Europäischer Antiamerikanismus in der Ära Trump

Vortrag und Diskussion mit Andrei S. Markovits

Montag, 24. Juni 2019, 19.30 Uhr, Stuttgart                               

Kulturzentrum Merlin, Augustenstraße 72

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung Baden-Württemberg

Während die Aversion in der (west)europäischen Öffentlichkeit gegenüber Donald Trump nicht nur verständlich, sondern auch berechtigt ist, geht es hier um viel mehr: Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Andrei S. Markovits ordnet diese Aversion in eine langjährige Geschichte des europäischen Antiamerikanismus ein und sieht Donald Trump — den prototypischen ungehobelten Amerikaner — als eine willkommene Figur, um den endgültigen und langersehnten Befreiungsschlag der (West)Europäer den USA gegenüber zu bewerkstelligen.

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Frauenfußball in den USA und Europa

Buchvorstellung und Diskussion mit
Prof. Andrei S. Markovits
University of Michigan, Ann Arbor

Sonntag, 23. Juni 2019, 19.30 Uhr, Stuttgart

Rosis Pinte, Schwabstraße 193, 70193 Stuttgart

Fußball und Frauen sind irgendwie noch immer inkongruente Begriffe. Sie harmonieren nicht so recht. Warum ist das so? Welche Veränderungen gibt es? Und welche Bedeutung haben diese für die allgemeine Gesellschaft in Ländern wie Deutschland, anderen westeuropäischen Staaten und den USA?
Die Prämie des Deutschen-Fußballbundes (DFB) für den ersten EM-Titel der deutschen Fußballerinnen 1989 war bezeichnenderweise ein Kaffeeservice. Seit es den Frauenfußball gibt, gibt es auch entsprechende Vorurteile: Frauen sollten Kinder kriegen, nicht kicken. Wie Amateurfußball, nur in Zeitlupe. Und ähnliches mehr, die Liste ist lang. Die deutschen Nationalspielerinnen haben sich jüngst in einem eigenen Videospot zur Wehr gesetzt: „Wir brauchen keine Eier – wir haben Pferdeschwänze“, heißt es da. In den USA sieht das etwas anders aus, hier haben die Fußballerinnen in einer etablierten Profiliga längst einen ganz anderen Status. Aus Anlass der Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Frankreich in diesem Sommer greift der amerikanische Soziologie-Professor Andrei S. Markovits diese Vorurteilsstrukturen und die kontinentalen Unterschiede des Frauen-Fußballs innerhalb eines Vortrags am 23. Juni in der Stuttgarter Gaststätte Rosis Pinte auf. Gerade ist Markovits aktuelles Buch zum Thema, „Frauen im amerikanischen Soccer und im europäischen Fußball“, erschienen, das er an diesem Abend vorstellen wird. Der deutschsprachige Wissenschaftler zeichnet hier den unterschiedlichen Werdegang des Frauen-Fußballs in den USA und in Westeuropa nach: In Nordamerika hätten die Frauen ein freies Spielfeld vorgefunden, da dort die dominanten Sportarten Baseball, Basketball, (American) Football und Eishockey seien. In Europa haben die Männer das Fußballfeld seit Jahrzehnten vorgeprägt und dominiert, die kickenden Frauen treten hier in der zentralen Hauptsportart an.

Andrei S. Markovits ist Arthur F. Thurnau Professor, Karl W. Deutsch Collegiate Professor of Comparative Politics and German Studies, Professor of Political Science, Professor of Germanic Languages and Literatures, Professor of Sociology, The University of Michigan, Ann Arbor

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1968 und der Diskurs des Mitgefühls: Der lange Marsch zur sozialen Inklusion

Vortrag von Andrei S. Markovits

Arthur F. Thurnau Professor, Karl W. Deutsch Collegiate Professor of Comparative Politics and German Studies, Professor of Political Science, Professor of Germanic Languages and Literatures, Professor of Sociology The University of Michigan, Ann Arbor

gehalten am 5. Juni 2018 in Stuttgart auf Einladung des Deutschen Literaturarchiv Marbach in der Stiftung Geißstraße7

[Wir veröffentlichen den Text mit freundlicher Genehmigung des Autors]

english version

– Meinem Freund und Kollegen MOISHE POSTONE (1942 – 2018) gewidmet –

Gott sei Dank haben wir das Dezimal-System. Denn diesem Umstand ist es zu verdanken, dass ich heute zu Ihnen sprechen darf.

Das Zehnersystem ist eine faszinierende, kulturübergreifende Konvention. Ihr ist es geschuldet, dass wir Dinge in Zehner-Segmenten kategorisieren – Gehälter, Ausgaben, den Aktienmarkt, politische und sportliche Wettbewerbe, persönliche Zeitabschnitte ebenso wie politische und historische Epochen. Gleiches gilt für das Gedenken bestimmter Ereignisse: Wir sind es gewohnt, „runden“ Jahrestagen eine große Bedeutung beizumessen. Weiterlesen

1968 and The Discourse of Compassion: The Long March to Social Inclusion

Lecture by Andrei S. Markovits

Arthur F. Thurnau Professor, Karl W. Deutsch Collegiate Professor of Comparative, Politics and German Studies, Professor of Political Science, Professor of Germanic Languages and Literatures, Professor of Sociology The University of Michigan, Ann Arbor

held on the 5th of June 2018 in Stuttgart, Germany

[We are publishing this text with kind permission by the author]

Deutsche Version

– Dedicated to the memory of my friend and colleague MOISHE POSTONE             (1942 – 2018) –

Thank God for the dominance of the decimal system that has allowed me to come to speak to you today. It is merely due to this fascinating convention and transcultural habit as to how we humans categorize things in decanal segments — salaries, expenses, the stock market, political and sporting competitions, our ages (personal, political, historical) and, of course, the commemoration of events – that we accord certain “round anniversaries” such significance. Weiterlesen

Was ist Antiamerikanismus?

Anmerkungen zur grassierenden Selbstgerechtigkeit

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Als 2008 der Präsidentschaftswahlkampf in den USA auf seinem Höhepunkt war, hätte man den Eindruck gewinnen können, es gehe angesichts der guten Chancen Obamas, die sich später realisiert haben, aufwärts mit dem „deutsch-amerikanischen Verhältnis“. Obama erschien als Anti-Bush, als ein Europäer im Weißen Haus, der nun endlich eine bessere, „europäischere“ Politik machen würde. Darunter verstand man grob: weniger Krieg gegen den Terror, mehr Moral, mehr Kultur, mehr „Einpassung“ in die Staaten-„Gemeinschaft“, mehr Rücksicht auf die „Völker“ der Erde. Denn irgendwie schien ja klar: Man hasst nicht Amerika [1], sondern nur amerikanische Politik. Weiterlesen

Was ist Antiamerikanismus?

Anmerkungen zur grassierenden Selbstgerechtigkeit

Als 2008 der Präsidentschaftswahlkampf in den USA auf seinem Höhepunkt war, hätte man den Eindruck gewinnen können, es gehe angesichts der guten Chancen Obamas, die sich später realisiert haben, aufwärts mit dem „deutsch-amerikanischen Verhältnis“. Obama erschien als Anti-Bush, als ein Europäer im Weißen Haus, der nun endlich eine bessere, „europäischere“ Politik machen würde. Darunter verstand man grob: weniger Krieg gegen den Terror, mehr Moral, mehr Kultur, mehr „Einpassung“ in die Staaten-„Gemeinschaft“, mehr Rücksicht auf die „Völker“ der Erde. Denn irgendwie schien ja klar: Man hasst nicht Amerika [1], sondern nur amerikanische Politik. Weiterlesen

Amerika, dich hasst sich’s besser

Antiamerikanismus in Deutschland, Europa und weltweit

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Andrei S. Markovits                                               (Arthur F. Thurnau Professor, Karl W. Deutsch Collegiate Professor of Comparative Politics and German Studies, The University of Michigan, Ann Arbor www.andymarkovits.com)

am Montag, 4. Juli 2011, 19.00 Uhr,                                                                                Uni Stuttgart (Stadtmitte), Hochhaus K1 (von der Keplerstraße aus gesehen das linke Hochhaus), 6. Stock, Raum 11.62

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„Schwappt nicht jeder Mist von Amerika zu uns rüber und zerstört unsere Kultur? Erst werden regionale Lebensmittel durch Fastfood und der anspruchsvolle Film durch Hollywood, dann die gute Soziale Marktwirtschaft durch einen neoliberalen Raubtierkapitalismus verdrängt, zuletzt auch noch die Humboldt-Uni durch diesen Schmalspur-Bachelor!“ Weiterlesen

Iran: Unterlassene Hilfeleistung – Teil 2

Ressentiment und Eiertänze. Das Trauerspiel der friedensbewegten Linken

Nicht nur Deutschland und die EU haben das iranische Regime von Anfang an nach Kräften gestützt (siehe dazu Teil 1 dieses Textes : „Mangelnde Einsichten und was sonst noch an der Solidarität hindert“). Auch auffällig viele friedensbewegte Linke stellen sich auf die Seite der Unterdrücker und gegen die Unterdrückten. Bei den Solidaritätskundgebungen für die um ihre Freiheit kämpfenden IranerInnen kann man sie mit der Lupe suchen. Schweigen ist noch das Beste, was die sonst allgegenwärtigen KämpferInnen für „Frieden und Völkerrecht“ zustande bringen. Denn machen sie gar den Mund auf, wird einem schlecht. Weiterlesen