind des Friedens“ und böswilligem „Aggressor“ überträgt. „Israelkritik“ ist dabei längst zu einer hegemonialen politischen Norm avanciert, die wesentlich zu einer Erosion der Diskursgrenzen, der Grenzen des Sagbaren, im Hinblick auf Antisemitismus beiträgt. Der Vortrag analysiert Formen und Erscheinungsformen insbesondere des israelfeindlichen, antizionistischen Antisemitismus in der Gegenwart, seine Ursachen und Motive, und Strategien zu seiner Bekämpfung. Weiterlesen

Wissen, wer dahinter steht: Verschwörungsmythen im Rechtspopulismus

Wissen, wer dahinter steht: Verschwörungsmythen im Rechtspopulismus

Vortrag und Diskussion mit Laura-Luise Hammel

Samstag, 8. Dezember 2018, 15.30 Uhr, Bad Boll                                                Evangelische Akademie Bad Boll, Akademieweg 11, 73087 Bad Boll

im Rahmen der Tagung Antisemitismus ohne Antisemiten? Antisemitismus in den rechtspopulistischen Parteien Europas der Evangelischen Akademie Bad Boll, 7. und 8. Dezember 2018

Laura-Luise Hammel, MA, Doktorandin, Institut für Politikwissenschaft, Eberhard Karls Universität Tübingen

Ankündigungstext der Tagung:                                                                                      Offiziell grenzen sich rechtspopulistische Parteien vom Antisemitismus ab. Wortreich warnen AfD und FPÖ vor dem angeblichen Import des Antisemitismus durch muslimische Geflüchtete. Auf der anderen Seite verbreitet man in rechtspopulistischen Kreisen nur allzu zu gerne Verschwörungsmythen mit antisemitischen Motiven und befeuert damit eine Fundamentalkritik am „System“, an der „Presse“ und an der „Elite“, die an altbekannte antijüdische Klischees andocken kann. Weiterlesen

Audio: Digitalisierung – Die Chance für ein besseres Leben ergreifen.

Wie die Gewerkschaften in die Offensive kommen können. Und wie sie sich dafür verändern müssen.

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 17. Juli 2018 beim DGB-Bildungswerk in München

unter dem Titel Industrie 4.0 – Zum Stand der gewerkschaftlichen Diskussion.

Stichworte wie „Industrie 4.0“ und „Digitalisierung der Arbeit“ stehen für eine Dynamik der Produktivkraftentwicklung, die unsere Gesellschaft in den kommenden beiden Jahrzehnten enorm verändern wird. Wir werden mit weniger Arbeit denn je immer größere Mengen stofflichen Reichtums schaffen können. Macht das noch mehr Menschen systemlogisch „überflüssig“, so drohen riesige soziale Verwerfungen. Doch es bieten sich auch ungeahnte Chancen. Die bisherige gewerkschaftliche Debatte wird allerdings weder der Dimension des Problems noch den neuen Möglichkeiten gerecht. Weiterlesen

Youth Against Antisemitism 2018: Vortrag, Konzert, DJs

Samstag/Sonntag, 1./2. Dezember 2018, Esslingen/Neckar                                       Beginn Samstag 20.00 Uhr, Ende Sonntag, 3.00 Uhr
KOMMA Kultur, Maille 5-9

Im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus 2018 der Amadeu Antonio Stiftung laden wir am Samstag, dem 01.12. zu Youth Against  Antisemitism: Ein Abend mit Vortrag, Bands und DJs.

Weiterlesen

Reichsbürger – Die unterschätzte Gefahr

Buchvorstellung und Diskussion mit Andreas Speit

Mittwoch, 5. Dezember 2018, 19.30 Uhr, Stuttgart
Stiftung Geißstraße Sieben, Geißstraße 7

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg, der Stiftung Geißstraße Sieben und dem Förderverein Emanzipation und Frieden e.V.

Sie rufen Regierungen aus, gründen Staaten und Königreiche. In der Bundesrepublik sind seit Jahrzehnten Reichsbürger aktiv, lehnen Staat und Grundgesetz ab. Bei Behörden wehren sie sich gegen Gebühren, mit Verwaltungen führen sie Verfahrensstreite. Lange galten sie als „Spinner“ oder „Papierterroristen“. Ihre extrem-rechten Ressentiments und ihr militanter Habitus wurde relativiert bis ignoriert. Die verharmlosende Einschätzung in der Politik, den Sicherheitsbehörden und den Medien änderte erst ein tragischer Vorfall. Am 19. Oktober 2016 erschoss eine Reichsbewegter aus Bayern einen Polizeibeamten und verletzte weitere Beamte. Sie sollten ihm seine legalen Waffen entziehen. Seit dem Tag betrachten die Innenminister sowie Polizei und Behörden diese über 18.000 Reichsideebewegten anders. Weiterlesen

Arbeit macht unfrei

Zum Zusammenhang von Arbeitsfetisch und Antisemitismus

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 29. November 2018, 18 Uhr, Plauen                                                     Eckladen der sozialen Kunst, Pestalozzistraße 57

Eine Veranstaltung der FAU Plauen

Wer streikt, macht zwei Erfahrungen: Dass es gut ist, sich zu wehren. Und dass, selbst wenn man erfolgreich war, danach doch alles irgendwie beim Alten bleibt. Dass wir lebenslänglich arbeiten-müssen-um-Geld-zu-verdienen-damit-wir-leben-können ist das ungeschriebene, aber höchste Gesetz der bürgerlichen Gesellschaft. Arbeit sei so etwas wie Natur, lautet der allgemeine Konsens. Wer etwas gegen sie hat, gilt als verrückt oder faul, meistens als beides.

Nicht immer wurde die Arbeit so überhöht wie heute. In der Antike hatte sie sogar einen ausgesprochen schlechten Ruf. Mit Beginn der Neuzeit jedoch erfuhr sie religiöse Weihen. Das protestantische Arbeitsethos stand an der Wiege des Kapitalismus. Das Bürgertum, die Arbeiterbewegung und der Nationalsozialismus haben die Arbeit förmlich verherrlicht.

Doch auch wenn es dem herrschenden Bewusstsein noch so uneinsichtig ist: Arbeit und nützliches/ sinnvolles/lustvolles Tätigsein sind zwei Paar Stiefel. Weiterlesen

Audio: Der junge Bertolt Brecht und der Erste Weltkrieg

Vortrag von Hermann Engster

gehalten am 4. Oktober 2018 in Stuttgart

[ Zum beseren Verständnis sei empfohlen, die Gedichte Moderne Legende und  Legende vom toten Soldaten von Bertolt Brecht zu lesen bzw. zu hören. ]

Dieses Jahr ist das Gedenkjahr des Endes des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren. 1915, im zweiten Kriegsjahr, schreibt der 17-jährige Gymnasiast Bertolt Brecht einen schwülstigen Hymnus auf Kaiser Wilhelm II.; bald ändert er jedoch seine Meinung und verfasst einen satirisch-frechen Besinnungsaufsatz über die Kriegsbegeisterung, dessentwegen er fast von der Schule geflogen wäre. Weiterlesen

Kritische Männlichkeit

Eine theoretische Hinführung zu einer praktischen Perspektive

von Markus Textor

Zuerst veröffentlicht auf queerfem.de

Ein Gespenst geht um in progressiven Politkreisen – das Gespenst der kritischen Männlichkeit(1). Doch was ist überhaupt kritische Männlichkeit und warum ist sie so wichtig für den Kampf gegen Ungleichheitsverhältnisse? Bisweilen sind keine mir bekannten wissenschaftlichen Texte zum Thema kritische Männlichkeit erschienenen. Darüber hinaus gibt es auch wenige sonstige Materialien zum Thema. Gibt mensch den Begriff in eine Suchmaschine ein, werden Ergebnisse angezeigt, die auf Workshops, Vorträge oder sonstige Formate schließen lassen, bei denen die Thematik besprochen wird. Grundsätzlich, und vor allem in (queer-)feministischen, gendersensiblen, diskriminierungskritischen und anderen gesellschaftspolitischen und -kritischen Kontexten, erscheint allerdings der Eindruck, dass das Schlagwort kritische Männlichkeit bei einigen Menschen ein großes Interesse hervorruft(2). In diesem kleinen Aufsatz möchte ich vor allem die Theorie der „hegemonialen Männlichkeit“ (Connell 2015) vorstellen und anhand dieser versuchen zu verdeutlichen, wie kritische Männlichkeit sich gegen hegemoniale Männlichkeit positionieren kann. Der hier vorliegende Text ist also in seinem Aufbau ähnlich wie die Workshops, die ich(3) bisher zum Thema gehalten habe. Dieses Vorgehen ist mein persönlicher Vorschlag, um eine theoretisch fundierte Perspektive der kritischen Männlichkeit anzubieten. Weiterlesen