Personalisierung gebiert Vernichtungswunsch

Es gibt durchaus Gründe, gegen das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 zu sein.
Es gibt allerdings auch Gründe, sich in der Bewegung dagegen nicht wohlzufühlen. Sicher verbreiten nicht alle, die sich gegen S21 engagieren, diesen Aufkleber.

Supra

Aber er verdeutlicht in zugespitzter Form ein grundlegendes Problem oberflächlicher Kritik: Wo bestimmte Menschen als vermeintliche Verursacher des immanenten Wachstums- und Profitmaximierungszwangs der kapitalistischen Verhältnisse ausgemacht werden, lauert bereits der Vernichtungswunsch – zumindest im Unbewußten. Schließlich liegt, wenn „die geldgeilen Zombies“ an allem schuld sind, die vermeintliche Erlösung nahe: Man muss sie nur unter die Erde bringen. Angebracht wäre hingegen eine Kritik, die sich des fatalen Automatismus des „Immer mehr und immer schneller“ der warenproduzierenden Gesellschaft annimmt. Anregungen dazu finden Sie z.B. hier.

True and False Causes of the Financial Crisis

Englische Übersetzung der Rede von Lothar Galow-Bergemann zum Neujahrsempfang der Aktion 3. Welt Saar am 23. Januar 2009, erschienen am 27. Juli 2010 auf der Seite von Baltimore IMC

The jubilant singing about free enterprise as the supposedly best of all worlds sounds much quieter than at the beginning of the 90s. Capitalism produces crises, wars and catastrophes. We urgently need alternatives. This is now a matter of survival. Weiterlesen

Interview mit Erich Später zum ‚Bund der Vertriebenen‘

Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 23. Juli 2010

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Interview mit Erich Später zum „Bund der Vertriebenen“, zur „Charta der Heimatvertriebenen“, zur besonderen Rolle Stuttgarts bezogen auf Auslandsdeutsche, zum „Zentrum gegen Vertreibungen“ u.a. Vor dem Interview kurze biographische Angaben über Erich Später.

Siehe dazu auch: Wir deutschen Opfer sind die Guten. Wie der „Bund der Vertriebenen“ die Brücke zwischen Nazi-Großvätern und aktueller deutscher Selbstgerechtigkeit schlägt

 

Wir deutschen Opfer sind die Guten

Wie der „Bund der Vertriebenen“ die Brücke zwischen Nazi-Großvätern und aktueller deutscher Selbstgerechtigkeit schlägt

„Wie Wellenbrecher stehen die Randgebirge dem fremden Anspruch im Wege. Manchmal schlug die imperialistische Springflut sturmgepeitscht über diese Wellenbrecher. Davon ist ein breites Band nationales Brackwasser zurückgeblieben. Das sind die sogenannten Sudetendeutschen.“ Franz Werfel in dem Aufsatz „Das Geschenk der Tschechen an Europa“, 1938 (nach dem 1945 verstorbenen Werfel ist – ohne seine Zustimmung – der Preis des „Zentrums gegen Vertreibungen benannt) Weiterlesen

Die offene rechte Flanke des Bundes der Vertriebenen

von Lucius Teidelbaum, Juli 2010

Die Rechten und die „Vertriebenen“verbände: eine Liebesheirat

Die „Vertriebenen“ wurden von der extremen Rechten in der Bundesrepublik schon immer mit der besonderer Zuneigung eines Hätschelkindes bedacht. Stellte diese Gruppe doch scheinbar die Legitimation dar für Gebietsansprüche auf große Teile der Nachbarländer Deutschlands. Heimatverbliebene und „heimatvertriebene“ Rechte trafen sich inhaltlich im Revanchismus, im völkischen Verständnis von Deutschsein oder in ihren antislawischen Ressentiments. So engagierten sich viele „Vertriebenen“aktivisten nicht nur in ihren Verbänden, sondern auch in der extremen Rechten. Die erste Generation von „Vertriebenen“funktionären führte dabei oft ihr Wirken als „Volkstumskämpfer“ vor 1945 fort. Auch heute noch ist die Verbindung zwischen der extremen Rechten und der „Vertriebenen“szene nicht abgebrochen. Weiterlesen

Islamophobie? Rassismus? Islamkritik?

Über begriffliche und inhaltliche Verwirrungen einer aktuellen Debatte

Ein Seminar von Emanzipation und Frieden, 3. Juli 2010

mit Vorträgen von Floris Biskamp (Uni Gießen), Klaus Blees (Aktion 3. Welt Saar, Trier), Lothar Galow-Bergemann und Markus Mersault (beide Emanzipation und Frieden, Stuttgart).

Die Vorträge sind zu hören in einer Sendereihe von Emanzipation undFrieden vom Herbst 2010 Anhören oder Download

Wie hat eine emanzipatorische Kritik an rassistischen und antimuslimischen Ressentiments ebenso wie an Begriffslosigkeit, unverstandenem Antisemitismus und Kulturrelativismus auszusehen, ohne die Kritik der Religion und die Kritik an fundamental-religiösen Zuständen gleich mit zu entsorgen ?

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Briefe an Tessa (Ernst Toller) – Teil II

Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 25. Juni 2010

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Lesung von Briefen Ernst Tollers (1893-1939) aus dem Gefängnis an Tessa – mit einer kurzen Einleitung. Fortsetzung der Sendung vom 5.3.2010

 

Gaza in Bad Boll

Über die Sehnsucht nach dem Frieden mit Gotteskriegern

„Partner für den Frieden“ in Nahost hatte die Evangelische Akademie Bad Boll gesucht (Tagungsprogramm). Fündig wurde sie u.a. bei der islamistischen Terrorbande Hamas, die die Juden für das Übel dieser Welt hält, ausdrücklich jede friedliche Lösung des Konflikts ablehnt und Israel beseitigen will [aus der Charta der Hamas (über die Seite von U. Sahm)]. Doch solche Kleinigkeiten kratzen nicht am Selbstwertgefühl aufrechter deutscher Friedensfreunde, schließlich hatte man in Bad Boll auch an die andere Seite gedacht: ein „regierungskritischer Israeli“ war selbstverständlich ebenfalls eingeladen.  Weiterlesen

Zu schade für eine Weltmeisterschaft

Eine Verteidigung des Fußballs gegen seine (nationalen) Liebhaber. Anmerkungen zur kritischen Theorie des Fußballsports.

„Kurz: Ich bin gegen alle Bemühungen, den Sport zu einem Kulturgut zu machen, schon darum, weil ich weiß, was diese Gesellschaft mit Kulturgütern alles treibt, und der Sport dazu wirklich zu schade ist. Ich bin für den Sport, weil und solange er riskant (ungesund), unkultiviert (also nicht gesellschaftsfähig) und Selbstzweck ist.“ (Bertolt Brecht) Weiterlesen

Fußball als Ideologie

Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 28, Mai 2010

von Markus Mersault

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Zu schade für eine Weltmeisterschaft. Einwürfe zur gegenwärtigen Fußballkultur. Zusammengestellt von bekennenden Fußballfreunden. Eine kritische Bestandsaufnahme.

Lesen Sie dazu auch: Zu schade für eine Weltmeisterschaft. Eine Verteidigung des Fußballs gegen seine (nationalen) Liebhaber. Anmerkungen zur kritischen Theorie des Fußballsports.

Nie wieder so viele Autos bauen. Nie wieder so lange arbeiten.

Solange sich nichts Grundlegendes ändert, geht die Krise weiter.

 

Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 30. April 2010

mit Anmerkungen zu dieser Flugschrift von Emanzipation und Frieden

Was uns an 1. Mai-Demos nicht gefällt… und warum wir trotzdem hingehen.

Anmerkungen zum regressiven Antikapitalismus

Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 30. April 2010

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Nie wieder so viele Autos bauen. Nie wieder so lange arbeiten.

Solange sich nichts Grundlegendes ändert, geht die Krise weiter.

Das deutsche Staatsoberhaupt macht sich Sorgen um den Kapitalismus. Man müsse ihn vor sich selbst schützen, meint Köhler. Interessant, was den ehemaligen Chef von Sparkassenverband und Weltwährungsfonds so umtreibt, doch wirklich wichtig ist eine ganz andere Frage: Wie kann man sich eigentlich selbst vor dem Kapitalismus schützen? Denn dieser – lange als „soziale Marktwirtschaft“ beweihräuchert – reißt weltweit immer mehr Menschen in den Strudel seiner Krise und lässt ihnen wenig Hoffnung, dass sich ihre Lage jemals wieder verbessern könnte. Weiterlesen

Bildung, Halbbildung, Bildungsklau?

Zum Bildungsbegriff Theodor W. Adornos und seiner semantischen Verkümmerung zur Parole innerhalb der Studierendenproteste

Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 27. März 2010

Das Gespräch mit Eva Klinkisch, die im Fach Soziologie promoviert und sich dabei u.a. auch mit dem Bildungsbegriff beschäftigt, führt Markus Mersault

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Wer heutzutage Kritik am Bildungswesen formuliert, stellt mitnichten seine Renitenz und Autonomie zur Schau, sondern reiht sich ein in eine mal latent und unterschwellig, mal akut und offen auftretende Unzufriedenheit breiter Bevölkerungsteile, die von Schülern, Studenten und Arbeitslosen bis hin zu Arbeitgebern und Politikern artikuliert werden. Weiterlesen

Briefe an Tessa (Ernst Toller) – Teil I

Lesung von Briefen Ernst Tollers (1893-1939) aus dem Gefängnis an Tessa – mit einer kurzen Einleitung

Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 5. März 2010

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Siehe dazu auch Teil II, Sendung vom 25. Juni 2010

Die Briefe aus dem Gefängnis schreibt Ernst Toller 1919-1920 aus dem Gefängnis Stadelheim und Neuburg sowie aus den Festungsgefängnissen Eichstätt und Niederschönenfeld. Von 1921-1924 aus dem Festungsgefängnis Niederschönenfeld. Die Briefe gehen durch die Gefängniszensur. Weiterlesen

Der Versuch einer Selbstdarstellung: Emanzipation und Frieden

Sendung von Emanzipation und Frieden, 26. Februar 2010

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Emanzipation und Frieden sicher nicht ganz unkontrovers über sich selbst. Gruppenmitglieder äussern sich zu Emanzipation und Frieden – Antikapitalismus 2.0 sowie zu ihrer Solidarität mit der Opposition im Iran.

Bye, bye Multikulti – es lebe Multikulti: Ein Interview

Eine Sendung von Emanzipation und Frieden, 22. Januar 2010                                           mit einem Interview mit Lothar Galow-Bergemann

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Bye, bye Multikulti – Es lebe Multikulti. Unter diesem Titel haben die Aktion 3. Welt Saar gemeinsam mit der Stuttgarter Gruppe Emanzipation und Frieden im Winter 2009/ 2010 eine Flugschrift herausgegeben: Verbreitet wurde die Flugschrift u.a. mit der taz und Jungle World. Zu Themen der Flugschrift wie emanzipatorische Freiheit des Individuum in einer multikulturell geprägten Gesellschaft gegen kulturelle Kollektivzwänge, Islamismus, Fremdenfeindlichkeit, Multikulti-Verständnis von Linken und Rechten führten Redakteure der Inforedaktion ein Gespräch mit einem der Autoren der Flugschrift – Lothar Galow-Bergemann von der Gruppe Emanzipation und Frieden.

 

Bye, bye Multikulti – Es lebe Multikulti

Eine Flugschrift der Aktion 3. Welt Saar. gemeinsam herausgegeben mit Emanzipation und Frieden, Stuttgart – Winter 2009 / 2010

Es herrscht Konfusion um Multikulti. Thilo Sarrazin, Mitglied im Vorstand der Bundesbank und in der SPD, sieht sich von MigrantInnen bedroht, die „jede Menge kleiner Kopftuchmädchen produzieren“. Umgekehrt plädieren Teile der Naziszene für die multikulturelle Gesellschaft, während Oskar Lafontaine „Schnittmengen zwischen dem Islam und der Linken“ sieht. Pro Asyl ruft Kritiker des Islamismus mit dem bei iranischen Mullahs entlehnten Kampfbegriff der „Islamophobie“ zur Ordnung. Viele AnhängerInnen von Multikulti schweigen gegenüber Zwangsverheiratungen, Kopftuchzwang und Ehrenmorden. Falsche Toleranz und unterlassene Hilfeleistung. Trotzdem: Ein Plädoyer für die Multikulturelle Gesellschaft – gerade jetzt.

Lesen Sie die ganze Flugschrift hier im Layout

Hören Sie hier ein Interview mit einem der Autoren

You can’t get something for nothing

von Lothar Galow-Bergemann, erschienen in Streifzüge 47/2009

 

Diese amerikanische Spruchweisheit bringt zwar nicht die Ansprüche an ein befreites Leben jenseits der Zwänge der Warenwirtschaft, dafür aber diese selbst umso besser auf den Punkt. Dass sich Warenwert stur gegen Warenwert austauscht und sich im Laufe dieses Geschäfts trotzdem zunehmend in Luft auflöst, begründet letztendlich das ganze Dilemma des Kapitalismus. Der scheitert nämlich regelmäßig an seiner eigenen Voraussetzung und ist – besonders in seiner finanzblasendominierten Gegenwart – gezwungen, immer wieder something (sprich Geld) aus nothing zu machen. Heraus kommt dabei ebenso regelmäßig, dass er auf noch wackligeren Beinen steht als zuvor. Weiterlesen