Audio: Was heißt Antifaschismus in Zeiten von AfD und Djihadismus?

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 22. September 2018 in Niederbeisheim                                                      im Rahmen des Krisis-Seminars: Die geschlossene Gesellschaft und ihre Freunde

Seit vier Jahren explodieren Dumpfbackentum und Gewalt. 2014 skandierten erstmals seit 1945 wieder Massenaufmärsche in Deutschland „Tod den Juden!“ Organisiert wurden sie von Islamisten, Nazis und Linksreaktionären, deren antisemitischer Hass gegen Israel sie zusehends zusammenführt. Weltweit häufen sich djihadistische Terroranschläge auf jüdische Einrichtungen, auf Symbole von Religionskritik, Meinungs- und Redefreiheit und auf Menschen, die einfach nur ihr Leben genießen oder feiern wollen.

Doch damit nicht genug. Schon bald nach dem kurzlebigen „Sommermärchen“ von 2015 offenbarte sich im kollektiven Herbeiphantasieren einer angeblichen „Flüchtlingskrise“ eine tief sitzende Menschenfeindlichkeit großer Teile der deutschen Mehrheitsbevölkerung. Kaschiert wird sie mit der Floskel, „wir“ könnten ja schließlich „nicht alle aufnehmen“. Ein rassistischer und gewalttätiger Mob agiert gegen Geflüchtete und wirkliche oder eingebildete MuslimInnen. Die AfD rückt immer weiter nach rechts und nimmt protofaschistische Züge an. Sie verliert deswegen nicht etwa an Zustimmung, sondern treibt die anderen Parteien vor sich her. Weiterlesen

L’antifascisme face au djihadisme

Lothar Galow-Bergemann

en allemand

Traduit de l’allemand par SOLITUDES INTANGIBLES

[Preface du traducteur:]
Les mouvements et mobilisations antifascistes accordent en France peu d’intérêt aux phénomènes djihadistes. Au sein des discussion antifascistes, la focalisation sur l’instrumentalisation de la question du djihadisme par les discours et dispositifs racistes, l’attention portée à la nécessaire déconstruction de la figure de l’ennemi intérieur musulman et à la place de celle-ci dans la gouvernementalité anti-terroriste laissent peu de place à la réflexion sur la réalité du djihadisme comme fait social et politique. Par ailleurs, la tendance à vouloir identifier dans les groupes sociaux subalternes des sujets révolutionnaires potentiels, combinée à une compréhension instrumentale du fascisme qui appréhende uniquement les mouvements fascistes du point de vue de leur utilité pour la mise en œuvre des projets hégémoniques des classes dominantes, amène l’antifascisme à ignorer le rapport entre fascisme et les tendances autoritaires du sujet du capitalisme en crise ainsi qu’à sous-estimer la propension au fascisme dans l’ensemble de la population, y compris au sein des classes populaires. Le texte de Lothar Galow-Bergemann propose de revenir sur ces angles morts de l’antifascisme en insistant sur la nécessité d’une compréhension et d’une lutte contre le djihadisme sur la base d’une théorisation adéquate du rapport entre fascisme et capitalisme. Weiterlesen

Was heißt Antifaschismus in Zeiten von AfD und Djihadismus?

Workshop mit Lothar Galow-Bergemann

Samstag, 22. September 2018, 9.15 Uhr bis 12.30 Uhr, Niederbeisheim Tagungshaus Mühlrain

im Rahmen des Krisis-Seminars: Die geschlossene Gesellschaft und ihre Freunde

Der Vortrag kann mittlerweile HIER gehört werden.

Seit vier Jahren explodieren Dumpfbackentum und Gewalt. 2014 skandierten erstmals seit 1945 wieder Massenaufmärsche in Deutschland „Tod den Juden!“ Organisiert wurden sie von Islamisten, Nazis und Linksreaktionären, deren antisemitischer Hass gegen Israel sie zusehends zusammenführt. Weltweit häufen sich djihadistische Terroranschläge auf jüdische Einrichtungen, auf Symbole von Religionskritik, Meinungs- und Redefreiheit und auf Menschen, die einfach nur ihr Leben genießen oder feiern wollen.

Doch damit nicht genug. Schon bald nach dem kurzlebigen „Sommermärchen“ von 2015 offenbarte sich im kollektiven Herbeiphantasieren einer angeblichen „Flüchtlingskrise“ eine tief sitzende Menschenfeindlichkeit großer Teile der deutschen Mehrheitsbevölkerung. Kaschiert wird sie mit der Floskel, „wir“ könnten ja schließlich „nicht alle aufnehmen“. Ein rassistischer und gewalttätiger Mob agiert gegen Geflüchtete und wirkliche oder eingebildete MuslimInnen. Die AfD rückt immer weiter nach rechts und nimmt protofaschistische Züge an. Sie verliert deswegen nicht etwa an Zustimmung, sondern treibt die anderen Parteien vor sich her. Weiterlesen

Audio: Rassismus und Islamkritik

Interview mit Lothar Galow-Bergemann

Gruppe la:iz , Berlin, 9. Mai 2018

Zum Zusammenhang von kapitalistischer Krise und Sehnsucht nach bösen Schuldigen und guten Erlösern. Protofaschistischer Rechtspopulismus und Islamismus als verschiedene Facetten der selben weltweiten reaktionären Welle. Über die Notwendigkeit von Islamkritik und die Versäumnisse einer Linken, die sich in dem Maße selbst aufgibt, wie sie Religionskritik aufgibt. Über das verbreitete Ressentiment gegen Menschen, die als muslimisch wahrgenommen werden und warum dieses Ressentiment mehr ist als nur „normale“ Fremdenfeindlichkeit. Weshalb Islamismus und Djihadismus nicht verharmlost werden dürfen, aber die Gefahr eines neuen Faschismus in erster Linie aus der Mehrheitsgesellschaft erwächst. Weiterlesen

Audio: Die kulturpolitische Komposition der neuen Türkei

Vortrag von Sabine Küper-Büsch, Istanbul

gehalten am 3. Mai 2018 in Stuttgart  

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan formt an einem Modell, dass er “die neue Türkei“ nennt. Im Wahljahr 2019 werden im Land sowohl die Vertreter der Kommunen als auch die Zusammensetzung des Parlamentes und ein mit einschneidenden Autoritäten ausgestatteter Präsidenten gewählt. Die Opposition spricht offen von Diktatur und Führerkult, die Anhänger der “Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt” (AKP) sehen neue Glanzzeiten unter dem “Reis”, dem Führer, anbrechen. Begleitet wird die umfassende Transformation des republikanischen Staatsmodells zu einer bislang unbekannten Form der neoliberalen, islamisch-konservativen Autokratie mit parlamentarischen Mustern von einem umfassenden kulturpolitischen Programm. Neben Grossbauprojekten wie dem grössten Flughafen der Welt, der grössten Moschee und der größten Hängebrücke über dem Bosporus, gehört auch eine islamisch-konservative Kulturschmiede zu den Bausteinen der neuen Türkei. Weiterlesen

Die kulturpolitische Komposition der neuen Türkei

Vortrag und Diskussion mit Sabine Küper-Büsch, Istanbul

Donnerstag, 3. Mai 2018, 19.30 Uhr, Stuttgart                                                         Stiftung Geißstraße 7, Stiftungssaal, Geißstraße 7

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan formt an einem Modell, dass er “die neue Türkei“ nennt. Im Wahljahr 2019 werden im Land sowohl die Vertreter der Kommunen als auch die Zusammensetzung des Parlamentes und ein mit einschneidenden Autoritäten ausgestatteter Präsidenten gewählt. Die Opposition spricht offen von Diktatur und Führerkult, die Anhänger der “Partei für Gerechtigkeit und Fortschritt” (AKP) sehen neue Glanzzeiten unter dem “Reis”, dem Führer, anbrechen. Begleitet wird die umfassende Transformation des republikanischen Staatsmodells zu einer bislang unbekannten Form der neoliberalen, islamisch-konservativen Autokratie mit parlamentarischen Mustern von einem umfassenden kulturpolitischen Programm. Neben Grossbauprojekten wie dem grössten Flughafen der Welt, der grössten Moschee und der größten Hängebrücke über dem Bosporus, gehört auch eine islamisch-konservative Kulturschmiede zu den Bausteinen der neuen Türkei. Weiterlesen

Audio: Höhere Mächte, Unterwerfung und Emanzipation

Zur Aktualität von Religionskritik in Zeiten der Krise

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 16. November 2017 in Gießen

Der Glaube an das Walten höherer Mächte will auch nach drei Jahrhunderten Aufklärung nicht vergehen. In Krisenzeiten, wo Unsicherheit und Zukunftsängste um sich greifen, hat er erst recht Konjunktur. Religion und Religiosität erlangen ungeahntes gesellschaftliches Gewicht. Das gilt nicht nur, aber vor allem für den Islam und die Kontroverse um ihn. Doch ob sich Menschen den eingebildeten Mächtigen angst- und lustvoll unterwerfen, wie es vorzugsweise dem lieben Gott und seinen diversen Spielarten widerfährt oder ob sie sich ihnen als den imaginierten „Herrschern des Geldes“ in rebellischem Gestus entgegenstellen – die wirkliche „höhere Macht“, die ihr Leben beherrscht, durchschauen sie solange nicht, wie ihnen die Zwänge der Kapitalverwertung „natürlich“ und unhinterfragbar scheinen. Weiterlesen

Audio: „Jedermann sei untertan“ Deutscher Protestantismus im 20ten Jahrhundert. Irrwege und Umwege.

Vortrag von Karsten Krampitz

gehalten am 19. Oktober 2017 in Stuttgart

Die ersten vier Jahrhunderte ihrer Geschichte standen die evangelischen Kirchen unter dem „landesherrlichen Regiment“ und dementsprechend immer auf der Seite der Obrigkeit. Doch mit der Weimarer Reichsverfassung wurden die Kirchen in die Freiheit entlassen. Die Entwicklung des deutschen Protestantismus nach 1918/19, mit allen Irrwegen und Verwerfungen, ist von einer neuen Qualität.
Der Schriftsteller und Historiker Karsten Krampitz hat eine kritische Überblicksgeschichte der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) und ihrer Vorläuferorganisationen geschrieben. Er beschäftigt sich mit deren Rolle als Sargnagel der Weimarer Republik und untersucht, warum sich kein anderes Sozialmilieu so offen und aufnahmebereit für die Ideologie der Nazis zeigte wie das kleinbürgerlich-evangelische. Anhand neuer Quellen und Dokumente erzählt er von der Mittäterschaft der Kirche an der Ermordung der europäischen Juden und entlarvt die Schilderung vom Widerstand der Bekennenden Kirche im Dritten Reich als Lebenslüge der EKD. Weiterlesen

Höhere Mächte, Unterwerfung und Emanzipation

Zur Aktualität von Religionskritik in Zeiten der Krise

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Donnerstag, 16. November 2017, 19.00 Uhr, Gießen                            AK44/Infoladen, Alter Wetzlarer Weg 44

Freitag, 17. November 2017, 19.30 Uhr, Augsburg                                                      Die Ganze Bäckerei, Frauentorstrasse 34

Der Glaube an das Walten höherer Mächte will auch nach drei Jahrhunderten Aufklärung nicht vergehen. In Krisenzeiten, wo Unsicherheit und Zukunftsängste um sich greifen, hat er erst recht Konjunktur. Religion und Religiosität erlangen ungeahntes gesellschaftliches Gewicht. Das gilt nicht nur, aber vor allem für den Islam und die Kontroverse um ihn. Doch ob sich Menschen den eingebildeten Mächtigen angst- und lustvoll unterwerfen, wie es vorzugsweise dem lieben Gott und seinen diversen Spielarten widerfährt oder ob sie sich ihnen als den imaginierten „Herrschern des Geldes“ in rebellischem Gestus entgegenstellen – die wirkliche „höhere Macht“, die ihr Leben beherrscht, durchschauen sie solange nicht, wie ihnen die Zwänge der Kapitalverwertung „natürlich“ und unhinterfragbar scheinen. Weiterlesen

„Jedermann sei untertan“ Deutscher Protestantismus im 20ten Jahrhundert. Irrwege und Umwege.

Vortrag und Diskussion mit Karsten Krampitz

Donnerstag, 19. Oktober 2017, 19.30 Uhr, Stuttgart                                                       Geißstr.7

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Stiftung Geißstr.7

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Die ersten vier Jahrhunderte ihrer Geschichte standen die evangelischen Kirchen unter dem „landesherrlichen Regiment“ und dementsprechend immer auf der Seite der Obrigkeit. Doch mit der Weimarer Reichsverfassung wurden die Kirchen in die Freiheit entlassen. Die Entwicklung des deutschen Protestantismus nach 1918/19, mit allen Irrwegen und Verwerfungen, ist von einer neuen Qualität.
Der Schriftsteller und Historiker Karsten Krampitz hat eine kritische Überblicksgeschichte der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) und ihrer Vorläuferorganisationen geschrieben. Er beschäftigt sich mit deren Rolle als Sargnagel der Weimarer Republik und untersucht, warum sich kein anderes Sozialmilieu so offen und aufnahmebereit für die Ideologie der Nazis zeigte wie das kleinbürgerlich-evangelische. Anhand neuer Quellen und Dokumente erzählt er von der Mittäterschaft der Kirche an der Ermordung der europäischen Juden und entlarvt die Schilderung vom Widerstand der Bekennenden Kirche im Dritten Reich als Lebenslüge der EKD. Weiterlesen

Audio: Religionskritik, Diskriminierung und Emanzipation. Anmerkungen zur Islamdebatte.

Vortrag von Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 12. Mai 2017 in Bremen

Wie der weltweit anschwellende Autoritarismus und das wachsende Gewicht von Religionen miteinander korrespondieren. Warum Menschen vor Diskriminierung zu schützen sind, aber die Kritik einer Religion keine Diskriminierung von Menschen ist. Wie Gläubige ihre Heiligen Schriften nach Gusto auslegen, aber warum das kein Sprechverbot über den Islam rechtfertigt. Warum viele Linke über „Köln“ nicht reden konnten und wie das mit ihrer entsorgten Religionskritik zusammenhängt. Wie eng verwandt der präfaschistische Rechtspopulismus und der Islamismus miteinander sind und warum es reaktionär ist, wahlweise den einen oder den anderen zu verharmlosen. Warum djihadistischer Terror mit dem Islam zu tun hat – und mit der kapitalistischen Moderne. Und warum Religionskritik und Kritik der politischen Ökonomie zusammenkommen müssen, um jeder Barbarei entgegentreten zu können. Weiterlesen

Kritik des Islamismus – Schwierigkeiten linker Auseinandersetzungen

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Freitag, 12. Mai 2017, 19.30 Uhr, Bremen                                                              Infoladen, St. Pauli-Str. 10-12

im Rahmen der Reihe intros. Einführungen in kritische Gesellschaftstheorie

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören.

Migrant_innen sind in Deutschland nicht nur dem Rassismus der Mehrheitsgesellschaft ausgesetzt. Nicht wenige von ihnen leiden auch unter weiteren patriarchalen und emanzipationsfeindlichen Ideologien und Praktiken innerhalb ihrer Communities. Dies gilt insbesondere für „den Islamismus“. Trotz ihres äußerlichen Gegensatzes verbindet Islamist_innen im Kern eine enge Seelenverwandtschaft mit Anhänger_innen rechtspopulistischer bis offen faschistischer Parteien. Sie alle teilen ein antimodernes Ressentiment, die Sehnsucht nach homogener, patriarchal- autoritärer Gemeinschaft und verschiedene Formen von Antisemitismus.
Antifaschismus steht damit vor neuen Fragen. Wie können Begriffe wie „Islamismus“, „Islamophobie“, „Islamkritik“ verstanden werden? Was macht sie jeweils problematisch? Wie sollen Antifaschist_innen islamistische Unterdrückung und Gewalt kritisieren, ohne Vorurteile und Ressentiments weiter zu befördern? Wie könnte eine humanistischen und emanzipatorischen Ansprüchen gerecht werdende Auseinandersetzung aussehen? Weiterlesen

Audio: Respektverweigerung. Warum wir fremde Kulturen nicht respektieren sollten. Und die eigene auch nicht.

Sama Maani liest ein Kapitel aus seinem gleichnamigen Buch:

„Warum wir über den Islam nicht reden können“

am 28. März 2017 in Stuttgart

Heute scheint auch der Weltoffene, wenn es um Fremde geht, nicht ohne ausdrückliche Betonung von deren Zugehörigkeit zu einer ‚anderen Kultur‘ auszukommen. Mehr noch: Als Mensch mit Migrationshintergrund wird der Fremde seine Zugehörigkeit zu einer ‚fremden Kultur‘ auch in den Folgegenerationen nicht los. Welches Konzept von Gesellschaft steckt hinter der Inflation des Begriffs ‚Kultur‘ in der aktuellen Debatte
(‚fremde Kultur‘, ‚unsere Kultur‘, ‚Leitkultur‘, ‚Multikulturalität‘ etc.)? Welche Art Unterschiede sollen ‚kulturelle‘ Unterschiede denn sein? Gelten für Angehörige ‚anderer
Kulturen‘ andere Maßstäbe hinsichtlich Demokratie, Freiheit und Recht?
Der Referent plädiert eindrücklich dafür, derartigen ‚Kultur’zuschreibungen den Respekt zu verweigern. Sama Maani ist mit mit (psycho-)analytisch geschultem Blick und treffenden Formulierungen um klärende Zuspitzung bemüht. Weiterlesen

Audio: Free Tibet? Kritische Betrachtung eines deutschen Konsenses

Vortrag von Alexander Will, gehalten am 20. Oktober 2016 in Stuttgart

Wenn sich nahezu die gesamte Bundesrepublik in einem einig ist, dann in der Sympathie für die Sache des tibetischen Kampfes um staatliche Autonomie. Kaum jemand ist nicht der Meinung, dass mit der Forderung „free Tibet!“ das Gute, Wahre und Schöne unterstützt wird. Hier sind sich sogar sowohl (Neo)Nazis als auch der Teil der radikalen Linken, der nach dem Ausbleiben der proletarischen Weltrevolution verzweifelt ein neues revolutionäres Subjekt sucht, einig. Weiterlesen

Free Tibet? Kritische Betrachtung eines deutschen Konsenses

Vortrag und Diskussion mit Alexander Will

Donnerstag, 20. Oktober 2016, 19.30 Uhr, Stuttgart                                                       Basis, Hauptstätter Str. 41

Wenn sich nahezu die gesamte Bundesrepublik in einem einig ist, dann in der Sympathie für die Sache des tibetischen Kampfes um staatliche Autonomie. Kaum jemand ist nicht der Meinung, dass mit der Forderung „free Tibet!“ das Gute, Wahre und Schöne unterstützt wird. Hier sind sich sogar sowohl (Neo)Nazis als auch der Teil der radikalen Linken, der nach dem Ausbleiben der proletarischen Weltrevolution verzweifelt ein neues revolutionäres Subjekt sucht, einig. Weiterlesen

AntiBa – der Barbarei entgegentreten! Antifaschismus in Zeiten von AfD und Djihadismus.

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 1. Juni 2016, 20.00 Uhr, Nürnberg                                                    Künstlerhaus im KunstKulturQuartier – Zentralcafé, Königstr.93                                   Eine Veranstaltung in Kooperation mit Das Schweigen durchbrechen

Donnerstag, 2. Juni 2016, 19.00 Uhr, Regensburg                                                    Antifa Cafe, LiZe, Dahlienweg 2a

Freitag, 3. Juni 2016, 20.00 Uhr, Passau                                                                     Eine Veranstaltung von Antifaschistischer Infoticker für Passau & Umgebung         frei*raum, Innstraße 18-20

Seit zwei Jahren explodieren Dumpfbackentum, Ressentiment und Barbarei. Im Sommer 14 skandierten Massenaufmärsche „Tod den Juden!“. Organisiert wurden sie von Islamisten, Nazis und Linksreaktionären, deren antisemitischer Hass gegen Israel sie zusehends zusammenführt. Weltweit und in Europa häufen sich djihadistische Terroranschläge auf Juden und jüdische Einrichtungen, auf Symbole von Religionskritik, Meinungs- und Redefreiheit und auf Menschen, die einfach nur ihr Leben genießen oder feiern wollen. Die Reaktion darauf ist oft grotesk und macht wechselweise entweder „den Islam“ oder „den Westen“ für den Djihadimus verantwortlich. Viele verweigern sich ideologiekritischer Analyse, weil sie andernfalls ihr eigenes Ressentiment hinterfragen müssten. Auch in Deutschland erzielen Rechtsreaktionäre erschreckende Wahlerfolge. Ein rassistischer und gewalttätiger Mob agiert gegen MuslimInnen und Flüchtlinge und erfreut sich klammheimlicher bis offener Zustimmung der „Mitte der Gesellschaft“. Der Wahnsinn marschiert. Weiterlesen

[neu erschienen]: Eine Debatte über Rassismus, Ressentiment und Islamkritik

Kritik ja! Aber woran?                                                                                                     Eine Debatte über Rassismus, Ressentiment und Islamkritik                                

mit Birgit Rommelspacher Professorin (em.) für Psychologie mit dem Schwerpunkt Interkulturalität und Geschlechterstudien an der Alice Salomon Hochschule Berlin, Lothar Galow-Bergemann & Markus Mersault, beide aktiv bei Emanzipation und Frieden und Ismail Küpeli, Politikwissenschaftler und Aktivist (Bundeskongress Internationalismus, Informationsstelle Militarisierung)                                                        erschienen in iz3w – informationszentrum 3.welt Nr. 323 März/April 2011                    jetzt neu erschienen in Pastinaken Raus! – Ein Handbuch, Herausgeber Matthias Weinzierl, Till Schmidt, Bayerischer Flüchtlingsrat, www.hinterland-magazin.de, München 2016, Seite 158 – 171 

„Damit Kritik nicht hilflos ihrem Gegenstand gegenübersteht, bedarf es der Arbeit an und mit Begriffen, die jenem Gegenstand gerecht werden und seine wesentlichen Elemente auch tatsächlich benennen. Wir sprechen daher vom antimuslimischen Ressentiment statt von Rassismus, weil wir glauben dass spezifische Ressentiments gegen Menschen existieren, die als Muslime identifiziert werden. Wer sich die antimuslimische Internetplattform „Politically Incorrect“ oder den Verein „Bürgerbewegung Pax Europa“ anschaut, wird dem zustimmen müssen. Es lassen sich auch traditionell rassistische Elemente ausmachen, etwa die imaginierte Minderwertigkeit von Moslems, die sich auf ein vormaliges oder gegenwärtiges Produktivitätsgefälle beruft. Aber zugleich weisen antimuslimische Ressentiments über rassistische Elemente hinaus Weiterlesen

Audio: Zur Psychologie des Islamischen Staates

Vortrag von Felix Riedel

gehalten am 17. März 2016 in Stuttgart

Der Islamische Staat hat die Barbarei weder erfunden noch auf neue Gipfel getrieben – das Köpfen, die Massenerschießungen, die ethnische Säuberung, das sind altbekannte Gespenster der bürgerlichen Revolutionen, der faschistischen Regimes, der demokratischen Peripherien in Übersee, ohnehin der anderen islamischen Staaten. Auch die Sklaverei ist eine globale und insbesondere in der islamischen Welt bereits vorher häufige Erscheinung.
Das Neue an der Praxis des Islamischen Staates, und damit seiner Psychologie, lässt sich in der historischen, dialektischen Situation bestimmen, in der er gedeiht. Weiterlesen

Höhere Mächte sind auch keine Erlösung

Zur Konjunktur des Glaubens an „höhere Mächte“ in Zeiten der Krise

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 4. April 2016, 20 Uhr, Bielefeld                                                                          Extra Blues Bar
Veranstaltet von ag freie bildung im Rahmen des Roten Montag

Was verbindet so unterschiedliche Leute wie die reinkarnationsgläubige Waldorflehrerin, den selbstbewussten Kämpfer gegen gierige Bankster, die esoterisch angehauchte Bioladendauerkundin, den missionarischen Salafisten, die treue Kirchgängerin, den sonnwendfeiernden Neonazi, die eifrige Streiterin wider die Weltverschwörung der Bilderberg-Konferenz, den homophoben Rastafarian, die aus ihrem Krafttier Energie schöpfende Schamanin, den spirituelle Erlösung suchenden Insassen einer Yoga-Lebensgemeinschaft, den Hirtenworte verkündenden Bischof und die einer Verdünnung von 1:1 000 000 000 000 000 000 000 000 vertrauende grüne Stadtverordnete, die sich für eine kritische Verbraucherin hält? Weiterlesen