Sympathie für einen jungen autoritären Linken

von Lothar Galow-Bergemann

Ein junger Linker betritt ein großes Zelt. Die SDAJ hat eingeladen. Proppenvoll. Sicher fünfhundert Leute. Kurze Reden. Laute Musik. Transparente gegen Vietnamkrieg, Lehrlingsausbeutung, alte Nazis, Berufsverbote. Und dann der Sänger. Setzt sich auf den Stuhl ziemlich vorne auf der Bühne, Gitarre überm Knie. Es kämen jetzt ein paar notwendige Takte zu den so genannten undogmatischen Linken. Also ihr, mit eurem So- oder So- oder Sozialismus – was macht ihr denn eigentlich wirklich? Ich meine, was kommt denn dabei raus? Ihr produziert Papier. Aber schaut, da drüben steht die DDR. Ja, sie hat ein paar Kratzer. Aber da steht sie. Und sie wird gehasst. Wer hasst die DDR? Die alten Nazis hassen die DDR, die Bildzeitung hasst die DDR, die Vietnamkriegsbefürworter hassen die DDR, die, die euch als Faulenzer und langhaarige Gammler beschimpfen, hassen die DDR. So schlecht kann die DDR nicht sein.

Bald ist der junge Linke in der DKP. Halbe Sachen sind sein Ding nicht. Täglich sieht und erlebt er so viel Unmenschliches, Ungerechtes, Empörendes. Im Kampf für eine bessere Welt wird er zum Leninisten. Bald auch zum Parteisoldaten, der sich selbst so versteht. Keine halben Sachen. Voller Einsatz. Rund um die Uhr. Der Klassenkampf ist hart, da muss man besser organisiert sein als der Gegner. Und eine Revolution ist gewiß das autoritärste Ding, das es gibt. Sagt er nicht immer laut. Aber weiß er. Von Engels. Und ist ja irgendwie auch logisch. Und dass die Arbeiterklasse die richtige Führung braucht, damit sie ihre Interessen auch wirklich erkennt, weiß er auch. Von Lenin.

Weiterlesen

Was ist Zionismus?

Versuch einer anthologischen Antwort und Grundlagentexte

von Thomas Tews

Vor dem aktuellen Hintergrund, dass der Landesverband Niedersachsen der Partei „Die Linke“ in einem auf seinem Landesparteitag am 14./15. März 2026 angenommenen Antragi „den heute real existierenden Zionismus“ ablehnt, weil dieser „durch Rassismus, Besatzungspolitik und militärische Gewalt“ gekennzeichnet sei und „einen wesentlichen Hinderungsgrund für eine friedliche Zukunft für alle Menschen in der Region“ bilde, soll im Folgenden in der Art einer Anthologie eine Antwort auf die Frage „Was ist Zionismus?“ zu geben versucht werden.

Weiterlesen

Warum wir aus emanzipatorischer Sicht die Ukraine unterstützen müssen

Hintergründe und Beispiele direkter Hilfsmöglichkeiten

Vortrag und Diskussion mit Evelyn Deller

Mittwoch, 29. April 2026, 19:30 Uhr, Stuttgart

Stiftung Geißstraße, Geißstraße 7, S-Mitte

Seit Beginn der russischen Invasion leisten verschiedene Gruppen militärischen Widerstand, während der antiimperialistische Charakter und die Kontinuität der ukrainischen antifaschistischen Selbstverteidigung oft verschleiert werden. Insbesondere die Gruppen in Deutschland, die sich selbst als antiimperialistisch bezeichnen, werden ihrem Anspruch nicht gerecht, verbreiten Falschmeldungen aus Russland und delegitimieren die Verteidigung der ukrainischen Bevölkerung.

Weiterlesen

Selektive Solidaritäten

Zum Mangel an jüdischen Perspektiven in intersektionalen Diskursen

Gespräch mit Shahrzad Eden Osterer

Donnerstag, 19. Februar 2026, 19.30 Uhr, Stuttgart

Auf unbekannten Zeitpunkt verschobenLeider müssen wir den Termin sehr kurzfristig verschieben. Wir bitten um Entschuldigung. Ein neuer Termin folgt.


Menschen, die bei rassistischen, sexistischen und anderen Vorfällen von Diskriminierung zu Recht lautstark aufschreien, tun sich bei Antisemitismus oft vor allem durch eines hervor: betretenes Schweigen. Warum wird ausgerechnet bei Antisemitismus die Betroffenenpersepktive ausgeblendet? Für Personen, die sowohl mit Rassismus als auch mit Antisemitismus konfrontiert sind, wird es zunehmend unerträglich, dass die Relativierung von Antisemitismus und des Holocaust überhaupt einen Platz in der antirassistischen Szene einnimmt. Unter Jüdinnen_Juden finden sich die sogenannten Weißen genauso wie People of Colour. Analytisch ist Weißsein deshalb keine geeignete Kategorie, um die Lage von Jüdinnen_Juden, ihre Diskriminierung und ihre Folgen zu erfassen. Wir brauchen neue Perspektiven, die daran glauben, dass der Kampf gegen Rassismus und der Kampf gegen Antisemitismus keine Gegensätze sind, sondern Hand in Hand funktionieren können. Um das zu erreichen, dürfen wir aber zunächst nicht müde werden, den latenten aber auch den offenen Antisemitismus in manchen intersektionalen Zusammenhängen zu adressieren und zu kritisieren.

Die Deutsch-Iranerin Shahrzad Eden Osterer ist in Teheran aufgewachsen, lebt heute in München und arbeitet als Journalistin für den Bayerischen Rundfunk und andere Sender sowie als Moderatorin. Besonders den Themen Iran, Antisemitismus und Frauenrechte hat sie sich weltweit einen Namen gemacht. Ihr Beitrag „Selektive Solidaritäten“ erschien in dem Sammelband „Sicher sind wir nicht geblieben. Jüdischsein in Deutschland“

Eine gemeinsame Veranstaltung von Queerfeminismus Stuttgart und Emanzipation und Frieden

Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres in der Linken und antifaschistische Essentials heute

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Freitag, 6. März 2026, 18.00 Uhr, Ludwigshafen/Rhein

Hartmannstraße 45, 67063 Ludwigshafen (Einlass 17.30 Uhr)

Eine Veranstaltung der Naturfreundejugend Rheinland/Pfalz

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

Weiterlesen

Warum macht die Arbeiterklasse keine Revolution?

Über falsche Kapitalismuskritik und antifaschistische Essentials

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 2. März 2026, 19.00 Uhr, Hannover

UJZ Korn, Kornstraße 28-30

Eine Veranstaltung von SJD Die Falken Hannover

Wer davon überzeugt ist, dass die Arbeiterklasse zur Revolution berufen ist, muss die Frage beantworten, warum sie sie nicht macht. Letztlich kann er sich das nur damit erklären, dass die Arbeiter*innen ihre Interessen nicht erkennen, weil sie manipuliert und gespalten werden. Als logische Konsequenz drängt sich der Gedanke auf, das diejenigen, die das durchschauen, die Klasse auch führen müssen.

Dieser „marxistisch-leninistische“ Ansatz prägt dogmatische „rote Gruppen“, die sich auf Führergestalten wie Lenin, Stalin und Mao berufen. Als ob deren blutige Rezepte und die desaströsen Folgen ihrer Politik nicht bekannt wären. Als ob die „revolutionären“ Parolen der KPD der Weimarer Zeit nicht auf dramatische Weise an der Massenbasis der Nazis verpufft wären. Als ob die K-Gruppen der 70er Jahre nicht zehntausende Idealist*innen in Frust, Desillusionierung und politischer Abstinenz zurückgelassen hätten… als ob das alles nicht geschehen wäre, erleben wir heute eine völlig geschichtsvergessene Neuauflage des längst Gescheiterten.

Warum erhalten solche Konzepte trotz ihrer katastrophalen Misserfolge wieder Zulauf? Das hat nicht nur mit der Sehnsucht nach einfachen Antworten und schnellen Handlungsanleitungen zu tun. Es liegt auch am mangelnden Verständnis des Kapitalismus.

Weiterlesen

Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres in der Linken und antifaschistische Essentials heute

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Dienstag, 3. März 2026, 20.15 Uhr, Hameln

freiraum Hameln, Walkemühle 1a, 31785 Hameln

Eine Veranstaltung von freiraum Hameln e.V.

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

Weiterlesen

Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres in der Linken und antifaschistische Essentials heute

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 5. März 2026, 18.00 Uhr, Neustadt/Weinstraße

Wespe, Friedrichstraße 36 (Kulturraum über dem Konfetti)

Eine Veranstaltung der Weinstraßen Antifa in Zusammenarbeit mit der Naturfreundejugend Rheinland-Pfalz, gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

Weiterlesen

Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres in der Linken und antifaschistische Essentials heute

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 4. März 2026, 18.30 Uhr, Hildesheim

Kneipe des Trillke Guts, Steinbergstraße 42

Eine Veranstaltung von Antifaschistisches Kollektiv 37 Hildesheim im Rahmen der Reihe Bitte folgen? Nächste Ausfahrt Autoritarismus

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

Weiterlesen

„Die Räte als Organismus der Klasse“

Zum Wirken Bernhard Reichenbachs

von Thomas Tews

Vor 137 Jahren wurde der jüdischstämmige linkskommunistische Politiker und Journalist Bernhard Reichenbach geboren. Sein Engagement für die „Überwindung einer Gesinnung, die das ‚Ich‘ und nicht die Gemeinde der Menschheit sucht“, bleibt aktuell.

Bernhard Reichenbach kam am 12. Dezember 1888 als Sohn des jüdischen Kaufmannes Bruno Reichenbach und der evangelischen Lehrerin und Erzieherin Selma Reichenbach, geborene Menzel, in Berlin zur Welt. Seine Großeltern väterlicherseits gehörten dem assimilierten jüdischen Bürgertum an und sein Vater hatte sich ein Jahr vor seiner Geburt taufen lassen, pflegte aber auch danach noch einige jüdische Traditionen.

Nach seinem Abitur arbeitete Reichenbach zunächst als Schauspieler in Hamburg und Bochum. Von 1912 bis 1914 studierte er dann Literatur und Kunstgeschichte in Berlin, wo er Mitglied der „Freien Studentenschaft“ sowie Mitherausgeber des „Aufbruchs“ war. Im Ersten Weltkrieg diente er von 1915 bis 1917 als Sanitäter und wurde anschließend in die Pressestelle des Auswärtigen Amtes versetzt. In der Pressestelle wurde Reichenbach die deutsche Kriegspropaganda bewusst, wie er sich später erinnerte:

Weiterlesen

Cosmic Radio Show – Thema: Antifaschismus

Rundfunksendung vor Publikum

Dienstag, 27. Januar 2026, 19 Uhr – Wiederholung der Sendung im Livestream des Freien Radio für Stuttgart (bis zum 3. Februar in der Mediathek)

mit Lothar Galow-Bergemann und Elena Wolf

Samstag, 17. Januar 2026, 20 Uhr, Stuttgart

Theater Rampe, Filderstraße 47, 70180 Stuttgart

  • Auszüge aus der Sendung sind mittlerweile HIER zu hören

Die Live-Rundfunksendung vor Publikum im Theater Rampe (Liveübertragung im Freien Radio für Stuttgart) beschäftigt sich in ihrer voererst letzten Show mit dem Thema Antifaschismus. Zu Gast werden der Autor Lothar Galow-Bergemann und die Band BERLIN 2.0 sein. Musikalisch begleitet wird der Abend vom Musiker Max Braun, durch den Abend führen Aliki Schäfer und Andreas Vogel.

Ein radikaler Rechtsruck hat Europa und Deutschland erfasst: Rassistische und antisemitische Hetze im Internet und anderswo scheinen mittlerweile schon zu unserem Alltag zu gehören. Deportationspläne für Flüchtlinge und Migranten sind vorbereitet. Umfragewerte und Wahlergebnisse rechtspopulistischer Parteien gehen durch die Decke. Was heißt Antifaschismus 2026, wie können wir uns gegen eine Politik der Unmenschlichkeit wehren? Im Gespräch mit Lothar Galow-Bergemann und Elena Wolf (BERLIN 2.0) geht es um antifaschistische Strategien: Wie können wir aus eigenen Fehlern lernen und der autoritären Welle mit Aussicht auf Erfolg entgegentreten?

Weiterlesen

Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres in der Linken und antifaschistische Essentials heute

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Dienstag, 9. Dezember 2025, 19.00 Uhr, Trier

Villa Wuller, Ausoniusstraße 2a

Eine gemeinsame Veranstaltung des Rosa Salon, der VillaWuller und des AStAReferats für Antirassismus, Antifaschismus und gegen jeden Antisemitismus

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

Weiterlesen

Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres und Regressives in der Linken gestern und heute

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 27. November 2025, 19 Uhr, Dortmund

Nordpol, Bornstraße 144

Im Rahmen der Antifaschistischen Veranstaltungsreihe „spell out!“

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

Weiterlesen

Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres in der Linken und antifaschistische Essentials heute

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 24. September 2025, 19.00 Uhr Saarbrücken

Veranstaltungsraum der Commune, Eingang Rotenhofstrasse 1

Eine Veranstaltung der Linksjugend [’solid] Saarland

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

Weiterlesen

“Nie wieder!” heißt auch: Aus linken Fehlern lernen

Essentials eines erfolgreicheren Antifaschismus

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Freitag, 5. September 2025, 15.00 Uhr, Kassel

Philipp-Scheidemann-Haus, Holländische Straße 74

Eine Veranstaltung im Rahmen von Nach dem Rechten sehen. Offenes Festival für politische Bildung, Aufklärung und Sensibilisierung in Kassel

Jahrzehntelang hat man sich in Deutschland damit gebrüstet, wie viel man aus der Geschichte gelernt habe. Doch wäre der Nationalsozialismus wirklich aufgearbeitet, gäbe es den Aufstieg der AfD nicht. Das offizielle „Nie wieder!“ vermag weniger denn je den braunen Dreck zu kaschieren, der über Generationen hinweg an Stamm- und Küchentischen weitergegeben wurde und heute wieder in großen Teilen der Gesellschaft kursiert. Menschenfeindliches, rassistisches und antisemitisches Denken und Handeln erfasst zunehmend auch die selbstgefällige „Mitte der Gesellschaft“, die sich „fern von allen Extremen“ wähnt. Nie seit 1945 war die autoritär-faschistische Gefahr so groß wie heute.

Doch auch in der Linken sind Nationalsozialismus und Antisemitismus oft immer noch nicht verstanden. Die Behauptung „das Volk wurde damals von den Nazis verführt“ traut den Menschen nicht zu, handelnde Subjekte zu sein. Das ist kompatibel mit der Überzeugung, man selbst sei zur „Führung der Arbeiterklasse“ berufen. Autoritarismus gibt es auch von Links. Besonders ausgeprägt erscheint er derzeit in dogmatischen „roten Gruppen“, die sich offen auf Führergestalten wie Lenin, Stalin und Mao berufen. Ganz so, als ob deren blutige Rezepte, die Millionen Menschenleben auf dem Gewissen haben, nicht längst desaströs gescheitert seien. Schon die „revolutionären“ Parolen der alten KPD blamierten sich 1933 auf dramatische Weise. Waren die K-Gruppen der 70er Jahre nur noch deren billiger Abklatsch, so sind ihre heutigen Wiedergänger nichts als der Abklatsch vom Abklatsch des Gescheiterten.

Weiterlesen

Die Anti-Antisemitismus-AG

Die BAG Shalom in der Linkspartei will gegen Antisemitismus vorgehen

Derzeit wird in der Linkspartei die BAG Shalom aufgebaut, eine Bundesarbeitsgemeinschaft, die sich gegen Antisemitismus einsetzen will – auch in der eigenen Partei.

Von Tom Thümmler

Joseph Schuster, der Präsident des Zen­tralrats der Juden, fand deutliche Worte. Die Linkspartei trage dazu bei, »Anti­semitismus zu verschweigen«. Sie sei igno­rant gegenüber der »jüdischen Gemeinschaft« und »in ihrem radikalen Kern getrieben von Israelhass«.

Anlass für Schusters Kritik war der Beschluss des Chemnitzer Bundesparteitags zur Jerusalem Declaration on Antisemitism (JDA). Dort hatte Mitte Mai eine Mehrheit der Delegierten beschlossen, dass die Partei die JDA als »Antisemitismusdefinition« nutzen solle. Die JDA wurde als Alternative zur Arbeitsdefinition der International Holocaust Remembrance Alliance formuliert, um Antizionismus vor vermeintlich zu weit reichenden Antisemitismusvorwürfen zu schützen. Zum Beispiel bezeichnet sie die Boykott-Bewegung BDS und die Forderung nach einer Abschaffung des jüdischen Staates als »nicht per se antisemitisch«.

Der Beschluss zur JDA habe den Ausschlag für die Gründung einer neuen Bundesarbeitsgemeinschaft in der Partei gegeben, der BAG Shalom – das teilte die Gruppe der Jungle World mit. Sie will sich der »Bekämpfung von Antisemitismus und Antizionismus« widmen, heißt es auf ihrer Website. In einigen Bundesländern wurden bereits Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) gegründet. Sobald sie in acht Bundesländern anerkannt sind, kann offiziell die Bundesarbeitsgemeinschaft Shalom eingerichtet werden.

Weiterlesen

Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres und Regressives in der Linken gestern und heute

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 24. Juli 2025, 19.30 Uhr, Landau/Pfalz

Marock Bar, Martin-Luther- Straße 25

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

Weiterlesen

“Nie wieder!” heißt auch: Aus linken Fehlern lernen

Essentials eines erfolgreicheren Antifaschismus

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 16. Juli 2025, Dresden

AZ Conni, Rudolf-Leonhard-Straße 39

Eine Veranstaltung der DGB Jugend Sachsen und der ver.di Jugend in Kooperation mit der RLS Sachsen und der Rosa-Luxemburg-Stiftung: Gesellschaftsanalyse und politische Bildung e.V.

Jahrzehntelang hat man sich in Deutschland damit gebrüstet, wie viel man aus der Geschichte gelernt habe. Doch wäre der Nationalsozialismus wirklich aufgearbeitet, gäbe es den Aufstieg der AfD nicht. Das offizielle „Nie wieder!“ vermag weniger denn je den braunen Dreck zu kaschieren, der über Generationen hinweg an Stamm- und Küchentischen weitergegeben wurde und heute wieder in großen Teilen der Gesellschaft kursiert. Menschenfeindliches, rassistisches und antisemitisches Denken und Handeln erfasst zunehmend auch die selbstgefällige „Mitte der Gesellschaft“, die sich „fern von allen Extremen“ wähnt. Nie seit 1945 war die autoritär-faschistische Gefahr so groß wie heute.

Doch auch in der Linken sind Nationalsozialismus und Antisemitismus oft immer noch nicht verstanden. Die Behauptung „das Volk wurde damals von den Nazis verführt“ traut den Menschen nicht zu, handelnde Subjekte zu sein. Das ist kompatibel mit der Überzeugung, man selbst sei zur „Führung der Arbeiterklasse“ berufen. Autoritarismus gibt es auch von Links. Besonders ausgeprägt erscheint er derzeit in dogmatischen „roten Gruppen“, die sich offen auf Führergestalten wie Lenin, Stalin und Mao berufen. Ganz so, als ob deren blutige Rezepte, die Millionen Menschenleben auf dem Gewissen haben, nicht längst desaströs gescheitert seien. Schon die „revolutionären“ Parolen der alten KPD blamierten sich 1933 auf dramatische Weise. Waren die K-Gruppen der 70er Jahre nur noch deren billiger Abklatsch, so sind ihre heutigen Wiedergänger nichts als der Abklatsch vom Abklatsch des Gescheiterten.

Weiterlesen

Fallstricke der Emanzipation

Autoritäres und Regressives in der Linken gestern und heute

Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 10. Juli 2025, 19.30 Uhr, Berlin

Bajszel – Emser Straße 8/9, 12051 Berlin

Eine Veranstaltung von Theorie, Kritik & Aktion | Berlin [TKA]

  • Leider kann die Veranstaltung zum vorgesehenen Termin nicht stattfinden. Sie wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Die Herrschaft von Zwangsgemeinschaften und von Menschen über andere Menschen.

Weiterlesen