Selbstorganisiert wohnen – solidarisch wirtschaften!

Online: Film und Diskussion

mit dem Mietshäuser Syndikat und dem Hausprojekt Freiau99

Donnerstag, 22. April 2021, 19.30 Uhr

In einem gemeinsamem Filmprojekt von Contain`t und Emanzipation und Frieden zeigen wir online die Filme „Das ist unser Haus!“ und „Hausprojekt Freiau99“ – im Anschluss steht das „Mietshäuser Syndikat“ und das „Hausprojekt Freiau99“ aus Freiburg online für Fragen und eine Diskussion zur Verfügung

Vor allem in den Metropolen steigen die Mieten und die Immobilienpreise ins Unermessliche, das „Mietshäuser Syndikat“ versucht sehr erfolgreich seit vielen Jahren, Wohnraum dem freien Markt zu entziehen. Das „Mietshäuser Syndikat“ berät selbstorganisierte Hausprojekte, wie etwa Mieter*innen, die ihr Haus übernehmen wollen oder Gruppen, die ein Haus suchen. Es berät Gruppen, die sich für das Syndikatsmodell interessieren und beteiligt sich an Projekten, damit diese dem Immobilienmarkt entzogen werden – zudem hilft es mit Know How bei der Projektfinanzierung und initiiert auch selbst neue Projekte.

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Digitalisierung, Klimaschutz und Radikale Arbeitszeitverkürzung

Wie die Gewerkschaften in die Offensive kommen können. Und wie sie sich dafür verändern müssen.

Online- Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 15. April 2021, 20 Uhr

Eine Veranstaltung des DGB Bildungswerks Bayern

Anmeldung per Mail erforderlich: politische.bildung@bildungswerk-bayern.de

Klima- und Coronakrise offenbaren, dass das herrschende Wirtschaftssystem existentiellen Herausforderungen nicht gewachsen ist. Unendliches Wachstum ist ihm wichtiger als Mensch und Natur, maximaler Profit wichtiger als Gesundheit und Lebensqualität, steigende Aktienkurse wichtiger als das Leben künftiger Generationen.

Immer weniger Menschen glauben an den Kapitalismus und wissen, dass es „nicht so weitergehen“ kann. Aber der Ausstieg ist schwer. Solange unser Lebensunterhalt vom Verkauf unserer Arbeitskraft abhängt, sitzen wir in der Falle: Geht es nämlich nicht „so weiter“, ist unser Einkommen gefährdet, von dem wir leben.

Die Überwindung der Wirtschaftsweise, die uns in diese Sackgasse geführt hat, ist buchstäblich zu einer Frage des Überlebens geworden. Weiterlesen

Soziale Gerechtigkeit und Klimawandel

Online-Dialog mit Franziska Sander (Emanzipation und Frieden e.V.), Nathanael  Ko
(Doktorand am Institut für Akustik und Bauphysik, Universität Stuttgart) und N.N. ( Gesellschaftlicher Akteur)

Dienstag, 2. März 2021, 19.00 Uhr bis 21.30 Uhr

Online Dialog im Rahmen der Reihe BUILDING A CLIMATE POSITIVE FUTURE TOGETHER des Instituts für Akustik und Bauphysik der Universität Stuttgart

Anmeldung per E-Mail: veranstaltungen[ät]iabp.uni-stuttgart.de

Der Klimawandel fordert uns und wir möchten noch mehr dazu beitragen, Handlungsbedarf in klare, konkrete und wirksame Handlungsfelder zu übersetzen. Als Forschungseinrichtung steht uns der Wissenstransfer als Hebel zur Verfügung. Diesen möchte das Institut für Akustik und Bauphysik (iabp) der Fakultät mit einer Online-Dialog-Reihe BUILDING A CLIMATE POSITIVE FUTURE TOGETHER aktivieren. Gebäuden, Quartieren und Städten kommt eine zentrale Rolle zu, da sie Verursacher und Opfer des Klimawandels sind. Aber sie bieten auch unzählige konkrete Anknüpfungspunkte für aktive Veränderung.

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Gestohlene Lebenszeit

Warum Kapitalismus zu Verzicht nötigt und wir viel weniger arbeiten könnten

von Lothar Galow-Bergemann und Ernst Lohoff

Auszug aus dem gleichnamigen Text im Buch Shutdown. Klima, Corona und der notwendige Ausstieg aus dem Kapitalismus ISBN 978-3-89771-292-8, Unrast Verlag, 14,00 €

Die Welt, die wir kennen, zerfällt im Eiltempo. Seit Jahren stellt sich wie von selbst das Wort Krise ein – gleich ob von Klima, Finanzen, Wirtschaft, Sozialsystemen, Demokratie, Migration oder internationalen Beziehungen die Rede ist. In den kritischen Sozialwissenschaften ist von einem Zeitalter der »multiplen Krisen« die Rede (Brandt/Wissen 2017). Mit der Ausbreitung des Coronavirus hat sich diese allgemeine Krise in einer Geschwindigkeit und einem Ausmaß zugespitzt, wie es sich bis dahin kaum jemand vorstellen konnte.

Die Corona- und Klimakrise führen vor Augen, wie ›unsere Wirtschaft‹ vor den existenziellen Herausforderungen der Zeit versagt. Ewiges Wachstum, maximaler Profit und steigende Aktienkurse sind das Lebenselixier der Wirtschaft. Ohne sie fängt sie sofort an zu kriseln. Die Klimakrise offenbart, dass ein auf Unendlichkeit programmiertes Wachstum eher mittel- als langfristig auf die Zerstörung des Planeten hinauslaufen wird. Die Herausforderung durch die Corona-Pandemie führte dagegen schlagartig vor Augen, dass so eine Wirtschaft in kürzester Zeit Leichenberge produzieren kann1, wenn ihr nicht massiv in die Speichen gegriffen wird. Der Marktwirtschaft Zügel anzulegen, bemühten sich zunächst viele Staaten – in unterschiedlichem Ausmaß und insgesamt mehr schlecht als recht. Übrigens führten sie damit bemerkenswerterweise im Handumdrehen vieles ad absurdum, was bis dahin als unumstößlich und heilig galt – von der Schuldenbremse bis hin zum Glauben an das angeblich so segensreiche Wirken des Marktes selbst. Für einen kurzen Moment lag offen zutage, dass Handeln gegen die betriebswirtschaftliche Logik des Kapitals nicht nur möglich, sondern auch überlebensnotwendig ist. Das ist eine wichtige Erfahrung, die wachgehalten werden sollte, denn sie ist von großem Wert für jede emanzipatorische Bewegung.

Doch es dauerte nicht lange und die brutalen Zwänge der Kapitalverwertung verschafften sich gegen die halbherzigen gesundheitspolitischen Maßnahmen immer mehr Geltung. Weiterlesen

Audio: Nicht Klassenkampf wird den Kapitalismus sprengen, sondern der Kampf um eine neue Form des Reichtums

Interview mit Ernst Lohoff und Lothar Galow-Bergemann

aus Anlass ihres Vortrags „Die Hoffnung auf das „revolutionäre Subjekt Arbeiterklasse“ als Ausdruck linksidentitärer Sehnsucht“

gesendet von Radio Corax am 23. November 2020

Als Verkäufer*innen der Ware Arbeitskraft hängen wir davon ab, dass die Megamaschine aus ewigem Wachstum und Maximalprofit auf Hochtouren läuft. Doch die zerstört unsere Lebensgrundlagen. Aus dieser Falle können wir nur entkommen, wenn wir die abstrakte Reichtumsform der kapitalistischen Produktionsweise sprengen, deren Zweck die unendliche Anhäufung von Geld ist. Denn vom Gelderwerb leben hat keine Perspektive mehr. Die Antwort heißt gesellschaftliche Selbstorganisation des stofflichen Reichtums, den wir zum Leben brauchen.
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Buchvorstellung: Shutdown. Klima, Corona und der notwendige Ausstieg aus dem Kapitalismus

Ernst Lohoff, Norbert Trenkle (Hg.) Shutdown. Klima, Corona und der notwendige Ausstieg aus dem Kapitalismus
1. Auflage November 2020, ISBN 978-3-89771-292-8, Unrast Verlag, 14,00 €

Mit Beiträgen von Ernst Lohoff, Norbert Trenkle, Lothar Galow-Bergemann, Karl-Heinz Simon und Julian Bierwirth

Bestellen beim Unrast-Verlag

„Es ist kein Luxus, gerade jetzt die emanzipative Aufhebung der kapitalistischen Reichtumsproduktion anzustreben, sondern der einzige Ausweg aus der Spirale ökologischer Zerstörung, sozialer Exklusion und autoritärer Formierung der Gesellschaft.‟

Klima- und Coronakrise machen deutlich, dass die kapitalistische Produktions- und Lebensweise zunehmend unhaltbar wird. Der systemische Selbstzweck der endlosen Anhäufung von Kapital („Wachstumszwang‟) ist mit der Endlichkeit der Welt und der natürlichen Ressourcen grundsätzlich unvereinbar. Auch die Corona-Pandemie verdankt sich der fortschreitenden Zurückdrängung von Naturräumen, im Dienste der der Kapitalvermehrung. Zudem nimmt die soziale Exklusion immer schlimmere Ausmaße an – obwohl längst die Potenziale vorhanden sind, um allen Menschen auf der Welt ein gutes Leben zu ermöglichen. Daher ist eine grundlegende Neuorientierung angesagt. Eine andere Gesellschaft ist machbar, doch das erfordert einen Bruch mit der kapitalistischen Logik.

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Audio: Die Hoffnung auf das „revolutionäre Subjekt Arbeiterklasse“ als Ausdruck linksidentitärer Sehnsucht

Online-Vortrag von Ernst Lohoff und Lothar Galow-Bergemann

gehalten am 12. November 2020

Linke, die jahrzehntelang die soziale Frage entweder völlig vergessen oder stiefmütterlich behandelt haben, überließen die Deutung wichtiger gesellschaftlicher Konflikte den Liberalen und Konservativen. Viele erhoffen sich jetzt von der Rückbesinnung auf die Klasse und ihre Kämpfe einen Ausweg. Doch in dem von Finanzmarktdynamik und Globalisierung getragenen Kapitalismus, in dem die Konkurrenz aller gegen alle mehr denn je Gesellschaft und Alltagsleben dominiert, ist die Beschwörung irgendeiner ominösen Klassenidentität nur noch eine nostalgische Phantasie. Ob Wohnungsfrage, radikale Arbeitszeitverkürzung oder die Verhinderung der Klimakatastrophe – für keinen der Kämpfe, die heute geführt werden müssen, ist mit der Wiederentdeckung der Klasse irgendetwas gewonnen.

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Wer vom Kapitalismus nicht reden will sollte von Nachhaltigkeit schweigen

Warum wir mit „unserer Wirtschaft“ nie eine nachhaltige Gesellschaft erreichen werden

Online-Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Dienstag, 24. November 2020, 14.30 Uhr

Eine Veranstaltung der Students for Future Köln mit Unterstützung der Studierendenvertretung der Uni Köln im Rahmen der Public Climate School zum Wintersemester 2020/21

Stream auf YouTube

Alle sind für Klimaschutz, aber die globale Erwärmung nimmt unaufhörlich zu. Alle sind für soziale Gerechtigkeit, aber Kinder- und Altersarmut wachsen. Alle wünschen sich mehr freie Zeit zum Leben, aber müssen immer mehr und länger arbeiten. Niemand will die Krise, aber keiner kriegt sie in den Griff. Wunsch und Wirklichkeit gehen so weit auseinander, weil das herrschende Wirtschaftssystem existentiellen Herausforderungen nicht gewachsen ist. Klima- und Coronakrise demonstrieren eindrücklich: Unendliches Wachstum ist ihm wichtiger als Mensch und Natur, maximaler Profit wichtiger als Gesundheit und Lebensqualität, steigende Aktienkurse wichtiger als das Leben künftiger Generationen. Das ewige „Weiter so“ hat ausgedient. Es hat uns die Krise beschert. Was immer als unhinterfragbar galt, ist zu hinterfragen. Weiterlesen

Die Hoffnung auf das „revolutionäre Subjekt Arbeiterklasse“ als Ausdruck linksidentitärer Sehnsucht

Online Vortrag und Diskussion mit Ernst Lohoff und Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 12. November 2020, 20 Uhr

Eine Veranstaltung der Freien Uni Bamberg Unterstützt durch die DGB Hochschulgruppe Bamberg

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Linke, die jahrzehntelang die soziale Frage entweder völlig vergessen oder stiefmütterlich behandelt haben, überließen die Deutung wichtiger gesellschaftlicher Konflikte den Liberalen und Konservativen. Viele erhoffen sich jetzt von der Rückbesinnung auf die Klasse und ihre Kämpfe einen Ausweg. Doch in dem von Finanzmarktdynamik und Globalisierung getragenen Kapitalismus, in dem die Konkurrenz aller gegen alle mehr denn je Gesellschaft und Alltagsleben dominiert, ist die Beschwörung irgendeiner ominösen Klassenidentität nur noch eine nostalgische Phantasie. Ob Wohnungsfrage, radikale Arbeitszeitverkürzung oder die Verhinderung der Klimakatastrophe – für keinen der Kämpfe, die heute geführt werden müssen, ist mit der Wiederentdeckung der Klasse irgendetwas gewonnen.

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Klimaschutz und radikale Arbeitszeitverkürzung sind möglich – aber kein grüner Kapitalismus

Online-Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Montag, 14. Oktober 2020, 19 Uhr

im Rahmen der Online-Vortragsreihe Shutdown! Klima, Corona und der notwendige Ausstieg aus dem Kapitalismus.
Veranstaltet von Krisis – Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft

Vortrag und Diskussion über Zoom:
https://us02web.zoom.us/j/89812904093?pwd=dTZMQitWWmFDa09qSW81RWhlSjNTZz09

Meeting-ID: 898 1290 4093
Kenncode: 022018

Streaming im YouTube-Kanal von krisis

Alle sind für Klimaschutz, aber die globale Erwärmung nimmt unaufhörlich zu. Alle sind für soziale Gerechtigkeit, aber Kinder- und Altersarmut wachsen. Alle wünschen sich mehr freie Zeit zum Leben, aber müssen immer mehr und länger arbeiten. Niemand will die Krise, aber keiner kriegt sie in den Griff. Wunsch und Wirklichkeit gehen so weit auseinander, weil das herrschende Wirtschaftssystem existentiellen Herausforderungen nicht gewachsen ist. Klima- und Coronakrise demonstrieren eindrücklich: Unendliches Wachstum ist ihm wichtiger als Mensch und Natur, maximaler Profit wichtiger als Gesundheit und Lebensqualität, steigende Aktienkurse wichtiger als das Leben künftiger Generationen.
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Audio: Klimaschutz und radikale Arbeitszeitverkürzung sind möglich – aber kein grüner Kapitalismus

Podcast mit Lothar Galow-Bergemann

1. Juli 2020, Café Clément, Mönchengladbach

Alle sind für Klimaschutz, aber die globale Erwärmung nimmt unaufhörlich zu. Alle sind für soziale Gerechtigkeit, aber Kinder- und Altersarmut wachsen. Alle wünschen sich mehr freie Zeit zum Leben, aber müssen immer mehr und länger arbeiten. Niemand will die Krise, aber keiner kriegt sie in den Griff.

Wunsch und Wirklichkeit gehen so weit auseinander, weil das herrschende Wirtschaftssystem existentiellen Herausforderungen nicht gewachsen ist. Klima- und Coronakrise demonstrieren eindrücklich: Unendliches Wachstum ist ihm wichtiger als Mensch und Natur, maximaler Profit wichtiger als Gesundheit und Lebensqualität, steigende Aktienkurse wichtiger als das Leben künftiger Generationen.

Das ewige „Weiter so“ hat ausgedient. Es hat uns die Krise beschert. Was immer als unhinterfragbar galt, ist zu hinterfragen. Weiterlesen

Klimaschutz und radikale Arbeitszeitverkürzung sind möglich – aber kein grüner Kapitalismus

Lothar Galow-Bergemann im Podcast bei Café Clément, Mönchengladbach

Mittwoch, 1. Juli 2020

Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Alle sind für Klimaschutz, aber die globale Erwärmung nimmt unaufhörlich zu. Alle sind für soziale Gerechtigkeit, aber Kinder- und Altersarmut wachsen. Alle wünschen sich mehr freie Zeit zum Leben, aber müssen immer mehr und länger arbeiten. Niemand will die Krise, aber keiner kriegt sie in den Griff.

Wunsch und Wirklichkeit gehen so weit auseinander, weil das herrschende Wirtschaftssystem existentiellen Herausforderungen nicht gewachsen ist. Klima- und Coronakrise demonstrieren eindrücklich: Unendliches Wachstum ist ihm wichtiger als Mensch und Natur, maximaler Profit wichtiger als Gesundheit und Lebensqualität, steigende Aktienkurse wichtiger als das Leben künftiger Generationen.

Das ewige „Weiter so“ hat ausgedient. Es hat uns die Krise beschert. Was immer als unhinterfragbar galt, ist zu hinterfragen. Weiterlesen

Die Wiederentdeckung des revolutionären Subjekts Arbeiterklasse als Ausdruck linksidentitärer Sehnsucht

Zur Kritik der »neuen Klassenpolitik«

von Ernst Lohoff und Lothar Galow-Bergemann

zuerst erschienen im Online-Magazin Telepolis unter dem Titel „Die Wiederentdeckung der Arbeiterklasse als Ausdruck linksidentitärer Sehnsucht“

Um möglichen Missverständnissen vorzubeugen: Wir bestreiten nicht die Existenz von Klassen. Dies ist weder ein Beitrag gegen die Arbeiterklasse noch gegen Klassenkämpfe, schon gar nicht gegen die Solidarität mit allen Ausgebeuteten und Unterdrückten und erst recht ist es keine Rede für den Kapitalismus. Wir sind davon überzeugt, dass der Kapitalismus dringend überwunden werden muss und beziehen uns auf Marx. Wir halten große gesellschaftliche Gegenbewegungen und harte soziale Kämpfe für nötig und machbar. Wir glauben aber, dass der Bezug auf Klasseninteresse und Klassenidentität die Entfaltung der dringend notwendigen antikapitalistischen Kämpfe alles in allem eher behindert als fördert. Er vermag weder deren Herausforderungen theoretisch genügend tief zu erfassen noch praktisches Rüstzeug dafür an die Hand zu liefern, die Systemfrage wirklich auf die Tagesordnung der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen zu stellen.

Linke, die jahrzehntelang vor allem auf Identitätspolitik gesetzt und die soziale Frage vergessen haben, üben sich zu Recht in Selbstkritik; denn mit dieser Ausrichtung überließen sie die Deutung wichtiger gesellschaftlicher Konflikte den Liberalen und Konservativen. Viele erhoffen sich von der Rückbesinnung auf die Klasse und ihre Kämpfe einen Ausweg aus dieser Sackgasse. Wir nicht.

Zunächst befassen wir uns mit dem fundamentalen Unterschied zwischen einem analytischen und einem identitär aufgeladenen Klassenbegriff. Sodann wollen wir anhand dreier zentraler Konfliktfelder – Wohnen, Arbeitszeit und Klima – skizzieren, warum nur solche Kämpfe, deren Akteure sich nicht in den theoretischen wie praktischen Fesseln von Identität und Interesse bewegen, wirklich antikapitalistischen Charakter annehmen können. Weiterlesen

Corona, Krise und der Glaube an die große Verschwörung

Warum Antisemitismus in Krisenzeiten Konjunktur hat


Online-Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 10. Juni 2020, 19 Uhr

Eine Veranstaltung von Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Aurich

Im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie verbreiten sich haarsträubende und gefährliche Verschwörungsphantasien. Ob sie sich „Echsenmenschen“ einbilden, die die Welt beherrschen oder Geheimpläne bösartiger Milliardäre, die ihnen Mikrochips einpflanzen wollen und eine „Merkeldiktatur“, die in deren Auftrag handelt: Der Glaube, sie seien bösartigen, gierigen und unvorstellbar mächtigen dunklen Kräften ausgeliefert, sitzt in solcherart „Erleuchteten“ ebenso tief wie die Überzeugung, sie selbst befänden sich im legitimen Widerstand dagegen. Immer häufiger äußert sich auch offener Antisemitismus, der „den Juden“ unterstellt, die eigentlichen Drahtzieher des Bösen zu sein.

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Weniger Arbeiten – Anders Wirtschaften – Besser Leben nach Corona

Virtueller Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 4. Juni 2020, 19.30 Uhr

Eine Veranstaltung der Ideologiekritischen Gruppe »Flying Fortress«

Dass die Welt, die wir kennen, im Eiltempo zerfällt, war schon vor der Coronakrise mit Händen zu greifen. Ob von Klima, Finanzen, Wirtschaft, Sozialsystemen, Demokratie, Migration oder internationalen Beziehungen die Rede ist – schon lange fällt wie von selbst das Wort Krise. Mit der Ausbreitung des Coronavirus spitzt sich diese allgemeine Krise in einer Geschwindigkeit und einem Ausmaß zu, wie es sich noch vor kurzem kaum jemand vorstellen konnte.

Klima- und Coronakrise demonstrieren eindrücklich, dass „unsere Wirtschaft“ existentiellen Herausforderungen nicht gewachsen ist. Die Klimakrise offenbart, dass mit deren Prinzipien „Ewiges Wachstum, Maximaler Profit, Steigende Aktienkurse“ die Zerstörung des Planeten programmiert ist. Die Coronakrise führt zudem drastisch vor Augen, dass diese Wirtschaft bereits in kürzester Zeit Leichenberge produzieren würde, wenn nicht massiv in sie eingegriffen würde. Die Notbremse zieht im Moment, mehr schlecht als recht, der Staat und er führt damit alles ad absurdum, was gestern noch als unumstößlich und heilig galt – von der Schuldenbremse bis hin zum angeblich so segensreichen Wirken des Marktes selbst.

Doch die Spatzen pfeifen von den Dächern, welche Folgen diese staatlichen Beatmungsversuche der Wirtschaft haben werden. Denn Staaten und Zentralbanken können sie nicht beliebig und ungestraft mit Geld fluten. Die Krisenanfälligkeit des Systems wird noch größer und stellt bereits heute alles in den Schatten, was wir 2008/2009 und in den Folgejahren erlebt haben. Die Logik der Kapitalverwertung erzwingt, dass die Leute möglichst schnell wieder arbeiten gehen sollen – auch wenn deswegen die Infektionsraten wieder steigen. Besser es sterben Menschen als die Wirtschaft bricht ein, lautet der Offenbarungseid des Kapitalismus.

Eine Rückkehr zum so genannten Normalzustand darf es nicht geben. Schon deswegen, weil wir mit dieser Wirtschaft der nächsten Pandemie noch mehr ausgeliefert wären. Es ist also nicht gegen die von Anfang an nur halblebigen staatlichen Versuche zu demonstrieren, ein Mindestmaß an Gesundheitsschutz zu gewährleisten – so wie das eine Kreuz- und Querfront des politischen Irrsinns derzeit auf den so genannten Corona-Demos tut. Ganz im Gegenteil ist der Ausstieg aus der absurden Logik der Kapitalverwertung zu fordern, die unser Leben und unsere Gesundheit bedroht. In einer vernünftig organisierten Wirtschaft könnte die Automobilproduktion massiv gedrosselt werden, ohne dass deswegen die Mittel für eine gute Gesundheitsversorgung fehlen. Und einen sachlichen Zusammenhang zwischen guter und stabiler Lebensmittelversorgung und steigenden Aktienkursen gibt es auch nicht. Weiterlesen

Klima, Krise, Kapital

Warum eine ökologisch nachhaltige Welt möglich ist, aber keine „ökologische Marktwirtschaft“

Videokonferenz – Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 17. Juni 2020, 18:30 bis 20:30 Uhr

Veranstalter: ver.di-Bezirk Stuttgart

Alle sind für Klimaschutz, aber die globale Erwärmung nimmt unaufhörlich zu. Alle sind für soziale Gerechtigkeit, aber Kinder- und Altersarmut wachsen. Alle wünschen sich mehr freie Zeit zum Leben, aber müssen immer mehr und länger arbeiten. Niemand will die Krise, aber keiner kriegt sie in den Griff.

Wunsch und Wirklichkeit gehen weit auseinander, weil das herrschende Wirtschaftssystem grundsätzliche Konstruktionsfehler hat. Es beruht auf dem Zwang zu ewigem Wachstum und maximalem Profit. Gegen den Kapitalismus sind viele. Aber haben sie auch etwas von dem verstanden, was ihm den Namen gibt – vom Kapital? Weiterlesen

Gut gemeint reicht nicht. Zur Kritik der „Gemeinwohlökonomie“

Warum man anders wirtschaften muss, das aber mit der Marktwirtschaft nicht geht

Virtueller Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

im Programm des Frühjahrskongress der Grünen Jugend Die Klimakrise hat System!

Freitag, 17. April 2020, 18 bis 20 Uhr

Samstag, 18. April 2020, 16 bis 18 Uhr

Dass unsere gegenwärtige Art zu wirtschaften perspektivlos und letztlich selbstzerstörerisch ist, ist fast schon eine Binsenweisheit. Es mangelt nicht an Vorschlägen, wie dem zu entkommen sei. In aller Regel münden sie in Rezepten für eine „andere Politik“ und geben damit zu erkennen, dass sie keine Vorstellung von der Dominanz der Ökonomie haben. Nur die wenigsten machen sich auf die Suche nach einer anderen Wirtschaft. Christian Felbers Konzept einer „Gemeinwohlökonomie“ hebt sich insofern wohltuend von vielem ab. Allerdings verbleibt auch dieser Vorschlag im Gedankengefängnis der herrschenden Produktionsweise und wird seinem eigenen Anspruch nicht gerecht. Wer glaubt, aus dem schlechten Kapitalismus mithilfe von „Lobby-Registern“, „demokratischen Banken“ und „Gemeinwohlpunkten“ eine gute Marktwirtschaft machen zu können, muss scheitern.

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Anders wirtschaften – Weniger arbeiten – Klima schützen: Besser leben nach Corona

Virtueller Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Donnerstag, 16. April 2020, 18.00 Uhr

Eine Veranstaltung der SJD – Die Falken Hessen Nord und der 4-Stunden-Liga

Dass die Welt, die wir kennen, im Eiltempo zerfällt, war schon vor der Coronakrise mit Händen zu greifen. Ob von Klima, Finanzen, Wirtschaft, Sozialsystemen, Demokratie, Migration oder internationalen Beziehungen die Rede ist – schon lange fällt wie von selbst das Wort Krise. Mit der Ausbreitung des Coronavirus spitzt sich diese allgemeine Krise in einer Geschwindigkeit und einem Ausmaß zu, wie es sich noch vor kurzem kaum jemand vorstellen konnte.

Klima- und Coronakrise demonstrieren eindrücklich, dass „unsere Wirtschaft“ existentiellen Herausforderungen nicht gewachsen ist. Die Klimakrise offenbart, dass mit deren Prinzipien „Ewiges Wachstum, Maximaler Profit, Steigende Aktienkurse“ die Zerstörung des Planeten programmiert ist. Die Coronakrise führt zudem drastisch vor Augen, dass diese Wirtschaft bereits in kürzester Zeit Leichenberge produzieren würde, wenn nicht massiv in sie eingegriffen würde. Die Notbremse zieht im Moment, mehr schlecht als recht, der Staat und er führt damit alles ad absurdum, was gestern noch als unumstößlich und heilig galt – von der Schuldenbremse bis hin zum angeblich so segensreichen Wirken des Marktes selbst.

Doch die Spatzen pfeifen von den Dächern, welche Folgen diese staatlichen Beatmungsversuche der Wirtschaft haben werden. Denn Staaten und Zentralbanken können sie nicht beliebig und ungestraft mit Geld fluten. Die Krisenanfälligkeit des Systems wird noch größer und stellt bereits heute alles in den Schatten, was wir 2008/2009 und in den Folgejahren erlebt haben. Schon häufen sich die zynischen und schamlosen Appelle, die Leute mögen wieder arbeiten gehen und sich infizieren. Besser es sterben Menschen als die Wirtschaft bricht ein, lautet der Offenbarungseid des Kapitalismus.

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Audio: „Vier Beine gut, zwei Beine schlecht“

Zur Symbiose von Tierliebe und Menschenhass in der veganen Tierrechtsbewegung

Mira Landwehr liest aus ihrem gleichnamigen Buch

6. Februar 2020 in Stuttgart

Der Veganismus hat Probleme: seine Popularität und seine Anhängerinnen. Der rechte Esoteriker Ruediger Dahlke bereichert den Buchmarkt jedes Jahr mit einem neuen veganen „Peace Food“-Kochbuch. Marginalisierte Gruppen sollen ihre Kämpfe hintenanstellen und sich für die Rechte der Tiere einsetzen. Die Relativierung und Instrumentalisierung des Holocaust sind in Diskussionen um die Ethik der Ernährung präsent.

In einer als unübersichtlich und chaotisch wahrgenommenen Umwelt, in der das Individuum keine Rolle spielt, scheint für manche Menschen alles, was mit dem nichtssagenden Label „alternativ“ versehen ist, ein erstrebenswerter Ort der Selbstbestimmtheit zu sein, der die Rückgewinnung von Kontrolle verspricht. Die bewusst gewählte und individuell gestaltete Lebensweise mit starker Betonung der Ernährung wird für manche zum ordnenden Korrektiv. Wird Veganismus zur Weltanschauung, gehen mit ihm häufig eine Art Auserwähltheitsglaube sowie eine Religiosität zusammen, die sich sektenähnlich manifestieren kann.

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